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DANKE Michi Hatz

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"Habe mich in Serie A durchgesetzt, darauf bin ich stolz"

Zweikämpfe mit Kalibern wie Del Piero standen für Michi Hatz an der italienischen Tagesordnung

Wien - Heimlich, still und leise tritt mit Michael Hatz ein Kicker ab, der im letzten Jahrzehnt zum Inventar des rot-weiß-roten Fußball-Geschäfts gehört hat.

Egal, ob bei seinem Stammverein Rapid, in der Serie A oder in den letzten Jahren bei der Admira: Der 34-Jährige wusste mit seiner Verlässlichkeit zu überzeugen.

In seinem Karriere-Herbst baute er sich im Bereich Management ein zweites Standbein auf, womit er dem runden Leder erhalten bleiben wird. Im Sport1-Interview spricht er über Italien-Vergangenheit, die Admira-Gegenwart und seine Zukunft.

Sport1: Michi, du hängst deine Fußball-Schuhe an den Nagel. Warum, im Rentenalter bist du mit 34 nicht zwingend...?

Michael Hatz (lacht): Naja, ich schaue jünger aus als ich bin. Mein Vertrag bei der Admira läuft aus, im November werde ich auch schon 35. Das ist der Zeitrahmen, an den ich bei meinem Karriereende immer gedacht habe.

Sport1: Wie wird deine Zukunft genau aussehen?

Hatz: Ich arbeite schon seit einiger Zeit in der Sportmanagements-Firma Sportsconsult@Invest mit. Ein Projekt ist zum Beispiel das Superfund-Jugendcamp. Ich bin auch mit der Admira in Verhandlungen, dass ich der Richtung PR- und Öffentlichkeitsarbeit etwas mache. Es ist einfach an der Zeit etwas anderes zu tun. Ein Engagement in der Regionalliga ist noch nicht aus der Welt, aber wie es ausschaut, höre ich ganz auf.

Sport1: Ist es ein langfristiges Ziel von dir, einmal an vorderster Front im Management eines Vereins zu arbeiten?

Hatz: Ich glaube, dass ich für den Management-Bereich genug Erfahrung und Know-how mitbringen kann. Der Dümmste bin ich auch nicht. Die Admira liegt mir schon seit längerem in den Ohren, aber bei uns sind die Zustände zurzeit etwas chaotisch. Ich habe die Idee gehabt, dass wir es auslagern: Ich bleibe unabhängig, mache aber trotzdem etwas für die Admira: PR-Arbeit, Medien- und Sponsorbetreuung.

Sport1: Bei der Admira weiß zurzeit manchmal die linke Hand nicht, was die rechte tut. Du hast dich vor einigen Wochen beschwert, dass niemand die vielen auslaufenden Verträge in Angriff nimmt. Fließt das in deine Entscheidung mit ein?

Hatz: Nein, das kann man nicht sagen. Dass es aber Probleme im Management gibt, zeige ich schon länger auf. Seit ich Kapitän bin und im Verein eingebunden bin, versuche ich daran etwas zu ändern. Das ist mir nur sehr spärlich geglückt. Teilweise waren auch die falschen Leute am Werk. Der Einstieg des iranischen Investors ist nun sehr wichtig für uns. Die Neubesetzungen müssen sich aber noch einarbeiten. Deshalb ist es noch chaotisch. Aber ich hoffe, dass sich das bald findet und wir gescheite Strukturen aufbauen. Da könnte ich mich auch gut einbringen. Ich hätte viele Ideen.

Sport1: Mit welcher Mannschaft man in die kommende Saison geht, ist noch höchst unklar. Auch viele Spieler aus dem aktuellen Kader wussten lange nicht, wie es weiter geht.

Hatz: Leider sind wir wie jedes Jahr sehr spät dran. Aber heuer ist es noch eklatanter, weil wir uns in den Vorjahren immer drauf ausreden konnten, dass wir nicht wussten, ob wir oben bleiben. Das war heuer schnell klar. Ich finde es schade. Es wurde einfach zu wenig gesprochen mit den Spielern, es ist einiges den Bach runter gegangen. Aber mittlerweile wurde es in Angriff genommen.

Sport1: Trainer Thalhammer hat schon klargestellt, dass das ursprünglich anvisierte Ziel Platz 1-4 nach unten korrigiert werden muss.

Hatz: Man muss sich hohe Ziele setzen, aber das war meiner Meinung nach von vornherein unrealistisch. Diese Partnerschaft muss erst wachsen. Man sieht bei Rapid und immer wieder im Sport, dass Kontinuität der wichtigste Faktor ist. Man kann Erfolg nicht einfach zusammenkaufen. Die Austria beweist, wie schwierig das ist. Wir müssen jetzt schauen, dass wir eine gute Mannschaft basteln, dass wir eine stabile Saison spielen. Es kann nur mit der Politik der kleinen Schritte funktionieren.

Sport1: Wie schätzt du das iranische Engagement generell ein? Die Seifenblase, die viele prophezeiten, ist es wohl nicht. Andererseits waren viele Südstädter Träume unmittelbar nach dem Einstieg wohl auch voreilig, oder?

Hatz: Richtig, es ist keine Seifenblase, aber es war auch klar, dass nicht gleich Milch und Honig fließt. Davon sind wir weit entfernt. Die Partnerschaft muss noch wachsen. Man weiß nicht recht, was sie vor haben. Aber sind wir einmal froh, dass wir einen Geldfluss gehabt haben. Mit dem muss man ordentlich arbeiten.

Sport1: Zurück zu dir: Was waren für dich deine Karriere-Highlights?

Hatz: Ich habe viel erlebt, Hochs und Tiefs gehabt. Das schönste war aber sicher das Jahr 1996, wo wahnsinnig viel zusammengekommen ist. Da bin ich mit Rapid im Europacup-Finale gestanden, Meister geworden, habe mein Länderspiel-Debüt gegeben, bin nach Italien gewechselt. Das war nicht zu toppen! Aber auch kleine Erfolge bedeuten viel. Zum Beispiel als wir vor zwei oder drei Jahren mit der Admira im letzten Moment den Abstieg vermieden haben.

Sport1: Wie behältst du deine Zeit in der Serie A bei Reggiana und Lecce in Erinnerung?

Hatz: Italien war sehr aufregend. Ich habe sowohl beruflich als auch privat sehr viel gelernt. Der Wechsel nach Lecce war im Nachhinein ein Fehler. Das war eine Nacht- und Nebel-Aktion, dort habe ich mich nicht so wohl gefühlt. Aber es ist halt so im Leben, dass man Entscheidungen fällen muss. Das war die falsche, aber das konnte ich damals nicht wissen. Das muss man akzeptieren. Ich habe auch einige Verletzungen gehabt. Meine Einstellung ist: Nicht jammern, sondern weiterkämpfen. Das hat mich in meiner Karriere immer ausgezeichnet.

Sport1: In der Nachkriegszeit gab es nur ein gutes Dutzend österreichische Legionäre in Italien...

Hatz: Das habe ich mir oft gedacht, wenn ich gelesen habe, dass ich gescheitert sei. Es hätte mir ja nie jemand zugetraut, dass ich es überhaupt schaffe. Und ich habe bei Reggiana ca. 30 Spiele gemacht in der Serie A. Ich habe mich da schon durchgesetzt, darauf bin ich auch zurecht stolz.

Sport1: Täuscht der Eindruck, dass du ein karrieretechnischer Spätzünder warst?

Hatz: Ich war eigentlich immer ein Teamspieler, habe mich untergeordnet, meinen Job erledigt, war nicht immer der Spektakulärste. In der guten Rapid-Phase ist damals das Interesse an mir mitgewachsen. Aber ich glaube schon, dass ich für eine Mannschaft sehr wichtig war. Auch für die Admira, wo ich abseits des Feldes viel gemacht habe.

Das Gespräch führte Peter Altmann

Quelle: sport1.at

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