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Funkmaster

Schopp und Martens bekommen auch noch Geld

4 Beiträge in diesem Thema

irgendwie schuldet h.k. jedem unerer ex-spieler noch kohle - das kanns ja echt nicht sein :nein:

Versichert ist noch lange nicht sicher

Sturm Graz könnte aufgrund selbst erdachter Konstruktionen in letale Probleme schlittern

Graz - Einer der Lieblingsschmähs von Hannes Kartnig ist es, Fußballspieler, die nicht das tun, was er will, mit Charakterdefiziten zu belegen.

Markus Schopp beispielsweise ist so ein Fall. "Der hätte mich doch anrufen können und sagen, Herr Präsident, sie haben mich damals von Hamburg zurückgeholt, jetzt verzichte ich auf die Abfertigung, Schwamm drüber." Aber nein, Markus Schopp, der undankbare und derzeit bei Brescia beschäftigte Teamkicker, will von Sturm Graz die ihm zustehende Abfertigung kassieren. Kartnig zeigt sich versöhnlich: "Natürlich wird der Schopp die Abfertigung kriegen. Aber eines kann ich ihnen sagen. Wir, die wir das machen, wir sind Volltrotteln." Kartnig meint so Präsidenten wie ihn, die für die von ihnen verantwortete Gestion des Fußballklubs haften. Und zwar voll.

Schopp wird also keinen Prozess führen. Auf eine Abfertigung kann man nicht verzichten, wie es gewisse Vertragskonstruktionen bei Sturm Graz in den vergangenen Jahren vorsahen. Das hängt mit den von Jan Pieter Martens geführten Verhandlungen gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber zusammen. Martens ist der Meinung, die ihm unter anderem vom Präsidenten Kartnig zugesagte Nettosumme auch netto haben zu wollen. Soll heißen, Sturm soll die Steuern zahlen, deren Vorschreibung nun Martens droht. Ob es sich dabei um einen behördlichen Verzweiflungsakt wie im Fall des im Konkurs untergegangenen FC Tirol - dort wurden die Spieler quasi steuerlich belangt, weil vom Verein nichts mehr zu holen war - oder um die reine Steuerrechtslehre handelt, wird noch zu klären sein.

Denn die Causa der rund vier Millionen Euro an Steuern, die Sturm vom Finanzamt Graz im Zuge einer Betriebsprüfung aufgebrummt werden, stellt eine noch zu klärende Rechtsfrage dar. Ein schwebendes Verfahren, sagt der Anwalt der Spieler, Friedrich Gatscha. Was gegen eine der Lieblingsaussagen des ehemaligen Bundesliga-Vorstands Peter Westenthaler spricht, der bei seinem Abgang auch diese Sache als von ihm gelöst verkündete. Die Steuervorschreibung hätte den Verein in arge finanzielle Schwierigkeiten gebracht. Man strebt daher eine andere Lösung an.

Schopp kann also mit seinem Geld rechnen, Martens muss darum kämpfen, nicht die Steuerpflicht seines Arbeitgebers befriedigen zu müssen. Und das kam so: Kartnigs Berater Adolf Klementschitsch, ein Versicherungsagent in Graz und Umgebung, arbeitete für die Spieler und den Verein ein Versicherungsmodell aus, demzufolge beide Seiten Steuern sparen (und Klementschitsch jedenfalls Provisionen kassieren) würden. Bei einem Kader von mehr als 20 Mann mit Jahresprämien von bis zu 30.000 Euro kommt schon was zusammen. Die komplizierte Sachlage schaut grob vereinfacht so aus, dass im "Modell Sturm" drei (in historisch unterschiedlichen Epochen gewählte) Spielanlagen existierten. Allen gemeinsam war: Die Spieler sollten auf ihre Abfertigung verzichten, weil sie durch Steuerbefreiung dieselbe Summe (für Sturm schonender) lukrieren würden.

Seit dem Zeitpunkt, da die Umverteilung der Steuerlast auf die Spieler drohte, mussten die sich also gegen eine eklatante Zahlungsverminderung (brutto statt netto) wappnen und zusätzlich den Verlust der Abfertigung befürchten. Und einige Kicker stehen vor der existenzbedrohenden Zwangslage, die mit der Sturm-Versicherung besicherten Kredite für ihr Zuhause nicht mehr bedienen zu können. Gatscha: "Alle Spieler sagen, dass Kartnig, Manager Schilcher und Klementschitsch ihnen versicherten, das "Modell Sturm" unterliege keiner Steuer oder Sturm zahle allfällige Abgaben. Seit der Steuerprüfung bei Sturm sind diese Zusagen verschwunden." Nebenbei, so Gatscha, würde die Umleitung der Steuerpflicht vom Verein auf die Kicker die Republik schädigen, weil die Bemessungsgrundlage (brutto statt netto) schlicht halbiert wird.

Quelle: DER STANDARD

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