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Tom032

Der Hecht im Karpfenteich ist immer ein anderer

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Wien - Man kann es aus den Worten von Georg Zellhofer heraushören. Dass jeder seiner Trainerkollegen Pasching zum engsten Kreis der Titelanwärter zählt, ist ihm nicht wirklich recht.

Ihm, dem Meister des Understatements und der Untertreibung. Stets nennt er "so schnell wie möglich 40 Punkte schaffen" als oberstes Saisonziel.

Zellhofer: "...dann wäre ich ja unglaubwürdig"

Die Liga-Konkurrenz nimmt ihm die chronische Tiefstapelei schon beinahe übel. Und tatsächlich: Vor dem Saisonauftakt in Salzburg und nach der Vorbereitung zeigt sich beim 43-Jährigen ein kleiner Sinneswandel.

"Wenn ich jetzt sage, wir wollen Sechster werden, wird man unglaubwürdig", sagt Zellhofer bei Sport1. Trotzdem beherrscht er es weiterhin, sämtliche Titelträume von seiner Mannschaft fernzuhalten.

Eine Ehre für Pasching

"Das Spielchen machen ja andere auch, ein Schachner genauso wie der Hickersberger. Aber ehrlich gesagt: Es ist eine Ehre, dass uns die Gegner derart hoch einschätzen. Das muss man sich erst erarbeiten. Das spricht für uns. Aber wir müssen die Vorschusslorbeeren erst bestätigen", bleibt der Fuß am Bremspedal der Euphorie.

Und selbst Zellhofer ist sich bewusst, dass ihm nach zwei derart starken Jahren in der Bundesliga keiner mehr abnimmt, wenn er als Saisonziel den Klassenerhalt angibt.

Gruppenphase im UEFA-Cup als Ziel

Eine Platzierung wie im Vorjahr und die neuerliche Qualifikation für das internationale Geschäft sind für den Trainer das höchste der Gefühle, aber auch Ziel zugleich. Einen großen Stellenwert hat für Pasching aber nicht nur die Meisterschaft, sondern auch der UEFA-Cup. Ehrgeiziges Ziel ist die Gruppenphase.

"Das wäre eine tolle Sache und auch wirtschaftlich wichtig. Wir sind mit dem jetzigen Kader schon an der finanziellen Schmerzgrenze angelangt", gesteht der Trainer, der zugleich auch Sportdirektor ist.

Gezielt eingekauft

Heimkehrer Edi Glieder setzt wie sein Trainer auf die internationale Erfahrung aus dem Vorjahr, wo die Paschinger ins Finale des UI-Cups vorgestoßen sind. "Da haben wir zehn internationale Spiele absolviert und sehr viel an Erfahrung gewonnen", sagt der Stürmer im Sport1-Interview.

Dass die Mannschaft noch stärker geworden ist, zeigt die Einkaufspolitik. Fast jede Position ist doppelt besetzt. Der Dritte der Vorsaison hat sich gezielt verstärkt. Edi Glieder kam von Schalke zurück. Tommy Flögel soll den Abgang von Kiesenebner (Zellhofer: "Er war für uns enorm wichtig, aber es gibt kein Jammern.") wettmachen.

Neuer Goalie hinter Schicklgruber

Mit Nino Bule ("Technisch sehr stark, laufstark und mit viel Spielverständnis.") kam ein mehrfacher kroatischer Teamspieler, der in der Offensive vom rechten Flügelstürmer bis zur klassischen Spitze fast alles spielen kann.

Und es wäre nicht Pasching, wenn die Oberöstereicher nicht auch einige talentierte Spieler mit Potenzial hinzugeholt hätten.

Ex-U21-Teamspieler Yüksel Sariyar kehrte aus der Türkei zurück, ebenso wie Michael Horvath aus Untersiebenbrunn. Manuel Ortlechner (Ried) und Goalie Michael Gspurnig (Leoben) sind ebenfalls neu und ein Versprechen für die Zukunft.

Angriff Deluxe

Vor allem in der Offensive hat Zellhofer die Qual der Wahl. Mit Mayrleb, Glieder, Bule, Kirchler und Jezek brauchen sich die Oberösterreicher vor keinem Gegner der Liga verstecken. "Da ist sicherlich ein großes Potenzial da. Ich hab lieber die Qual der Wahl, als zu wenige Spieler", sagt der Trainer, der seine Spieler auch auf eine neue Situation einstellen muss.

Nicht jeder, der gewisse Qualitäten hat, kann in Pasching davon ausgehen, gesetzt zu sein. Als einzige Fixposten nannte Zellhofer im Scherz nur sich selbst und Co-Trainer Leo Lainer. Gut möglich, dass sich Spieler wie Mayrleb oder Bule zeitweise nur auf der Bank wieder finden.

"Keine Probleme so lange der gegenseitige Respekt da ist"

"So lange der gegenseitige Respekt da ist und sich jeder unterordnet, wird's keine Probleme geben. Da muss die Mannschaft im Vordergrund stehen", stellt der Betreuer klar. Je höher das Niveau im Kader wird, desto härter der Konkurrenzkampf.

Eine einfache Rechnung, die auch in Pasching in einem harten Kampf ums Leiberl ausarten wird. Dieses hat der fast 37-jährige Goalie Pepi Schicklgruber trotz Neuzuganges Michael Gspurnig (22) heuer noch "sicher".

"Für Gspurnig ist das ein Lehrjahr. Er arbeitet mit Schicklgruber sehr gut zusammen. Ihm fehlt noch etwas der Feinschliff, aber er hat enormes Talent. Seine Zeit kommt noch", urteilt Zellhofer.

Nicht nur am Spielersektor, auch im Umfeld hat sich einiges getan. Das Waldstadion wurde auf eine Kapazität von 9100 Zuschauern erweitert.

Rapid, der Hecht im Karpfenteich

In der Meisterschaft schätzt der 43-jährige wieder Meister GAK am stärksten ein. "Die haben sich nur auf zwei Positionen verändert, sind noch stärker geworden." Aber auch Rapid hat es Zellhofer angetan.

Vor allem mit den beiden tschechischen Stürmern Kincl und Dosek sowie den Defensiv-Allroundern Hlinka und Korsos schätzt er die Hütteldorfer noch stärker ein, als in der Vorsaison. "Rapid hat keiner auf der Rechnung. Für mich sind sie der Hecht im Karpfenteich."

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