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modus69

"Die Liga hat versagt"

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Gernot Zirngast, Vorsitzender der Vereinigung der Fußballer (VdF), übt scharfe Kritik an der Fußball-Bundesliga – „es fehlt an Transparenz, und die Arbeit der Vorstände ist mangelhaft.“

NÖN: Die Vereinigung der Fußballer (VdF) will die Mängel in der Fußball-Bundesliga öffentlich aufzeigen, und ab sofort die Finger in die Wunden legen. Was darf man sich genau darunter vorstellen?

Zirngast: Dass die Zeit vorbei ist, wo wir nur zugesehen haben. Es herrschen derartig viele Missstände bei den Spielerverträgen, die uns keine andere Wahl lassen. Es wäre fahrlässig von uns, das jetzt nicht aufzuzeigen.

NÖN: Welche Missstände sind das konkret?

Zirngast: Dass viele Spieler doppellte Verträge mit ihren Vereinen haben. Wenn man hier standardisierte Verträge schaffen würde, an die sich alle Vereine und Spieler halten müssten, würde vieles transparenter ablaufen. Diese Regelung müsste natürlich sanktioniert werden, wenn man dagegen verstößt. Ich denke da etwa an Geldstrafen oder auch an Punkteabzüge.

NÖN: Eine Transparenz, die der Bundesliga zurzeit fehlt?

Zirngast: So ist es. Sonst hätte so ein Dilemma, wie es jetzt bei InterWetten herrscht, doch gar nicht entstehen können. Spätestens als Peter Stöger den Job als Sportdirektor ablehnte – weil er beim Durchforsten der Finanzlage des Klubs auf so viele Ungereimtheiten gestoßen war – hätte die Bundesliga hellhörig werden müssen. Sich jetzt auf das Argument zu berufen, dass der Verein alle Lizenzauflagen erfüllt hätte, ist sicher zu billig.

NÖN: Damit stellen Sie den beiden Liga-Vorständen, Peter Westenthaler und Thomas Kornhoff, aber kein gutes Zeugnis aus.

Zirngast: Das haben sie sich auch nicht verdient, denn in der Bundesliga herrscht ein Tohuwabohu. Die Arbeit der beiden Vorstände beurteile ich sogar als extrem mangelhaft. In Wahrheit ist es während ihrer Amtszeit mit der Liga stetig bergab gegangen.

NÖN: In einer Presseaussendung heißt es, dass die VdF nun laufend bis zum Saisonstart die Missstände aufzeigen will. Wo „brennt“ es neben InterWetten denn noch?

Zirngast: Sturm Graz ist immer ein Thema. Bei den Grazern sind Zahlungen in Millionenhöhe offen. Aber auch der FC Kärnten wäre für ein paar Schlagzeilen gut. Mehr will ich zu diesen Thema aber nicht sagen. Wir haben jedenfalls genug Material gesammelt, um dass auch alles beweisen zu können.

NÖN: Sind der VdF die Richtlinien in der Fußball-Bundesliga zu weich?

Zirngast: Sagen wir so, sie wurden in den vergangenen Jahren immer mehr aufgeweicht. Frank Stronach hat ein amerikanisches Modell eingeführt, und damit den Vereinen mehr Mitbestimmungsrechte eingeräumt. In Wahrheit müsste man die Vereine aber vor ihnen selbst schützen, damit sie keine finanziellen Abenteuer eingehen. Aber das funktioniert nur dann, wenn man Richtlinien hat, an die sich auch alle halten müssen. Und zwar ohne Wenn und Aber.

NÖN: Was sagt Liga-Präsident Frank Stronach zu diesen Vorwürfen?

Zirngast: Im Moment nicht viel. Stronach gibt die Verantwortung an seine beiden Vorstände weiter, weil es seiner Meinung nach nicht die Aufgabe des Präsidenten ist, sich darum zu kümmern. Leider hat er zu viele falsche Berater, auf die er hört.

NÖN: Und wie sieht diese ganze Problematik der österreichische Fußballbund (ÖFB)?

Zirngast: Der ÖFB stellt sich taub. Ich versuche seit drei Wochen, einen Termin mit Friedrich Stickler zu bekommen, aber das scheint unmöglich zu sein. Aber worauf soll die VdF bitte warten? Wenn wir nichts unternehmen, machen wir uns mitschuldig.

ROUVEN ERTLSCHWEIGER

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