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Gigi

Bescheidenere Töne bei der Austria

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Bescheidenere Töne bei der Austria

Wie war das mit der Champions League? Die Meisterschaft ist eingefahren, doch die nächste Ausbaustufe wird abgeblasen. Magna kürzt die Zuschüsse. Sind die hochtrabenden Pläne damit schon gestorben?

"Das sind zwar nicht mehr jene Voraussetzungen unter denen ich bei der Austria unterschrieben habe, aber gut.“

Christoph Daum ließ sich keinen allzu großen Ärger über die geänderten violetten Rahmenbedingungen, von denen er in einem Gespräch mit Geldgeber Stronach, Vizepräsident Rudas, Sportdirektor Svetits und Manager Kretschmar erfuhr, anmerken. Wozu auch. Ein Ass im Ärmel spielt man dann aus, wenn man es braucht…

„Es handelt sich um keinen Sparkurs“, bemühte sich Svetits der Causa die Dramatik zu nehmen. Magna würde bloss seinen Zuschuss für 2004 reduzieren. Dass das eine Abkehr vom eingeschlagenen Weg und das Ende der Stronachschen Champions-League-Träume ist, will bei der Austria keiner eingestehen. „Wir werden keine Stars mehr kaufen, wir holen nur noch ablösefreie Spieler“, erklärte Svetits den Umbau der Mannschaft für abgeschlossen.

Hätte die Austria nicht dauernd von hochtrabenden Europa-Plänen gesprochen, wäre dagegen auch nichts einzuwenden. Der erste Meistertitel nach zehn Jahren Pause ist in der Tasche – mit einem Vorsprung wie ihn in Europa nur Partizan Belgrad und der FC Porto aufweisen können.

Damit wäre das erste Teilziel erreicht. Für die heimische Liga hat auch das Einkaufskonzept von Peter Svetits gepasst. Die Verpflichtungen einiger der besten Spieler der Liga (Ratajczyk, Akoto, Panis, Kahraman etc.) garantierten nicht nur den Meistertitel, sie schwächten auch die Konkurrenz erheblich.

Was den internationalen Transfermarkt betrifft, kann sich Svetits nicht eines so guten Händchens rühmen. Wie man es auch dreht und wendet, die Brasilianer Djalminha und Julio Cesar erwiesen sich als Flops. Sie werden auch nur dann weiter verpflichtet, wenn die Austria den Preis bei ihren Stammklubs noch drücken kann. Gehen sie, verliert die Austria Potenzial, das man in der Champions League brauchen wird – denn, dass die beiden mehr können, als sie zeigten, ist auch klar.

Auch die Norweger Rushfeldt und Helstad erwiesen sich nicht als die erwarteten Verstärkungen. Ihre Trefferausbeuten blieben bescheiden – Kvisvik war ohnehin nur (eine nicht unerhebliche) Zuwaag’. Didier Dheedene hat meist überzeugt, aber auch er passt noch nicht in Svetits’ neue Gehaltsvorstellungen.

Vor einem halben Jahr hatte der Austria-Sportdirektor die Austria noch zu den wenigen Klubs gezählt, die aufgrund ihrer Zahlkraft im auf Sparflamme kochenden internationalen Transfermarkt große Fische landen könnte. Kolportiert wurden dann aber doch wieder nur abgetakelte Stars wie Hässler, Effenberg, Kirsten, ja sogar Vastic, die den ursprünglichen Austria-Ambitionen nie und nimmer gerecht geworden wären. An größere Ablösesummen war aber anscheinend ohnehin nie gedacht. Daum: „Hochkarätige Spieler sind schwer und nur mit Ablöse, die Stronach nicht zahlt, zu bekommen. Außerdem ist Österreichs Liga vom Stellenwert nicht sehr interessant.“ Also bleibt er der einzige Star.

Wie aber soll die Austria ohne wirkliche Verstärkungen in der Champions League reüssieren? Ein Janocko – der übrigens noch von Haan und nicht von Svetits verpflichtet wurde – allein, wird dafür zuwenig sein. Drei bis fünf Spieler sollen kommen. Wenn sie in der Klasse von Ajax-Ersatzkeeper Didulica und Standard-Verteidiger Afolabi bleiben, werden sie nicht entscheidend weiter helfen. Dann bleibt statt des Ansturms auf die Champions League die Hoffnung, dass nach ein paar Anläufen einmal ein ähnliches Kunststück gelingt, wie einst dem SK Sturm Graz…

(Sportzeitung Printausgabe)

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