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Gigi

Ocki will wieder durchstarten

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Janocko: "Der EU-Beitritt hat nichts geändert"

Keine Frage: Vladimir Janocko ist ein Künstler, ein Meister seines Fachs, der, wenn er gut aufgelegt ist, die Gegenspieler auf dem berühmten Bierdeckel vernascht. Noch vor einem Jahr wurde er zum „Spieler des Jahres“ in Österreich gewählt, in der letzten Saison hatte er nicht nur helle Momente, aber das gehört zur Karriere eines Fußballers dazu.

Heute sieht die Welt des Vladimir Janocko schon wieder ganz anders aus. Die durchwachsene Saison ist abgehakt, der Blick ganz nach vorne gerichtet. Aber auf welcher Position? Nicht wegen der drohenden Konkurrenz im Mittelfeld, vielmehr, wo er sich selbst am liebsten sehen würde. Ganz links, oder rechts, oder mittendrin, dicht hinter den Spitzen? „Egal, ich spiele alles. Auch im Nationalteam. Die Trainer stellen mich dort auf, wo sie meinen, dass ich am effektivsten bin“, sagt der Dribbelkönig, der sich selbst gerne aber doch zentral hinter den Angreifern sieht. Oder in einem 3-5-2-1-System mit einem Partner an seiner Seite hinter dem einzigen Sturmtank.

Wo Janocko drauf steht, ist nicht gleich Janocko drin. Ist er in Österreich ein kleiner Star, dessen violettes Shirt mit seinem Namenszug viele Kids in den Stadien tragen, so verhält es sich in seiner Heimat Slowakei etwas anders. Dort ist Eishockey der Nationalsport Nummer 1, vor zwei Jahren holte sein Land sogar den WM-Titel. Dass er abseits seiner Heimatstadt Kosice auf der Straße nicht von jedem angesprochen wird, stört ihn auch nicht im Geringsten. „Ich möchte nicht so ein Leben führen wie David Beckham. Der braucht 24 Stunden lang Security rund um sich, kann nichts ohne lästige Fotografen unternehmen. Ich brauche Ruhe, will mein Leben mit meiner Frau und unseren zwei Kindern genießen können.“

Apropos genießen. Kann die Slowakei bereits die Vorzüge des EU-Beitritts auskosten? Janocko zuckt mit den Schultern: „Ich beschäftige mich nicht viel mit Politik. Wir sind jetzt zwar dabei, aber an der Lebenssituation hat sich nicht viel geändert. Bis es unserer Wirtschaft besser geht, wird es noch ein paar Jahre dauern. Dennoch ist es für die Jugend positiv, denn nun gibt es auch bessere Möglichkeiten um im Ausland einen Job zu finden.“

Auch für den slowakischen Fußball hat sich durch die EU nichts geändert. Dazu fehlt das Sponsoring. „Wir bräuchten ein Großereignis wie die EM oder WM. Ohne Geld kannst du nichts Großes auf die Beine stellen.“ Wenigstens gesehen hat er solche Großereignisse schon. Zum einen in der Champions League mit Kosice. Zum anderen besuchte er in Portugal die Spiele Frankreich gegen England und Schweden gegen Bulgarien. „Die Atmosphäre war ein Wahnsinn, diese Eindrücke kann man gar nicht beschreiben.“

Eigentlich schade, dass ein Spieler seines Formats wahrscheinlich nie zu einer WM- oder EM-Endrunde kommen wird, dafür ist die Slowakei (derzeit) einfach zu schwach. Noch dazu warten ab Herbst in der WM-Quali mit Portugal, Russland und Lettland drei aktuelle EURO-Fighter, Estland, Liechtenstein und Luxemburg vervollständigen die Siebener-Gruppe. „Das wird schwer. Aber es wäre auch schon sehr schön, wenn ich mit der Austria in die UEFA-Cup-Gruppenphase aufsteigen könnte. Das wäre dann auch schon ein Highlight.“

Wir wünschen es ihm und uns von ganzem Herzen…

(fk-austria.at)

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