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Gigi

Schuldenberg auf Schalke

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Über 100 Millionen Schulden

4,1 Millionen Euro Verlust im Geschäftsjahr 2003

Neue Zeiten auf Schalke: Im Gegensatz zu den Vorjahren wurde der Geschäftsbericht für das Jahr 2003 nicht mehr veröffentlicht; Mitglieder dürfen den Bericht lediglich in der Geschäftsstelle einsehen. Wie zu erfahren war, weil der Verein eine negative Dynamik in der Außendarstellung befürchtet.

Die neuen Zahlen haben es in der Tat in sich: Der Schalker Finanzchef, Vorstandsmitglied Josef Schnusenberg, bestätigte dem kicker am Mittwoch auf Anfrage, dass der FC Schalke 04 im Geschäftsjahr 2003 einen Verlust von etwa 19 Millionen Euro aus der normalen Geschäftstätigkeit machte. Diese hohe Summe kam auch deshalb zu Stande, weil zum Beispiel Star-Transfers der vergangenen Jahre bilanztechnisch abgeschrieben waren. Diesem Verlust wird in der Bilanz ein "außerordentlicher Ertrag" von 15,6 Millionen Euro entgegengerechnet; dahinter verbirgt sich dies: Schalke nahm das Parkstadion aus der Bilanz, ließ es bewerten, gründete die Schalke Parkstadion mbH & Co. KG und brachte diese in die Bilanz ein.

Unter dem Strich bleibt aber ein Minus von etwa 4,127 Millionen Euro; im Jahr 2002 betrug der Gewinn noch mehr als 4,6 Millionen. Ein Unterschied, der durch die sportliche Talfahrt erklärt wird. "2002 standen wir noch im Pokalfinale", erinnert Schnusenberg an stattliche TV-Einnahmen, "jetzt brachen uns Einnahmen aus dem UEFA-Cup und dem DFB-Pokal weg." In beiden Wettbewerben war Schalke früh gescheitert. Der Verein senkte noch die Ausgaben für Gehälter und weitere Sachkosten. Schnusenberg: "Aber es war nicht möglich, alles zu kompensieren." Zumal der Umsatz von 118,5 Millionen im Jahr 2002 auf nun 98 Millionen Euro sank.

Mehr noch: Zum 31. Dezember 2003 beliefen sich die Schalker Verbindlichkeiten auf 102,8 Millionen Euro. Darin ist laut Schnusenberg die Anleihe von 75 Millionen enthalten wie auch Verbindlichkeiten von 6,3 Millionen Euro aus Hypotheken für Gebäude, die Schalke errichtete. "Es muss sich aber keiner Sorgen machen", sagt Schnusenberg. Der Schuldenberg werde abgetragen, was dauern werde. Der Finanzchef: "Man darf die Schulden nicht isoliert betrachten. Man muss auch Werte auf der Aktivseite sehen, die wir geschaffen haben." Der Vorteil der Schalker gegenüber den Dortmundern (mit 140 Millionen Euro verschuldet) ist, dass ihnen das - allerdings noch nicht abbezahlte - Stadion gehört.

Derweil erfuhr der kicker, dass sich der Verein im aktuellen Jahr 2004 über die Anleihe weitere zehn Millionen Euro besorgte, nachdem Schalke im Jahr 2003 bereits 75 Millionen - vor allem zur Umschuldung - erhalten hatte. Schnusenberg erklärt den erneuten Geldbedarf mit dem fehlendem Umsatz.

Indes wurden die Personalkosten für die Lizenzspielerabteilung auf 38 Millionen Euro gesenkt. "Das ist eine sehr starre Grenze", sagt Schnusenberg, "die wir unter allen Umständen einhalten müssen." Da die Jahresleistungsprämie noch einkalkuliert werden muss, versucht Rudi Assauer, Spieler wie Rodriguez, Matellan oder van Hoogdalem von der Gehaltsliste zu kriegen. Trotz laufender Verträge ohne Ablöse, sogar mit der Bereitschaft, die Hälfte des Gehalts weiterzuzahlen. Doch selbst Klubs in Österreich und Belgien winkten ab. Derweil wurde Mike Hanke, der gerade bis 2007 verlängerte, gefragt, ob er sich an Rapid Wien ausleihen lasse. Um Kosten zu sparen.

Wie die finanzielle Lage zu den Verpflichtungen von Ailton, Krstajic, Bordon und Lincoln passt, wird nur auf den zweiten Blick klar. Der Verein investiert, um mit deren Qualität die Wahrscheinlichkeit des sportlichen und wirtschaftlichen Erfolges zu erhöhen. Im Klartext heißt dies: Schalke strebt mit aller Macht Einnahmen aus der Champions League oder höhere Einnahmen aus dem UEFA-Cup sowie nationalen Wettbewerben an. Ein Drahtseilakt. Hält die sportliche Tristesse an, räumt Schnusenberg ein Risiko ein. Das bedeutet, dass Trainer Jupp Heynckes mit seinem Team zum Erfolg verdammt ist.

(kicker.de)

Irgendwann kommt der Kollaps. Kein Wunder bei den diesjährigen Transfers! Der Uefa Cup ist in der neuen Saison Pflicht, wahrscheinlich aber eher die Champions League.

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