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Kein Rücktritt und ein Eigentor !

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Von angeblichen und tatsächlichen Versuchen, die Öffentlichkeit zu täuschen

Kein Rücktritt und ein Eigentor

Frankfurt. Fußball ist eine populäre Sportart, zumal, wenn eine Weltmeisterschaft bevorsteht. Alles, was irgendwie damit zu tun hat, findet besonders große Aufmerksamkeit. Das merkte vor kurzem – wenn auch zu spät – Bürgermeister und Sportdezernent Joachim Vandreike (SPD), als er zunächst nur Vertretern des Viererbündnisses, aber nicht der Opposition Eintrittskarten aus dem Sonderkontingent der Stadt zum Kauf anbieten wollte. Den Fehler hat er zwischenzeitlich bedauert und korrigiert.

Auch Wolfgang Hübner (Freie Wähler BFF) hat zwischenzeitlich drei Karten erstanden. Privat bezahlt, nicht aus der Fraktionskasse, wie er betont. Die Karten verschenkte er an drei Jugendbetreuer, deren Daten er bereits dem Sportamt mitgeteilt hat.

Gestern forderte Hübner allerdings plötzlich den Rücktritt Vandreikes. Der Grund: Vandreike habe die Stadtverordneten und die Öffentlichkeit «vorsätzlich getäuscht». In der jüngsten Sitzung des Stadtparlaments habe Vandreike nämlich behauptet, die Karteninhaber müssten «namentlich» und «unabänderlich» bis zum 31. Januar – also bis zum heutigen Dienstag – benannt werden. Nun aber zeichne sich ab, dass einige WM-Städte wie Nürnberg und Leipzig eine Fristverlängerung bekämen. Angesichts der Tatsache, dass am 26. März die Kommunalwahl stattfinde, hätte auch Frankfurt eine Fristverlängerung beantragen müssen. So aber hätten sich die im Magistrat vertretenen Parteien CDU, SPD, Grüne, FDP und FAG «bedenkenlos und ohne Rücksicht auf den Wahltermin die Karten für das Sportereignis im Juni in die Taschen gesteckt».

Die Fakten sehen freilich anders aus: Zum einen ist das Kartenkontingent, das die Fifa den WM-Städten – also auch Frankfurt – zur Verfügung gestellt hat, ausdrücklich für Personen vorgesehen, die zur Ausrichtung der WM beigetragen haben. Das trifft, wie Vandreikes Referent Ralph Klinkenborg zu Recht betont, auf die amtierenden Stadtverordneten zu, nicht aber auf diejenigen, die erst Ende März neu gewählt werden. Denn sowohl der Stadionbau als auch die Vorbereitung der WM 2006 und deren Rahmenveranstaltungen in Frankfurt waren ausschließlich Sache des Stadtparlaments, dessen Legislaturperiode 2001 begann und in acht Wochen endet.

Zum anderen hat auch die Stadt Frankfurt bei einem der routinemäßigen Treffen der WM-Städte am vergangenen Donnerstag und Freitag darum gebeten, die am heutigen Dienstag endende Meldefrist für die Benennung der Karteninhaber zu verlängern. Ob die Fifa dem zustimmen werde, sei noch offen, sagte Klinkenborg. Im Sportdezernat gehe man aber davon aus. Denn auch für rund 20 Prozent der Karten aus dem Frankfurter Kontingent sind noch keine Inhaber – also Käufer – benannt worden.

Anders, als Hübner meint, können übrigens die Karten von den derzeitigen Besitzern durchaus noch rechtzeitig vor der WM auf andere Inhaber übertragen werden. Die Fifa wird zu diesem Zweck Ticket-Center in den WM-Städten einrichten. Bis wenige Tage vor den jeweiligen Spielen soll noch Zeit sein, dort einen anderen Inhaber für die Eintrittskarte zu benennen. In jedem Fall muss die Zeit allerdings ausreichen, um die Daten des Kartenbesitzers zu überprüfen.

Ziel des auch logistisch ungemein aufwendigen Verfahrens ist es, die Sicherheit zu gewährleisten. Polizeibekannte Hooligans sollen erst gar keine Chance haben, in die Stadien zu gelangen. Die späte Auslieferung der Karten wiederum soll mögliche Fälschungen verhindern.

Einen Volltreffer hat Hübner zwar durchaus erzielt – allerdings wurde es ein Eigentor.

Quelle: http://www.rhein-main.net/sixcms/list.php?...s_article&id=27 48449

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