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IL_Phenomeno

Mensch, Toppmöller!

3 Beiträge in diesem Thema

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Die Anzahl derer, die ihm im vergangenen Jahr auf die Schulter klopften, war für Klaus Toppmöller kaum zu überblicken. Die Anhängerschar, die dem "Trainer des Jahres 2002" folgte, hätte kaum in einen ICE gepasst. Heute, nach 19 Spieltagen der aktuellen Saison, nach neun Niederlagen und akuter Abstiegsgefahr, heute passen seine Fans in Leverkusen fast in einen Smart.

Und diejenigen, die seinerzeit am lautesten jubelten, die am heftigsten auf seine Schulter klopften, die nutzen die Krise heute und melden sich am eifrigsten zu Wort. So etwa Meinolf Sprink, der Sportbeauftragte der Bayer AG, so etwas wie das Bindeglied zwischen der Fußball GmbH und deren Besitzerin. Dieser Meinolf Sprink lässt seit Wochen keine Gelegenheit aus, Toppmöller Seitenhiebe zu verpassen. Sein aktuellster: Nur Jens Nowotnys Malheur (!) habe es der Trainer zu verdanken, dass er aus der Schusslinie geraten sei.

Zwei Kreuzbandrisse - ein Malheur? Ein Missgeschick, von dem der in die Schusslinie geratene Trainer profitiert? Abgeschmackter und zynischer geht es kaum. Die Blüten, die der Misserfolg in Leverkusen treibt, sind seltsam und sie riechen schlecht.

Klaus Toppmöller muss damit leben. Der Trainer weiß, dass es unmittelbar um seinen Job geht, er versucht es zu verdrängen und sich auf seine Arbeit zu konzentrieren. Und kann dies nicht schaffen. Weil Juan und Placente, zwei hochgelobte- und bezahlte Profis, nach zwei Minuten in Dortmund fürchterlich pennen und einen Gegentreffer ermöglichen, weil Edeltechniker Yildiray Bastürk schon nach fünf Minuten die Sicherungen durchbrennen und der kleine Türke wegen brutalen Foulspiels vom Platz muss. Weil die gesamte Abwehr im kollektiven Tiefschlaf Koller die Entscheidung ermöglicht. Fast regungslos registrierte Toppmöller das Debakel von Dortmund an der Seitenlinie.

Alles, was in der vergangenen Saison klappte, geht in dieser Spielzeit schief. "Wir werden dafür bestraft, dass wir nach den zweiten Plätzen geheult haben", sagt ein frustrierter Jens Nowotny.

Jetzt haben sie wirklichen Grund zum Heulen bei Bayer, allen voran der Trainer. Dessen Zeit scheint abgelaufen, zu desolat präsentiert sich sein Team. Ein Team von dem er Großes erhoffte: "Wir werden die Mannschaft der Rückrunde", so Toppmöller nach dem hoffnungsvoll verlaufenen Traininglager in Naples/Florida.

Bislang ist Bayer die Lachnummer der Rückrunde, Toppmöller - der zudem Pech hatte mit Abgängen und Verletzungen; Pech, das sonst für eine halbe Karriere reicht - verliert naturgemäß Rückhalt auch im Team. Wird geopfert auf dem Altar der Unzulänglichkeiten, der Alibis, der Konzentrationsmängel, der fehlenden Einstellung seiner Schutzbefohlenen.

Klaus Toppmöller hatte seine Zeit - es scheint, als sei sie abgelaufen. Eine neuerliche Pleite am Mittwoch im Pokal (übrigens in Unterhaching) wird sein Aus bedeuten bei dem Klub, der ihm doch so viel zu verdanken hat. Bei dem er allerdings auch nicht lernen konnte, wie man konstruktives Krisenmanagement betreibt. Als viele schon alles den Bach runter gehen sahen, übte sich Toppmöller, Fußball-Romantiker, noch in Gesundbeterei, ignorierte oder erkannte nicht die schwere Erkrankung des Patienten, für den er letztlich verantwortlich zeichnet.

Jetzt ist es wohl zu spät. Sein Team präsentierte sich lange als Trümmerhaufen, Führungsspieler geben sich nicht als solche zu erkennen, hoch gelobte Talente verschwinden in der Versenkung, das Umfeld gibt ihn frei zum Abschuss. "Wir müssen jetzt die Nerven und Ruhe bewahren", beschwört Geschäftsführer Calmund. Ruhe, von der Klaus Toppmöller wohl nichts mehr haben wird.

Mensch, Toppmöller - wie konnte das passieren?!

Frank Lußem

- kicker.de

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Hörster steht schon in den Startlöchern

Nachdem Jörg Butt den entscheidenden Elfmeter verwandelt hatte, jubelte Klaus Toppmöller im Kreise seiner Spieler wie lange nicht mehr. Kurzzeitig wird ihm dieser Sieg den Job gerettet haben.

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Endlich wieder ein Erfolgserlebnis für Butt und Bierofka.

Was für ein Zittern! Und das in Unterhaching, ausgerechnet dort, wo Bayer Leverkusen im Mai 2000 schon einmal schlimme Stunden überstehen musste. Damals ging es um die Meisterschaft - und mit 0:2 ging alles verloren.

Und diesmal, im Pokal? Wieder wehrte sich die Spielvereinigung, aber zu einem erneuten Sieg über Bayer reichte es nicht. 5:4 nach Elfmeterschießen für Leverkusen - immerhin, ein kleiner Hoffnungsschimmer in düsteren Tagen. Nachdem Jörg Butt den entscheidenden Elfmeter verwandelt hatte, jubelte Klaus Toppmöller im Kreise seiner Spieler wie lange nicht mehr. Kurzzeitig wird ihm dieser Sieg den Job gerettet haben, denn Geschäftsführer Reiner Calmund stellte klar: "Wir haben gewonnen, und darüber freuen wir uns zunächst mal, es gibt keine Diskussionen, wir brauchen Ruhe." Nach der üblen Zitterpartie in Unterhaching konzentriert sich alles auf die Auswärtspartie in Bochum - dort steht Toppmöller vor nächsten Nagelprobe.

Denn: Der Hoffungsschimmer durch den Einzug ins Halbfinale ist erschreckend schwach. Eine intakte Mannschaft wäre anders aufgetreten in diesem wichtigen Pokal-Spiel. Bei diesem Team aber konnte man selbst gegen den Regionaligisten keine Leistungssteigerung erkennen. Es stimmte hinten, vorne und in der Mitte nicht, überall offenbarten sich unerklärliche Defizite, die in der Bundesliga mit Sicherheit härter bestraft werden als gegen einen Drittligisten aus Unterhaching.

Calmund lügt nicht, wenn er sagt: "Wir wollen am liebsten mit Toppmöller die Wende schaffen." Die Leistung in Haching aber taugt nicht mal im Ansatz zu einer Wende.

Fakt ist damit: Toppmöllers Arbeitspapier bei Bayer Leverkusen hat ein Verfallsdatum - und das ist, sollte eine Trennung nicht vorher vollzogen werden, die nächste Niederlage in der Bundesliga, etwa am Samstag in Bochum. Der "Trainer des Jahres" kann seinen Job nach den Turbulenzen der vergangenen Monate nur retten, wenn ihm eine Siegesserie gelingt.

Als Nachfolger von Toppmöller steht Thomas Hörster (46) bereit. Der langjährige Bayer-Profi und derzeitige Trainer der Leverkusener Amateure (Tabellenneunter der Regionalliga Nord) hat sich bereist am vergangenen Sonntag die 0:2-Niederlage in Dortmund angeschaut. Hörster gilt als Disziplinverfechter sowie als kompromissloser Arbeiter und hielt bisher die nötige Distanz zur Profimannschaft - Argumente, die für diese interne Lösung sprechen. Denn Disziplin und kompromisslose Arbeit scheinen bitter nötig, um eine weiteren Absturz des Champions-League-Finalisten zu verhindern.

Tja traurig wie sich das entwickelt hat.Ich hoffe das Bayer weiter paar gute Spiele macht und Toppi in Leverkusen bleibt :super::nervoes:

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"...weil wir keine Drecksäcke sind"

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München - Es dürften quälend lange Stunden gewesen sein für die Führungscrew von Bayer Leverkusen. Hinter verschlossenen Türen tagte unterm Bayer-Kreuz ein ganz besonderes "Bündnis für Arbeit". Einziger Tagesordnungspunkt: die Zukunft von Trainer Klaus Toppmöller. Am Sonntagnachmittag wurde das Ergebnis der Nachtsitzung publik. "Aufgrund der positiven Signale von Mannschaft und Fans und der sportlichen Vergangenheit hat Toppi Kredit und bleibt vorerst im Amt", erklärte Geschäftsführer Reiner Calmund. Der engagierte Auftritt des Vizemeisters beim 1:2 in Bochum hat dem "Trainer des Jahres 2002" also den Arbeitsplatz erhalten - vorerst.

Toppmöller hat noch Kredit

Bayer stemmt sich gegen die ansonsten üblichen Gepflogenheiten - mit aller Macht und Calmund mit seinem ganzen Gewicht. In seiner bekannt volkstümlichen Art hatte "Calli" bereits am Samstagabend eine Fristverlängerung für Toppi angedeutet. "...weil wir keine Drecksäcke sind und sagen, wir holen den nächstbesten Trainer. Diesen Kredit hat er sich verdient", erklärte Calmund im ZDF-Sportstudio. Doch wieviel Kredit hat Toppi noch? Bayer hat mit vier Niederlagen in Folge seinen eigenen Negativrekord eingestellt - das gab es zuletzt vor sieben Jahren unter Trainer Erich Ribbeck.

Toppis Kritik an seinen Vorgesetzten

Die Talfahrt und die damit verbundene Debatte um seinen Arbeitsplatz ist nicht spurlos an Toppmöller vorüber gegangen. Am Sonntag meldete sich der Mann aus Rivenich grippekrank ab. Ehefrau Rosi stellt sich schützend vor ihren Gatten. Ihr platze der Kragen, wenn sie daran denke, "was für ein linkes Spiel mit meinem Mann getrieben wird", so Frau Toppmöller in der Rhein-Neckar-Zeitung. Toppmöller hatte nach der Pleite an alter Wirkungsstätte am Samstagabend fehlende Rückendeckung der Klub-Führung moniert: "Ich hab' die schon in den letzten zwei Wochen ein bisschen vermisst. Wenn es mal nicht so läuft stellt man sich demonstrativ vor den Trainer, aber bei uns hat ja jeder seinen Kommentar dazu abgeben müssen. Das war für mich schon ein bisschen enttäuschend."

Plädoyers für den Trainer

Kritik, die Calmund der allgemeinen nervlichen Anspannung anlastete und wie die Äußerungen von Toppmöllers Frau Rosi nicht so hoch hängen wollte. Seine Festhalten am Trainer spricht dafür. Auch die Mannschaft steht den Bekundungen nach hinter ihrem Übrungsleiter. "Er arbeitet sehr akribisch und macht seine Arbeit hundertprozentig, die Kameradschaft im Team ist in Ordnung", erklärte Kapitän Bernd Schneider. Nur eines von mehreren Plädoyers für den Coach. "Das Zwischenfazit seiner Arbeit ist positiv, an seiner Qualität hat sich nichts geändert", erklärte Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser.

Toppmöller "verwundert nichts mehr"

Doch die Lage bleibt brisant und äußerst angespannt. "Man hat hier so viel Prügel einstecken müssen, auch unfaire Kritik die letzten zwei Wochen, dass einen nichts mehr verwundert", so Toppmöller am Samstag. Calmund räumte indes auch eigene Versäumnisse ein - konkreter wurde er freilich nicht. Er blieb aber auch bei seiner Kritik an Franca und Simak - beide waren Toppmöllers Wunsch-Neuzugänge. Es bleibt also einiges aufzuarbeiten, auch wenn der 209. Auftritt von Klaus Toppmöller als Fußball-Lehrer in der Bundesliga am kommenden Samstag gegen Rostock gesichert ist.

Mark Mittasch

- sport1.at -

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