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Dannyo

Antonshof/Kledering - MSV81

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Nach zwei Spielen Abstinenz meiner Berichte werde ich euch heute wiedermal mit ein paar Anekdoten vom Fussballplatz versorgen... wobei "Fussballplatz" an diesem Wochenende wohl das falsche Wort war - passender wäre wohl "Stadion".

Doch alles von vorne: Etwa 90 Minuten vor Matchbeginn der Reservepartie trafen Tommy Endl und ich uns am Reumannplatz mit Max Graf und Xandl Czihak um gemeinsam zu dem mit Spannung erwarteten Spiel in die Pampa die sich "Schwechat-Umgebung" nennt zu fahren... Auf der Fahrt, die uns durch die verworrensten Gassensysteme Simmerings führte, wurde bereits intensiv über den Platzzustand und das angebliche "Stadion" gesprochen, in dem wir heute spielen sollten.

Als plötzlich am Horizont riesige Flutlichtmasten zum Himmel ragten und Xandl in seiner gewohnt emotionslosen Art erklärte, dass dies unser heutiger Spielort sei, konnten wir Jungen nur über den vermeintlichen Sarkasmus des Routiniers lachen... falsch gelacht !

Nahezu zeitgleich mit Trainer Helmut Mader kamen wir beim Stadion an und schon der Gang durch den Kabinengang hatte es mystisches für unsere 1.Klasse A - Verhältnisse. Helmut erklärte ein paar Kleinigkeiten, wie es hier so zugeht nachdem der SV Schwechat, die Platzherren, das Spielfeld verlassen, wenn sie am Wochenende in der Regionalliga Ost kicken. Schon die kleinen Stories von wegen "Whirlpool-Session" und Schuhputzbediensteten ließen ordentlich aufhorchen. Der erste Schritt aus dem Kabinengang, die erste zögernge Berührung mit dem Stadion von innen, ließ noch mehr begeistern. Sensationeller Rasen, ein riesiges Spielfeld (deutlich größer als z.B. unseres in Oberlaa) und eine Haupttribüne, die ein wenig an die Gugl in Linz erinnert... ich bin einfach nur auf der Laufbahn gestanden und hab geschaut. Geschaut. Und noch weiter geschaut. Wow, wird das geil sein hier zu spielen !?

Nachdem wir uns umgezogen haben gings zum Aufwärmen und ich ging davon aus, dass ich anfangs auf der Bank sitzen werde, zumal letzte Woche 16 Spieler zur Reservemannschaft kamen... dass wir heute nur 10 Mann sein werden war daher eine gewaltige Hiobsbotschaft. Vor dem Spiel konnte ich mich mit dem Gedanken von Anfang an zu spielen nur schwer anfreunden, schließlich spielte ich seit Oktober 2002 nicht mehr vom Start weg. Wie könnte ich bei meinem Konditionsrückstand jemals Sprints oder ähnliches auf diesem riesigen Feld machen ? Ein mulmiges Gefühl war es schon... aber der Verlauf des Spiels machte einfach nur heiß auf mehr... die Kameradschaft, der Zusammenhalt unseres Teams, das als Aussenseiter ins Spiel ging und nicht zuletzt starke Leistungen jedes einzelnen Spielers, der an diesem Tag die blau-weißen Farben trug.

Es kam wie der tolle rothaarige Leeds-Verteidiger Billy Bremner schon vor vielen Jahren, seinerzeit, sagte: "Side before self. Every time."

Die Reserve spielte mit folgender Aufstellung, wohlgemerkt mit 10 MANN:

Ullrich

Haas

Graf - Endl

Njagojevic - I.Atabay - Radic - Mandl

Dragan Mihajlovic - Drasko Mihajlovic

Das harte Duell 11 gegen 10 war gerade im Begriff zu beginnen, da geschah es plötzlich... im Kabinengang tauchte ein elfter Mann in Blau-Weiß auf... wallende blonde Locken... ein Adoniskörper den jede Frau gerne einreiben würde... ich wagte es kaum auszusprechen, also dachte ich es: "Jessas, des is jo da Emminger".

Unser Obmann Horst Emminger, in Fußballerkreisen auch "der Allmächtige" genannt, spielte eine Art Freigeist auf der linken (also auf meiner) Mittelfeldseite.

Das Spiel konnte beginnen !

Von der ersten Minute weg kam es mit ein oder zwei Ausnahmen zu keiner einzigen mannschaftsinternen Streitigkeit. Jeder motivierte jeden, so zum Beispiel ich den am Knie lädierten Tommy Endl, als dieser kurz vor Ende der ersten Halbzeit schon ans Aufgeben dachte.

Es sollte uns auch eine Menge Glück auf unserem Weg zu drei Punkten begleiten: Schon in der Anfangsphase versprang sich der Ball unglücklich in unserem Strafraum und Christian Haas' Hand kontaktierte mit dem Leder... nicht jeder Schiri pfeift einen derartigen Elfer, nicht jeder pfeift ihn nicht - dieser pfiff ihn zum Glück nicht.

Während wir in der ersten Halbzeit nur zu zwei Chancen von Robert Radic und Dragan Mihajlovic kamen, stürmte Antonshof munter weiter und hatte das 1:0 am Fuß: Ein Mittelfeldspieler donnerte den Ball volley nach etwa 30 Minuten an die Latte, wobei Keeper marco Ullrich bereits geschlagen war ! Eine 1000%ige vergebene Chance, die sich rächen sollte...

Zur Pause stand es also 0:0 und man motivierte sich weiterhin gegenseitig. Jeder war davon überzeugt den Favoriten aus Kledering bezwingen zu können.

Und wir alle kämpften weiter: Obmann Horst Emminger raffte sich nach einem unangenehmen Schlag auf den Kopf wieder auf. Thomas Endl spielte nach einer kleinen Eisspray-Behandlung weiter und lieferte eine tolle Leistung gegen einen eigentlichen "Erste"-Stürmer der Klederinger. Voller Einsatz war auch bei Max Graf zu sehen: Er mähte seinen Gegenspieler von hinten um und sah dafür zurecht Gelb. Respekt hat er sich allemal geschafft.

Ich fühlte mich während des Spiels gut, stimmte mich gut mit Tommy ab, ging besser in die Zweikämpfe als zuletzt, verschaffte mir Respekt bei meinen Gegenspielern. Und krönen hätte ich es auch können: Nach 55 Minuten befolgte ich einmal mehr die taktischen Order unseres Kapitäns Christian Haas und machte bei einem Eckball für uns den Raum zu. Nach einer missglückten Kopfballabwehr der Klederinger sprang mir er Ball vor die Füße: Ich richtete mir die Kugel etwa 23 Meter vor dem gegnerischen Tor mit dem linken Fuß her und zog mit rechts halbvolley ab. Der Ball war nicht scharf, doch er war ziemlich platziert und senkte sich sehr gefährlich vor dem gegnerischen Tor. Der Keeper konnte den Ball gerade noch über die Latte drehen und das 0:0 halten. Für mich war der Schuss ein weiterer Motivationsschub, für das Team ein Weckruf.

Es dauerte danach nämlich keine zehn Minuten länger, bis wir in Führung gingen: Nenad Njagojevic köpfte einen der zahlreichen Radic-Eckbälle Boden auf ins Tor - das 1:0 war gefallen, eine riesige Erlösung !

Die Mihajlovic-Brüder hätten den Sack drei mal zumachen können, scheiterten aber jeweils knapp. Ein reguläres Tor wurde uns aberkannt, weil der Schiedsrichter der Meinung war, dass Drasko Mihajlovics Schuss nicht die Linie überschritt - eine klare Fehlentscheidung.

Antonshof war bei Kontern gefährlich und eine viertel Stunde vor Schluss sollte es auch ein Konter sein, der uns zurückwarf: Das 1:1 war ein großer Schreck für das ganze Team, doch wir gaben nicht auf und kämpften weiter.

Und es lohnte sich ! Nach Vorarbeit von mir und später Radic konnte Dragan Mihajlovic zwar noch nicht treffen, doch eine Koproduktion von Emminger und Radic fixierte das 2:1, zwei Minuten vor Schluss.

Ich und viele andere hätten Robert erwürgt, wenn ihm dieses Tor nicht gelungen wäre, aber der Mittelfeld-Routinier, dem man den Spaß am Kicken Match für Match aufs Neue ansieht, hat sein Vorhaben beinhart durchgezogen: Zwei Minuten vor Schluss, beim Stand von 1:1, tauchte er alleine vor dem gegnerischen Tor auf... er konnte sich die Ecke aussuchen - links - rechts - durch die Beine des Keepers - Keeper ausspielen... alles fad - Robert SCHUPFTE den Ball gaaanz langsam und locker über den herauseilenden (aber noch immer stehenden) Keeper und schoss uns damit zum Sieg.

In der Schlussphase hätte ein Klederinger noch ausgeschlossen werden müssen: Ohne Ball sprang er mir aufs Schienbein und machte sich dann recht schnell aus dem Staub. Mir wars wurscht, gewonnen haben wir so oder so !

Es war eine geile Partie, nach der man sich das Joker-Dasein abgewöhnen kann. Ich - und ich denke auch der Rest der Mannschaft - sind jetzt sehr geil aufs Bezirksderby gegen den MAC und wenn wir uns nochmal so reinhauen wie gegen Antonshof/Kledering habe ich keine Angst davor, dass das Spiel nicht zu unseren Gunsten enden wird.

Vereinsinterne Reserve-Torschützenliste

9 Tore: Robert Radic

8 Tore: Stefan Wallner

5 Tore: Christian Haas

4 Tore: Gradimir Barbulovic, Dragan Mihajlovic

3 Tore: Mario Pavlovic, Drasko Mihajlovic, Ibo Atabay

2 Tore: Daniel Lukic

1 Tor: Alexander Walenta, Dragan Miletic, Max Graf, Saddidin Mercan, Hakan Caliscan, Sahin Tosun, Marijan Martincic, Daniel Mandl, Thomas Endl, Johann Krammer, Nenad Njagojevic, Yussuf Yavuz.

Und während die Reserve in der Kabine ihren Kampfsieg feierte, erging es ihren Kollegen von der Kampfmannschaft im Schwechater Stadion etwas schlechter, denn während unserer Jubelchöre kassierten sie bereits das 0:1. Da ich es nicht sah, kann ich zu dem Tor keine Stellung nehmen, aber es schmiss der Elf von Helmut Mader doch einiges über den Haufen...

Die "Erste" spielte folgendermaßen:

Heerstrass

Akan

S.Atabay - Walenta

Czihak

Mercan - Kasparovsky - Tosun - Yavuz

Matula - Wallner

Nach dem Gegentreffer zum 0:1 erfing sich MSV81, spielte zweitweise sehr guten Fussball, ließ den Ball in der Mannschaft laufen und machte nur wenige Abspielfehler. In der Abwehr fiel der zuletzt bekannte Kampfgeist auch auf - gemeinsam mit Tommy Endl bemerkte ich beim Zusehen nicht besonders gerne der Gegenspieler von Alexander Walenta sein zu wollen...

Doch das Pech, das sich in den letzten Wochen wie ein roter Faden durch unsere Spiele zog, verschonte uns auch an diesem Tag nicht... eine wunderschöne Kombination über Kasparovsky und Matula, vergeigte Wallner: Er kam knapp hinter dem Fünfmeterraum frei zum Schuss, doch setzte den Ball über die Latte. Der Ärger war ihm anzumerken, aber wie schon so oft zuvor im Frühjahr, gab er niemals auf und kämpfte weiter - bis zur 35.Minute... Nach einem Kopfballduell kam er sehr ungünstig auf und verletzte sich dabei vermutlich die Bänder im Knöchel. Er musste sofort ausgewechselt werden und man suchte lang und verzweifelt nach einem Mannschaftskollegen, dem er sein Auto anvertrauen könnte, da er selbst (zumindst mit dem Fuß) die Kupplung nicht betätigen könnte... :D

Die erste Halbzeit hätte ruhig länger dauern können... unter anderem hatte man bei einer Matula-Chance, bei der er eindeutig zu lang verzögerte anstatt sofort abzuziehen, Pech. Hätte diese erste Halbzeit in deren Schlussphase man die Klederinger an die Wand spielte länger gedauert, hätte man mit dem einen oder anderen Tor des MSV rechnen können... doch was soll man sich schon erwarten, bei dem negativen Lauf, wie wir ihn momentan haben...!?

In der zweiten Halbzeit plätscherte das Spiel zeitweise dahin. Die bessere Mannschaft war zwar weiterhin der MSV81 aber nicht oft wurden zwingende Torchancen herausgespielt. So versuchte man seine Probleme etwas rustikaler zu lösen: Zwei Weitschüsse von Serkan Yavuz und Metin Akan (der auch diesmal wieder sehr offensiv spielte) verfehlten nur knapp ihr Ziel. Zwei weitere von Yavuz hingegen strichen deutlicher am Tor vorbei.

Die Feldüberlegenheit wurde aber einmal mehr nicht umgesetzt und so kam es wie es kommen musste... mit dem ersten Angriff nach längerer Zeit machte Antonshof/Kledering den Sack zu: Nach einem Konter überspielte ein Angreifer Torhüter Alexander Heerstrass und schoss nach einigem Zögern aufs Tor. Verteidiger Sahin Atabay stellte sich als letzte Instanz auf die Linie und wehrte den scharf geschossenen Ball mit dem Gesicht ab. Unglücklicherweise, symptomatisch für unsere derzeitige Situation, sprang ihm der Ball aber auf die Hand weiter - klare Folge: Elfmeter für Antonshof/Kledering in der 78.Minute und rote Karte für Sahin Atabay wegen Torraubs.

Der Elfmeter wurde locker und sicher verwandelt - 2:0.

In der Schlussphase bedachte man sich bei MSV auf Schadensbegrenzung... zwei weitere Konter der Klederinger wurden erfolgreich abgewehrt, doch ein darauffolgender sollte der Todesstoß für die Margaretner sein.

Ein Duell zwei (MSV) gegen drei (Kledering) endete mit dem 3:0, dem späteren Endstand: Der Kledering-Stürmer schob den Ball an Keeper Heerstrass vorbei. Heerstrass rechnete mit einem Schuss aufs lange Eck - der Stürmer suchte sich jedoch das Kurze aus...

In der letzten Spielminute kam Max Graf schließlich zu seinem zweiten Meisterschaftseinsatz in der Kampfmannschaft: der 18jährige ersetzte Martin Matula im Angriff, sprintete einmal und dann pfiff der Referee ab...

Wie schon zweimal zuvor wurde der MSV81 wieder klar unter seinem Wert geschlagen. Als bessere Mannschaft ging man einmal mehr total unglücklich unter und muss sich momentan mit Platz sechs begnügen. In den letzten drei Spielen gelang dem MSV81 nur ein einziger Treffer (beim 1:7 gegen White Star durch Stefan Wallner), außerdem wurde ein Elfmeter verschossen und man kassierte insgesamt 11 Gegentreffer in den letzten drei Spielen (zwei davon in den ersten fünf Minuten, vier in den letzten fünfzehn).

Vereinsinterne Torschützenliste der Kampfmannschaft

14 Tore: Dragan Mihajlovic

12 Tore: Martin Matula

4 Tore: Michael Vasic, Rene Kasparovsky

2 Tore: Stefan Wallner

1 Tor: Robert Radic, Serkan Yavuz, Dragan Miletic, Sahin Atabay.

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