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Mike_83

Interessanter Artikel im "Standard"

21 Beiträge in diesem Thema

Der Kaiser, der traut sich was

Red Bull Salzburg geht stur seinen Weg, dabei bleibt einiges auf der Strecke, zum Beispiel die Austria Salzburg - ein Kommentar ...

"Es ist egal ob man in lila, blau, grün, gelb oder was auch immer spielt, das einzig Wichtige ist, dass die Mannschaft erfolgreich spielt." So kam es aus des Kaisers Mund. Vielleicht sollte man Franz Beckenbauer dazu noch mal genauer befragen. Nicht zwischen Lachscarpaccio und Trüffelrisotto in Wals-Siezenheim sondern vor einer vollbesetzten Fan-Tribüne der Königsblauen von Schalke, der Reds von Liverpool oder der Rossoneri des AC Milan. Die Worte würden wahrscheinlich weniger flüssig von der Lippe rutschen als in Österreich.

Nicht vergleichbar

Dabei geht es längst nicht mehr nur um die Farben, der Verein Austria Salzburg existiert nicht mehr. Red Bull Salzburg klammert im Rahmen seiner Webpräsenz die durchaus präsentable Erfolgsgeschichte des Vorgänger-Klubs aus. Als 'Letzter Verein' von Thomas Winklhofer wird 'SV Wüstenrot Salzburg' angegeben... Jeder Vergleich mit vergangenen Namensänderungen ist in Anbetracht dessen unzulänglich, die Existenz der 1933 gegründeten Austria stand bisher niemals in Frage.

Diesmal ist alles anders: Red Bull Salzburg könnte genauso gut ein Lokalrivale der Violetten sein. Für die Fans der Austria - die nun mal Fans der Violetten sind und nicht Fans des Fußballs in Salzburg - hat es wenig Sinn den neuen Verein zu unterstützen. Das könnte Red Bull zum Nachteil werden, bis zur Formierung einer neuen, aktiven Fan-Szene werden wohl ein paar Saisonen gespielt sein, bis dahin heißt es womöglich: keine Choreographien, keine Schlachtgesänge und kaum Fans bei den Auswärtsspielen - gerade dort verleihen die Anhänger der Mannschaft zusätzliche Kräfte, siehe Meister Rapid.

Vergessen wurde zudem: Auch jene Fans, die in erster Linie des schönen Fußballs wegen ins Stadion pilgern, erfreuen sich am Spektakel der mit viel Aufwand betriebenen Choreographien. Aufwand und Arbeitszeit, die von den Fans freilich unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden - ein Kapital, das Red Bull undankend abgelehnt hat. Damit wurden die treuesten Fans vergrault, wenn auch mit Plasma-Bildschirmen und Graffitis eine Menge anderer Fußball-Zuschauer angezogen.

Am Rande des Erlaubten

Bei der Unterstützung durch die Fans geht es aber auch um Qualität, selbst 18.500 Zuschauer können die durch den harten Kern erzeugte Stimmung kaum ersetzen. Das wird sich bei der nächsten Niederlage bemerkbar machen, das Klirren der Prosecco-Flöten aus dem VIP-Bereich wird dann nur noch mit der Musik aus der neuen Sound-Anlage konkurrieren.

Bei der Verbeachvolleyballisierung des Fußballs wird man zudem aufpassen müssen, den legalen Rahmen nicht zu durchbrechen: Die Live-Moderation musste am Mittwoch von Schiedsrichter Plautz gestoppt werden, sie ist untersagt. Weiters wurde das Spiel per Vidi-Wall simultan im Stadion übertragen, das geht laut Bundesliga nach Anfrage von derStandard.at in Ordnung. Ein genauer Blick auf die Durchführungs-Bestimmungen der Liga verrät aber: „Simultanübertragungen auf Großbildschirmen innerhalb und außerhalb des Stadions sind untersagt.“ Ist eigentlich deutlich. Und steht für jeden frei zum Download.

Dass kritische Plakate im Sektor der Mattersburg-Fans auf Befehl von Oben entfernt wurden, überrascht eigentlich nicht mehr, die Aufmachung der Animateure und –teusen schon: Weiße Kleidung mit rotem Gürtel und Halstuch, inspiriert vom Feste des San Fermin in Pamplona. Dort werden die Bullen durch die Straßen in die Arena getrieben, des Abends finden die Stierkämpfe statt. Und dort sind die Bullen immer die Verlierer.

http://derstandard.at

bearbeitet von Mike_83

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Eigentlich ein Wunder, dass sich eine Zeitung traut, derart klare Worte gegen Red Bull zu finden ... :love:

Also beim Standard wundert mich das ehrlich gesagt weniger. :ratlos: Die schreiben eben was sie denken und nicht das, was sie denken sollen. Immer.

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Also beim Standard wundert mich das ehrlich gesagt weniger. :ratlos: Die schreiben eben was sie denken und nicht das, was sie denken sollen. Immer.

War bisher eigentlich kaum ein Standard-Leser ... das wird sich in Zukunft wohl ändern ... :shy:

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Auch in den OON gestern und in der OÖ-Krone von heute gab es negative Artikel gegenüber RB Salzburg. Im Endeffekt werden sowieso nur die SN daran gebunden sein, nie etwas negatives über diese Kommerztruppe schreiben zu dürfen.

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:super:

super artikel. hätte mir nicht gedacht sowetwas mal in der zeitung zu lesen, aber so kann man sich täuschen...

sind halt doch nicht alle medien gekauft

bearbeitet von d'OH

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Auch in den OON gestern und in der OÖ-Krone von heute gab es negative Artikel gegenüber RB Salzburg. Im Endeffekt werden sowieso nur die SN daran gebunden sein, nie etwas negatives über diese Kommerztruppe schreiben zu dürfen.

würd ich auch ned unbedingt sagen... schließlich wurde von denen das heimspiel auch als dauerwerbesendung bezeichnet... so is es also auch ned ;)

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Ein ausgezeichneter Artiekl, der aber leider nicht das gewünschte Echo hervorrufen wird. Respekt an den Verfasser, er hat den Nagel auf den Kopf getroffen, besser hätte man es nicht ausdrücken können.

Die Verantwortlichen der Salzburger sprachen von einer "unglaublichen Atmosphäre". Dem muss ich zu stimmen, die Atmo war unglaublich schlecht, niemand hat supported, es war total ruhig im ganzen Stadion, total peinlich für eine frühere Fan-Hochburg. Aber DM scheint dies kalt zu lassen, leider.

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Wikus stellt in der heutigen Gratiskrone übrigens die Frage, ob es in Salzburg nicht Tradition ist, dass man "zu Kompromissen und Zusammenarbeit bereit und fähig war"... :nervoes: Er bezieht sich dabei auf die Gründung der Austria Salzburg, die 1933 offenbar aus "Hertha" und "Rapid Salzburg" entstand.

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Im Endeffekt werden sowieso nur die SN daran gebunden sein, nie etwas negatives über diese Kommerztruppe schreiben zu dürfen.

Auch beim KURIER hab ich bis jetzt noch nicht einmal die leiseste Kritik an Red Bull Salzburg gelesen.

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Magna stat Magna Carta

Ein Fußballverein steht für Menschen. Nie für das Produkt eines Konzern.

Allzu oft passiert es ja nicht dass ich mich mit Fans solidarisiere, weil sie ja ein Kürzel für Fanatiker sind, und Fanatismus richtet mehr Schaden als Nutzen an. Wenn sich Anhänger aber nicht kritiklos anhängen lassen, wenn sie sich nicht einfach irgendwo abhängen und anderswo wieder anhängen lassen, wenn sie auf die Herkunft und Tradition beharren, die sich in elementaren Dingen wie Namen oder Farben widerspiegelt, wenn sie also - wie jetzt in Salzburg - der Geschichtslosigkeit der Schwuppdiwuppmilliardäre widersetzen und dem Großkapital zum Trotz wie ihre Väter Austria heißen und violett tragen wollen, dann haben diese Fans meine Sympathie.

Weil Fußball der Baukasten der Wirklichkeit ist und das öffentliche, das Gesellschaftliche Leben schematisch darstellt, komplizierte Vorgänge und Zusammenhänge sehr vereinfacht und plastisch auf die Stadion-Bühne bringt, sollten neben den 22 uniformierten Litfass-Typen, den Trainern und Schiedsrichtern unbedingt auch noch ein paar Herren in Zivil mit fetten Brieftaschen auf den Rasen kommen und - mitten im Spiel - dem einen oder anderen Akteur mit Geldnotenbündeln Luft zufächern, sodass alle auf den Tribünen sehen können, wie sich der Spieler vor den Augen der Fans und Herzblütler sein Leiberl vom Leib reißt, das Trikot des Gegners anzieht und ohne die geringsten Skrupel augenblicklich in die andere Richtung stürmt.

Etliche Sportjournalisten haben die Salzburger Fans darauf hingewiesen, wo ihre Lieblinge, ihre Super-Salzburger ohne die Millionen ihres neuen Besitzers jetzt wären: In der 2.Liga! Ich aber sage: Na und? In der 2.Liga gibt es alles, was es in der 1.Liga gibt: Tribünen, Spieler, Spiele, Siege, Niederlagen, Hoffnungen und Ängste. Man kann eine Mannschaft auch in der 2.Liga unterstützen, sofern sie unter ihrem richtigen Namen spielt und die Spieler Dressen in den richtigen Farben tragen. Ein Fußballverein steht für einen Ort, für die Menschen, die dort leben, gelebt haben, leben werden - nie für Einzelne und nie für das Produkt irgendeines Konzerns.

Heute gilt die Regel: Wer das Gold hat, macht die Regel. Aufgestellt hat sie einer, der das Gold hat. Jetzt halten sich alle daran. Denen, die das Gold nicht haben, bleibt auch nichts anderes übrig. Zivilisatorisch betrachtet bedeutet der Satz einen Rückfall in die dunkle Zeit vor Magna Carta. Magna setzt sich über die Magna Carta hinweg! Auch wenn der Satz, dass der Goldbesitzer die Regel macht, mittlerweile in allen Lebensbereichen Realität ist, muss man am Stehplatz zum Megafon greifen und deutlich auf den Rasen hinunterbrüllen, dass dieser Satz unmoralsich & ekelhaft ist. Und eines Tages in den Geschichtsbüchern als abschreckendes Beispiel für unsere Gegenwart verwendet wird.

Die Presse :)

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Wenn wir gerade bei Presseartikel sind

Die Tradition

Bei der Heimpremiere gegen Mattersburgwurden auf den Tribünen des Stadions Brillen verteilt. Und da die Aktion blendend ankam, sollen sie nächste Woche gegen Rapid an alle Fans ausgegeben werden.

Nicht irgendwelche Brillen. Violette. Ein kleines Zeichen im Farbenstreit; ein Friedensangebot?

Wie irgendiwe ja auch die heutioge Schlachtenbummler-Fahrt nach Ried: die mitreisenden Fans werden vom Klub finanziell punktuell unterstützt. Alle - auch jene, die gegen die neue Führung sin.

Wenn sie im Lexikon unter "Violett" nachschlagen, finden sie übrigens die Definition: "...bezeichnet eine Sekundärfarbe, die sich aus der Mischung von Blau und Rot ergibt.." Und gerade Salzburg hat schon Revolutionäres erlebt als die jetzige Trennung in die Primärfarben. Das "Ur-Violett" zum Beispiel hatte einen kräftigen Schuss Grün: Einer der beiden Vereine, aus dem die Austria am 13. September 1933 entstand, hieß...Rapid Salzburg.

Und selbst die Wandlung von Rapid zu Austria verblasst vor etwas anderem, das bei der Geburt diese Klubs geschah: Das neue Salzburger Kindl entstand nämlich aus der "Ehe" eines erzroten Arbeitervereins mit einem zutiefst bürgerlichen, der "Hertha". Bereits in der Zeit der Dollfuß-Diktatur; am Vorabend des Bürgerkriegs, der im Februar 1934 den Rest Österreichs zerriss.

Ich halte ziemlich viel von Tradition. Aber ist nicht im Fall Salzburg die eigentlich bewahrens- und nachahmungswürdigste, dassw man zu Kompromissen und Zusammenarbeit bereit und fähig war?

Quelle: Christoph Wilkus in der Kronenzeitung vom 24. Juli 2005

aus dem http://www.redbullsalzburg-board.com forum kopiert.

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