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Funkmaster

Klaus Salmutter im Interview

6 Beiträge in diesem Thema

'Ich bin im Kopf gefestigt. Ich weiß mittlerweile, worum es geht'

Wien - "Ich weiß ja, dass ich ein guter Kicker bin. Das haut mich jetzt auch nicht mehr um!"

Von wem könnte eine solche Aussage stammen? Richtig: Von einem Super-Talent, das keine leichte Zeit hinter sich hat.

Getätigt wurde sie von Klaus Salmutter im Gespräch mit Sport1.

2003 nach EM-Bronze mit dem U19-Team des ÖFB zum größten Talents des Landes hochgejubelt, ist es um den mittlerweile 21-Jährigen im Jahre 2005 sehr still geworden.

Eine langwierige Verletzung stellt den Tiefpunkt einer - auch selbstverschuldeten - Leidenszeit dar. Für das aktuelle Timeout kann der Youngster in Diensten des SK Sturm Graz jedoch herzlich wenig dafür.

"Ein halbes Jahr verschissen"

Am 21. April wurde er am Syndesmoseband operiert, das Band zusammengenäht und mit zwei Stellschrauben befestigt.

Letzten Mittwoch wurden die Schrauben entfernt, kommenden Montag folgen die Nähte. Dann kann Salmutter mit dem Lauftraining loslegen, zurzeit steht tägliche Therapie auf dem Programm. In drei bis vier Wochen will er wieder ins Mannschaftstraining einsteigen.

"Wegen der Verletzung habe ich - auf Deutsch gesagt - das ganze halbe Jahr verschissen", beklagt Salmutter.

Das wäre vermeidbar gewesen, brach das Unheil doch schon im Februar im Trainingslager auf Kish Island über ihn herein. Statt auf eine OP setzten die behandelnden Spezialisten jedoch sechs Wochen lang auf eine konservative Therapie. Zwecklos.

Zeit zum Nachdenken über vorherige Fehler

Dieser körperliche Breakdown reihte sich nahtlos an sein ein wenig "patscherte Fußballer-Leben", quasi die Leiden des jungen Klaus S.:

Der Durchbruch zum Stammspieler bei Sturm blieb ihm bisher verwehrt. Gefrustet vom Reservisten-Dasein leistete er sich im Dezember letzten Jahres alkoholisiert einen Aussetzer, demolierte mit zwei Freunden zwei parkende Autos und fand sich vor Gericht wieder.

Schnee von gestern wenn es nach dem geläuterten Salmutter geht. Seinen Ruf als "Bruder Leichtfuß" will er so schnell wie möglich ablegen.

Während der Verletzungspause kehrte Demut ein: "Wenn du zwei Monate flach liegst, sechs Wochen nicht aufstehen darfst und nur mit Gips unterwegs bist, dann fängst du zum Nachdenken an."

"Während Verletzung mehr gelernt als in Zeit, wo ich Stammspieler war"

Es habe alles seinen Grund gehabt, "es waren alles Zeichen, dass ich etwas verändern muss an mir. Das habe ich auch getan."

Ein großes Versprechen neben der Erkenntnis: "Während der Verletzung habe ich meiner Meinung nach mehr gelernt als in der Zeit, wo ich Stammspieler war."

Denn wenn man unten sei, würde man erst richtig sehen, wer die wahren Freunde sind, "wer dich trotzdem anruft, auch wenn du nicht mehr in der Zeitung stehst."

Ein privater Lernprozess, der nun auch auf dem Platz vollzogen werden soll. Am 31. Oktober 2004 bei der 0:2-Niederlage beim späteren Meister Rapid trat Salmutter das letzte Mal auf der Bundesliga-Bühne in Erscheinung (bisher 29 Spiele/1 Tor).

"Werde sicher meine Einsätze bekommen"

Irgendwann heuer soll es mit dem Comeback klappen. "Das ganze Jahr verliere ich sicher nicht", verspricht er, "im Herbst werde ich wieder fit sein und meine Spiele machen." Zumindest bei den Amateuren.

In der Kampfmannschaft stünden die Vorraussetzungen nicht schlecht. Auch wenn Salmuter kein klassischer Stürmer ist, lieber hängend agiert: Viel mehr als die Youngsters Rabihou und Rottensteiner bzw. einen noch zu verpflichtenden Angreifer hat Sturm an vorderster Front nicht zu bieten.

"Wenn ich wieder fit bin und mein Potenzial abrufen kann, werde ich sicher meine Einsätze bekommen. Davon bin ich überzeugt. Im Kopf bin ich gefestigt. Ich weiß mittlerweile, worum es geht", meint Salmutter (Vertrag bis 2008), der ansonsten nicht unbedingt als Prophet seiner eigenen Zukunft agieren möchte.

Vorerst sei nur die Gesundheit wichtig, der Rest relativ uninteressant.

EM-Bronze-Hype kein zu großer Druck

Genauso uninteressant wie mit zwei Jahren Abstand der Hype um die eingangs erwähnte Bronze-Elf des Sommers 2003. Salmutter verwehrt sich dagegen, dass der daraus resultierende Druck ein Problem gewesen sei.

"Wir haben dort ja einen guten Erfolg gehabt. Das gab's in Österreich vorher nicht, also war es klar, dass die Medien viel drüber schreiben und die Spieler hochgejubelt werden."

Lobeshymne auf Jürgen Säumel

Zu den Hochgejubelten gehörte auch Salmutters bester Freund. Dieser heißt Jürgen Säumel und ist mittlerweile Kapitän des SK Sturm.

"Ich freue mich, dass er Kapitän geworden ist", setzt Salmutter zu einer wahren Lobeshymne an, "man kann von ihm sehr viel lernen. Er verhält sich sehr professionell, sagt nicht viel, aber wenn er etwas sagt, dann hat es Hand und Fuß."

Worte, die man vielleicht irgendwann auch im Zusammenhang mit dem "guten Kicker" Klaus Salmutter hört, wenn er sein Fazit in die Tat umsetzt: "Ich bin menschlich sicher gewachsen, das traue ich mich schon zu sagen."

sport1.at

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Die Wandlung des Ballgenies

Fit im Kopf.

Das Licht am Ende des Tunnels strahlt schon ganz hell. Dreieinhalb Monate, nachdem das gerissene Syndesmoseband wieder zusammengeflickt wurde, meldet sich Klaus Salmutter zurück. 6 Wochen war der Fuß in Gips, humpelte der 21-Jährige mit Krücken durch die Gegend. Ende Juni wurden unter Vollnarkose die beiden Schrauben aus dem Fuß entfernt – die hat er als Glücksbringer jetzt immer dabei! Doch nicht nur körperlich ist das Supertalent von Sturm wieder fit. Vor allem mental scheint das launige Ballgenie geläutert. "Ich geh jetzt mit Freude zum Training, gehe alles viel gelassener an und bin einfach froh, dass ich meinen Traumjob endlich wieder ausüben kann", wirkt Salmutter sichtlich erleichtert.

Die Pechserie.

Letztes Jahr schaffte es Salmutter nur einmal in die Schlagzeilen – als ihm das Gericht in Graz eine saftige Geldstrafe aufbrummte, weil er im Frust und nicht mehr ganz nüchtern zwei Autos demoliert hatte. "Eine dumme Aktion, es hatte sich zu viel in mir aufgestaut. Zum Glück ist das Ganze ohne Vorstrafe für mich ausgegangen. Aber das interessiert mich alles nicht mehr, ich will nur noch kicken und mich wohl fühlen." Seit er im Sommer 2002 von Schalke heimkehrte, klebte das Pech an Salmutters Fersen. Erst setzte ihn ein Bandscheibenvorfall im U-19-Nationalteam außer Gefecht, dann gab's Wickel mit dem eigenwilligen Ex-Sturm-Coach Gilbert Gress, und schließlich ließ ihn auch Mischa Petrovic auf der Bank dunsten. Schwer zu verstehen für einen, der vor zwei Jahren bei der U-19-EM in Liechtenstein als mit Abstand Bester der bronzenen österreichischen Boygroup zum neuen Vastic hochgejubelt wurde.

sportwoche

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