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Eine Dienstleistung namens Religion

12 Beiträge in diesem Thema

Eine Dienstleistung namens Religion

Andi Marek vermarktet Rapid an die eigenen Fans - Dem Verein tut das gut, manche Fans aber sehen die Authentizität des Vereins gefährdet

Wien - "Es war ein Superjahr." Andi Marek sitzt in seinem Büro unter dem Fanshop im Hanappi-Stadion und macht das, was er am besten kann. Er baut Vertrauen auf und Verständnis. Wenn er den Stadionsprecher spielt, ist diese Fähigkeit, auf den unterschiedlichsten Wellenlängen gleichzeitig zu surfen, unschätzbar. Marek kann eine am Rathausplatz meisterfeiernde und bierbecherleertrinkende Masse in den Freudentaumel treiben und aus einer brodelnden Masse den Stecker ziehen, der sie mit der Gewalt verbindet. Jetzt erklärt er, warum die Ausschreitungen nach der Rathausplatzfeier, die zwölf Polizisten verletzt zurückließen, "ärgerlich und unnötig" waren.

Der erste Meistertitel seit 1996 wurde von 15.000 Fans bejubelt, die Leiberln gingen weg wie das kalte Bier, Rapids Umsatz erhöhte sich, indem die Fanbindung vertieft wurde. Marek: "Dort war niemand, der Böses wollte. Um halb elf war alles friedlich. Um dreiviertel elf sind die Stehtische geflogen. Und am nächsten Tag reden alle nur von der Schlägerei." Am Ende einer Saison, in der die Rapid statt 50.000 Euro wie im Jahr zuvor nur noch 3500 Euro Strafe an die Liga zahlte. Die Westtribüne ist ausverkauft, mit 800 Namen auf der Warteliste. Die Abos stiegen auf mehr als 6500.

"Die Rapid-Fankultur muss erhalten bleiben." Eines der Probleme von Rapid, aber auch der Austria und anderen Vereinen an der Schwelle vom Verein zum Abenteuerspielplatz aus dem Dienstleistungskatalog ist, dass Fans, die auf ihre Anonymität Wert legen, Rapids Leben à la "prewashed Jeans" mit sozusagen industriell gefertigten Rissen und dem Grind aus der Auslage nicht akzeptieren. "Es waren Mareks Leute am Rathausplatz. Die bösen Buben halten sich von solchen geglätteten Feiern fern. Das einzig Wahre war die Feier am Stephansplatz. Rathausplatz war MTV." Auch der neue Märchenschlossverein Red Bull Salzburg wird vielleicht noch Auseinandersetzungen mit Anwärtern, die man nicht in Dosen ziehen kann, aushalten müssen.

Aber was kann Marek, der sich einiges auf seine Fan-Service-Stelle zugute hält, anderes tun, als die Aufgeregtheit möglichst hoch und doch in Grenzen zu halten? Marek: "Wir sprechen von einem Jahr, da 3000 Anhänger zu Auswärtsspielen mitgefahren sind. Schaffner in der Bahn sagen mir, dass die Hardrockfans von Bon Jovi echte Zerstörungen anrichten und nicht die Rapidfans." (Vielleicht ist ja bei Bon Jovi nicht der Hard Rock das Problem, sondern Bon Jovi, aber das ist eine andere Geschichte.)

Marek sagt, er besuche "40, 50 Fanklubs im Jahr, schön langsam glaube ich, ich brauch eine psychologische Ausbildung." Der Dialog trage Früchte, sagt er. Vor rund 13 Jahren hat er bei Rapid angefangen, und der Verein hatte kein Bewusstsein, dass man mit den Leuten, die regelmäßig zahlen und zuschauen, auch kommunizieren könne. Mittlerweile kennt Marek die meisten persönlich. Am Rathausplatz stellte er sich zwischen die Fronten. Nachher bedankten sich die Rabauken und die Polizisten bei ihm. "Wir haben null Wickel daheim. Der Zwischenfall am Mondsee, das waren nicht Rapidfans. In Graz war's einmal haarig." Zweitausend Rapidfans wurden nach Spielschluss im Stadion gehalten und schließlich, genervt und ungeduldig, in einer hohlen Gasse zwischen den Polizei-Turtles mit der Plastik-Armierung aus dem Stadion geführt.

Marek kann keinen Zusammenhang erkennen zwischen steigender Jugendarbeitslosigkeit, zunehmender Armut und eskalierender Gewaltbereitschaft, die in den Nachbarländern Italien, Deutschland oder auch Polen zu Brutalität um die Stadien führt. Die Polizei mit ihrer Fanbetreuungseinheit wird freilich die Schlacht vom Rathausplatz zum Anlass für eine gröbere interne Revision der Einsatzplanung und Attitüde nehmen.

Marek: "Ich lasse es nicht zu, dass alle in einen Topf geworfen und etwas hineininterpretiert wird." Dann kommt er auf den Punkt: "Das Problem ist doch immer nur die Masse." Die Rapid lebt von der aufgeregten Masse, nicht vom treuherzigen Einzelnen. Sie will als Religion hingebungsvolle, ja besessene Gläubige, aber im Stadion brave Zuschauer. Und nicht immer zeigen alle Kunden das Gesicht, das gerade erwünscht ist.

Aus dem Standard von morgen. www.derstandard.at

bearbeitet von revolucion

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Also alles in Allem ist das so ziemlich der größte Schwachsinn, den ich seit langem lesen musste!

Der Schreiberling versucht krampfhaft, Psychologie, Pseudo-Wissen und seine Fussballkenntnis in einen Artikel zu pressen, was rauskommt ist meines Erachtens aber ziemlich lachhaft!

Und nicht immer zeigen alle Kunden das Gesicht, das gerade erwünscht ist.

:aaarrrggghhh:

bearbeitet von Starostyak

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Marek kann keinen Zusammenhang erkennen zwischen steigender Jugendarbeitslosigkeit, zunehmender Armut und eskalierender Gewaltbereitschaft, die in den Nachbarländern Italien, Deutschland oder auch Polen zu Brutalität um die Stadien führt. Die Polizei mit ihrer Fanbetreuungseinheit wird freilich die Schlacht vom Rathausplatz zum Anlass für eine gröbere interne Revision der Einsatzplanung und Attitüde nehmen.

Dieser absatz ist wieder mal typiisch dafür, wie sehr immer alles von den medien aufgebauscht wird.

obwohl die jugendarbeitslosigkeit in ganz europa im ansteigen ist ist die gewalt in den stadien und auch im umfeld der stadien seit den 80er-jahren stark zurückgegangen.

Und z.b. in .de is in den stadien eigentlich schon lange nix gröberes mehr passiert...

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Rapid Fan da hast du völlig recht. Irgendwie ist das ganze sogar rückläufig, außer in Italien hat das Gewaltpotential zugenommen.

Was Deutschland betrifft ist mir nichts bekannt, wo es krachte, aber von Nürnbergern weiß ich, dass die Bayernfans sie im letzten Spiel stürmten und es sechs Schwerverletzte gab. Naja vielleicht wird auch einiges verschwiegen, aber da ich öfters draußen bin konnte ich bislang nichts erkennen was auch gut ist.

Prinzipiell ist die Gefahr der steigenden Jugendarbeitslosigkeit mit daraus resultierendem erhöhten Gewaltpotential aber nicht ganz außer Acht zu lassen.

Was mich an dem Artikel so stört ist es, dass manche glauben, alle tanzen so wie der Andy pfeift. Persönlich kenne ich ihn als netten Kerl, mit dem man gut reden kann aber das heißt noch lange nicht, dass ich mit seiner Meinung ganz konform gehe.

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Schaffner in der Bahn sagen mir, dass die Hardrockfans von Bon Jovi echte Zerstörungen anrichten und nicht die Rapidfans

Is ja wohl auch verständlich, wenn Dirty Old HardRock Bon in die Saiten haut und beim hemmungslosen Auseinandernehmen der Bühne und Zerstören sämtlicher Instrumente, mit Fekalausdrücken um sich wirft, Tiere Opfert und schmutzige Lyrics wie "I will love you, babe, always" von sich gibt, dass er damit Leute zum Randalieren anstiftet... :D

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ich find den artikel nicht schlecht. eine, vllt etwas oberflächliche, bestandsaufnahme vergangener geschehnisse, aber man kann nicht davon ausgehen, dass jeder schreiberling west-abonennt ist und insider-wissen aus unserem asb-bezieht.

zumal sollte auch bedacht werden, dass sich menschen, welche vllt nicht fußballfans sind, über uns eine meinung bilden, welche uns als nicht so gutmütig darstellt. daher finde ich solche artikel FÜR DIE MASSEN doch recht brauchbar UND wichtig weil sie vorkomnisse wie beim rathausplatz relativieren und ein wenig ins richtige licht rücken.

ps: nichts desto trotz stephansplatz war 100mal geiler als rathauspl :p

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ps: nichts desto trotz stephansplatz war 100mal geiler als rathauspl :p

ja, das war absoluter hard-core!!

danke nochmals für dein handy-vid! meine hawara, die nicht dort sein konnten, hatten alle glasige augen beim anschauen des wmv-file! :D

gwg

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Also alles in Allem ist das so ziemlich der größte Schwachsinn, den ich seit langem lesen musste!

Der Schreiberling versucht krampfhaft, Psychologie, Pseudo-Wissen und seine Fussballkenntnis in einen Artikel zu pressen, was rauskommt ist meines Erachtens aber ziemlich lachhaft!

:aaarrrggghhh:

find ich auch...urrr lächerlich :lol::lol::lol::lol:

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oida dei signatur zeugt aber von unglaublicher intelligenz.

wo bitte is favoriten, wenn nicht in der vorstadt..... ??? ausserdem ist dein häuslverein nicht einmal dort wirklich daheim, tradition klein geschrieben, gelle.

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Also ein riesen Lob an unseren Andy Marek :clap:

Wenn die Polizei ein wenig mehr "Einfühlungsvermögen" in die Fankultur hätte würde es auch viel weniger zu solchen Auseinandersetzungen wie am Rathausplatz kommen :smoke:

ACAB :support:

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