DaniLu

Hicke im Interview

11 Beiträge in diesem Thema

Quelle: www.sport1.at

Hicke: "Der Traum von der Meisterfeier gegen Austria lebt!"

Josef Hickersberger jubelt über den späten Siegestreffer gegen Admira in der Südstadt

Wien - Rapid marschiert mit Riesenschritten Richtung Titel. Trainerfuchs Josef Hickersberger steigt wie immer auf die Euphoriebremse, weiß aber, dass die Rapid-Familie einem großen Traum ganz nahe rückt.

Warum "Hicke" zuletzt intern gerügt wurde, was er für die kommende Saison plant, weshalb er Ferdinand Feldhofer schätzt und wo der Knackpunkt im Frühjahr lag, verrät der Ex-Teamchef im Sport1-Interview.

Sport1: Die Fans feiern bereits den Meistertitel, muss der Trainer vor dem Bregenz-Spiel auf die Euphorie-Bremse steigen?

Josef Hickersberger: Dass die Fans sehr euphorisch sind und dass die Mannschaft sowie der Betreuerstab nach dem Sieg bei Admira sehr euphorisch waren, ist doch ganz klar, da wir uns der Bedeutung dieser drei Punkte bewusst waren. Dass wir uns über das Tor in allerletzter Minute irrsinnig gefreut haben, ist demnach logisch. Da hat man gesehen, welche Anspannung sich entlädt, wenn ein Tor fällt, mit dem man nicht mehr rechnet.

Sport1: Und nun?

Hickersberger: Jetzt weiß die Mannschaft genau, worum es geht. Wir haben ein Heimspiel gegen Bregenz und müssen das Match hundertprozentig ernst nehmen, auch wenn es auf dem Papier ganz leicht ausschaut. Die Bregenzer sind im Frühjahr zwar noch ohne Sieg, dennoch muss die Partie erst gewonnen werden. Die Mannschaft jedenfalls ist, um mit den Worten von Otto Baric zu sprechen, maximal ernst!

Sport1: Daheim ist Rapid eine Macht...

Hickersberger: ...ja, wir sind zu Hause eine Macht, dazu kommen die Fans in Scharen. Auch gegen Bregenz wird "St. Hanappi" wieder voll sein. Das wird die Spieler zusätzlich beflügeln.

Sport1: Ist nach dem Sieg in der Südstadt eine zusätzliche Befreiung bei den Spielern zu spüren?

Hickersberger: Wir können ja alle rechnen und wir haben zu Saisonbeginn einen Traum gehabt, dass wir gegen Austria im letzten Heimspiel ins Happel-Stadion gehen und dort den Meistertitel feiern. Das war unser Traum, aber zu diesem Zeitpunkt waren Valachovic, Dosek und Hofman verletzt, dann haben wir das Glück gehabt, dass auf Grund des strengen Winters Spiele ausgefallen sind und die angeschlagenen Spieler deshalb nicht so ins Gewicht gefallen sind. Jetzt sind wir dem Traum ganz nahe.

Sport1: Seit dem Heimsieg gegen Pasching läuft das Werkerl. Du hast im Vorfeld der Partie erstmals davon gesprochen, dass die Mannschaft jetzt richtig in Form ist, war das der meisterschaftsentscheidende Moment?

Hickersberger: Das war eine entscheidende Phase, weil ich als Trainer gemerkt habe: Halt! Auf einmal klappt das Kombinationsspiel wieder, plötzlich ist die Spielfreude wieder da. Vorher waren wir unzufrieden, haben über die Trainingsbedingungen gejammert. Der Sieg gegen Pasching mit dem abgefälschten Schuss von Hofmann, der den Sieg knapp vor Schluss gebracht hat, war ein Knackpunkt. Für Pasching, die uns zu diesem Zeitpunkt absolut ebenbürtig waren und natürlich zum positiven auch für Rapid. Seither deutet viel darauf hin, dass wir Meister werden können. Doch vor einigen Wochen haben wir nur davon gesprochen, dass wir eine günstige Auslosung haben.

Sport1: Der Vorsprung in der Tabelle spricht aber klar für Rapid, oder?

Hickersberger: Das ist ganz klar und sollte uns auch die Sicherheit geben, dass wir ganz am Ende vorne liegen.

Sport1: Zu wie viel Prozent ist Rapid bereits Meister?

Hickersberger: Wir haben eine hervorragende Ausgangsposition. Rein rechnerisch kann sogar Pasching noch Meister werden, aber jetzt wollen wir uns auf die scheinbar leichte Bregenz-Aufgabe konzentrieren, dann schauen wir weiter und brauchen noch zwei Punkte.

Sport1: Sind die schlechten Bedingungen im Frühjahr im Nachhinein für Rapid sogar ein Vorteil?

Hickersberger: Ich glaube, dass wir einfach das Glück gehabt haben, dass unsere Partien bei den widrigen Bedingungen auf Eis und Schnee abgesagt worden sind. Das war sicher Glück für uns. Ich erinnere mich an die Partie Bregenz gegen Mattersburg, das war lächerlich, das hatte mit Fußball nichts zu tun, das Match hätte abgesagt werden müssen.

Sport1: Von deiner Seite kommen kritische Worte, was die Situation bei Rapid in der nächsten Saison betrifft. Wie schaut's da wirklich aus?

Hickersberger: Ich habe Interesse daran, dass Rapid auch in der nächsten Saison eine Mannschaft stellt mit der man - so wie heuer - die Möglichkeit besitzt, oben mitzuspielen. Wenn zu viele Spieler weggehen, dann muss ich wieder eine neue Mannschaft aufbauen, das gebe ich zu bedenken. Ich habe aber einen laufenden Vertrag und will diesen eigentlich erfüllen.

Sport1: Wie schaut es mit Verstärkungen aus? Ist der Tiroler Mair ein Thema?

Hickersberger: Dass Wolfgang Maier ein interessanter Spieler ist, daran gibt es keine Zweifel.

Sport1: Mit Lawaree und Feldhofer spielen zwei bereits "Abgeschriebene" groß auf. Gibt's dafür eine Erklärung?

Hickersberger: Wir haben bei Lawaree sehr viel Geduld gezeigt, haben jetzt auch mit Kincl und Dosek Geduld. Wir wollen in erster Linie die Mannschaft halten, was uns bei Ferdinand Feldhofer leider nicht gelungen ist, weil er sich, nachdem die Verhandlungen gescheitert sind, frühzeitig für Tirol entschieden hat. Die Art und Weise aber wie sich Feldhofer jetzt für den Verein einsetzt, ist nicht immer so, da haben wir im Vorjahr mit Mario Prisc ganz andere Erfahrungen gemacht. Wir erleben momentan den besten Feldhofer, den Rapid je gesehen hat und das muss man dem Spieler ganz hoch anrechnen.

Sport1: Spielt Rapid gegen Bregenz wieder in der Erfolgself der letzten Wochen?

Hickersberger: Das kommt auf die Verfassung der Spieler an. Mit Steffen Hofmann, der sich durch die Spiele schleppt, und Marek Kincl, der über Rückenprobleme klagt, sowie dem einen oder anderen Spieler haben wir doch etliche Angeschlagene. Andererseits wollen, und das spricht für die Mannschaft, im Finish alle spielen.

Sport1: Was ergab die interne Rapid-Besprechung zwischen Präsident Edlinger, Manager Kuhn, Sportdirektor Schöttel und dir?

Hickersberger: Das war ein normales Gespräch, wo es in erster Linie um eine gemeinsame Sprachregelung für die nächsten Wochen gegangen ist. Jetzt wird nach unserem Gefühl versucht, ein bisserl Unruhe in den Verein zu bringen, auch wenn die Fragen natürlich auf der Hand liegen. Zudem ist es auch um meinen TV-Auftritt in der ORF-Sendung "Sport am Sonntag" gegangen. Das war sicher eine unglückliche Entscheidung von mir, andererseits habe ich vom Präsidenten-Beschluss der Liga, wonach es keine Auftritt beim ORF mehr gibt, nichts gewusst. Da habe ich mir als ehemaliger ORF-Mitarbeiter, wo ich ja vier Jahre als Sportchef beim Teletext gearbeitet habe und während der WM 1998 in Frankreich als ORF-Journalist tätig war, nichts dabei gedacht. Für mich war es selbstverständlich, dass ich zur Sendung gehe.

bearbeitet von DaniLu

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Wer versucht momentan Unruhe in den Verein zu bringen?! Was die Medien schreiben, hat uns nicht zu interessieren - der Druck is natürlich groß, aber der kommt tendenziell eher von den eigenen Fans, und nicht von außen.

Der Hinweis Hickersbergers, dass sich manche Spieler "hinschleppen", stimmt mich ein wenig nachdenklich; Davon ist am Feld zuletzt eigentlich gar nichts zu sehen gewesen, ganz im Gegenteil, die Spieler wirkten wie aufgedreht :ratlos:

Wie dem auch sei, wir gewinnen die nächsten beiden Spiele und die Sache hat sich !

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ich weiß nicht ob ich da richtig liege. aber als Meister sollte es doch möglich sein Kincl und Dosek zu halten. doch wenn die russen glauben sie können den preis fürn Marek in astronomische höhen treiben dann werden leider beide seiten(Rapid und St.Petersburg) darunter leiden.

aber nun da der meistertitel so gut wie sicher ist, wird es glaube ich auf jedenfall leichter.

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Die Mannscahft soll großteils eigentlich gehalten werden! super nachrichten juhu!dh. wohl dass dosek bleiben wird und auch kincl... :feier:

geh bitte...

zwischen hicke wollen und vereinsleitung tun liegen welten...

er wollte schon die letztjährige mannschaft halten, sieht man ja was war: 6 abgänge...

heuer schon wieder abgänge? feldhofer, ivanschitz?, hofmann?, kincl?, dosek?

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geh bitte...

zwischen hicke wollen und vereinsleitung tun liegen welten...

er wollte schon die letztjährige mannschaft halten, sieht man ja was war: 6 abgänge...

heuer schon wieder abgänge? feldhofer, ivanschitz?, hofmann?, kincl?, dosek?

diesmal muß ich dir recht geben: hicke hat ja nur gesagt, dass er gerne mit der selben mannschaft spielen würde, ob der verein es wirklich schafft ist eine andere frage...

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im standard.at

"Jeden Tag bei Rapid genießen"

Meistermacher Josef Hickersberger vor dem heutigen Auftakt in der Champions League gegen Bayern München im Interview

Erfolgstrainer Josef Hickersberger auf den Schultern der Fans nach der Qualifiktion für die Champions League.

  Wien - Er ist der Meistermacher des SK Rapid und jener Mann, der die Sterne der Champions League zurück nach Wien holte: Josef Hickersberger. Der 57-jährige Cheftrainer des österreichischen Fußball-Rekordchampions spricht im Interview mit der APA - Austria Presse Agentur vor dem Start der Millionenliga am (heutigen) Mittwoch (20:45 Uhr) gegen den FC Bayern im ausverkauften Ernst-Happel-Stadion über seine Pläne, Erinnerungen und Ambitionen.

APA: Als Sie zu Rapid gekommen sind, hatte der Klub die schlechteste Platzierung der Vereinsgeschichte zu verkraften und jetzt stehen Meistertitel und Einzug in die Champions League zu Buche. Wie macht das der Josef Hickersberger?

Hickersberger: Es hat damals sehr vieles nicht gepasst. In der Mannschaft gab es Spieler aus verschiedenen Transferperioden und noch dazu musste das Budget des Spielerkaders im ersten Jahr um 20 Prozent reduziert werden, um nicht vielleicht das Schicksal des FC Tirol zu erleiden. Dass die finanzielle Sanierung und die sportliche Konsolidierung so schnell geht, habe ich aber selber nicht erwartet. Umso schöner sind die jetzigen Erfolge.

APA: Was sind die wichtigsten Gründe des Höhenflugs?

Hickersberger: Das Präsidium und speziell Vereinschef Rudolf Edlinger haben mir das nötige Vertrauen entgegen gebracht. Auch in Phasen, als es für Rapid nicht so gut gelaufen ist. Man hat mich arbeiten lassen und nicht wie andere Präsidenten gedacht, dass es durch einen neuen Trainer mit Handauflegen besser wird. Noch dazu habe ich einige hochtalentierte sowie sehr intelligente Spieler bekommen, und gesehen welche Spieler von ihrer Einstellung her nicht für Rapid geeignet sind.

APA: Haben sie bei ihrem Amtsantritt erahnen können, was mit Rapid passieren könnte?

Hickersberger: Ich wollte unbedingt Rapid-Trainer werden. Die finanzielle Situation des Vereins ist mir erst nach einigen Wochen bzw. Monaten klar geworden. Aber ich habe mir vorgenommen, jeden Tag bei Rapid zu genießen, egal ob in schwierigen oder schönen Zeiten. Es ist mir nicht jeden Tag gelungen, denn es hat auch bittere Stunden gegeben.

APA: Was war der Tiefpunkt?

Hickersberger: Als in einer schlechten Phase beim Abschlusstraining vor einer Partie gegen die Admira meine Spieler von den eigenen Fans bedroht wurden. Für den Fall einer Niederlage wurden Ihnen Prügel in Aussicht gestellt.

APA: Relativiert das die Begeisterung des Publikums rund um den Rekordmeister?

Hickersberger: Die Fans haben einen ganz wichtigen Beitrag zum Titel geleistet. Der sportliche Erfolg und die finanzielle Gesundung wäre ohne sie nie möglich gewesen. Ich kann das richtig einordnen, doch nicht alle Fans sind auch in schwierigen Zeiten hinter uns gestanden. Da hat es auch Ausnahmen gegeben.

APA: Wie sind die Erwartungen in der Champions League?

Hickersberger: Wir sind krasser Außenseiter. Aber wir haben durchaus die Qualität, um auch auf höchster internationaler Ebene Spiele zu gewinnen. Die Zielsetzung ist aber sehr schwierig, weil die Gruppenphase fast drei Monate dauert und unsere Personalsituation schwer einzuschätzen ist. Wenn sich keine Stammspieler verletzen, dann bin ich überzeugt, dass wir mehrere Punkte machen werden. Ein Aufstieg erscheint genauso utopisch wie eine Qualifikation für die Champions League oder der Meistertitel.

APA: Was machen sie wenn ÖFB-Präsident Friedrich Stickler sie anruft und bittet, Teamchef zu werden?

Hickersberger: Ich rechne nicht mit seinem Anruf und habe keine Zeit, mir darüber Gedanken zu machen. Selbst wenn, er wird mich nicht erreichen. Qualtinger hätte gesagt "Ich habe Aufgaben zu erledigen". Ein Teamchef-Wechsel wird die Quantität der zur Verfügung stehenden Spieler nicht erhöhen. Es ist aber seine Pflicht, sich ein Bild zu machen, wer mögliche Alternativen sind. Ivica Osim wäre für mich ein sehr guter Teamchef und auch Herbert Prohaska könnte ich mir sehr gut vorstellen. Angeblich bin ich auch einer der Kandidaten, aber ich lese zum Glück nicht jeden Tag die Zeitungen und außerdem haben wir alle drei Tage ein Spiel.

APA: Können sie sich auch eine Variante, wie in anderen Ländern, mit mehreren Betreuern für das Nationalteam vorstellen?

Hickersberger: Nur weil etwas in Schweden, Deutschland oder England gut funktioniert, heißt es nicht, dass es auch in Österreich funktionieren muss. Die handelnden Personen müssten bei einer solchen Denkvariante sehr gut zusammenpassen. (APA)

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ein interview mit hicke auf sport1.at über seinen abschied:

Hofmann-Abgang hundertprozentig schlimmer als meiner"

 

Josef Hickersberger wurde von seinen treuen Rapid-Fans zum Abschied reich beschenkt

Wien - Sicher, die Ära von Josef Hickersberger bei Rapid ist noch nicht zu Ende. Noch stehen zwei, alles andere als vernachlässigbare, Spiele auf dem Programm.

Der emotionale Schlussstrich unter eine bemerkenswerte Erfolgsstory wurde jedoch am Samstag gezogen. 3:1 triumphierte Grün-Weiß gegen Pasching im "St. Hanappi" - jenen Kult-Namen, den "Hicke" geprägt hatte.

Die Rapid-Fans machten ihrem zu Tränen gerührten Meister-Trainer den Abschied denkbar schwer. Nach dem Schlusspfiff feierten alle vier Tribünen den designierten ÖFB-Teamchef mit Standing Ovations. Pures Gänsehaut-Feeling.

"Nie erträumt, dass ich von Fans einmal so geliebt werde"

"Einen schlafenden Riesen geweckt, niemals aufgesteckt. Deine Liebe zu Rapids Tradition schaffte ungeahnte Emotion. Für immer in unserer Gunst, Josef Hickersberger ist einer von uns", stand auf einem Plakat der West-Tribüne.

"Ich habe es mir nie erträumt, dass ich von Fans einmal so geliebt werde. Denn in meiner bisherigen Laufbahn war das nie der Fall. Ich habe die Sprechchöre alle noch ihm Ohr, ich kann sie auswendig", stand dem einst viel Gescholtenen die Rührung ins Gesicht geschrieben.

Nach der Partie ließ sich der 57-jährige tief in sein grün-weißes Herz blicken - Hickersbergers "Vermächtnis" quasi. Seine Gedanken über Fans, dreieinhalb Jahre Rapid, den Hofmann-Abgang ("hundertprozentig schlimmer als meiner") und fehlende Homogenität im Kader.

JOSEF HICKERSBERGER...

...ÜBER DEN ABSCHIED VON DEN RAPID-FANS:

Ich möchte mich bei allen Fans bedanken, sie haben es mir ganz, ganz schwierig gemacht. Vor dem Spiel war es sehr bewegend für mich. Ich habe von den Ultras zwei schöne Geschenke bekommen. Ich habe es mir nie erträumt, dass ich von Fans einmal so geliebt werde. Denn in meiner bisherigen Laufbahn war das nie der Fall. Ich habe die Sprechchöre alle noch ihm Ohr, ich kann sie auswendig. Das war eigentlich die große Überraschung, dass es mir gerade bei den Rapid-Fans gelungen ist, in diesen dreieinhalb Jahren einen derartigen Stimmungswechsel herbeizuführen. Wenn ich an die Anfänge zurückdenke, gab es große Bedenken aufgrund meiner sportlichen Vergangenheit. Und diese Zuneigung war das Schönste, das war als hätten sie mich geadelt. Im Moment bin ich nur erleichtert, dass wir gewonnen haben. Ich hätte mir ehrlich keine schlimmere Niederlage vorstellen können als in meinem letzten Heimspiel im Hanappi-Stadion. Deshalb freut es mich, dass die Fans belohnt wurden und dafür bedanke ich mich bei meiner Mannschaft.

...DEN SIEG GEGEN PASCHING:

Für mich ist guter Fußball bei diesen Bodenbedingungen sehr fraglich. Im Rahmen dieser Bedingungen haben beide Mannschaften ein gutes Spiel geboten, trotzdem haben wir nicht unverdient gewonnen. Pasching hat uns alles abverlangt. Es ist immer ein Zeichen für einen guten Gegner, wenn der eigene Torhüter zu den absolut besten Spielern auf dem Platz zählt.

...DARÜBER, OB IHM DIE TÄGLICHE ARBEIT AM PLATZ ABGEHEN WIRD:

Jetzt, wo es so kalt ist, geht es mir überhaupt nicht ab. Nach 7 Jahren in ganz heißen Ländern habe ich jeden Winter bedauert, dass ich nicht in der Wüste geblieben bin, weil es unmenschlich ist, bei Minusgraden und wenn der Wind bläst, zwei oder mehr Stunden zu trainieren. Sehr abgehen wird mir die Atmosphäre und die spürbare Zuneigung der Fans.

...DARÜBER, OB ER JEMALS SO AN EINEM VEREIN GEHANGEN IST:

Für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen, weil ich mit dem populärsten österreichischen Klub als Spieler und als Trainer Meister geworden bin. Ich habe vorher in Österreich als Spieler und Trainer nur den Cup-Sieg geschafft.

...ÜBER HIGHLIGHTS ABSEITS VON MEISTERTITEL UND CL-QUALI:

Rapid war vor dreieinhalb Jahren am Abgrund, da ist es ganz normal, dass gespart werden muss. Die finanzielle Konsolidierung ist dank der Champions League gelungen. Nicht zu vergessen, die zwei Siege in den Derbys. Wenn ich im Sommer ohne Derby-Sieg aufgehört hätte, hätte ich es mir mein ganzes Leben lang vorwerfen müssen.

...DARÜBER, OB ER ANGST HAT, DASS RAPID JETZT ZERFÄLLT:

Nein. Erstens ist Rapid jetzt finanziell in einer relativ komfortablen Situation. Das Budget ist schon für das nächste Jahr gesichert. Es können sogar Gelder in die Infrastruktur investiert werden.

...DARÜBER, OB DER HOFMANN-ABGANG SCHLIMMER IST ALS SEINER:

Hundertprozentig! Georg Zellhofer wird mich gut ersetzen, ob Hofmann ersetzt werden kann, ist für mich zweifelhaft. Ich glaube sogar, dass der Trainer-Wechsel Rapid neue Impulse geben wird, wenn die Erwartungen der Fans realistisch bleiben.

...ÜBER DIE ZUSAMMENARBEIT MIT STEFFEN HOFMANN:

Im Sommer habe ich darauf bestanden, dass er bleibt. Da war aber auch das Vertragsende von Steffen Hofmann relativ weit entfernt. Jetzt wäre mir am liebsten, er wird Österreicher... Man kann ja auch noch hin und wieder träumen. Für mich ist er ein Spieler, der sehr viel für Rapid getan hat und, das sage ich offen und ehrlich, dem auch ich als Trainer sehr viel zu verdanken habe.

...DARÜBER, OB DIE ZEIT REIF WAR FÜR SEINEN EIGENEN ABGANG:

Im Nachhinein auf alle Fälle. Dreieinhalb Jahre bei einem Klub wie Rapid sind eine lange Zeit. Die letzten Wochen und Monate waren für mich sehr anstrengend, ganz einfach, weil schon bekannt war, dass ich den Verein verlassen werde. Die letzten drei Monate waren aufgrund der speziellen Situation anstrengender als die drei Jahre davor zusammen.

...DARÜBER, OB ER EINE INTAKTE MANNSCHAFT HINTERLÄSST:

Sagen wir so: Ich hinterlasse keinen Trümmerhaufen. Das ist eine Mannschaft, die zwar nicht mehr diese Homogenität und diesen Zusammenhalt wie vor einen halben oder dreiviertel Jahr hat, aber in der Mannschaft sind genügend Qualität und Teamgeist vorhanden, um auch im Frühjahr vorne mitspielen zu können. Es kommt natürlich immer darauf an, was Red Bull macht. Dass Steffen Hofmann zu Salzburg geht, schließe ich aber eigentlich aus.

...ERKLÄRT, WARUM ZULETZT DIE HOMOGENITÄT IM KADER FEHLTE:

Es ist ganz einfach so, dass der Erfolg auch auf Kosten des Teamgeists geht. Wenn der Erfolg die Erwartungen übertrifft, besteht die Gefahr, dass Einzelspieler nicht mehr so bereit sind an die Mannschaft zu denken wie vorher. Im Vorjahr ist zuerst der Erfolg der Mannschaft gekommen, zuletzt habe ich hin und wieder das Gefühl gehabt, dass das Ego einiger Spieler größer war als manchmal der Willen, sich in den Dienst der Mannschaft zu stellen.Wir haben zu wenig Harmonie gehabt, wir haben nicht mehr die Harmonie gehabt, wie in der Phase, wo es um den Meistertitel ging. Davon weiche ich keinen Zentimeter ab!

...ÜBER DAS KONTAKTHALTEN MIT EX-SPIELERN:

Es wird Spieler geben, mit denen ich auch in der Nationalmannschaft zusammenarbeiten werde. Ich werde auch die anderen Spieler in diesem Sinne nicht verlieren, weil ich auch zu anderen früheren Schützlingen Kontakt gehalten habe. Das ist für mich das Schöne am Fußball, dass man sich nach Monaten und Jahren wieder sieht. So wird es auch mit den meisten Rapid-Spielern sein. Mit Ladi Maier, mit dem ich hin und wieder telefoniere, ist es zum Beispiel so.

...ÜBER DEN CL-ABSCHIED GEGEN JUVE:

Mit der läuferischen Leistung war ich gegen Pasching wirklich zufrieden. Das ist ein guter Ansatzpunkt für Mittwoch. Ich brauche nicht viele Worte verlieren: Es wäre natürlich schon schön, wenn wir irgendwie ein kleines Pünktchen mit Catenaccio und Glück erreichen könnten.

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Gestaltet sich ja hier immer mehr zum Hicke Abschiedsthread. Da geb ich auch meinen Senf dazu. Also ich hab mir den fan.tv Beitrag vom Hicke Abschied angesehen. Muss sagen, er sieht es eh ziemlich nüchtern. (Abgesehen von den verständslichen Emotionen am SPielbeginn). Bin eher gespannt was er als teamchef schafft, und ob es einigen Rapidlern gelingt, ins Team zu kommen. siehe Dober!!!

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noch was zum thema hicke:

sport1:

WERBUNG

Josef Hickersberger, der am 1. Jänner das Teamchef-Amt antreten wird, beendete mit dem 130. Spiel und einer 0:2-Niederlage die Ära bei Rapid.

"Alles in allem eine sehr enttäuschende Leistung", resümiert der 57-Jährige seinen letzten Auftritt in Wals-Siezenheim und freut sich nun auf den Urlaub auf Mauritius( :super::clap: ).

In seiner Zeit bei Rapid "gab es wunderschöne Erlebnisse. Für mich persönlich fällt die Bilanz positiv aus." Für das künftige Engagement als Teamchef setzt "Hicke" auf seine Erfahrung.

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