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INTERISTA

Das Negative im Fussball

13 Beiträge in diesem Thema

Ich weiss nicht wie es euch geht, aber langsam macht der Fussball keinen Spass mehr. Ich bin natürlich Inter-Fan, versuche aber in den nächsten Sätzen nicht direkt auf meinen Verein einzugehen. In Deutschland dreht sich ja alles um den Wettskandal, da kam das Ganze raus, Personen werden verhaftet, die Schiris bringen weiterhin katastrophale Leistungen und über einen Videobeweis wird nachgedenkt. Aber was ist mit den anderen Ländern, vor allem mit Italien, mit der Serie A. Dort ist doch eine Betrügerei, eine Bevorzugung mehr als offensichtlich. Ganz klar, Inter hatte diese Saison auch schon Glück, aber wurde wie ich meine viel öfters benachteiligt.

Dass Juve und Milan immer wieder Vorteile haben ist ganz klar. Und ich möchte hiermit erreichen dass auch einmal die Juve-Fans ehrlich sind. Keine Frage: beide Teams (Rossoneri, Bianconeri) spielen stark, Inter hat zurecht (zuviele Remis) nichts mit dem Scudetto zu tun, aber: diese ständigen 1:0 Siege ! Es ist klar dass Teams Erfolg haben die eine starke Abwehr haben, man spielt fast immer zu 0 und vorne macht man halt irgendwein Tor. Aber zuoft in der Saison haben diese 2 Teams Schweineglück und werden offensichtlichst bevorzugt. Chievo schoss gestern ein reguläres Tor, nicht dass es dann wenigstens zu 1 Punkt für Chievo reicht, nein Juve gewinnt. Milan gewinnt auch ständig 1:0, oft ist der Gegner besser, aber durch sehr zweifelhafte Entscheidungen reicht es zu 3 Punkten.

Inter hat einfach nicht dieses Glück am Ende doch noch zu gewinnen. Die Derby-Niederlage war sehr bitter, die 1. Niederlage seit 40 Spielen. Milan hatte keine Torchance und gewann durch ein Schienbein-Tor von Kaka. Aber davor? Nesta sprang wie ein Pferd auf Veron im Strafraum, aber es gab keine Elfer für Inter ? warum?

Ich und viele andere Fussball-Fans haben es einfach leid Woche für Woche sich auf Fussball zu freuen, man geht ins Wettbüro ............. aber durch Betrügerei, Schmiererei, Ungerechtigkeit geht der Fussball kaputt. Seht euch Roma-Juve an, das war kein Fusball, eine blinde Treterei mit ca. 35 Minuten reine Spielzeit wo der Ball lief. Nochmals: ich kann die strittigen Szenen, in denen Juve eindeutig bevorzugt wurde gar nicht alle erwähnen und bitte liebe Juventini, versucht jetzt nicht mit strittigen Entscheidungen in Inter-Spielen zu argumentieren sondern gebt endlich zu dass Juve diese Titel (wie 1998) zu 50% durch die Schiedsrichter gewinnt.

Der Fussball, vor allem der Italienische, geht immer mehr zu Grunde, nur dort ist das alles normal, in Deutschland wird halt ein Hoyzer verhaftet. Naja lasst euch das mal durch den Kopf gehen und macht euch über Inter nicht lustig wenn sie soviel Pkt. Rückstand haben. 1. ist Inter kein Weltklassemannschaft und ich erwarte nie den Scudetto 2. ist Inter einmal vorne dabei reicht es trotzdem nicht weil Juve oder Milan mehr Anhänger bzw. mehr Geld haben !

Ich hoffe Inter schafft den 3. Platz, gewinnt die Coppa Italia und kommt in der CL ins Halbfinale !

FORZA INTER

Schönen Tag und Grüße aus Vorarlberg

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da is schon viel wahres dran. deswegen wäre der videobeweis sehr wünschenswert. man könnte die gröbsten ungerechtigkeiten aus der welt schaffen. nicht alle aber das ist auch gar nicht nötig. leute wie hoyzer hätten dann auch keine chance mehr.

zu milan: es hat sicher einige szenen heuer gegeben wo wir glück hatten mim schiri (zb. nesta im vorletzten spiel) aber auch viele wo wir überhart vestraft wurden (dida rote karte, 2x nesta, das juve spiel) aber insgesamt sind das aus meiner sicht alles keine absichtlichen bevorzugungen oder benachteiligungen gewesen. hoffe ich zumindest. milan hatte in den letzten spielen auch sehr viel glück, das ist unbestritten aber es war immer erarbeitet und nicht gekauft also ist daran nichts verwerfliches zumindest aus meiner sicht.

@ juve: dazu sollte man gar nix mehr sagen weil es sinnlos ist. solange man ihnen nichts beweisen kann (hoffentlich wird man es eines tages können) muss man leider damit leben. ein bitterer beigeschmack bleibt natürlich.

Aber davor? Nesta sprang wie ein Pferd auf Veron im Strafraum, aber es gab keine Elfer für Inter ? warum?

das weiß ich auch nicht, ich hätte ihn gegeben aber die meisten fußballseiten waren nacher der ansicht dass man ihn geben kann aber nicht muss :ratlos:

bearbeitet von acdc81

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Interessantes Thema.

Seit gestern wird in Italien natürlich wieder wie wild über das gleiche diskutiert, warum wird Juve (bzw. allgemein die größeren Klubs) immer bevorzugt?

DASS es so ist, daran sollte eigentlich niemand zweifeln, wobei ich mich kaum an Szenen erinnern kann bei denen Milan angeblich durch eine Fehlentscheidung des Schiris gewonnen hat. Die Rossoneri gewinnen verdammt oft 1-0 oder auch 2-1, aber daran ist nichts verwerflich, die Tore in der Nachspielzeit waren immer regulär. Ja, letzte Woche hätte man das Nesta-Foul an Makinwa als Notbremse auslegen können aber nicht unbedingt müssen.

Bei Juventus ist das was anderes, da weiß es jeder, nur darf man es eben nicht so wirklich aussprechen. Ronaldo hat vor kurzem bei einem SKY-Liveinterview gemeint "Non scherziamo, lo sappiamo tutti...", so auf die Art "wir wissen es alle, stellt euch nicht so." Doch meiner Meinung nach hat das absolut nichts mit Bestechung, Wettskandal etc. zu tun, ich denke einfach dass sich ein Schiedsrichter bei Zweifelsentscheidungen wie etwa gestern einfach das Leben leicht macht und NICHT GEGEN JUVE entscheidet. Irgendwo steckt das im Hinterkopf drinnen und daher werden überall die großen Teams bevorzugt, wenngleich es bei Juventus extremer ist.

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Nein-man kann nicht leugnen, dass die Schiedsrichter (allerdings nicht nur) in Italien regelmäßig die sogenannten "Großen" in gewissen Situationen bevorzugen bzw. bevorteilen.

Ich halte es aber auch für falsch, da Verbindungen zu Wettbetrug oder Bestechungen zu sehen oder zu suchen. Ich bin der Meinung, dass einige Schiris schlicht und ergreifend den Weg des geringsten Widerstandes gehen. Ein Pfiff gegen eine "kleine" Mannschaft wird nicht die Reaktionen hervorrufen wie es eine Entscheidung gegen die Mächtigen tun würde.

Der Druck auf die Spielleiter ist gerade in der Serie A immens. Immer wieder hört man, dass Präsidenten/Manager/Trainer sich gegen einen bestimmten Schiedsrichter bei einer bestimmten Partie aussprechen. So werden die Männer in Schwarz verunsichert und können nicht mehr so "unbeteiligt" kritische Situationen meistern.

Juve gehört ganz gewiss zu den Teams, die den meisten (indirekten) Einfluss auf die Schiris nehmen. Das stört mich als Juve-Fan auch sehr-allerdings sicher aus anderen Gründen als zum Beispiel Roma-Fans. Ich denke nicht, dass Entscheidungen um den Scudetto zu 50% (!) von Schiedsrichtern getragen werden können. Mannschaften wie Milan oder eben Juve benötigen realistisch gesehen keine Schiedsrichterhilfe. Trotzdem bin ich überzeugt davon, dass von den jeweiligen Vorständen bewusst Druck ausgeübt wird, um quasi "sicher" zu gehen.

So wird das Wesen des Fussballs zerstört-das kann auch ein Fan eines "großen" Vereins nicht gut heißen.

Deswegen: Ich wünsche mir auch einen faireren Umgang mit den Schiedsrichtern und in gewissen Situationen sollte man unter Umständen über technische Hilfsmittel nachdenken (siehe das gestrige Spiel Chievo-Juve)...

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man hat's echt nicht leicht diese tage. rapid verliert das derby. meine zwei, roma und palermo, kriegen einen nagel, der trainer geht wieder mal, und dann muss man sich anschauen wie anderen mannschaften die siege geschenkt werden. :kotz:

man muss sich ja nur die zuschauerzahlen in der serie a anschauen um zu begreifend dass da einige dinge im argen liegen.

ich bin masochist genug um am sonntag wieder in's stadion zu gehen, aber langsam ist das alles nimmer lustig. :sleepy:

bearbeitet von grüneleopoldstadt

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das ist doch gerade in Italien ein offenes geheimnis, es gibt da einen schönen bericht eines deutschen, der seit jahren mit den veronesi mitzieht. als die zum letzten spieltag nach como fuhren, sieg nötig, como bereits abgestiegen, fuhren 5000 aus verona hin, und feierten eine geile party. Es war klar, da como weg war, dass verona gewinnt. Der einzige, der nervös war, war eben er selbst, die anderen sagten nur, es muss halt gut aussehen, darum stand es zur pause 0:0, danach endete das ganze 2:0 für verona und sie blieben drinnen. Es wusste im Vorfeld jeder darüber bescheid, weil es einfach immer so ist, selbst die teams, die unbedingt einen verona Niederlage gebraucht hätten wussten es vorher. So ist das halt, mir gefällts auch nicht.

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Irgendwo steckt das im Hinterkopf drinnen und daher werden überall die großen Teams bevorzugt, wenngleich es bei Juventus extremer ist.

hab irgendwo mal gelesen das juventus früher nun mal für viele in italien die mannschaft schlechthin warund durhc diesen "bonus" die schiedsrichter unterbewusst einfach juve bevorzugen :ratlos:

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das ist doch gerade in Italien ein offenes geheimnis, es gibt da einen schönen bericht eines deutschen, der seit jahren mit den veronesi mitzieht. als die zum letzten spieltag nach como fuhren, sieg nötig, como bereits abgestiegen, fuhren 5000 aus verona hin, und feierten eine geile party. Es war klar, da como weg war, dass verona gewinnt. Der einzige, der nervös war, war eben er selbst, die anderen sagten nur, es muss halt gut aussehen, darum stand es zur pause 0:0, danach endete das ganze 2:0 für verona und sie blieben drinnen. Es wusste im Vorfeld jeder darüber bescheid, weil es einfach immer so ist, selbst die teams, die unbedingt einen verona Niederlage gebraucht hätten wussten es vorher. So ist das halt, mir gefällts auch nicht.

Das ist kein Deutscher, sondern ein Engländer: Tim Parks

Das Buch heißt übrigens "Eine Saison mit Verona" und ist meiner Meinung nach eines der besten Fussball-Bücher.

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das ist doch gerade in Italien ein offenes geheimnis, es gibt da einen schönen bericht eines deutschen, der seit jahren mit den veronesi mitzieht. als die zum letzten spieltag nach como fuhren, sieg nötig, como bereits abgestiegen, fuhren 5000 aus verona hin, und feierten eine geile party. Es war klar, da como weg war, dass verona gewinnt. Der einzige, der nervös war, war eben er selbst, die anderen sagten nur, es muss halt gut aussehen, darum stand es zur pause 0:0, danach endete das ganze 2:0 für verona und sie blieben drinnen. Es wusste im Vorfeld jeder darüber bescheid, weil es einfach immer so ist, selbst die teams, die unbedingt einen verona Niederlage gebraucht hätten wussten es vorher. So ist das halt, mir gefällts auch nicht.

Der in Verona lebende Schriftsteller Tim Parks im Spiegel:

Das Manipulieren von Spielen ist so alt wie der Sport selbst: Schon die alten Griechen waren berühmt dafür, dass sie vor den Rennen an den Rädern der gegnerischen Streitwagen herumdokterten.

Geben Sie "match fixing" in die Google-Suchmaschine ein, und Sie können Hunderte Seiten abrufen, jede mit einem Verweis auf irgendeinen Skandal. Im Baseball wurden 1919 acht Spieler der Chicago White Sox auf Lebenszeit gesperrt, weil sie das Finale, die World Series, an die Cincinnati Reds verkauft hatten. Kricket, das Spiel des Gentlemans, leidet seit je an Betrugsskandalen, besonders in Pakistan. Im Fußball kam 1997 heraus, dass ein spanischer Schiedsrichter 13 Jahre zuvor Bestechungsgeld vom RSC Anderlecht genommen hatte, um das Uefa-Cup-Halbfinalrückspiel gegen Nottingham Forest zu "regeln". Es nimmt kein Ende.

Es ist ungefähr so, wie wenn Sie Google mit "Drogenmissbrauch" füttern: Sie haben Lektüre auf Lebenszeit. Im vorigen Juni bin ich mit ungefähr 5000 Verona-Fans nach Como gefahren, die Stadt am gleichnamigen See. Es war der letzte Spieltag der Zweiten Liga, der Serie B, und ein Riesending. Hellas Verona brauchte einen Sieg beim Tabellenletzten, um nicht in die Serie C abzusteigen. Es war ein Schreckensszenario für Fans und Mannschaft: Vor unseren Füßen gähnte der Abgrund. Geld und Selbstachtung standen auf dem Spiel.

Und doch waren alle völlig locker. Wir gewinnen, sagten die Fans und tranken Bier am Seeufer. Sie kannten keinen Zweifel. Tatsächlich nahmen Wettbüros keine Wetten für das Spiel an, genauso wenig wie für andere Spiele der Serie B an diesem Spieltag. Weil sie die Ergebnisse schon kennen, sagten die Leute. Alles becherte fröhlich. Die Fahrt nach Como war bereits eine Party zur Feier unserer Rettung.

Wenn wir aber gewinnen, sagte ich, dann geht es doch für Bari oder Venedig abwärts in die Serie C, und die werden genau aufpassen, dass das Spiel nicht getürkt wird! Die Freunde lachten. Como ist schon abgestiegen, sagten sie. Warum sollten sie sich die Mühe machen, uns den Spaß zu verderben? Jeder weiß, wie so was läuft.

Es war ein Abendspiel. Kaum ein Como-Fan war zu sehen. Wir übernahmen das kleine Stadion restlos und machten eine Menge Lärm. Verona spielte schauerlich. Como hatte sofort zwei erstklassige Torchancen und patzte beide Male. Mit Absicht, sagte einer. Doch gegen Ende der ersten Halbzeit begann ich mir Sorgen zu machen. Auf mich wirkte da nichts getürkt. Nur die Ruhe, sagte der Typ aus dem Ort, der mir Coca-Cola aus einem Eimer verkaufte, es ist nur eine Frage der Zeit. Er tippte sich an die Nase. Ihr kriegt das Spiel schon noch. Es muss nur gut aussehen.

Und wirklich: Kurz vor der Halbzeitpause fiel das Tor, 20 Minuten später ein weiteres. Der Rest des Spiels war sehr langweilig. Die Spieler auf beiden Seiten kickten den Ball hin und her. Die Fans schauten kaum noch zu, sondern sangen einfach Lieder, um sich selbst zu feiern. Hier und da beschimpften sie die Spieler, die uns die ganze Saison so hatten leiden lassen. Auf dem Nachhauseweg hörten wir im Radio, wie sich jemand in irgendeiner Sportsendung beschwerte. Er hatte das Spiel im Kabelfernsehen gesehen, es sei eine Schande. Er wollte sein Geld zurück. Er hatte gutes Geld für den Kabelanschluss bezahlt, und er wollte Sport sehen. Idiot!, schrien alle: Wir haben doch nicht 5000 Leute nach Como gekarrt, damit sie das beschissene Fußballspiel ansehen konnten - sondern damit die Leute dort begreifen, dass wir gewinnen mussten.

So läuft es jedes Jahr in Italien bei den letzten zwei, drei Spielen der Saison. Teams, die ihre Ziele erreicht haben, lassen die Teams gewinnen, die es dringend nötig haben. Die Wettbüros konzentrieren sich zu dieser Zeit auf Spiele in Finnland und Australien.

Überhaupt das Wetten: Bald nach dem Spiel in Como nahm die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen sechs Spieler der Serie A auf, deren Angehörige und Freunde schwer auf Begegnungen gewettet hatten, an denen die Kicker beteiligt waren, Spiele mit überraschenden Ergebnissen.

Offenbar mischte die neapolitanische Camorra mit. Es gab Beweise für Telefongespräche und SMS-Nachrichten. Niemand wunderte sich. Schließlich kamen die meisten mit niedrigen Bußgeldern oder kurzen Spielersperren davon. Der Serie-A-Absteiger Modena startete mit fünf Punkten Abzug in die neue Saison.

Das häufige Mogeln im Sport macht uns seine Widersprüchlichkeit bewusst: Hier ist der Kampf vorgespiegelt, nicht real, ausgeklammert aus der Welt der Wirtschaft und der Politik - und deshalb kann ein Spieler oder ein Schiedsrichter Schiebung im Sport beispielsweise für weniger wichtig halten als, sagen wir, Schiebung bei einer Wahl oder bei einer Gerichtsverhandlung. Ein Torwart denkt: Wenn ich diesen Ball durchlasse und meine Mannschaft wider Erwarten verliert, ist eigentlich nichts passiert. Es werden ja nicht die Kriegskameraden verraten. Niemand stirbt.

Andererseits stellen wir, gerade weil es im Sport um nichts Reales geht, höchste moralische Ansprüche und erwarten wenigstens in diesem privilegierten Teil des Lebens Heldentum. In einem Gedicht mit dem Titel "An einen Sieger im Ballspiel" aus dem Jahr 1821 sinnierte der große italienische Dichter Giacomo Leopardi: Seit die Religion, wie er sie verstand, tot sei und das Leben keinen Sinn mehr habe, finde sich die einzige überlebende Illusion des Heldentums im Sport. Er war schon damals der Meinung, nur der Mannschaftssport könne eine Gemeinschaft von Zuschauern für jenes Heldentum begeistern.

Sport ist also eine Welt jenseits der Realität, in der wir versuchen, alte Werte zu leben und ein Gefühl für Gemeinschaft zu entdecken - und deshalb empören uns krumme Touren auf dem Spielfeld heftiger als Betrug oder Raub: Die Medien in Italien und Deutschland schenken Herrn Hoyzer und seinen Kumpanen im Augenblick weit mehr Aufmerksamkeit als einem ganz gewöhnlichen Mord.

Italienische Fußballfans sind an verdächtige Schiedsrichterentscheidungen gewöhnt. Wenn man ein kleines Team wie Verona aufmerksam verfolgt, weiß man, dass ein großer Club, der zu Besuch kommt, wahrscheinlich eine Vorzugsbehandlung erhält. Erst vor ein paar Wochen berichtete ein von Chievo Verona zu Juventus Turin transferierter Spieler in einem Interview, er bekomme jetzt viel weniger gelbe Karten, weil die Schiedsrichter sich den Erwartungen eines großen Vereins fügen. In Spielen von Juventus oder Mailand werden jede Menge zweifelhafter Freistöße für diese Teams gepfiffen; zusätzliche Nachspielzeit wird verordnet, wenn sie nicht rechtzeitig punkten.

Offen gesagt: Auch ich bin nach 20 Jahren in Italien daran gewöhnt und habe sogar meinen Spaß daran. Es gehört einfach zu Italien, es hilft einem, die Gesellschaft zu verstehen, in der man lebt. Und wenn das eigene Team trotz der Schiedsrichterentscheidungen gewinnt, fühlt man sich fabelhaft. Und doch: Ein Schiedsrichter, der ein Spiel türkt, nur um sich selbst (und ein paar Wetter) zu bereichern, ohne auch nur von einer der beiden Seiten geschmiert worden zu sein - so was ist in Italien wohl noch nicht da gewesen.

Andere Interessengruppen würden es ihm nicht durchgehen lassen. Er müsste befürchten, gelyncht zu werden. Weil Italien von Verschwörungstheorien lebt, weil jeder jeden verdächtigt, unterliegt jeder Schiedsrichterspruch einem wahnsinnigen Interesse.

Wenn also ein Schiedsrichter ein bestimmtes Team begünstigt, braucht er einen Rückhalt, und der muss Teil eines allgemeinen, kulturell anerkannten Musters sein, eines nachvollziehbaren Befunds, über den große Einigkeit herrscht - etwa so: Dieser Verein ist dieses Jahr fällig für den Aufstieg, er braucht ein wenig Hilfe; jener Club gehört in dieser Saison wirklich in einen europäischen Wettbewerb.

In solchen Fällen wird der Schiedsrichter weder durch einen unmittelbaren finanziellen Vorteil noch durch eine andere Form nachweislicher Bestechung verführt. Er wird einfach zur Persona grata, ein bewährter Mann auf der Seite des Status quo. Er darf sich nach vollbrachter Tat auf viel Arbeit freuen.

In Ländern wie England und Deutschland scheint man naiverweise zu glauben, der Sport sei frei von Betrügereien. Vielleicht kann nur in einem solchen Land ein Schiedsrichter verrückt oder dreist genug sein, um ein Spiel allein zu seinem eigenen Vorteil zu manipulieren.

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