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Salmutter im Interview

5 Beiträge in diesem Thema

Klaus Salmutter im Interview: Spätestens seit seinen Galavorstellungen bei der „bronzenen“ U19-EM gilt Klaus Salmutter als eine der größten Hoffnungen für die Heim-EM 2008. Doch die Karriere des 21-Jährigen ist bei Sturm Graz ins Stocken geraten. Im Gespräch mit Horst Hötsch gestand der glänzende Techniker, warum er beinahe die Lust am Fußball verloren hat und wie4so er einen Transfer anstrebt.

Sportzeitung: Klaus, bei Sturm Graz haben im Herbst so viele junge Spieler wie noch nie gespielt, ausgerechnet der talentierteste von ihnen -nämlich du – ist kaum zum Einsatz gekommen. Wieso?

Klaus Salmutter: Stimmt, ich habe sehr wenig gespielt und bin auch gang und gar nicht zufrieden damit. Es lag am System. Wir spielen 4-4-2, wobei eine der zwei Spitzen eine hängende ist. Das wäre meine Position. Aber dafür hat Trainer Petrovic als ersten Kandidaten Mujiri, als zweiten Filipovic. Erst wenn diese beiden nicht können, komme ich dran…

Sportzeitung: Andere Positionen kämen nicht in Frage?

Salmutter: Ich könnte auch rechts oder halbrechts spielen. Aber das traut man mir bei Sturm anscheinend nicht zu.

Sportzeitung: Trainer Petrovic meint, Technik allein sei zu wenig, du müsstest dich mehr bewegen und kämpfen.

Salmutter: Das höre ich jetzt schon seit eineinhalb Jahren. Franco Foda ist ein Deutscher und war als Spieler auch ein Kämpfer- trotzdem habe ich bei ihm gespielt. Und U21-Teamchef Ruttensteiner würde mich auch nicht immer aufstellen, wenn ich nicht auch rennen und kämpfen würde, Technik ist sicher meine größte Stärke, aber ich glaube, dass ich auch läuferisch und konditionell sehr stark bin. Aber es kommt eben vor, dass Spieler verkannt werden. Lincoln ist bei Kaiserslautern auch auf der Tribüne gesessen und jetzt ist er bei Schalke der Spieler der Saison.

Sportzeitung: Ein weiterer Vorwurf: Dein Lebenswandel sein nicht der Beste….

Salmutter: Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Trainer jeden Tag vor meiner Wohnungstür sitzt und weiß, was ich tue. Aber ich werde jede Woche mit solchen Sachen konfrontiert und habe es satt, mich dauernd rechtfertigen zu müssen.

Sportzeitung: Deshalb willst du weg?

Salmutter: Ich bin auf den Verein zugegangen und habe um einen Transfer angefragt. Allerdings habe ich noch einen Vertrag bis 2008. Ein Verkauf, hat man mir gesagt, kommt nicht in Frage. Aber der Verein hat mir das Okay für ein Leihgeschäft gegeben (allerdings muss er bleiben, wenn Mario Haas geht; Anm.d.Red.).

Sportzeitung: Salzburg soll ja ein Thema sein, hat dir Trainer Assion mehr Spielpraxis zugesichert?

Salmutter: Die Chancen stehen 50:50. Wir sind uns noch nicht einig. Aber ich würde zu keinem Verein wechseln, wo ich es mir persönlich sportlich nicht verbessern könnte. Bis vor kurzem war auch Alemannia Aachen ein heißes Thema. Es wäre toll gewesen, zu diesem UEFA-Cupfighter zu wechseln. Es hätte auch fast geklappt, aber dann hat es sich in die Länge gezogen und es ist sich bis zum Trainingsstart nicht ausgegangen, was aber wichtig für mich wäre.

Sportzeitung: Dabei war Sturm doch immer dein Traumklub….

Salmutter: Ich war immer Sturm-Anhänger, war Jahre lang in der Fankurve, habe mir mit meinem eigenen Taschengeld Dauerkarten gekauft. Und es war immer mein Wunsch, für Sturm zu spielen.

Sportzeitung: Und warum hat’s bei Schalke nicht geklappt?

Salmutter: Ich hatte noch ein Jahr Vertrag bei Schalke, habe dort zwar mit den Profis trainiert, aber dass ich in der Bundesliga zum Einsatz gekommen wäre, war nicht abzusehen. Franco Foda hat sich damals sehr um mich bemüht. Mit großen Erwartungen bin ich dann zu Sturm zurückgegangen. Ich habe geglaubt, dass ich gleich spielen werde. Aber dann hat mich ein Bandscheibenvorfall mindestens vier Monate gekostet.

Sportzeitung: Dann dein Gala-Auftritt bei der U19-Europameisterschaft. Gab’s damals nicht viele Angebote von Promi-Klubs?

Salmutter: Bochum und Mönchengladbach wollten gleich einen Vorvertrag mit mir abschließen, aber damals gab es ja keinen Grund, Sturm zu verlassen.

Sportzeitung: Und die EM 2008 – du warst eine unserer ganz großen Hoffnungen…

Salmutter: Das ist mein gang großes Ziel, auch wenn es derzeit in weite Ferne gerückt ist. Aber an 2008 will ich noch gar nicht denken, ich habe mir kleine Etappenziele gesteckt. Zuerst möchte ich wieder Stammspieler in der Bundesliga werden und im U21-Team gute Leistungen bieten. Dann möchte ich eine führende Rolle bei einer Bundesliga- Mannschaft spielen- am Liebsten bei Sturm. Und erst dann gilt meine Blickrichtung dem Nationalteam.

Sportzeitung: Klingt vernünftig, ganz und gar nicht nach einem verwöhnten, überheblichen Kicker….

Salmutter: Ich habe mich im Urlaub viel mit der ganzen Geschichte befasst und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich mir über viel zu viele Dinge den Kopf zerbrochen habe, dass es viel zu viele Dinge gibt, die ich nicht beeinflussen kann. Deshalb möchte ich mich auf die Dinge konzentrieren, die ich beeinflussen kann. Ich möchte mich zu hundert Prozent auf das Kicken konzentrieren und vor Allem die Freude am Fußball wieder finden. Die hab’ ich nämlich fast schon einmal verloren.

Sportzeitung: Hast du in diesem Bereich professionelle Unterstützung?

Salmutter: Nein, Unterstützung gibt es von meiner Familie, dazu lese ich die Bücher von Arthur Lassen, einem Motivationsguru, dessen Prinzip auf Lebensfreude beruht.

Sportzeitung: War es eine Belastung, dass dich dein Freund Jürgen Säumel im Herbst überflügelt hat?

Salmutter: Jürgen ist mein bester Freund. Ich freue mich, wenn ihm etwas gelingt. In unseren Karrieren gibt es viele Parallelen. Jetzt hat er die Nase vorn. Aber das ändert nichts an unserer Freundschaft. Erst am vergangenen Feiertag waren wir gemeinsam beim Römer Derby.

Sportzeitung: Hast du noch Vorbilder? Oder anders gefragt: Hast du als Supertechniker die Tricks von Ronaldinho & Co. Drauf?

Salmutter: Von kleinauf war eigentlich Raul mein Vorbild, aber es gibt ja so viele gute Fußballer. Ballack taugt mir immer mehr, Henry gefällt mir gut. Und natürlich Ronaldinho. Was der oft aufführt, ist wie von einem anderen Stern. Im Training traue ich mir in langsamem Tempo seine Tricks gerade noch zu, aber er macht sie im Spiel, bei vollem Tempo und gegen stärkste Gegner. Ihm gehört mein größter Respekt.

Sportzeitung: Wie geht’s jetzt weiter?

Salmutter: Zunächst einmal möchte ich unbedingt den Grazer Hallencup gewinnen. Die Halle liegt mir. Vor zwei Jahren habe ich im Finale ein Tor geschossen, im Vorjahr sogar drei. Heuer möchte ich unbedingt das Triple holen…

sportzeitung

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Laut ihm ist jetzt wieder alles vom Tisch.

da er sicher keine stammplatzgarantie bekommen hat, wird er halt einfach nochal versuchen sich im frühjahr ins team zu spielen...klappt das nicht is er im sommer sicher weg

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