ante jazic

Aug um Aug, Grün um Violett

51 Beiträge in diesem Thema

aus der Standard online Ausgabe vom 24.11.04

Wien - Samstag in Wien, der sichersten Großstadt der Welt. Wem fad ist, der schaut beim Rudolfsplatz in der Innenstadt vorbei, dort malträtieren einander seit Monaten diverse Gruppen. Ecstasy, Koks, Haschisch, Alkohol inklusive. Am 20. November blieben nach einem "Raufhandel" (Polizeischreibe) zwei Rapidfans mit Messerstichen liegen. Eine größere Bande hatte die beiden gestellt. Die Klubzugehörigkeit war in diesem Moment rein zufällig, die Sehnsucht nach Gewalt grundsätzlich. Eines der Opfer glaubte in seinem Dusel und Schmerz, einen Austrianer erkannt zu haben. Oder einen, der angeblich des Öfteren mit Austrianern herumhängt. Der eine Verletzte ist Mitglied der "Alten Garde" Rapids und wieder aus dem Spital entlassen, der andere ist Polizist und erheblicher verletzt.

Rache

Jetzt kriecht die Angst in die Szene. "Denn die alte Garde wetzt die Messer, für die ist das so eine Art Vendetta", sagt Thomas Fellinger, der Fanbeauftragte der Wiener Austria. Irgendein Austriafan, mit Klubschal oder ohne, irgendwo unterwegs mit Familie oder Freunden oder auch solo, kann das Objekt der Rache werden.

Rudi Koblowski, der Fanverantwortliche der Rapid: "Eine neue Generation ist im Spiel, die den Ehrenkodex der Fanszene ignoriert." Peter Jedelsky, der Leiter der Wiener Fanpolizei, bestätigt die Fakten und verweist auf die laufenden Ermittlungen. Es werde auch gegen einen Austria- Fanclub ("Troops") ermittelt, dessen Beteiligung an der Rauferei in der Szene kolportiert wird, laut Jedelsky aber unwahrscheinlich sei: "Es schaut so aus, als habe die Sache nicht den Fußball zum Ursprung."

"Völlig schmerzfrei"

Fakt und Kern der Szenen- Erregung: Die brutale Entfremdung zwischen Austria- Anhängern und Rapid-Fans ist rund drei Jahre alt. Sogar im Magazin Öffentliche Sicherheit der Wiener Polizei wurde die Gewalteskalation beschrieben. Neue Ingredienz ist neben dem Führen und Einsetzen von Waffen (Messer, Fahrradketten) bei den rituellen "Boxkämpfen", dem Konsum von schweren Drogen wie Koks (Fellinger: "Die sind völlig schmerzfrei und kennen die eigenen Leute nicht mehr") auch das Attackieren von Wega-Leuten. Nach dem letzten Derby im Hanappi-Stadion müssen in der Hanakstraße für Minuten "kriegsähnliche" Zustände geherrscht haben, als der harte Rapid-Fankern auf die Demonstration seiner territorialen Besitzansprüche beharrte. Drei Beamte wurden erheblich verletzt.

Dämonisierte Austria

"Die Austria gilt zunehmend in der Szene als das Böse, als Symbol für den menschenverachtenden Kapitalismus", weist Koblowski auf die irrationale und kaum erklärbare Seite des Phänomens hin. Er arbeitet seit mehr als 20 Jahren in der Szene, war auch Fanbeauftragter der Bundesliga. Jedes Interview eines Funktionärs der Rapid oder eines anderen Klubs, in dem die Austria als Geldmaschine hingestellt werde, trage dazu bei, "dass die Menschen in ihrer Angst vor Arbeitslosigkeit und Verarmung die Austria als böse verstehen lernen". Fellinger weist darauf hin, dass die Gewaltspirale bei der Rapid begonnen habe und "nicht nur Junge beteiligt sind, denn die alte Garde hat angefangen".

Jedelsky räumt ein, dass die zunehmende Jugendarbeitslosigkeit einen Aggressionsschub verursache, "aber hauptsächlich treibt sie die Eigentumsdelikte in die Höhe, der Zusammenhang mit dem Fußball ist zu wenig untersucht". Dennoch sei Österreich noch relativ friedlich. Jedelsky: "In Polen ist Krieg." Bundesliga-Vorstand Georg Pangl fürchtet, dass die seligen Zeiten der Ruhe vorbei sein könnten: "Das kommt ursächlich nicht aus dem Fußball, aber wir müssen uns dem Problem stellen." (Johann Skocek - DER STANDARD PRINTAUSGABE 25.11. 2004)

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Huch wir sind böse. Unglaublich...

Ich glaub, du hast den Kern dieses Artikels nicht ganz verstanden.

Es geht darum, dass die Austria in den letzten Jahren von den Medien usw. stets als das ultimative Böse hingestellt wurde.

Und jetzt glauben anscheinend wirklich einige Grüne sie müßten den Kampf gegen das "Böse" ausfechten.

Es geht für mich da eher um die Art der Sprache, wie mit der Austria umgegangen wurde in den Medien. Eine Art Verrohung, die jetzt auch z.T in der Fanszene ihre Auswirkung hat.

Schuld in dem Sinne sind für mich da die Medien, die dieses Bild über Jahre transportiert haben, eine Schwarz-Weiss, Gut-Böse Malerei betrieben haben.

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Na dann lass ich zukünftig lieber meinen austria schal zuhause :laugh:

glaubt mir bei uns geht es wirklich friedlich zu....

und noch: ich kenne keinen Austria Fanklub namens "Troops"

wär mir wirklich neu, von denen hab ich noch nei was gehört....

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Ich glaub, du hast den Kern dieses Artikels nicht ganz verstanden.

Es geht darum, dass die Austria in den letzten Jahren von den Medien usw. stets als das ultimative Böse hingestellt wurde.

Und jetzt glauben anscheinend wirklich einige Grüne sie müßten den Kampf gegen das "Böse" ausfechten.

Es geht für mich da eher um die Art der Sprache, wie mit der Austria umgegangen wurde in den Medien. Eine Art Verrohung, die jetzt auch z.T in der Fanszene ihre Auswirkung hat.

Schuld in dem Sinne sind für mich da die Medien, die dieses Bild über Jahre transportiert haben, eine Schwarz-Weiss, Gut-Böse Malerei betrieben haben.

sehr gut ausgedrückt.

bin mit dir einer meinung

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"Die Austria gilt zunehmend in der Szene als das Böse, als Symbol für den menschenverachtenden Kapitalismus", weist Koblowski auf die irrationale und kaum erklärbare Seite des Phänomens hin."

:hää?deppat?: Also einen solchen Schwachsinn hab ich wirklich schon lange nicht mehr gelesen.

Kapitalismus?! Was, bitte?

Klar, der Kapitalismus ist [wohl seit dem Einstieg von F. Stronach] an der Abneigung gegen die Austria schuld.

Auch wenn er das anders meint, genauso kommt es meiner Ansicht nach rüber...toll der Sache nachgegangen...

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glaubst wirklich, ein krankes hirn drischt auf jemanden ein, weil er für ihn den bösen kapitalismus verkörpert?

ich mein, da macht es sich der skocek schon a bisserl zu leicht, oder?

Natürlich ist die Sache komplex, nur Fakt ist aber leider auch, dass durch die ständige Medienberichterstattung bei einigen Verrückten wirklich die Austria als das "Böse" gilt, dass zu bekämpfen ist.

Ich hab nicht ohne Grund meine Signatur erstellt vor einiger Zeit, weil mir diese tendenzielle Berichterstattung schon lange aufgestoßen ist.

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Natürlich ist die Sache komplex, nur Fakt ist aber leider auch, dass durch die ständige Medienberichterstattung bei einigen Verrückten wirklich die Austria als das "Böse" gilt, dass zu bekämpfen ist.

Ich hab nicht ohne Grund meine Signatur erstellt vor einiger Zeit, weil mir diese tendenzielle Berichterstattung schon lange aufgestoßen ist.

naja, erstens, im fußball wird der reichste verein von den anderen vereinen nicht geliebt, das ist in ingland so, das ist in deutschland so, in spanien & in italien, eben auch in österreich! das dies nicht immer nett ist & es vielen violas weh tut, kann ich verstehen (deine sig ist eh eine fesche antwort darauf), aber was der skocek geschrieben hat, ist einfach nur ...... unbegreiflich.... für mich.

da versteckt er sich auch noch fesch hinter einem dritten & gibt dessen aussage unkommentiert weiter. naja, ob´s journalismus is?

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Hm versteh ich nicht :???:

Meinen die das so :

Ich schau TV wo FK Magna ganz böse gemacht wird und dann steh ich auf und denk mir ab gehts Magna Fans schlagen?! Ne überlegung isses Wert aber nur wen der FK Magna im ORF schlecht gemacht wird dann is der ORF wenigstens auch bissl schuld Oo

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Schuld in dem Sinne sind für mich da die Medien, die dieses Bild über Jahre transportiert haben, eine Schwarz-Weiss, Gut-Böse Malerei betrieben haben.

lol das sagst grad du der so eine sig hat, dass die medien schuld sind? :madmax::wos?:

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