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Milano18

Ray Charles erlag Leberleiden

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Ray Charles erlag Leberleiden

Die Musiklegende beeinflusste durch seinen lebendigen Stil-Mix Generationen an nachfolgenden Musikern.

Der legendäre US-Soulsänger Ray Charles ist tot. Charles sei am Donnerstag im Alter von 73 Jahren an den Folgen einer Leberkrankheit gestorben, sagte sein Agent in Los Angeles.

Der Sänger sei umgeben von Angehörigen und Freunden in seinem Haus in Beverly Hills gestorben. Lieder wie "Georgia on My Mind" und "I Can't Stop Loving You" hatten den Jazzmusiker weltberühmt gemacht. Charles war seit dem Alter von sieben Jahren blind.

"Arrangements im Kopf"

Neben einem sehr feinen Gehör verfügte der Pianist, Sänger und Komponist über ein erstaunliches Gedächtnis. "Ich kann mich an mein Büro setzen und ein ganzes Arrangement im Kopf schreiben, ohne einmal ans Klavier zu gehen", erzählte Charles gerne.

Musik-Mix als Leidenschaft

Der im Alter von sechs Jahren erblindete Musiker hatte in seiner Karriere so gut wie alles "gemacht" und manches sehr erfolgreich zusammengemixt, was ihm an populären Musikrichtungen begegnet ist.

Eine hat er Anfang der 50er Jahre sogar selbst geschaffen, und zwar aus der seinerzeit als revolutionär anmutenden Verbindung des weltlichen Blues der einfachen Leute mit den Gospelgesängen der Kirche.

Kirchenlieder wurden erotisch

Das trug ihm den Ehrentitel "The Genius of Soul" ein, wenn auch zum Ärger so mancher Prediger. Charles wandelte Loblieder auf den Herren in erotische Songs um. Aus "My Jesus is all the World to Me" wurde zum Beispiel "I got a Woman".

Den Gospel-Gesang arrangierte er als Hintergrund zu deftigem Blues. "Soul ist, wenn du einen Song zu einem Teil von dir machst - einem Teil, der so wahr ist, ist dass die Leute wirklich glauben, dass du alles selbst erlebt hast", sagte er einmal.

Perfektionist und Multiinstrumentalist

Meisterschaft erreichte der Sohn eines Eisenbahners und einer Wäscherin aus den Südstaaten bei fast allem, was er musikalisch ausprobierte.

Ob als Sänger oder Arrangeur, Pianist oder Organist, Saxofonist, Trompeter oder Orchesterleiter - stets bescheinigte die Kritik ihm ein hohes Maß an Perfektion.

Dafür und natürlich auch für seinen enormen kommerziellen Erfolg wurde der Mann mit der markanten rauen Stimme mit Preisen überschüttet, darunter auch zahlreiche Grammys.

Musikstile keine Grenzen

Weil er im Rythm & Blues genauso bewandert ist wie im Jazz, Gospelmusik ebenso zu seinem Repertoire gehört wie Pop-Balladen Rock-Klänge und Countrysongs, nannte eine Musikzeitschrift Ray Charles "Amerikas multikulturellen Meister des Regenbogens".

Mit 17 erste Band

Das Klavierspielen erlernte er unter großen Anstrengungen an der St. Augustine School für Blinde in Florida, wo bald auch die Klarinette sein Instrument wurde. Mit 17 stellte er seine erste eigene Band zusammen.

1951 landete er seinen ersten großen Hit: "Baby, Let Me Hold Your Hand". Zahlreiche Songs erreichten Millionenauflagen. 1970 wurde sein Klassiker "Georgia On My Mind" zum offiziellen Song des gleichnamigen Bundesstaates.

Probleme mit Heroinabhängigkeit

Vier Jahre vorher hatte es so ausgesehen, als sei das Ende einer großen Karriere vorzeitig gekommen. Charles wurde wegen Heroinbesitzes festgenommen. Er gab zu, sich das Rauschgift seit seinem 16. Lebensjahr gespritzt zu haben. Damals war er Vollwaise geworden.

Er entschloss sich zu einer qualvollen Entziehungskur. "Nach drei Monaten hatten mich die Ärzte wieder hingebogen und seitdem brauche ich den Stoff nicht mehr."

Wollte kein "Monument" sein

Als einen der "komischsten" Titel, die ihm je verliehen wurden empfand er stets den eines "Monuments der Musikgeschichte".

Quelle: http://www.orf.at/040610-75172/75173txt_story.html

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