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Gast The lonely marksman

Die Erlösung

6 Beiträge in diesem Thema

Am heutigen 20.Mai 2004 um 18.47 Uhr war es soweit, unser SK Austria Klagenfurt war zum fünften Mal in seiner Vereinsgeschichte (nach 1963, 70, 76 und 89) aus der höchsten Spielklasse der Republik abgestiegen!

Ein letztes Mal hatte unser Verein nach dem starken 2:0 gegen den SK Sturm am vergangenen Samstag gerufen und über 400 Kärntnerinnen und Kärntner waren seinem Ruf ins Favoritner Horr-Stadion gefolgt. Bei der vormittägigen Abfahrt vorm heimischen Wörthersee-Stadion hatten wir Barrakudas sofort den schäbigsten aller Busse gekapert, im Spaßmobil des öffentlichen Nahverkehrs ging es, frei von gelben Trikots, "Speedy Gonzales"-Fanatikern und Fuchs-Stofftieren, in Richtung Bundeshauptstadt. Immer in der Nähe unseres Gefährtes waren dabei die am letzten Samstag bei der Mini-Eskalation in heimischen Gefilden vollkommen überforderten Helden der öffentlichen Sicherheit, unsere tolle "Fanpolizei". Diese war, wie auch das Exekutivaufgebot vor Ort im Auswärtssektor am Verteilerkreis, in doppelter Stärke angetreten, was doch viel über die zuletzt arg gestiegene Verunsicherung unserer selbsternannten "Freunde und Helfer" aussagt.

Im Horr-Stadion selbst war unser Mob zum zweiten Mal auf der Osttribüne untergebracht, wobei sich der supportwillige Teil aus der Süd wie üblich an vorderster Front positionierte. Zum Intro der 90 vorerst letzten Bundesligaminuten unseres Vereines hatten wir unsere drei Schwenkfahnen und ein wenig violett-weißen Rauch mitgebracht, was die gelbverliebten Teile unseres Anhanges wie gewohnt verblassen ließ. Zumindest bei uns war die Hoffnung auf den in der letzten Runde noch irgendwie erzwingbaren Klassenerhalt ohnehin von Beginn an recht klein, zwei Rushfeldt-Tore zwischen der 21. und 27.Minute und der Zwischenstand aus Graz (4:1 für Sturm zur Pause) machten aber schlussendlich ohnehin jeden Hoffnungsschimmer zu nichte.

Dementsprechend lahm war der Support von unserer Seite in den ersten 70 Minuten auch. Zwar ging es um den Klassenerhalt, aber eben jenen des gelben Kelag-Vereines, in dem so viele von uns einen Plastik-Klub sahen und sehen. Richtig rund ging es dann gegen Ende der Partie. Als Mitte der zweiten Hälfte alles gelaufen war und die Austrianer aus Wien dem dritten Tor näher waren als unsere Jungs dem Anschlusstreffer, begannen wir unsere Abschiedsparty zu feiern. Bezeichnender Weise violette Rauchschwaden über dem Auswärtsblock und unser aus dem Nebel hervorgehendes Barrakudas-Spruchband "Ob Treibach oder Wien, wir fahren hin!!!" läuteten eine auch akustisch anständige Verabschiedung aus der höchsten Spielklasse ein. Nach 91 gespielten Minuten war es dann soweit, unsere Austria war abgestiegen und das Kapitel Bundesliga war beendet. Die für diesen Absturz verantwortlichen Personen sind seit langer Zeit bekannt und diese Herren (Hafner, Steindorfer und Co) mögen sich in einer stillen Minute einmal den Kopf darüber zerbrechen, warum der Abstieg vom gesamten mitgereisten Anhang derart emotionslos hingenommen wurde. Keine einzige Träne, wie man sie von vergleichbaren sportlichen Tragödien kennt, wurde vergossen - ein Beweis der besser nicht sein kann, dass dieser Verein mit seiner Schritt für Schritt verkauften Identität in dieser Form niemandem mehr nahe geht.

Von diesem Standpunkt aus ist es vielleicht nicht das Schlechteste, dass in einer der unteren Ligen (bei einem Kelag-Ausstieg dürfte die Zweitligalizenz wohl arg wackeln!) ein Neuanfang gestartet wird. Es ist an der Zeit, zurück zu den Wurzeln zu gehen - mehr denn je. 28 Neuzugänge wurden in drei Bundesligajahren verpflichtet, die Zahl jener, die das Team wirklich verstärkt haben, lässt sich an einer Hand abzählen. Dazu die groben Verfehlungen in den Bereichen Marketing, Öffentlichkeitsarbeit und Vereinsführung - der FC Kelag gibt nicht erst seit dem nun feststehenden Abstieg ein eher jämmerliches Bild ab. Nun ist aber die Chance da, einen Neuanfang zu initiieren, die Fehler der Vergangenheit wieder gut zu machen. Allerdings kann und wird dies nur gelingen, wenn sich einerseits die verantwortlichen Totengräber des Kärntner Fußballs selbst aus diesem Spiel nehmen und wenn andererseits wir Fans und Freunde des Clubs jetzt umso intensiver dafür Eintreten, dies zu verwirklichen, was wir uns schon so lange wünschen: Einen echten Kärntner Verein, der, traditionsbewusst und Rücksicht nehmend auf das Umfeld, in das er "eingepflanzt" ist, wieder für etwas steht, auf das alle Kärntnerinnen und Kärntner stolz sein können und für den wir Fans unseren Violetten mit Herz, Enthusiasmus und Leidenschaft überall hin folgen - egal in welcher Liga!

In diesem Sinne sei unserem Verein eine Zukunft gewünscht, in der er wieder zu dem werden kann, was wir so lieb(t)en. SK Austria Klagenfurt 1920 - You'll never walk alone!

s5.gifSK Austria Klagenfurt 1920 s5.gif

bearbeitet von The lonely marksman

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:super:

Diesen Text sollten sich gewisse Herren der Vereinsführung einmal verinnerlichen und darüber nachdenken, ob sie sich nicht doch lieber zurückziehen wollen.

Was aber natürlich nicht passieren wird.

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Mein Gott!

Der FCK kann einem ja Leid tun, denn ich wollte unbedingt das Sturm Graz absteigt (das der Kartnig :hammer::angry::hammer: endlich sieht das er gescheitert ist!)

Hoffe das der FCK bald wieder oben ist! :king:

Viel Glück aus dem Burgenland! :super:

Forza SVM! :clap::clap::clap:

Forza Chelsea! :clap::clap::clap:

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Passend dazu:

Vom Neuen, der nie kam, und anderen Irrtümern

Sie tauchten oft genug in der Menge unter, die Neuzugänge des FC Kärnten, die sich sehr bald als Fehleinkäufe herausstellten. Die Irrtümer auf dem Personalsektor häuften sich und so ließen sie sich bald nicht mehr vertuschen. Spätestens im vergangenen Herbst wurde die Mannschaft so stark wie ihre schwächsten Glieder. Die jahrelangen schlechten Erfahrungen machten die Klubführung aber nie schlauer.

Nur Benny zeigte auf. Zu Jesus Junior und Dave Zafarin stießen im Frühjahr Bogdan Zajac, Jerzy Brzeczek und - nein, doch nicht - Ansgar Brinkmann. Ein einzigartiger Fall für das Kuriositätenkabinett der Bundesliga. Der Deutsche besetzte trotz Operation einen Platz, der immer vakant blieb. Er sollte den unrühmlichen Höhepunkt der langen schwarzen Liste darstellen.

Besonders positiv aufgefallen ist im Frühjahr nur Benny Akwuegbu. Den Nigerianer hatte Trainer Peter Pacult allerdings zunächst zu selten und/oder zu kurz eingesetzt. Torhüter Zeljko Pavlovic hielt zunächst, was man sich von ihm versprochen hatte, fing aber auch vermeidbare Treffer ein (Rapid).

Pacults Irrtümer .Der Trainer verteidigt die nur sporadischen Einsätze für Akwuegbu damit, dass dieser nicht voll fit zum FCK gestoßen sei. Das könnte auch eine Schutzbehauptung sein, denn für Pacult galt der Afrikaner als Constantini-Erfindung. So wurde der freilich erst in letzter Sekunde zum Klub gestoßene Benedict ein Opfer der Rivalität zwischen dem Trainer und dem Ex-Sportdirektor.

Spielerisch entwickelt. Spielerisch hat sich die Mannschaft ohne Zweifel stark weiter entwickelt, ein Verdienst von Trainer Peter Pacult. Allerdings wirkte sich die (laut Betroffenen) überlange Härte des Trainings (bis zwei Wochen vor Meisterschaftsende gab es "Vorbereitung") negativ aus. In den Auswärts-Partien gegen Mattersburg und Sturm waren die Spieler "tot". Die in überlegen geführten Matches nicht erzielten Tore bzw. kassierten Treffer sind auch als Konzentrationsmängel als Folge geistiger Müdigkeit zu sehen. Sie aber entschieden.

Auch unter Pacult blieb der FCK stets Schlusslicht und war am Ende fast genau so weit entfernt wie am Anfang.

Kleine Online

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Berufsbedingt komme ich erst jetzt dazu, mich zu äussern:

wieder ein toller, treffender Artikel von den Barrakudas - dem eigentlich nichts mehr hinzuzufügen ist, und dem eigentlich nur mehr Taten folgen sollten. Und zwar von Hafner und Steindorfer, indem sie ihre Siebensachen packen und verschwinden.

Ich unterlasse es hier, zu schreiben, was ich von diesen beiden Kreaturen halte - es würde den Anstand verletzen, sicher aber nicht deren "Ehre", denn sowas besitzen die beiden Ratten nicht. Denn würde sich noch ein Funken Anstand in den aufgedunsenen, verfetteten Körpern befinden, würden sie freiwillig gehen. Das tun sie aber nicht.

Massive Fanproteste, mit denen Druck ausgeübt werden könnte werden nicht stattfinden - teils in Ermangelung an Massen, teils in Ermangelung an Fans, die sich mit der traditionellen Klagenfurter Austria identifizieren können und leider ein Großteil der Kärntner Fußballfans dem Retortenklub FC Kelag-Dottergelb zugetan sind - auch ein Beweis, wie Traditionen bei uns "hochgehalten" werden. Auch dies ein "Verdienst" der beiden Grindbatzen an der Vereinsspitze, die einzig und allein dem schnöden Mammon huldigen - und diesen auch weiter in ihre Privatschatulle scheffeln werden.

Noch einmal eine "Gratulation" an dieses Management, die tatsächlich das fast unmögliche Kunststück vollbracht haben, einen im Grunde sportlich soliden Verein in die 2. Liga zu "führen", und das mit dem dritthöchsten Budget eines Vereines in der Bundesliga. :clap::clap::clap:

Bei Unternehmen in der freien Marktwirtschaft, wo Manager so fahrlässig agieren, rollen normalerweise Köpfe, folgen strafrechtliche Untersuchungen auf Verdacht der fahrlässigen Krida etc. Bei uns? Fehlanzeige.

Hier wäre auch der Präsident gefragt. Aber anscheinend verlaufen die Seilschaften dem Erfolg kontraproduktiv entgegen.

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