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thedragonlord

Filmbericht - TROJA

19 Beiträge in diesem Thema

Eingriffe mit dramatischen Folgen

Homers "Ilias" setzt im zehnten Jahr des Trojanischen Kriegs im 12. Jahrhundert v. Chr. ein. In Kleinarbeit gibt der Dichter jedem seiner etwa 1000 Helden Attribute. Die Handlung erstreckt sich über 51 Tage, davon schildert der Dichter vier Kampftage. Bei Petersen jedoch beherrschen gigantisches Kampfgetümmel zwischen Computer generierten Massen der Achäer und Danaer einerseits und der Trojaner anderseits, sowie exzellent choreografierte Zweikämpfe das Geschehen.

Immer wieder betont Petersen in Großaufnahme Leid und Elend durch die Folgen des Kriegs. Einerseits ist verständlich, dass Homers Götterwelt in einem Film, der uns einen uralten Sagenkreis näher bringen will, fast ausgespart bleibt, anderseits verschiebt der Eingriff die dramaturgischen Gewichte immens: Bei Homer werken Helden wie Achilles und Hektor und auch Antihelden wie Paris als Schachfiguren der Götter. Bei Petersen sind sie - sehr heutig - zwar selbstbestimmt, aber nur mehr Marionetten ihrer Machtgier und Triebe.

An der eindeutig stärksten und am meisten beeindruckenden Szene des Films kann aufgezeigt werden, wie in "Troja" der Mythenstoff zurechtgebogen wird. Der schier unbesiegbare Kämpfer Achilles hat den ebenbürtigen Trojaner Hektor im Zweikampf getötet und die Leiche ins eigene Lager geschleift. Bei Homer rafft nun Troja-König Priamos alle Schätze zusammen, um Achilles die Leiche Hektors "abzukaufen". Achilles nimmt den Schatz und übergibt, auf göttliche Weisung hin, den toten Sohn dem Vater. Im Film "Troja" schleicht Priamos wie ein Bettler, mit leeren Händen, in das Zelt von Achilles, fällt ihm zu Füßen und bittet um seinen Sohn. Achilles rührt das Leid des Vaters und gesteht ihm eine zwölftägige Friedensfrist zur würdigen Bestattung Hektors zu. "Wir sind Feinde", sagt Achilles, "aber auch Feinden muss man Respekt erweisen." Eine Botschaft, die sich weder in die irakischen Gefangenenlager der Amerikaner noch bei der Al-Kaida herumgesprochen hat. Peter O`Toole als Priamos und Brad Pitt als Held, der sich auch seiner Tränen nicht schämt, sind in dieser Szene Oscar verdächtig. Lehrer, die ihre Schüler zu Unterrichtszwecken in den Film "Troja" führen, werden jedenfalls in der Nachbereitung eine Menge zu tun haben, um die sehr verschlankte Handlung mit Kinotauglich verdrehten Charakteren auf die ursprüngliche Dimension des vielschichtigen, in Rede und Gegenrede spannend entfalteten Epenstoffes zurückzuführen.

© SN

Nun ja, ich habe mir den Film gestern antun dürfen. Ich sag's mal so, wenn nicht ein paar gleichgesinnte Freunde mit mir im Saal gewesen wären, hätte der Film in unserer persönlichen Wertung sicherlich nicht so gut abgeschnitten, wie er es mit unseren Zwischenkommentaren getan hat.

Alles in allem muss man sagen, er ist ganz gut gemacht, sorgt für ein paar Stunden Kurzweil aber mehr nicht.

Wenigstens haben die Produzenten vor dem Abspann noch zugegeben, dass sie von der Ilias 'inspiriert' waren, damit wenigstens niemand der Meinung sein könnte, dass sich die Geschichte wirklich so zugetragen hat.

Als Abschluss der letzte persönliche Kommentar: Kein Film, den ich mir unbedingt ein zweites mal anschauen muss.

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am besten hat mir gefallen als 40.000 griechen gegen 40.000 trojaner am strand kämpfen (2. angriffswelle) - der hektor vermeindlich den achilles töt - dann aber alle drauf kommen das es der cousin von ihm war - dann schaun sich alle an und die trojaner sagen "es reicht für heute es ist genug blut geflossen für heute" und alle gehen friedlich nach hause - hätte nur noch gefehlt das die griechen gesagt hätten "geh na bleibts no do wir san so weit gfoarn"

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Frage an diejeneigen, die sich wie ich für Mythologie interessieren und den Film gesehen haben:

Ist der Film dem Werk des Homes nah?

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Frage an diejeneigen, die sich wie ich für Mythologie interessieren und den Film gesehen haben:

Ist der Film dem Werk des Homes nah?

Wenn man nach allen Rezensionen geht:

Entschieden nein. ;)

Ich glaube sowieso nicht dass man abertausende Verse in Hexametern in

einen Kinofilm pressen kann...

bearbeitet von LowFive

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Ich war ehrlich gesagt ein bischen enttäuscht vom Film!

Ich könnt nich sagen, er war schlecht aber sicher kein Film der mir in ewiger Erinnerung bleibt;

Ob der Film sich an Homer hält?

Soweit ich mich noch dunkel an Homer erinnern kann, auch ein eindeutiges NEIN, leider!

Die Schlachtszenen waren nicht schlecht, leider zu wenig, so wie ich es in meiner damaligen Stimmung empfunden habe :D

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naja, ein ganz netter film...

wenn man nicht unbedingt erwartet die sage nacherzählt zu bekommen

aba in gewisser weise ist achiles ein großer held....

er hat eine tempel jungfrau (mir fallt ihr name jez nit ein) "geknackt" *fg*

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,+19 May 2004 - 12:20] Ob der Film sich an Homer hält?

Soweit ich mich noch dunkel an Homer erinnern kann, auch ein eindeutiges NEIN, leider!

Welchen Sinn soll der Dreck dann haben? Hat sich Homer dazu schon geäußert?

Hat mich eh gewundert, dass er sein Buch für so einen Film hergibt.....

bearbeitet von sstbonobo

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Film ist nicht schlecht, teilweise ziemlich witzig, gottseidank nicht zu schnulzig.

Hat allerdings wenig mit der tatsächlichen gschicht zu tun. (aber so bleibt die Spannung wenigstens etwas erhalten)

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Film ist nicht schlecht, teilweise ziemlich witzig, gottseidank nicht zu schnulzig.

Hat allerdings wenig mit der tatsächlichen gschicht zu tun. (aber so bleibt die Spannung wenigstens etwas erhalten)

also ich würd sowas einfach künstlerische freiheit nennen - muss ja net alles so sein wie des buch oder? war ja glaub ich auch bei den 3 Ringen net wirklich alles gleich oder!?

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Film ist nicht schlecht, teilweise ziemlich witzig, gottseidank nicht zu schnulzig.

Hat allerdings wenig mit der tatsächlichen gschicht zu tun. (aber so bleibt die Spannung wenigstens etwas erhalten)

also ich würd sowas einfach künstlerische freiheit nennen - muss ja net alles so sein wie des buch oder?

:wos?:

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Der Film war absolut meins, hat mir sehr gut gefallen, zudems mein meist erwarteter Film heuer war.

Vor allem Brad Pitt war wirklich herrlich arrogant und dabei immer souverän, cooler gehts kaum!

Ein paar Kritikpunkte hab ich aber natürlich schon: Die CGI-Effekte waren v.a. bei den Helikopter-Szenen relativ schwach..man hat eindeutig gesehen, dass das alles ausm Computer gekommen ist - kein Vergleich zu zB LOTR.

Eine Helena muss mMn dunkelhaarig sein, eine Blondine?! wtf? ;)

Ansonsten sind die gschichtlichen Mängel natürlich herauszuheben, was die Macher des Movies durch das "inspiert von Homers Ilias" allerdings auch geschickt abgefangen haben!

Alles in allem ein hervorragender Film, den ich mit jederzeit wieder anschauen werde, sobald die DVD raus is!

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