Angeregt durch dieses Posting zum letzten Vorbereitungsspiel
Amarch sagte am 05. February 2012 - 16:57:
- Der Vorwärts hat 2 mal einen Rückstand aufgeholt. Keine Selbstverständlichkeit bei einem Probegalpp bei diesen äußeren Bedingungen.
Also: Wir alle sind es gewohnt, "die Vorwärts" zu sagen, ein selbstverständlicher und schöner Ausdruck der Verbundenheit zu unserem Verein. ("Ich schau mir die Vorwärts an").
Aber: war das schon immer so? Gefühlsmäßig sage ich nein, denn ich glaube mich erinnern zu können, dass dieser weibliche Artikel eher ein Produkt der Unterhaus-Zeit ist. Ich kann mich täuschen, aber ich bilde mir ein, dass es in den 80ern und 90ern auch unter uns Fans eigentlich nur "Vorwärts", dh ohne Prädikat, geheissen hat ("Ich schau mir Vorwärts an").
Nun kommt es aber: In der 50-Jahres-Festschrift aus dem Jahre 1969 ist durchgehend die Rede von "dem Vorwärts", offenbar hat man das männliche Prädikat von "der Sportklub Vorwärts" auf die Kurzform "der Vorwärts" übertragen("Ich schau mir den Vorwärts an"). "Der Vorwärts" - das tut in unseren heutigen Ohren fast weh. Nun könnte man meinen, gut das war eine verrückte Idee in den 60er Jahren, aber aus dem Text dieser Festschrift ist zu ersehen, dass der Autor schon seit zumindest 1926 im Verein tätig war (er beschreibt seine Ablehnung des Beitritts zum Arbeiter-Fußballverband VAFÖ). Vermutlich handelt es sich dem Impressum nach zu schließen um Viktor Molterer oder Willi Zehetner, seit 1920 bzw. 1922 Vereinsmitglieder. Mit anderen Worten: Ganz offenbar haben die Pioniere unserer Vorwärts selbst in Wahrheit nicht "die" sondern "der Vorwärts" gesagt.
Was sagt ihr dazu? Können die älteren User das bestätigen? Wie hat man in den 50er gesagt? Was steht in der 30er-Festschrift von 1949? Und ist der weibliche Artikel wirklich erst eine relativ junge Erfindung?



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