Zitat
Basis dafür ist die von Sportdirektor Willi Ruttensteiner erstellte Analyse der Ist-Situation der österreichischen Nationalmannschaften. Dies reicht von den sportlichen Bilanzen von A- und Nachwuchsnationalteams in den letzten zehn Jahren über die Erkenntnisse zum Spielerpotenzial der österreichischen Fußballer, die Performance der heimischen Klubs im internationalen Vergleich bis hin zu einer Bestandsaufnahme des „Teams hinter dem Team“. Eine Erkenntnis sticht bei dieser Analyse heraus: Im Bereich des A-Teams konnte im Gegensatz zu den Nachwuchsauswahlen, die sich seit 2003 sieben Mal sportlich (und einmal als Gastgeber) zu EM- oder WM-Endrunden qualifizieren konnten, das Potenzial bisher nicht voll ausgeschöpft werden konnte.
Folgende Strukturänderungen wurden daher beschlossen
* Die individuelle Förderung der Spieler, auch in der Persönlichkeitsentwicklung, wird weiter intensiviert. Damit soll ein Fokus auf die Entwicklung von Führungsspielern gelegt werden.
* Um eine Durchgängigkeit im sportlichen Bereich von U15- bis A-Nationalmannschaft und in weiterer Folge auch in den Akademien zu gewährleisten, wird eine österreichische Spielkultur und –philosophie entwickelt, wobei federführend Teamchef und Sportdirektor dafür verantwortlich zeichnen.
* In der Organisationsstruktur wird der Bereich des A-Nationalteams direkt in die Direktion Sport eingegliedert.
* Die gesamte sportliche Konzeption obliegt dem Sportdirektor und dem Teamchef, wobei eine genaue Aufgaben- und Kompetenzverteilung erarbeitet wurde.
* Im Betreuerstab des Nationalteams werden vermehrt Spezialisten aus den verschiedensten Bereichen zum Einsatz kommen. Neben Assistenz- und Tormanntrainer, werden auch weiter Fitnesscoach(es) sowie zusätzlich Sportwissenschaftler und Sportpsychologe im Einsatz sein. Auch im sportmedizinischen und organisatorischen Bereich sind ebenso wie in Spiel-/Videoanalyse bzw. Scouting Optimierungen geplant. Der Großteil des Betreuerteams wird bis zur Kadernominierung (2. November) für das Länderspiel Ukraine vs Österreich fixiert sein.
Klare Aufgabenverteilung zwischen Sportdirektor und Teamchef
Ein Kernpunkt der Strukturänderungen ist die Aufgabenverteilung zwischen Sportdirektor und Teamchef. Diese sieht künftig so aus:
Der Sportdirektor ist ab sofort u.a. verantwortlich für
- Erarbeitung der langfristigen Strategie für die Nationalmannschaft
- Sportliche und administrative Leitung der Direktion Sport
- Bindeglied zwischen Teamchef, Trainer/Betreuer, Spieler und Verband
- Konzeption bzw. Präzisierung einer durchgängigen ÖFB-Spiel- und Trainingsphilosophie in Abstimmung mit dem Teamchef
- Bestellung der Betreuerstäbe von Nationalmannschaften (in Abstimmung mit Präsidenten und Generaldirektor)
- Koordination zwischen Nachwuchsnationalmannschaften und dem A-Nationalteam, sowie Unterstützung der Nachwuchsnationaltrainer und des Teamchefs
- Bindeglied in sportlichen Belangen zwischen ÖFB, Bundesliga, Landesverbänden und Klubs
Dem Teamchef obliegen u.a. folgende Aufgaben:
[b]- Sportliche Leitung der Nationalmannschaft
- Lenkung des Betreuerstabes der Nationalmannschaft
- Vorbereitung, Planung und Durchführung von Teamlehrgängen und Spielen der Nationalmannschaft
- Einberufung, Aufstellung und Taktik der A-Nationalmannschaft
- Evaluierung und Dokumentation der Teamlehrgänge und Spiele, sowie des gesamten Tätigkeitsbereichs in Rahmen eines zyklischen Berichtswesens
-- Konzeption bzw. Präzisierung einer durchgängigen ÖFB-Spiel- und Trainingsphilosophie in Abstimmung mit dem Sportdirektor
- Entwicklung eines standardisierten Sichtungsverfahrens
- Intensive Kontaktpflege mit den österreichischen Bundesligaklubs und den Klubs von österreichischen Spielern im Ausland, darin inkludiert sind auch Besuche von Trainings und Spielen
- Abhaltung von Meetings mit den Trainern und Sportdirektoren der Bundesligavereine
- Mitwirkung bei der Entwicklung des österreichischen Fußballs über die Belange des Nationalteams hinaus, wie beispielsweise in der Trainerausbildung, Talenteförderung, etc.
- Teilnahme und Mitarbeit bei Trainersitzungen und Klausuren der ÖFB-Sportdirektion
- Teilnahme an diversen ÖFB-Veranstaltungen, sowie Wahrnehmen von Werbe- und Sponsorterminen im Auftrag des Generaldirektors, sowie regelmäßige Medienarbeit
„Wir wollen uns international stets an den Besten orientieren, daher streben wir in Zukunft Kooperationen mit internationalen Spitzenklubs, Nationalverbänden, Universitäten, Instituten sowie Experten an, um immer am Puls der Weiterentwicklung zu sein“, stellt Leo Windtner fest.
„Mit der nun beschlossenen Struktur und den detaillierten Aufgaben- und Kompetenzzuordnungen wird dem neuen Teamchef Marcel Koller ein höchst professionelles Umfeld geboten. Ich bin überzeugt, dass wir damit einen Grundstein für zukünftige Erfolge des Nationalteams legen konnten. Unsere Ziele sind klar: Wir streben so rasch wie möglich die Rückkehr in die Top-30 der Weltrangliste an und haben uns die Teilnahme an den kommenden WM-, bzw. EM-Endrunden zum Ziel gesetzt“, so der ÖFB-Präsident abschließend.
90minuten.at
Dieser Beitrag wurde von GRENDEL bearbeitet: 21. October 2011 - 18:50



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