Geschrieben 19. April 2011 - 10:37
Der gestrige ZIB-Beitrag hat auch mich lange beschäftigt und zu Überlegungen zu den Aussagen von Pangl und Kirchschlager angeregt.
Die Aussagen von Pangl halte ich nicht für sehr intelligent. Sicherlich könnten hinter Schiebungen (wobei ich mich nur auf allgemeine Überlegungen beziehe und das keineswegs für die Vienna verstanden wissen möchte) ganze Vereine stehen.
Beispiel: ein Vereinspräsident tritt vor einem Match vor die Mannschaft und gibt an: "Burschen wir sind zur Zeit knapp bei Kasse und würde ich vorschlagen, dass wir uns über unsere Mittelmänner bei den Schlitzaugen (Achtung: Doppelbedeutung) in Asien einen Jackpot holen, indem wir in der ersten Halbzeit anzahen und dann aber nachlassen. Die Überprämie holen wir uns dann,indem wir den Gegen erst in den letzten fünf Minuten den Siegestreffer schießen lassen."
Diese Variante halte ich für unwahrscheinlich, da sie zu viele Mitwisser bedeuten würde und den Präsidenten für immer erpressbar macht.
Daher wird eine andere Variante die wahrscheinlichere sein. Nämlich dass einzelne kriminelle Subjekte Vereine für betrügerische Machenschaften missbrauchen. Dann sind jedoch die Vereine selbst die Verbrechensopfer und gehören entsprechend betreut und geschützt. Daher halte ich die Androhung den Verein lebenslang zu sperren eben nicht für intelligent, da hier das Opfer eine weitere Betrafung erhält und ich eigentlich dachte dass wir diese Zeiten (Beispiel: du bist selbst schuld, wenn du vergewaltigst wirst) bereits überstanden hätten. Unklug ist diese Ankündigung von PANGL jedoch aus deshalb, da ja kein Verein mehr an einer Aufklärung von Missverhältnissen interessiert wäre, wenn er dann selbst betraft werden würde.
Jedoch habe ich auch mit dem Interview unseres Managers keine besondere Freude gehabt. Sich mit leiser Stimme hinzustellen und zu sagen, dass wir unseren Bericht abgeliefert haben und sonst gilt die Unschuldsvermutung und stehen wir hinter unseren Leuten, kommt heute in der Allgemeinheit nicht mehr gut an. Dies ist der Standortsatz diverser ehemaliger Politiker, die damit schon ihre Pülchereien verharmlosen wollten. Ausserdem weiß der gelernte Österreicher, dass "es gilt die Unschuldsvermutung" nur eine medienrechtliche Aussage für Personen ist, für welche eigentlich die Schuldsvermutung gilt. Ohne Verdacht einer Schuld gibt es keine Unschuldsvermutung.
Ich glaube viel besser wäre es angekommen, wenn von Vereinsseite eine energische Aussage mit der bildliich Faust am Tisch gekommen wäre, welche in etwa gelautet hätte: "Wir wissen,dass es Verdachtsmomente gibt, diese konnte jedoch bis dato in keiner Weise bewiesen werden und konnten auch keinem Vereinsmitglied bis jetzt irgendwelches Fehlverhalten vorgeworfen werden. Der Verein wird jedoch auch in Zukunft alles daran setzen, sämtliche ermittelnden Stellen zu unterstützen und an der Aufklärung der Verdächtigungen mitzuwirken."
Ich glaube, dass derartige offensive Aussagen bei allen wesentlich besser ankommen würden und das Vertrauen in den Verein stärken würden.
Aber vermutlich hat unser Manager eh das beste gemeint nur ist es eben dadurch nicht so hinübergekommen. es gilt also auch für ihn die Unschuldsvermutung......