oberkampf sagte am 06. July 2010 - 12:34:
der artikel suggeriert aber etwas anderes, als dass zsak genauso alltagsrassist ist wie wir alle. er suggeriert. wenn dein post als zusatz im artikel erschienen wäre, dann wär das etwas anderes. so ist der artikel mmn aber schlicht unsinn.
Schau, es ist mir nur darum gegangen aufzuzeigen, dass es keine einfache Antwort auf die Frage "Alltagsrassits - Ja oder Nein?" gibt. Denn eine gewisse Zuordnung im Sinne von 'ich', 'wir' und 'die' braucht jeder Mensch, um in einem sozialen Gefüge überleben bzw. sich zurecht finden zu können. Geht man über die Straße und sieht einen Chinesen auf einem Fahrrad, dann denkt man als erstes "Chinese" und dann "Fahrrad". Geht man in den Käfig kicken und sieht dort einen Inder mit einem Barca-Dress, dann denkt man als erstes "Inder" und dann "Barca-Fan". Sitzt man im Park und eine ältere Frau mit übergroßem Koffer setzt sich auf die selbe Bank, denkt man zuerst "alte Frau" und dann "großer Koffer". Geht man ins Kino und sieht einen Afrikaner, der sich einen Burger reinhaut, dann denkt man zuerst "Afrikaner" und dann erst "Boah, ich hätt jetzt auch Guster auf sowas". Wir brauchen diese Zuordnungen, ohne diese Zuordnungen kann kein Mensch leben. Und das ist auch ganz natürlich und in den meisten Fällen harmlos. Wenn wir jetzt aber mit diesen Zuordnungen, die ja in erster Linie auf optische Merkmale zurückgehen, plötzlich andere Dinge verbinden, negative Aspekte, dann greift ein (alltags-)rassistisches Schema. Insofern ist meine Aussage auch zu verstehen, dass eben jeder Mensch
bis zu einem gewissen Grad alltagsrassist-isch ist. Noch einmal, es ging mir nur darum, dass es (mMn) keine Frage ist,
ob, sondern
wie sehr.
Zum echten Rassisten schaffen es dann eh nur die Leute, die so wenig Fähigkeit zur Selbstreflexion aufbringen, dass sie sich über diese Mechanismen nicht im Klaren sind.