herrgesangsverein sagte am 05 Oct 2009, 1:35:
ich glaube wir haben da vielleicht eine unterschiedliche auffassung, was solides wirtschaften bedeutet, oder vielleicht hast du einfach nur die "finanziellen probleme" etwas zu drastisch aufgefasst.
ich bin der meinung, dass in ried gerade deshalb, WEIL man bei finanziellen engpässen sofort konsequenzen zieht (angefangen von neuem bandensponsor bis hin zum verkauf des top-stürmers), gut gewirtschaftet wird.
in ried ist es nicht (kaum) möglich, große überregionale sponsoren zu finden und man beschreitet voller stolz den weg der regionalen anbindung von sponsoren und fans, man geht mit testspielen ins umland und ist sich nicht für sponsorentermine beim noch so kleinsten regionalen betrieb zu schade.
gerade dieses auf-dem-boden-bleiben macht den rieder weg zum vorbild für die neue bescheidenheit die jetzt bei den größeren klubs in den führungsetagen eingezogen ist. denn auch diese klubs haben genauso wie ried ihre limitierungen (natürlich auf einem höheren niveau) und es liegt an den vereinsverantwortlichen, diese zu erkennen und dementsprechend zu handeln.
die angst vor dem abstieg und vor finanziellen sorgen war natürlich eine gewisse überreaktion, die ich als typisch österreichisch bezeichnen möchte; vielleicht kann man sogar typisch menschlich sagen.
natürlich weiß ich das. mich störts nur, dass es sich anhört als ob die "big four" jetzt plötzlich das kluge wirtschaften erfunden haben und ried sich ein beispiel daran nehmen soll.
in wahrheit hätte damals beim ersten aufstieg von ried kein mensch daran geglaubt, dass wir uns einmal in der 13. bundesligasaison befinden werden.
die sv ried wäre schon lange wieder von der bildfläche verschwunden, wenn sie nicht diesen weg eingeschlagen hätte, den die "big four" jetzt auf höherem niveau bestreiten.
und genau aus diesem grund ist es auch möglich teilweise über seinen (sportlichen) verhältnissen zu leben und als sv ried auch einmal die dosen mit einer packung nachhause zu schicken oder als sk rapid dasselbe mit dem hsv zu machen.
man wird sehen, ob nach den guten ergebnissen jetzt wieder größenwahn einzieht oder ob man sich seine ziele weiterhin realistisch und bescheiden steckt.
Wenn man einen Vergleich zwischen Rapid und Ried zieht, so ergibt sich bei uns ein kleiner Anflug von Größenwahn nahezu immer, da ja hierzulande die Ansprüche ganz andere sind als bei den Riedern.
Daher denke ich, dass auch ein Verweis auf die Top 4 in Bezug auf ein vernünftiges Wirtschaften nur schwer zulässig ist. Der Rieder Weg ist sicher für einen Verein dieser Größe schwer in Ordnung (da können sich andere Teams wie z.B. Kärnten eine große Scheibe abschneiden).
Bei uns hat eben der ständige Erfolgsdruck ein finanzielles Chaos erzeugt (gepaart mit einigen Personen, die niemals auf die Position kommen hätten dürfen, die sie inne gehabt haben).
Aber gerade diese Erfahrung der letzten Jahre machen mich zuversichtlich, dass solche Blödheiten nicht so schnell wieder passieren.
Um noch kurz den Vergleich Rapid/Ried zu ziehen. Wenn bei uns Leistungsträger verkauft werden (Beispiel Hofmann oder Boskovic), dann wäre im Verein die Hölle los. In diesem speziellen Fall hat man eben das geringere Übel genommen und Jimmy und den Langen verkauft. Andere Dimensionen aber der selbe Weg.
Und nur aus diesem Grund habe ich auch den Vergleich gezogen, denn unbestritten bleibt, dass gerade bei Sturm, aber auch bei uns aus der Not eine Tugend gemacht wurde und diese Tugend dann zum Erfolg geführt hat.
Um wieder auf das eigentliche Thema zu kommen: auch aus den im Zuge unserer Diskussion angeführten Gründe glaube ich, dass sich so eine Art Dreiklassengesellschaft auf längere Sicht halten wird.
RBS, Rapid, Austria und Sturm als die "Top 4", dahinter dann Ried und der LASK in einem eher schmalen Mittelfeld und der "Rest" prügelt sich gegen den Abstieg.



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