Am Wochenende haben die letzten relevanten Länder ihre Meisterschaft beendet, somit ist wieder Zeit für meine Saisonbilanz
Bilanz österreichische Legionäre – Frühjahrssaison 2011 (Top 30-Ligen)
Anmerkung: Ich verfolge nur Legionäre in den Top-30-A-Ligen und (verkürzt) in den Top-10-B-Ligen in Europa (nach der UEFA-5-Jahreswertung, Stand Mai 2011), sowie, wenn sich Österreicher dorthin verirren, in Top-5-Ligen (nach IFFHS-Wertung) auf anderen Kontinenten (also heuer niemanden), und zwar jeweils im Profi-A-Kader . Nicht umfasst in meiner Aufstellung sind daher z.B. die A-Ligen in Ungarn, Slowenien und Albanien oder B-Ligen wie in Schottland und der Schweiz (Liechtenstein), wo es auch österreichische Legionäre gibt.
Neben der nationalen Meisterschaft kommen auch Champions League und Europa League (also in diesem Frühjahr nur diese) in meine Bilanz, die nationalen Cupbewerbe nicht.
Der Klammerausdruck neben dem Land des jeweiligen Vereins der Legionäre zeigt den Rang in der UEFA-Fünfjahresliste und damit die Stärke der Liga in Europa. Österreichs Bundesliga ist dort derzeit 19.
Von den 33 Legionären kamen 30 in dieser Frühjahrssaison in der Meisterschaft zum Einsatz, das ist immerhin dieselbe Anzahl wie im Herbst 2010. Nicht gespielt haben, wie zu erwarten, die Dreiergoalies Marco Knaller (Kaiserslautern) und Ramazan Özcan (Hoffenheim), aber auch Alexander Manninger (Juventus).
Hier nun die Bilanz der übrigen:
Paul Scharner (31), Westbromwich Albion, England (1.): In seiner fünfeinhalbten Saison in der besten Liga Europas und in seinem ersten Jahr in dem Birminghamer Vorort konnte unser Toplegionär seinen hohen Leistungsstandard halten. Auch bei Westbromwich war er von Beginn an Stammspieler, selbst wenn er immer wieder von seiner geliebten Mittelfeldposition in die Abwehr rücken musste. Er spielte 33 von für ihn möglichen 35 Begegnungen, davon 23 durchgespielt und nur 9x ausgewechselt. Einmal wurde er ausgeschlossen. Er machte auch heuer seine Tore, nämlich 4. Und letztlich erreichte er mit dem Aufsteiger den sehr guten 11. Platz. Über die letzten Jahre betrachtet ist und bleibt er unser beständigster Legionär, auch wenn er das im Nationalteam nicht immer zeigen kann.
Emanuel Pogatetz (28), Hannover 96, Deutschland (3.): Unser langjähriger Toplegionär gehört sicher zu den besten drei österreichischen Fußballern im Ausland in diesem Spieljahr. Er hatte sicher entscheidenden Anteil daran, dass der Abstiegskandidat des Vorjahres (15.) heuer sensationell den 4. Rang und damit die EL-Qualifikation schaffte. Somit war der Wechsel aus England für den Innenverteidiger ein klarer Aufstieg. Er spielte 28 der 34 Spiele, davon 26 durch (alle 17 im Frühjahr!), wurde 1x ausgewechselt und 1x ausgeschlossen, fehlte nur verletzungs- oder sperrebedingt. Ist wohl im Zenit seiner Karriere.
Christian Fuchs (25), FSV Mainz, Deutschland (3.): Auch der Leihspieler aus Bochum gehört zu den Top-3-Legionären in diesem Jahr. Viele haben ihm nicht so eine dynamische Leistung wie er sie auf der linken Flanke (meist Verteidiger, manchmal Mittelfeld) beim Erfolgsteam aus Mainz (5. und EL-Qualifikation nach 9. Rang im Vorjahr) brachte, zugetraut. Er war Stammspieler in einem Team, in dem sonst sehr viel rotiert wurde. Fuchs brachte es auf 31 Einsätze in 34 Spielen, spielte 28x durch, wurde 2x aus- und 1x eingewechselt, fehlte nur krankheitshalber oder wegen Sperre. Seine nach wie vor bestehenden technischen Schwächen kann er glänzend durch seine Schnelligkeit und couragierte Spielweise kaschieren. Mainz hat dieOption zu einer Fixverpflichtung gezogen, trotzdem ist nicht sicher ob er bleibt.
Andreas Ivanschitz (27), FSV Mainz, Deutschland (3.): Seit diesem Frühjahr nun endgültig Mainzer (kein Leihspieler mehr) hat er erwartungsgemäß eine „abwechslungsreiche“ Saison weitergespielt. Der Mittelfeldregisseur ist kein Stammspieler in der Mainzer Erfolgself, wird aber häufig „hineinrotiert“, wobei seine Leistungen dann von Top bis Flop ständig variieren. Er kam auf 20 von 34 Spielen (immerhin 12 im Frühjahr), 13x von Beginn an, spielte allerdings nur 3x durch, wurde 10x aus-, und 7x eingewechselt. Er schoss immerhin auch 3 Tore. Da er wirklich starke Konkurrenz in seiner Mannschaft hat, kann man durchaus sagen, dass er sich behauptet hat und eine weitere gute Zukunft in Mainz haben könnte.
Rubin Okotie (24), 1. FC Nürnberg, Deutschland (3.): Die erste Auslandssaison des (ehemaligen) Stürmertalents war eine völlig verpatzte. Erst war er monatelang verletzt, dann schien er am Ende der Herbstsaison den Anschluss zu schaffen, konnte sich aber auch im Frühjahr keineswegs gegen die Konkurrenz (die zugegebenermaßen überraschend stark war) durchsetzen. Ganze 4x wurde er in 34 Runden eingewechselt. Praktisch ohne ihn schaffte Nürnberg den hervorragenden 6. Platz, 10 Ränge besser als im Jahr davor. Entweder arbeitet Okotie nicht hart genug an sich, oder sein Talent reicht nicht für die Deutsche Bundesliga. Er wird wohl (leihweise?) wechseln.
Erwin Hoffer (24), 1. FC Kaiserslautern, Deutschland (3.): Die erste Saison als Leihspieler bei den Lauterern war eine durchwachsene. Der kleine, schnelle Stürmer wechselte ständig zwischen Startelf, Reservebank und auch Tribüne. Insgesamt kam er aber immerhin auf 24 Partien in 34 Runden, davon 11 von Beginn an (5x durchgespielt, 6x ausgewechselt) und 13 Einsätze von der Ersatzbank kommend, gleichmäßig auf Herbst und Frühjahr verteilt. Dabei schoss er auch immerhin 5 Tore. Auf seinen Verein kann er auch stolz sein, denn Kaiserslautern schaffte als Aufsteiger den sehr guten 7. Platz. Hoffer gehört Napoli, es ist sehr ungewiss, ob er am Betzenberg bleiben kann.
Clemens Walch (23), 1. FC Kaiserslautern, Deutschland (3.): Das „ewige“ Talent sollte mit dem ad-hoc-Wechsel von Stuttgart nach Kaiserslautern zu Beginn der Saison endlich den Durchbruch schaffen. Der Mittelfeldspieler hat nun zwar erstmals (von Beginn an) in der Deutschen Bundesliga gespielt, aber ein echter Erfolg war die Saison nicht. Vor allem im Frühjahr mit ganzen 4 Einsätzen ging es bergab. So kam er insgesamt auf 12 Einsätze in 34 Spielen, 5x von Beginn an, nie durchgespielt, sondern ausgewechselt, und 7x eingewechselt. Wie gesagt, es war sein Debut, aber ein wichtiger Teil der so erfolgreichen Lauterer war er nicht. Er könnte (leihweise) wechseln müssen.
David Alaba (19), TSG Hoffenheim, Deutschland (3.): Die Leihe von den Bayern zu Hoffenheim im Winter hat sich für den talentierten Mittelfeldspieler persönlich durchaus bezahlt gemacht. Bei seinem neuen Verein spielte er (hier meist im zentralen Mittelfeld) alle 17 Spiele durch und machte auch 2 Tore. Seine Leistungen waren insgesamt eher unauffällig, aber offensichtlich ungemein wichtig für die Mannschaft. Mit dieser Einsatzstatistik gehört er zu den positiven Erscheinungen des Frühjahrs. Hoffenheim erreichte wie im Vorjahr Rang 11, fiel aber im Frühjahr von Platz 8 noch zurück. Offen ist, ob Alaba zu Bayern zurückkehrt in Hoffenheim bleibt, was wohl besser für ihn wäre.
Andreas Ibertsberger (28), TSG Hoffenheim, Deutschland (3.): Der verlässliche Außenverteidiger beendete nun auch schon wieder seine dreieinhalbte Saison für den baden-württembergischen Provinzverein. Nach wie vor gehört er zu den kampfkräftigsten und lauffreudigsten Spielern der Bundesliga. Heuer kam er allerdings nur auf für ihn wenige 20 von 34 Spielen (immerhin 12 im Frühjahr). Daran, dass er 16 davon durchspielte, nur je 2x aus- und eingewechselt wurde, sieht man aber, dass er weiterhin meist Stammspieler war, wenn er nicht mit den heuer häufigen Verletzungen zu kämpfen hatte. Hat noch 1 Jahr Vertrag.
Martin Harnik (24), VfB Stuttgart, Deutschland (3.): Das Risiko von der zweiten in die erste Bundesliga zu wechseln, hat sich für den Offensivspieler auf der rechten Flanke gelohnt. Nachdem er im Herbst noch Edeljoker war (12 Einwechslungen), wurde er im Frühjahr (13x von Beginn an) Stammspieler bei den Schwaben. Insgesamt kam er auf 32 Einsätze in den 34 Spielen, 17x von Beginn an, davon 12x durchgespielt und 5x ausgewechselt. Aber er kam doch auch auf 15 Einwechslungen. Dabei schoss er respektable 9 Tore. Die beiden EL-Sechzehntelfinalspiele, nach denen Stuttgart ausgeschieden war, spielte er auch und schoss 1 Tor (insgesamt 5 in dem Bewerb). Stuttgart spielte allerdings entgegen aller Erwartungen gegen den Abstieg, rettete sich schließlich noch auf den 12. Platz (Vorjahr 6.). Es war die erste „reife“ Gesamtsaison für Harnik.
Marko Arnautovic (22), Werder Bremen, Deutschland (3.): Der Wechsel von Inter zu Bremen wurde als letzte Chance angesehen, damit das angebliche Supertalent noch eine Riesenkarriere schafft. Diese Chance hat er kaum genützt. Selbst im „braven“ Bremen fiel der Offensivspieler immer wieder durch Lustlosigkeit auf dem Feld und Disziplinlosigkeiten außerhalb auf. Dadurch kam er immerhin noch auf 25 Einsätze in 34 Runden, aber nur 15 von Anfang an, spielte 9x durch und wurde 6x ausgewechselt. 10 mal kam er von der Bank. Und er schoss auch nur mäßige 3 Tore. Obwohl der Vorjahrsdritte eine Katastrophensaison spielte und nur 13. wurde, konnte auch der Wiener keine Akzente setzen. Irgendwie fraglich, ob er seinen Vertrag bis 2014 erfüllen wird.
Sebastian Prödl (23), Werder Bremen, Deutschland (3.): Der Steirer absolvierte bereits seine dritte Saison, und es war leider nicht die beste. Er war zwar von Beginn an unbestrittener Stammspieler in der Innenverteidiger der Bremer, aber er spielte sehr verunsichert in einer insgesamt schlechten Abwehr und man hatte immer das Gefühl, er werde nur aufgestellt, weil keine Alternative da ist. Aber er spielte die ersten 25 Runden ohne Auswechslung durch, machte auch ein Tor, bevor er sich schwer verletzte und für die letzten 9 Runden ausfiel. Prödl ist sicher ein anerkannter Kaderspieler in Bremen, ob er in der Stammelf bleiben wird in seinem letzten Vertragsjahr, kann aber bezweifelt werden.
Martin Stranzl (31), Borussia Mönchengladbach, Deutschland (3.): Vom russischen Spitzenklub Spartak Moskau zum Tabellenletzten der Deutschen Bundesliga im Winter war nicht von vorneherein ein sportlicher Aufstieg für den routinierten Langzeitlegionär. Da er aber das fast unmögliche Ziel erreichte, mitzuhelfen die Gladbacher vor dem Abstieg zu retten, ist der Plan aufgegangen. Er spielte alle 19 Spiele (inklusive Relegation) durch und half entscheiden mit, die Abwehr zu stabilisieren. Damit schaffte man noch Platz 16 (Vorjahr noch 12.) und den Relegationssieg. Stranzl gehört zu den positivsten Erscheinungen der Legionäre, und dass er nicht mehr in der Nationalmannschaft spielt, kann nur zu unserem Nachteil gereichen.
György Garics (27), FC Bologna, Italien (4.): Nach seinem Wechsel von Bergamo nach Bologna war der rechte Außenverteidiger auch bei seinem neuen Verein zunächst Stammspieler. Doch je länger die Saison dauerte, umso schlechter wurden seine Leistungen, sodass er öfters auf der Ersatzbank landete. Nach der 24. Runde erlitt er einen Kreuzbandriss, der ihn für den Rest der Saison außer Gefecht setzte. So kam er nur auf 15 Einsätze in 38 Begegnungen (nur 2 im Frühjahr), 12x spielte er durch, 3x wurde er ausgewechselt. Mit Punkteabzügen wurde Bologna heuer 16. (Vorjahr 17.), ohne aber groß in Abstiegsgefahr gewesen zu sein. Ansich hat Garics noch 3 Jahre Vertrag in Bologna, aber seine Zukunft nach der Verletzung muss sich noch weisen.
Markus Berger (26), Academica Coimbra, Portugal (6.): Fast unglaubliche 4 Jahre spielt der Innenverteidiger nun schon für den eher kleinen Klub in Coimbra, und in diesem Jahr war er erstmals über die gesamt Saison unumschränkter Stammspieler, teilweise sogar Kapitän. Er hat sich zu einer verlässlichen Kraft in einer starken Liga gemausert. 27 der 30 Ligaspiele hat er durchgespielt, die übrigen 3 Runden war er verletzt. Obwohl Coimbra als Vorjahrs-12. und nach einer starken Herbstsaison nur 15. wurde, hat er bewiesen, dass er zu den stärksten Legionären gehört. Er hat noch ein Jahr Vertrag.
Marc Janko (28), Twente Enschede, Niederlande (9.): Auf dem Papier ist der Mittelstürmer der vielleicht erfolgreichste österreichische Legionär in dieser Saison gewesen. Mit dem Vorjahresmeister hätte er um ein Haar den Titel wiederholt (dann wurde es knapp doch nur der Vize-Meistertitel), dazu Cupsieger, wobei er das Siegestor im Finale schoss, in der Meisterschaft 14 Tore erzielte (somit die meisten seines Teams und übrigens auch aller österreichischen Legionäre), und über weite Strecken – bis auf die Schlussphase – Stammspieler war. Er kam auf 29 Einsätze in 34 Spielen, davon 22 von Beginn an (allerdings nur 9x durchgespielt und 13x ausgewechselt), und 7x kam er von Bank. Und auch in der Europa League war er mit dem Einzug ins Viertelfinale der erfolgreichste Österreich. Dort kam er im Frühjahr allerdings nur auf 3 Einsätze in 6 Spielen – 1x aus- und 2x eingewechselt, kein Tor. Trotz all dem waren seine Leistungen oft durchwachsen und er kämpfte laufend mit Verletzungsproblemen. Insgesamt aber ein gutes erstes Auslandsjahr für den Teamkapitän.
Tobias Kainz (18), SC Heerenveen, Niederlande (9.): Der seit 3 Jahren in den Jugendkadern von Heerenveen engagierte Steirer war auch heuer in der Amateurspielgemeinschaft Heerenveen/Emmen verpflichtet, rückte aber in der letzten Meisterschaftsrunde in den A-Kader des Mittelständlers (heuer 12., Vorjahr 11.) auf, wurde eingewechselt und feierte somit sein A-Liga-Debut. Ein Versprechen für die Zukunft.
Andreas Lasnik (27), Willem II Tilburg, Niederlande (9.): Die persönliche Bilanz des Mittelfeldallrounders in seinem ersten Jahr bei einem ausländischen A-Ligaklub ist ansich glänzend: Er hat 33 der 34 Meisterschaftsspiele absolviert, 32 von Beginn an, spielte 25x durch, wurde nur 7x aus- und 1x eingewechselt (im Frühjahr spielte er alle bis auf ein Spiel durch!), schoss sogar 9 Tore (allerdings einige aus Elfmetern), war der Spezialist für den ruhenden Ball – kurz das Um und Auf in der Stadt im Brabant. Dumm nur, dass sein Team die Schießbudenfigur der Liga war und als abgeschlagener Letzter (im Vorjahr noch Vorletzter und Relegation) aus der Eredivisie absteigen muss. Trotzdem könnte sich Lasnik in Holland einen Namen gemacht haben und dort seine Karriere fortsetzen. Tilburg wird er jedenfalls verlassen.
Ekrem Dag (30), Besiktas Istanbul, Türkei (10.): Der Allrounder (derzeit meist defensiv rechts eingesetzt) beendete seine dritte Saison beim Istanbuler Traditionsklub und seine bereits sechste Saison in seinem Geburtsland. Im Frühjahr kämpfte er sich wieder in die Stammelf, aus der er zu Beginn der Saison und dann während des Herbstes durch Verletzungen geflogen war. So schaffte er doch noch 16 Einsätze in 33 Partien (ein Spiel wurde strafverifziert), davon 12 im Frühjahr. Insgesamt spielte er 11x durch, wurde 4x ausgetauscht und 1x ausgeschlossen. In den zwei 1/16-Finalspielen der EL, wo Besiktas ausschied, spielte er nicht. Besiktas landete auf dem für dieses Team enttäuschenden 4. Platz (Vorjahr 4.), rettete die Saison aber mit dem Cupsieg! Dag bleibt eine feste Größe in der türkischen Liga.
Mario Hieblinger (33), FC Ergotelis, Griechenland (11.): Fünf Saisonen hat der Routinier aus Niederösterreich nun schon bei dem Verein im schönen Kreta absolviert, und die abgelaufene war für ihn besser als alle zuvor. Der Innenverteidiger, der zeitweise auch Kapitän bei den Heraklionern ist, hat 28 der 30 Begegnungen durchgespielt (gefehlt hat er nur wegen Verletzung), im Frühjahr fehlte er keine einzige Minute! Und er machte sogar 2 Tore. Ergotelis, das meist als Abstiegskandidat gehandelt wird, hat heuer auch den guten 8. Platz belegt (im Vorjahr 11.). Hieblinger dürfte sehr beliebt bei Ergotelis sein und hat seinen Vertrag um zwei Jahre verlängert.
Michael Gspurning (29), FC Xanthi, Griechenland (11.): Auch schon 4 ½ Saisonen spielt der Steirer nun bei dem nordgriechischen Mittelständler. Während die letzten zwei Jahre für ihn toll liefen, war er in dieser Saison nur zu Beginn gesetzt, nach einer Verletzung musste er vorübergehend auf die Ersatzbank, kämpfte sich aber ins Team zurück, bevor er zu Meisterschaftende verletzungsbedingt fehlte. So kam er heuer nur auf 20 von 30 Spielen, 19x durchgespielt, 1x eingewechselt. Bei Xanthi lief es allgemein lange nicht sehr gut, aber am Ende gab es mit Rang 9 gegenüber dem Vorjahr (13.) eine klare Verbesserung. Um Gspurning gibt es innergriechische Transfergerüchte.
Jürgen Macho (33), Panionios Athen, Griechenland (11.): Der langjährige Globetrotter ging zu den „kleinen“ Athenern, weil man ihm versprach, heuer vorne mitspielen zu können. Geworden ist es dann über weite Strecken ein Abstiegskampf, von dem sich der Klub erst in den letzten Runden befreite und mit Rang 10 nur einen Platz schlechter war als im Vorjahr. Macho leistete einen wichtigen Anteil, dass man nicht öfter Spiele verlor und war sicher (wieder mal) unser bester Tormannlegionär in dieser Saison Er spielte 27 der 30 Partien durch (fehlte nur, wenn er gesperrt war). Wo er nächstes Jahr spielt, scheint offen zu sein, obwohl er noch zwei Jahre Vertrag hat.
Sanel Kuljic (33), AE Larisa, Griechenland (11.): Nach der Trennung von seinem Schweizer Klub Xamax war der Wechsel Ende Jänner in die stärkere griechische Liga eine Überraschung. Großspurig verkündete der Stürmer, dass er dem Vorletzten Larisa aus der Abstiegspatsche helfen würde. Doch der Vorletzte (im Vorjahr noch 8.) kam auch in den verbleibenden 10 Runden mit Kuljic nicht von diesem Rang weg und steigt ab. Und selbst unter diesen Bedingungen war Kuljic offenbar zu schwach. Er kam nur in 5 der 10 Spiele zum Einsatz, 4x davon als Einwechselspieler, spielte nur 1x durch, machte kein Tor. Es ist zu befürchten, dass seine internationale Karriere, zumindest im Spitzenfußball, vorbei ist.
Hannes Eder (27), SönderjyskE, Dänemark (12.): Der Ausflug ins Jütland als Leihspieler hat sich für den Tiroler Verteidiger nicht ausgezahlt. Zunächst geplagt von Verletzungen, hat der den Sprung in die Stammelf nicht geschafft, ja oft nicht einmal auf den Spielbericht. In 14 Spielen kam er so nur auf 2 Einsätze, 1x durchgespielt und 1x eingewechselt. Sein Team schaffte (fast ohne ihn) den guten 7. Platz (Vorjahr 9.). Eder muss vorerst zu Rapid zurück.
Aleksandar Dragovic (20), FC Basel, Schweiz (16.): Das Risiko des doch recht abrupten Wechsels im Winter von Wien zum Schweizer Meister in eine doch etwas stärkere Liga hat sich für den jungen Innenverteidiger voll bezahlt gemacht. Nicht nur wurde er gleich absoluter Stammspieler – er spielte 16 der 18 Partien, und alle durch – und offenbar eine Stütze, sondern sein neuer Verein wiederholte auch den Meistertitel des letzten Jahres. Alle Anzeichen deuten auf eine tolle Karriere.
Thomas Prager (25), FC Luzern, Schweiz (16.): Der Wechsel vom LASK zum Schweizer EL-Teilnehmer (Luzern war im Vorjahr 4.), schien doch ein „Wiederaufstieg“ für den langjährig in den Niederlanden beschäftigten Mittelfeldspieler zu sein. Doch leider wurde ihm nur die Jokerrolle zugedacht. Während er diese im Herbst wenigstens regelmäßig ausübte, kam er im Frühjahr nur auf 5 Einsätze. So liest sich seine Bilanz mit 18 Einwechslungen in 36 Spielen, ohne ein einziges Spiel von Beginn an, nicht gut. Dazu sackte der Herbstmeister noch auf den 6. Platz zurück. Prager hätte noch Vertrag, wird aber Luzern im Sommer wohl verlassen (am wahrscheinlichsten Richtung Österreich).
Daniel Beichler (22), FC St. Gallen, Schweiz (16.): Was für eine miserable Saison für den scheinbaren Jungstar aus Graz! Nachdem er sich im Herbst bei Hertha BSC nicht im entferntesten durchsetzen konnte, wurde er im Winter nach an die Ostschweizer verliehen. Doch nicht nur, dass sein Leihclub als 10. und Letzter absteigen muss (im Vorjahr noch 6.), während sein Grazer Stammklub österreichischer Meister wurde, so kam Beichler auch hier kaum zum Einsatz: Er spielte nur in 6 Spielen, 3x von Beginn an und ausgewechselt, 3x eingewechselt. Da er sich also nicht einmal beim Schweizer Absteiger durchsetzen konnte, wird ihn wohl auch Hertha kaum zurückhaben wollen. Wartet wieder die 2. Deutsche Bundesliga?
Daniel Dunst (27), FC St. Gallen, Schweiz (16.): Da der Innenverteidiger zu Beginn der Saison keinen Vertrag mehr in Wr. Neustadt bekommen hatte und vereinslos war, war die Chance, die er in der Schweizer A-Liga bekam, doch sehr überraschend (begünstigt durch den österreichischen Sportdirektor Peischl). Und so schlecht ist seine Bilanz gar nicht: er spielte 11 der 18 Begegnungen, 9x von Beginn an und durch, und wurde 2x eingewechselt. Der Makel ist natürlich auch bei ihm der Abstieg der St. Galler. Er wird wohl weiterwandern.
Manuel Sutter (20), FC St. Gallen, Schweiz (16.): Diese war seine erste volle Saison im A-Kader der St. Galler, nachdem er in deren Juniorenteam langsam aufgebaut worden war und Ende der letzten Saison sein erstes Profispiel hatte. Es ließ sich auch gut an mit recht vielen Einsätzen im Herbst, aber im Frühjahr fiel er trotz der schlechten Leistungen auch des Rests des Kaders zurück und kam nur noch auf einen Einsatz. Insgesamt wurden es 12 Partien in 36 Spielen, 2 von Beginn an und ausgewechselt, 10x eingewechselt. Er hat ansich noch ein Jahr Vertrag, aber der Start in die Profikarriere könnte besser sein.
Daniel Sikorski (23), Gornik Zabrze, Polen (24.): Da er den Aufstieg von den Bayern Amateuren in die Deutsche Bundesliga nicht schaffte, nahm er den „Abstieg“ in die polnische Liga, in sein Abstammungsland, in Kauf. Beim Aufsteiger aus Oberschlesien konnte er sich immer besser in Szene setzen je länger die Saison dauerte. Im Frühjahr war der Stürmer Stammspieler, spielte alle Begegnungen. Insgesamt kam er auf 26 Einsätze in 30 Spielen, 20 von Beginn an, je 10x durch und ausgewechselt, 6x eingewechselt, und er schoss immerhin 6 Tore. Gornik schaffte den sehr guten 6. Platz. Hat Vertrag bis 2013.
Mein Fazit, diesmal schlagzeilenartig:
Internationale Klasse: Scharner, Pogatetz, Stranzl, mit kleinen Abstrichen auch Janko und neuerdings Fuchs
Auf dem Sprung zur internationalen Klasse: Alaba, Harnik, Dragovic
Guter Durchschnitt, aber verlässliche Leistungsträger: Ivanschitz, Ibertsberger, Prödl, Garics, Berger, Dag, Hieblinger, Gspurning, Macho, mit Abstrichen vielleicht auch Lasnik und Sikorski (die bei schwächeren Teams spielten)
Mit Potential, das sie aber (immer noch) nicht umsetzen können: Hoffer, Walch, Arnautovic
Möglicherweise vor einem Karriererückschritt aufgrund schwacher Leistungen: Okotie, Eder, Prager, Beichler, Dunst, Sutter, und die Torhüter Knaller und Özcan. Auch die Routiniers Manninger und Kuljic stehen am Scheideweg.
Übrigens schossen die über die Gesamtsaison eingesetzten 33 Feldspieler immerhin 64 Tore!
Im Blickfeld 2. Ligen kamen 11 der 13 Spieler mit A-Mannschaft-Verträgen zum Einsatz. Markus Obernosterer schaffte es bei Cottbus (erwartungsgemäß) meist nicht mal auf den Spielbericht, Ronald Gercaliu (Ingolstadt) war weiterhin dauerverletzt. Von den anderen brachten leider nur Korkmaz und Maierhofer und mit Abstrichen Weimann, Ertl und Säumel wenigstens über längere Strecken gute Leistungen.
Klammerausdruck ist hier die Platzierung des Klubs in der Meisterschaft.
Andreas Weimann (19), FC Watford (14. ), ENG: Für das Frühjahr von Aston Villa an die Londoner verliehen. Spielte 18 der 25 Spiele, 10x von Beginn an, aber nur 2x durch, 8x aus- und 8x eingewechselt, und er schoss 4 Tore. Recht gute Talentprobe, aber Watford sackte mit ihm ab.
Johannes Ertl (28), Sheffield United (23..), ENG: Letztlich war der Wechsel zu Sheffield innerhalb der englischen 2. Liga sportlich gesehen fraglich, denn sein Team stieg als 23. und Vorletzter ab. Spielte 27 der 46 Spiele, 24 von Beginn an, 16x durch und 8x ausgewechselt, 3x von der Bank. Nicht durchgehend Stammspieler, die letzten 9 Runden verletzt.
Marco Djuricin (18), Hertha BSC (1..), DE: Leider kam das Talent beim Zweitligameister und souveränen Aufsteiger im Frühjahr nur noch zu einer einzigen Einwechslung, somit zu 9 Einwechslungen in 34 Spielen, und seine 2 Tore stammen vom Beginn der Saison. Kaum zu erwarten, dass er in den Bundesligakader kommt.
Ümit Korkmaz (25), VfL Bochum (3.), DE: Von Frankfurt im Winter in den Ruhrpott verliehen, hat er sich recht gut eingefügt, aber leider in der Relegation den Aufstieg verpasst: Spielte 13 von 17 Spielen, 11x von Beginn an, 4x durch, 7x aus- und 2x eingewechselt, und er machte auch 3 Tore. Wird wohl zu Eintracht Frankfurt zurückkehren.
Stefan Maierhofer (28), MSV Duisburg (8.), DE: Er war die ganze Saison in den Ruhrpott verliehen und schlug ein. Er spielte 27 der 34 Spiele, alle von Beginn an, 13 durch, 14x wurde er ausgewechselt, in den letzten 6 Runden war er verletzt. Machte insgesamt 8 Tore, allerdings nur 2 im Frühjahr.
Jürgen Säumel (26), MSV Duisburg (8.), DE: Noch ein (Frühjahrs-) Leihspieler in Duisburg, aber er kam nur in 7 der für ihn möglichen 15 Spiele zum Einsatz, davon 3x von Beginn an und durch, 7x ausgewechselt. Plagte sich mit Verletzungen, ist nicht gerade am Karrierehöhepunkt.
Michael Langer (26), FSV Frankfurt (13.), DE: Der Tormann lässt sich in Deutschland immer tiefer durchreichen, um zu Einsätzen zu kommen, aber auch bei den Frankfurtern saß er fast die ganze Saison auf der Ersatzbank. 5 der 34 Spiele spielte er aber durch, weil er in den letzten 5 Runden den Stammgoalie verdrängen konnte.
Christian Pauli (19), VfL Osnabrück (16.), DE: Der Stürmer tauchte wie aus dem Nichts im Frühjahr im Kader der Osnabrücker auf, ist in Deutschland geboren. Er wurde in 6 von 19 Begegnungen eingesetzt, 1x von Beginn an und ausgewechselt, 5x eingetauscht, und er schoss 1 Tor. Leider steigt Osnabrück nach der Relegation ab.
Jürgen Prutsch (21), AS Livorno (7.), ITA: Leider entgegen den Erwartungen nur ein Mitläufer nach dem Abstieg in die 2. Liga. Er kam nur in 9 von 42 Spielen zum Einsatz, davon nur 2x von Beginn an (1x durch, 1x ausgetauscht) und 7x eingewechselt.
Radovan Mitrovic (19), FC Emmen (13.), NL: Der in Wien aufgewachsene Mittelfeldspieler mit serbischen Wurzeln kam früh in die Niederlande, wurde für das Frühjahr von Heerenveen zu dem Kooperationsklub verliehen. Er wurde aber nur in 5 von 16 Spielen eingewechselt.
Taner Ari (24), Tavsanli Linyitspor (6.): TUR: Schon sein zweiter Klub in seinem ersten Jahr als Fußballer in der Türkei, aber er kam nur in 3 von 18 Spielen (einschließlich Relegation, kein Aufstieg) zum Einsatz, 2x von Beginn an und ausgewechselt, 1x eingetauscht.
Dieser Beitrag wurde von Lampard bearbeitet: 04. Juni 2011 - 09:00