axelauslinz sagte am 09 Apr 2008, 13:25:
was sagt er da? ich bin in wien und beziehe derzeit keine oön
„Linz ist nicht bereit, alles dem Fußball unterzuordnen“
LINZ. Die EURO naht mit Riesenschritten, der LASK ist in der Bundesliga so erfolgreich wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Elf Fragen an den Linzer Bürgermeister Franz Dobusch (SP) über den Fußball und die Stadiondiskussion.
OÖN: Wann haben Sie zuletzt ein Fußballspiel im Linzer Stadion gesehen?
Dobusch: Das war heuer irgendwann einmal, bei einem Heimspiel des LASK. Ich weiß aber nicht mehr gegen wen. Ich weiß nicht mehr, also entweder war’s heuer oder im vergangenen Jahr.
OÖN: Wie sehen Sie die „Sportstadt Linz“ in 20 Jahren?
Dobusch: Sie wird erfolgreich positioniert sein in vielen verschiedenen Sportarten.
OÖN: Und wo, in welchen Stätten wird dieser Sport stattfinden?
Dobusch: Wir haben hervorragende Bezirkssportanlagen, auch Vereinssportanlagen, auch das multifunktionelle Gugl-Oval, die Bäder. Es gibt in Linz so viele Anlagen.
OÖN: Sind auf lange Sicht Fußball und Leichtathletik in einem Stadion sinnvoll?
Dobusch: Als öffentliche Hand müssen wir für verschiedene Sportarten die Stätten zur Verfügung stellen. Diese Aufgabe erfüllt Linz mit der Gugl.
OÖN: Wäre es denkbar, auf dem Gugl-Areal anstelle des Stadions ein Wohnprojekt zu realisieren?
Dobusch: Die Gugl ist eine Gesamtsportanlage. Ich hoffe, es will niemand die Intersportarena wegreißen, inklusive Parkplätzen. Eine Wohnanlage geht nicht. Außerdem frage ich mich, wer sich das da oben leisten können soll. Und wer will dann mitten in einer Sportanlage wohnen?
OÖN: Kann die Stadt auf die Verwertung der teuren Gründe um ca. 20 Mio. Euro verzichten?
Dobusch: Die Rechnung wird nicht aufgehen, da bliebe nicht so viel über. Sie müssen sich ja auch die Frage nach den Entsorgungskosten stellen, wenn Sie das Stadion dem Erdboden gleichmachen. Aber solche Fragen kommen heutzutage nicht gut an.
OÖN: Liegen Städte, die ihre Stadien am Stadtrand errichteten, etwa Salzburg oder Klagenfurt, falsch?
Dobusch: In Salzburg gab es überall vehemente Gegner eines Stadtstadions. In Klagenfurt, hört man, haben sie das Kreuz mit fehlenden Parkplätzen.
OÖN: Ihre Kritiker meinen, Ihnen würde am Fußball nichts liegen.
Dobusch: Die Tatsache, dass die Stadt Linz mit meiner Unterstützung den LASK aus der Krise gerettet hat, beweist das Gegenteil.
OÖN: Schießen Sie sich nicht mit der dauerhaften Verärgerung der Froschberger Wohnbevölkerung und Fans ein Eigentor?
Dobusch: Also, im letzten Heimspiel war die Stimmung im Stadion nicht schlecht. Es ist eine äußerst schwierige Übung, einen neuen Stadion-Standort rechtlich auf die Beine zu stellen. Ich wundere mich, warum die Kritiker nicht dutzende Standortvorschläge zustande bringen.
OÖN: Abgesehen von der Gugl: Wo wäre für Sie der ideale Standort für ein Fußballstadion in Linz?
Dobusch: Die Sanierungskritiker sollen so gut sein und ihre Weisheit preisgeben, wo andere Standorte rechtlich möglich sind. Ich werde sicher nicht in den Traun-Donauauen Grünzüge dafür opfern. Da geht es um die Lebensqualität. Ich bewundere alle, die so locker von einem neuen Stadionstandort reden und zwar im Konsens mit der betroffenen Wohnbevölkerung. Es geht nicht nur um den LASK. Das ist ein Verein und ich bin froh, dass er erfolgreich ist. Aber es ist nicht die alleinige Aufgabe der Stadt, die Wünsche des LASK zu erfüllen. Wir als Stadt sind in Wahrheit ohnehin der größte Sponsor. Wir haben dem LASK über Jahre die Stange gehalten, auch jetzt, wo er nicht mehr im Keller ist. Es gibt keine Bereitschaft der Stadt, alles dem Fußball unterzuordnen.
OÖN: Die Gugl-Renovierung um knapp 25 Millionen Euro plus jene Zehn Millionen, die Sie dem LASK versprechen, wenn er selbst ein Stadion baut, ergäben schon eine Summe für ein Neubauprojekt.
Dobusch: Es gibt einen Gemeinderatsbeschluss, dass die Stadt zehn Millionen Euro zu einem neuen fußballgerechten Stadion dazuzahlt, wenn der LASK eines bauen will, unabhängig von der Gugl-Sanierung. Auch in diesem Fall gilt: Flächenwidmung, Ortsentwicklungskonzept, Umweltverträglichkeitsprüfung, das muss alles abgewickelt werden. Ich hatte unlängst ein Gespräch mit Präsident Reichel, der ist übrigens jetzt auch gegen ein neues Stadion beim Frachtenbahnhof, nachdem verschiedene Standorte untersucht worden sind.
OÖN vom 09.04.2008