«Es söll fätze»
VON MARCO RÜEGG
11.08.2006 | 00:03:17
BERN – Die Hauptstadt rüstet sich für die EM: Die Fan-Zonen sind bestimmt. Wer für sie bezahlt, nicht.
Bern rollt der Euro08 langsam den roten Teppich aus. Gestern stellten Stadt und Kanton erste Ideen vor. «In einigen Bereichen sind wir noch nicht, wo wir gern wären», gibt Stadtpräsident Alexander Tschäppät zu.
Knackpunkt: die Finanzen. Die Hauptstadt rechnet wie an der WM in Deutschland mit einem Run auf Grossleinwände.
Doch Public Viewing ist teuer. Der rote Teppich kostet viel Geld, auch wenn Bern tiefer stapelt als die WM-Städte 2006. «Wir sind nicht Berlin», sagt Tschäppät. Geplant ist ein Budget von 4 bis 5 Millionen Franken.
Schon elf Firmen schiessen je 100 000 Franken ein, andere überlegen sich ein Engagement noch. «Die Wirtschaft profitiert ja auch», so der EM-Delegierte Marcel Brülhart.
Dafür knausert die Uefa. Sie weigert sich, den EM-Städten Quellensteuer abzuliefern. «Unverschämt», findet Brülhart.
Das Berner EM-Feuer wird voraussichtlich auf dem Bundesplatz, dem Waisenhaus- und dem Kornhausplatz lodern (siehe Skizze) sowie in den umliegenden Gassen – ein Partymekka für rund 70 000 Fans.
Und wenn eine Invasion von 100 000 Deutschen eintrifft? Dann käme Plan B zum Zug: zusätzliche Fan-Zonen im Neufeld, bei der BEA oder in der Agglomeration.
Im Stade de Suisse darf 2008 übrigens «richtiges» Bier fliessen. Ein Alkoholverbot, glaubt Tschäppät, bewirke nur, dass Fans «auf Vorrat» umso mehr kippen.
Damit sich auch Nüchterne amüsieren (und um die Fussballeuphorie anzuheizen), hat sich um Präsident Tschäppät der Verein Euro 08 Bern formiert, der für die Kür neben der Pflicht sorgt: Konzerte, Plauschturniere, Partys...
Tschäppät: «Ich will keine Euro für VIPs, sondern es Fäscht wo fätzt.»