Sport1
Wagner: "Wir haben keinen richtigen Goalgetter beim SVM"
Thomas Wagner ist davon überzeugt, dass Mattersburg heuer nichts mit dem Abstieg zu tun hat
Wien - SV Mattersburg hat eine anstrengende und nervenaufreibende Saison hinter sich. Im Burgenland will man die Vergangenheit ruhen lassen und nur nach vorne schauen.
"Wenn wir einen guten Start erwischen, werden wir im gesicherten Mittelfeld spielen. Davon bin ich überzeugt", so Thomas "Schutti" Wagner im Gespräch mit Sport1.
Für einen guten Auftakt sind allerdings Tore nötig - Tore, die in der abgelaufenen Meisterschaft beim SVM eher Mangelware waren. Mörz und Co kamen in 36 Bundesligspielen auf 40 Tore - kein anderer Verein erzielte weniger Treffer.
"Wir haben keinen richtigen Goalgetter"
"Wir haben nicht so einen richtigen Goalgetter in der Mannschaft. Unser gefährlichster Spieler war bzw. ist Michi Mörz. Ich bin der Meinung, dass die Stürmer einfach öfter treffen müssen", gibt sich Wagner selbstkritisch.
Der 29-Jährige ist sich seiner Verantwortung als Angreifer also bewußt und hat für die neue Saison ein großes Ziel: "Acht Tore sind für einen Stürmer zu wenig. Ich möchte heuer unbedingt zweistellig werden."
Kommt noch ein Stürmer?
Neben Wagner stehen mit Ilco Naumoski, Patrick Bürger und Marcus Hanikel drei weitere Stürmer im Kader. Es ist aber gut möglich, dass noch ein "Brecher" zu den Burgenländer stoßen wird.
Angst vor der Ersatzbank hat der Mattersburger jedenfalls nicht: "Derzeit haben wir zwei Testspieler. Mir persönlich ist es aber egal, ob noch jemand kommt. Ich muss mich durchsetzen und meine Leistung bringen, denn das Leiberl will ich nicht geschenkt bekommen."
Neue Spieler machen guten Eindruck
Definitiv im Pappelstadion gelandet, sind der Mazedonier Goce Sedloski und der Tscheche Miroslav Holenak (Sport1-Transferliste). Beide machen bis jetzt einen sehr guten Eindruck.
"Holenak ist ein sehr intelligenter und guter Fußballer. Er ist extrem ruhig am Ball. Ich persönlich finde ihn sehr stark. Sedloski ist vielfacher mazedonischer Teamspieler. Ich weiß nicht ob er früher Libero gespielt hat, aber bei uns tut er es und erweist sich dabei als absolute Verstärkung."
In den Testspielen (Sport1-Vorbereitungs-Check) haben sich nicht nur die beiden Neuen stark präsentiert, sondern auch die gesamte Mannschaft. Bis jetzt wurde kein einziger Test verloren.
"Stürmer müssen nach hinter arbeiten!"
Für Franz Lederer sind die Ergebnisse jedoch sekündär. Der Coach möchte primär das Verhalten der Mannschaft bei Ballverlusten verbessen. "Es war auch letzte Saison unser Problem. Die Angreifer müssen einfach mehr nach hinten "rackern". Sprich: Die Stürmer dürfen bei Ballverlust nicht vorne stehenbleiben. Wir arbeiten hart daran und ich bin auch überzeugt, dass es besser wird", so Wagner.
Neben dem Umschalten von offensiv auf defensiv, steht zwei Wochen vor dem Saisonauftakt gegen Rapid auch die Taktik im Vordergrund. "Die Kraftübungen sind vorbei. Derzeit liegt unsere volle Konzentration im taktischen Bereich", so Mattersburgs Nummer neun.
"Jeder will sich noch in die Mannschaft spielen"
Auch die Suche nach der Startformation befindet sich im Endstadium. "Es kristallisiert sich eine Mannschaft heraus. Aber: In den nächsten zwei Wochen kann noch viel passieren. Jeder will sich noch in die Mannschaft spielen", zeigt sich Wagner vom Konkurrenz-Kampf begeistert.
Weniger begeistert ist der 29-Jährige von der scheinbar "intergalaktischen" Salzburger "Bullen-Truppe": "Wenn es mit den Spielern passt und sie auch miteinander harmonieren, dann spielen sie in einer eigenen Liga."
"Außer Janko wird in Salzburg kein Österreicher spielen"
Für den österreichischen Fußball mag die Multi-Kulti-Truppe eine Bereicherung sein, für die österreichische Nationalmannschaft aber nicht.
Der ehemalige Mannschafts-Kollege von Clemens Ivanschitz sieht für dessen Bruder Andi schwarz. "Außer Janko wird in Salzburg kein Österreicher spielen. Andi Ivanschitz ist auch unter Jara nicht immer zum Zug gekommen. Ich persönlich wünsche es ihm zwar, kann es mir aber bei dem Kader nicht vorstellen. Es wird irrsinnige Kämpfe ums Leiberl geben und keine Ausnahme für den ÖFB-Teamkapitän gemacht"
Dass Ivanschitz deswegen demnächst in seine burgenländische Heimat zurückkehrt, bleibt aber ein Wunschtraum...