Rund 6 Tage wurden mir versprochen, 2 Tage schmiss ich noch drauf um noch etwas mehr von Rio mitzuerleben. Die Vorfreude war enorm, zu Weihnachten kamen bereits die ersten Reiseführer als Geschenk und in den Wochen davor wurden meine Freundin und ich gegen Typhus und Hepatitis geimpft. Alleine der Wetterbericht mit den Temparaturen waren jedes Mal ein Genuss zu lesen, vor allem dann, wenn man aus dem Fenster blickte und den dreckigen Schnee und die dazugehörigen Gesichter auf der Straße sah.
14. Februar, 15:30: Übergabe der Tickets mit den Flugdaten bei einem Glas Sekt. Jetzt hatte ich also die Tickets in der Hand, so gut wie nichts konnte mich nun mehr von meiner Rioreise abhalten. Ab nach Hause Koffer packen und sich überlegen wie man in Wien gekleidet bei Minusgraden wegfliegt und in Rio bei mehr als 30 Grad Plus wieder ankommt. Ich habe mich für eine Jeansjacke entschieden - für Wien etwas kühl, für Rio etwas warm, aber kein Extrem.
15. Februar, 12:50: Unsere Lufthansa startete mit ihrem Flug nach Frankfurt, dem einzigen Zwischenstopp beim Hinflug. Anschließend ging es weiter mit der VARIG, eine große brasilianische Fluglinie, die sehr angenehm überraschte und in der ich einen halben Tag, besser gesagt 13,5 Stunden verbrachte. In der Nacht konnte man kaum schlafen, eine Frau kam mit den Verhältnissen nicht zurecht, kollabierte und mehrmals wurde gegen 2:00 früh ein Arzt im Flugzeug gesucht. Gegen 6:00 aber dann das Ziel meiner langen Reise: RIO - WIR SIND DA !

Ich erwartete einen Reisebus wie ich es bei diversen Cluburlauben gewohnt war doch positiv überrascht erwartete mich ein Chauffeur mit meinem Namen auf einem Karton. Nur meine Freundin und ich per Privattaxi - das habe ich erst selten erlebt, aber es kommt noch besser. Schnell bemerkte ich, dass fast jedes Auto ein Opel war, allerdings statt Opel "Chevrolet". Der Verkehr war auch ganz anders als bei uns in Wien, Sperrlinien interessierten so gut wie keinen, geschnitten wurde wos nur geht und Zebrastreifen waren mehr zur Zierde gemalt. Das Hotel war sehr gut gelegen, eine Straße weg von gängigen Einkaufsstraßen und parallel zur bekannten Copacabana. Einer unserer ersten Wege war ein Besuch auf der Hotelterasse um die Umgebung mal von oben zu erkunden, der Ausblick war toll:





die Copacabana schaute übrigens auch am Abend sehr fein aus:

Unser erster Ausflug zeigte uns den berühmten Zuckerhut und eine Rundfahrt durch die Stadt brachte uns einen Blick auf die anderen Stadtviertel von der knapp 10 Millionenstadt. Mittels Seilbahn ging es über 2 Stationen rauf auf den Zuckerhut, wo es bei richtigen Wetterbedingungen eine tolle Aussicht auf Rio gibt.

Blick von oben auf die Copacabana und das Gebiet rund um den bekanntesten Strand Rios:

Nahegelegene Buchten

Der bekannte Corcovado mit der Christusstatue die über Rio wacht:

Eine 12 Kilometerlange Brücke verbindet Rio mit dem "Nachbarort"


Eine Militärkaserne wie ich sie mir in meiner Bundesheerzeit gewünscht hätte:

Am Nachmittag ging es dann in die Stadt, der Karneval von Rio blieb mir zwar verwehrt, aber das "Stadion" dazu konnte ich begutachten. Der Karneval hat übrigens fast nur noch Touristenzwecke, Karten kosten gegen 50 Euro und somit wäre es für mich auch eher unattraktiv gewesen.

Das hässlichste Gebäude in Rio von außen ist für mich die Kathedrale, wo rund 20.000 Menschen reinpassen. Von außen einfach nur ein eigenartiger Betonklotz, der nicht viel mit einer Kirche zu tun hat. Von innen allerdings teilweise sehr schön und aufwendig.




Anschließend ging es wieder nach Hause in unser Hotelzimmer, hier ein kleiner Rundgang:



Bis spät am Abend wurde auf der Copacabana Volleyball gespielt

Am Sonntag ging es dann zum Maracana, dem größten Stadion der Welt. Uns wurde gesagt, dass bis zu 220.000 Zuschauer bereits im Stadion waren. Es schaut zwar nicht größer als zum Beispiel das Happelstadion aus, allerdings gibt es eine große Runde um den Platz mit Stehplätzen, wo sicher 80.000 Zuschauer hineinpassen... Polizei war auch einige vor Ort und so konnte ich mir das Cupfinale
Americano gegen V. Redonda anschauen, Redonda gewann schließlich im Elferschießen nach einem langweiligen 0:0. Ich schätze rund 30.000 zuschauer (etwa 25.000 von Redonda) waren im Stadion und die Stimmung war leider bei weitem nicht so, wie ich es mir vorgestellt hätte. Ein paar wenige Fahnen, kleine Überziehfahnen und kaum Gesänge während dem Spiel. Hier ein paar Fotos von meinem Maracana Ausflug.








der auswärtsblock:



Telefonzellen beim Spielfeld ???



Siegesjubel bei Redonda

Am Strand von Ipanema war es um einiges ruhiger und da ergaben sich auch einfacher Fotos ohne Angst zu haben, dass der nächste einem die Kamera stiehlt.


Am Strand der Copacabana zu liegen war so gut wie unmöglich, in einer Minute kamen etwa 3 Verkäufer mit immer den selben Gegenständen (Einer mit Getränken, einer mit Kapperl und einer mit Sonnenbrillen), es war lästig und somit verbrachten wir die meiste Zeit auf der Hotelterasse wo man aber auch toll die Sonne genießen konnte. Trotzdem waren wir abends öfter noch am Strand um das 25 Grad warme Atlantikwasser zu genießen...



und selbst vom Strand aus sah man den Corcovado und den Zuckerhut

Zum Abschluss kurz eine Zusammenfassung.
Es war ein wunderbarer Urlaub, fast nur Sonnenschein, viel braune Haut, aber auch etliche Sonnenbrände. Alles war extrem billig, wir verbrauchten in den 10 Tagen rund 400 Euro, wobei wir schon sehr viel eingekauft haben (unter anderem 2 Paar Schuhe, Jeans, 6 T-Shirts, 2 Ausflüge, jeden tag ordentlich essen gehen, Cocktails,...) Eine genaue Auflistung folgt noch in den nächsten Tagen um Euch einen Eindruck zu geben, wie billig alles ist.
Wir wurden kein einziges mal bedroht, nur Straßenkinder wollten ständig Geld und wenn sie das nicht bekamen wurden sie international und verabschiedeten uns mit "FUCK YOU FUCK YOU FUCK YOU"... Und das obwohl wir in den 10 Tagen extreme Sprachprobleme hatten, weil fast alle nur portugisisch gesprochen haben. Aber irgendwie konnten wir uns immer verständigen. Überfälle habe ich keine mitbekommen, es gab viel Polizei und viele Leute waren auch sehr freundlich. Die Ausflüge haben sich gelohnt, auch der Ausflug ins Stadion war sehr interessant, auch wenn ein Rio Derby wahrscheinlich ein Glanzpunkt gewesen wäre (die Meisterschaft begann letzten Mittwoch).
Ein Urlaub in Südamerika den ich sicher nie vergessen werde, wunderbar mitten im Februar kurze Hosen und kurze Hemden anziehen zu können und dabei noch braun zu werden. Und das alles nur für 553 Newserpunkte... einfach nur schön.
Bei Fragen stehe ich gerne für Antworten bereit und ich hoffe ich konnte mit diesem Reisebericht ein paar Eindrücke aus Rio mitbringen.
Dieser Beitrag wurde von Phipp bearbeitet: 17. May 2006 - 15:17



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