Andreas Ivanschitz auf der Sennhütte in St. Anton mit Sport1-Redakteur Christian Frühwald
St. Anton - Nach einer langen, anstrengenden und kräfteverzehrenden Herbst-Saison darf Rapid-Jungstar Andreas Ivanschitz endlich durchatmen.
Zurzeit erholt sich der 20-jährige Burgenländer auf Einladung seines Vermögensberaters im Nobel-Skiort St. Anton am Arlberg.
Neben ausgiebigen Ski-Touren nützte der Fußballer des Jahres die Zeit für Besuche der tele.ring-Tennis-Trophy und nahm unter anderem auch an einem Charity-Promi-Eishockey-Match teil.
Für Sport1 nahm sich Österreichs größtes Fußball-Talent während eines Ski-Ausfluges Zeit und gab in der "Sennhütte" bereitwillig Auskunft über Rapid, die bevorstehende WM-Qualifikation und die Vorbereitung auf das Frühjahr.
Sport1: Du siehst richtig entspannt aus. Die Nerven-Anspannungen der letzten Bundesligarunden scheinst du in St. Anton hinter dir gelassen zu haben.
Andreas Ivanschitz: Mir gefällt es auch sehr gut in St. Anton. Ich bin ja bereits zum zweiten Mal hier, da ich schon im Vorjahr von meinem Vermögensberater "Schöllerbank" zur Tennis-Trophy eingeladen wurde. Man kann sich hier gut erholen und auch sehr gut Ski fahren.
Sport1: Auch das Promi-Eishockey-Spiel scheint dich nicht ausgelaugt zu haben. Mit zwei Toren warst du sogar spielbestimmende Persönlichkeit am Eis. Ist Eishockey dem Fußball denn so ähnlich?
Ivanschitz: Naja, es geht. Ich habe aber früher viel Eishockey gespielt und bin daher nicht ganz unerfahren in dieses Match gegangen. Es hat auf alle Fälle viel Spaß gemacht. Außerdem war es ja auch für einen guten Zweck.
Sport1: Zum Sportlichen: Die Herbst-Saison ist zu Ende. Ärgert ihr euch noch über den verpassten Titel des Winterkönigs?
Ivanschitz: Nein, das ist wirklich überhaupt kein Problem. Es hat sowieso keiner erwartet, dass es heuer so gut läuft. Jetzt dem Winterkönig nachzutrauern wäre ja fast schon etwas unverschämt. Wir müssen auf alle Fälle mit unseren Leistungen im Herbst zufrieden sein.
Sport1: Man hatte den Eindruck, dass seitdem erste Gedanken an den Meistertitel bei Rapid aufkeimten, es nicht mehr so gut lief wie zuvor. Habt ihr euch zuviel Druck auferlegt?
Ivanschitz: Sicher nicht. Wir haben ja auch zum Ende der Herbsaison guten Fußball gespielt. Nur hat uns da leider etwas das nötige Quäntchen Glück gefehlt, das wir zu Saisonbeginn hatten. Wir haben einfach nicht die nötigen Tore geschossen.
Sport1: Der Teamgeist scheint sich im Vergleich zu den Vorjahren merkbar gebessert haben. Hatte da Trainer Josef Hickersberger seine Finger im Spiel?
Ivanschitz: Klar, hat da der Trainer natürlich viel Einfluss. Ganz wichtig für den Teamgeist ist aber auch, dass einfach der Erfolg da ist. Da wächst man zusammen.
Sport1: Wie lange habt ihr noch Urlaub? Wann geht's wieder los?
Ivanschitz: Insgesamt haben wir jetzt drei Wochen zur Erholung. Am 29. 12. beginnt die Vorbereitung auf das Wiener Stadthallen-Turnier, das wir sehr, sehr ernst nehmen. Da wollen wir die Austria vom Thron stoßen und den Titel holen. Danach haben wir noch eine Woche Pause und dann bereiten wir uns mit ganzer Kraft auf die Frühjahrs-Saison vor. 14 Tage werden wir davon wieder im Trainingslager in der Türkei verbringen wo wir schon im Vorjahr zu Gast waren.
Sport1: Thema Nationalteam: Was sagst du zur Gruppen-Auslosung der WM-Qualifikation? Wie siehst du die Chancen für Österreich?
Ivanschitz: Mit England haben wir einen großen Brocken in der Gruppe - das wird ganz schwer werden. Dazu kommen mit Wales, Nordirland und Polen drei starke Teams, die etwa auf unserem Niveau liegen. Wichtig wäre vor allem ein guter Start. Dann ist alles möglich. Wir dürfen nur nicht den Fehler machen und manche weniger prominente Gegner unterschätzen.
Sport1: Du hast gegen Tschechien zum ersten Mal die Kapitäns-Schleife in der Nationalmannschaft getragen? Werden wir diese Bild in Zukunft öfters zu sehen bekommen?
Ivanschitz: Es war sehr schön die Schleife für 20 Minuten zu tragen. Es ist für mich eine große Ehre in der Nationalmannschaft zu spielen und als Kapitän am Platz zu stehen, ist da natürlich ein großartiges Gefühl. Wer im nächsten Jahr die Schleife bekommt, wird der Teamchef erst in den nächsten Wochen entscheiden. Wenn die Wahl auf mich fällt, wäre es sicher das Größte für mich!
Sport1: Du bist ja mittlerweile kein Unbekannter mehr im internationalen Fußball. Sogar England-Teamchef Eriksson will sich genau über dich informieren.
Ivanschitz: Das ist natürlich was Besonderes, wenn sich ein so großer Teamchef für dich interessiert. Das macht mich stolz.
Sport1: Im Laufe des letzten halben Jahres standest zu ziemlich im Rampenlicht aller Medien. Viele Spieler verkraften dass oft nicht und verlieren bald den Boden unter den Füßen. Du scheinst die nötige Ruhe zu haben um nicht abzuheben. Die Gründe?
Ivanschitz: Ganz wichtig ist sicherlich meine gute Erziehung. Dazu habe ich die richtigen Freunde und bin auch vom Typ her nicht zum Abheben geeignet. Ich bin eher ruhig und vernünftig. Ich bin zudem nie wirklich zufrieden mit mir. Erfolge sind für mich nur ein Ansporn, noch mehr zu tun.
Sport1: Ein Wechsel ins Ausland ist natürlich für ein Talent deiner Klasse immer im Gespräch. Wie schauen da deine zukünftigen Planungen aus?
Ivanschitz: Im Moment sehe ich überhaupt keinen Grund für einen Vereinswechsel.
Sport1: Zieht es dich vielleicht in ein bestimmtes Land oder zu einem bestimmten Verein?
Ivanschitz: Nein, das ist mir eigentlich egal. Auf alle Fälle soll es eine der großen Ligen in Europa sein. Also Deutschland, England, Spanien oder Italien.
Sport1: In zwei Wochen ist Weihnachten. Du bist ja ein sehr gläubiger Mensch. Welche Bedeutung hat dieses Fest für dich und wo feierst du?
Ivanschitz: Ich werde die Feiertage bei meiner Familie verbringen. Mir taugt Weihnachten auf alle Fälle. Es ist eine schöne Zeit, in der ich mich erholen und entspannen kann. Einen Wunsch ans Christkind hätte ich heuer auch: ich würde mich freuen, wenn es "weiße Weihnachen" geben würde.
quelle: sport1



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