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	<title>News</title>
	<link>http://www.austriansoccerboard.at/index.php/page/index.html/_/fussball-national/oefb-nationalteam/</link>
	<pubDate>Thu, 09 Feb 2012 04:53:36 +0000</pubDate>
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	<description>Alle Artikel zum österreichischen Nationalteam.</description>
	<item>
		<title>In der EM-Qualifikation wieder einmal gescheitert: Ein Rückblick (Teil 3/3)</title>
		<link>http://www.austriansoccerboard.at/index.php/page/index.html/_/fussball-national/oefb-nationalteam/in-der-em-qualifikation-wieder-einmal-gescheitert-ein-ruckblick-teil-33-r563</link>
		<description><![CDATA[<em class='bbc'>Wer kennt ihn nicht, den mittlerweile berühmten Spruch des Didi Constantini, nach dem Taktik überbewertet werde und man mit Taktik alleine keine Spiele gewinne. Der Hauptgrund für Constantinis frühzeitige Entlassung als österreichischer Teamchef lässt sich wohl nicht in dieser abenteuerlichen Aussage finden, trotzdem hat der Tiroler damit ein Beispiel für seine Arbeitsmoral gegeben. Denn auch wenn, wie „DiCo“ später immer wieder beteuerte, alles ganz anders gemeint war als es verstanden wurde und er wisse, dass man ohne vernünftiges taktisches Konzept in kein Länderspiel gehen kann, lassen die Aussagen diverser Spieler nach dem Abgang des 54-Jährigen Schreckliches vermuten. Laut den Aussagen von Janko & Co. könnte man nämlich glauben, Constantini hätte seinen Spielern oft nicht mehr auf das Spielfeld mitgegeben als die Aufstellung und seine Glückwünsche. Als Willi Ruttensteiner das Ruder für die letzten beiden, für die Qualifikation bedeutungslosen Spiele übernahm, schwärmte so mancher Teamkicker vom Taktik-Training, das Ruttensteiner wieder in den Trainingsplan nahm.</em><br />
<br />
<strong class='bbc'>Gegen wen sind wir Favorit?</strong><br />
<br />
Immer wieder wurde von Constantini während der Qualifikation gepredigt, dass sich die Aufstellungen und taktischen Varianten von Spiel zu Spiel unterscheiden können, da man dabei immer auf den jeweiligen Gegner reagieren muss. Ist man Favorit, stellt man anders auf, als wenn einem ein übermächtiger Gegner gegenübersteht. So viel zur Theorie, die wohl jedem Volksschulkind einleuchtet. Nach der verpassten EM-Qualifikation fragt sich nur, gegen wen wir überhaupt noch Favorit sind. Kasachstan wurde mit Biegen und Brechen zu Hause mit 2:0 geschlagen, auswärts gab es eine Nullnummer zu bestaunen. Gegen die Türkei und Belgien gingen wir je einmal sang- und klanglos 0:2 unter, im jeweils anderen Spiel gab es ein spektakuläres (4:4 in Brüssel) und ein langweiliges (0:0 in Wien) Unentschieden. Wenn der Gegner Deutschland heißt, wissen wir seit 1990, dass es kaum etwas zu holen gibt. So gesehen ist die herbe 2:6-Schlappe auf Schalke gar keine Überraschung, schon eher, dass es in Wien bis zur 91. Minute 1:1 stand. Und das zu einem Zeitpunkt, als Deutschland noch nicht fix qualifiziert war. Einzig und allein Aserbaidschan bereitete unserem Team weder auswärts, noch zu Hause Probleme.<br />
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<strong class='bbc'>Die zündende Idee am Drahtesel</strong><br />
<br />
Vielleicht war Didi Constantini in der Schule in Mathematik nicht gerade der beste Schüler; vielleicht glaubt er auch eher an die Kraft der Motivation; vielleicht haben die Medien auch jahrelang Unrecht getan. Es gibt viele Erklärungen dafür, warum es taktisch bei Österreichs Nationalteam oft nicht gepasst hat. Doch beginnen wir am Anfang der Qualifikationsspiele, als dem Feuerwehrmann unter Österreichs Trainern am Fahrrad eine brennende Idee kam: Man könnte doch einmal Roland Linz als Spielmacher einsetzen. Gegen Kasachstan sollte das vor einer Viererkette im Mittelfeld, bestehend aus Harnik, Kavlak, Schiemer und Jantscher funktionieren. Das nennt sich im modernen Fußball ein 4-4-1-1 – System, und Constantini vertraute den Spielmacherqualitäten von Roland Linz und dem Killerinstinkt von Marc Janko. Leider stellte sich die Verwandlung der lauffaulen Strafraumkobra Roland Linz in den dynamischen Mittelfeldmotor Roland Linz in der Realität als sehr viel schwerer heraus, als sie noch in Didis Überlegungen auf dem Fahrrad war. Weil der nette Roland aber in letzter Sekunde doch noch das 1:0 fabrizierte und Hoffers 2:0 vorbereitete, fühlte sich Didi bestätigt. Obwohl die <em class='bbc'>ahnungslosen Journalisten</em> sein Experiment bekrittelten – am Ende ging ja doch alles gut.<br />
<br />
So gut, dass man gleich dabei bleiben konnte. Aber Constantini wäre nicht Constantini, wenn er jetzt dem Leitsatz „Never change a winning team“ nachkommen würde. Linz durfte (oder musste?) weiter im zentralen Mittelfeld dirigieren, dahinter und davor blieb aber (k)ein Stein auf dem anderen. Im Mittelfeld Kavlak, Schiemer und Jantscher raus, dafür Scharner, Junuzovic und Arnautovic rein, im Sturm Janko raus und Maierhofer rein. Und wieder hatte Didi alles richtig gemacht, Arnautovic machte zwei Tore, der zweite Sieg im zweiten Spiel war eingefahren.<br />
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<strong class='bbc'>Das Ende des Linz – Experiments</strong><br />
<br />
In Brüssel hat das Experiment ein Ende, obwohl es zwei Mal Erfolg gebracht hatte. Doch Belgien ist ein anderes Kaliber als Kasachstan oder Aserbaidschan, und Brüssel ist nicht Salzburg oder Wien. Also war ein Systemwechsel angesagt. 4-2-3-1 hieß die Erfolgsformel, Maierhofer musste sich als Solospitze vor dem genialen Trio Junuzovic-Kavlak-Arnautovic abrackern. In der Offensive funktionierte viel – in der Defensive patzte Macho, Scharner spielte seine Routine durch eine dämliche rote Karte aus, und Edeljoker (warum eigentlich?) Harnik rettete in Minute 94 einen Punkt. Im Rückspiel gab es eine ähnliche Ausrichtung, zu Beginn sah es aber eher nach einem 4-4-2 aus, das sich aber schnell in ein 4-2-3-1 umwandeln kann. Mit Alaba und Baumgartlinger im defensiven Mittelfeld und einem lustlosen Sturm namens Janko-Arnautovic ging die Mannschaft mit 0:2 unter.<br />
<br />
<strong class='bbc'>Der Trainer ist gefordert!</strong><br />
<br />
Jetzt war erstmals der Trainer richtig gefordert. Nach einem glücklichen und einem souveränen Pflichtsieg und einem verrückten Spiel im Belgien gab es den ersten echten Rückschlag. Wie würde Didi darauf reagieren? Er blieb seiner Linie, keine Linie zu haben, treu. Waren die bisherigen Aufstellungen durchwegs durch erfrischend offensive Ausrichtung geprägt, rührte Constantini in Istanbul Beton an. Wie das Kaninchen vor der Schlange wirkte das rot-weiß-rote Team gegen eine türkische Mannschaft, die nach dem 0:1 gegen Baku in Aserbaidschan bereits in den Seilen hing und Teamchef Guus Hiddink kurz vor der Ablöse stand. Mit Baumgartlinger, Scharner und Pehlivan durften drei Sechser das Spiel zerstören, Alaba und Harnik gaben die Flügelflitzer, Maierhofer hing vorne in der Luft. Kein Wunder, in der Zentrale gab es zwischen Maierhofer und den drei Zerstörern zeitweise ein 40-Meter-Loch. Die logische Folge: 0:2 und ganz schlechte Karten für die Qualifikation. Bei allem Respekt vor der Türkei: ob ein 5-4-1 gegen eine durchschnittliche Mannschaft, die in Baku 0:1 verliert, unbedingt nötig ist, sei dahingestellt.<br />
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<strong class='bbc'>Sensation knapp verpasst</strong><br />
<br />
Ausgerechnet nach den beiden ernüchternden Auftritten gegen Belgien und die Türkei stand das Deutschland-Doppel bevor. Man munkelt, dass Didi zu dieser Zeit mehr Zeit in der Kirche als am Fahrrad verbrachte. Man kann es ihm auch nicht verdenken, Deutschland stand zu diesem Zeitpunkt (wie zu jedem Zeitpunkt der Qualifikation) an erster Stelle und gab keinen einzigen Punkt ab (ebenfalls wie in der gesamten Qualifikation). Aber was tun? Sollte sich sein Team wie in der Türkei einigeln und tapfer verlieren? Nein, Angriff ist die beste Verteidigung, und in einem Heimspiel muss man nach vorne spielen. Oder? Auf jeden Fall sollten in einem so wichtigen Spiel die Akteure möglichst auf Positionen eingesetzt werden, die sie gewöhnt sind, Experimente waren gegen Deutschland im sechsten von zehn Spielen nun wirklich nicht angebracht. Didi wagte sie trotzdem. Ekrem Dag, hauptberuflich Verteidiger, übernahm die Aufgabe, auf der rechten Seite offensiv Druck auszuüben, Alaba sollte dieses Kunststück auf links präsentieren. In der Zentrale lernte Didi nichts aus den taktischen Fehlern in der Türkei und ließ Baumgartlinger und Kulovits die deutschen Primgeiger Özil und Kroos verfolgen. Im Sturm durfte Jimmy Hoffer ran, der bei Frankfurt hauptsächlich Bankangestellter ist. Warum Didi nicht Harnik statt des deplatzierten Dag auf die rechte Seite stellte und einem Stürmer mit Spielpraxis neben Hoffer die Chance gab, bleibt sein Geheimnis. Interessant auch, dass das Mittelfeld im Heimspiel gegen Deutschland aus vier Spielern bestand, die alle bereits im defensiven Mittelfeld zum Einsatz kamen. Trotz allem zeigte die Mannschaft, angeführt von einem überragenden Alaba eine starke Leistung und musste sich nur knapp 1:2 geschlagen geben.<br />
<br />
<strong class='bbc'>Die Bankrotterklärung</strong><br />
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Die fünfte Niederlage in Folge. Und das nicht, wie zuvor oft propagiert, mit einem jungen aufstrebenden Team, sondern mit einigen Spielern nahe (Scharner, Pogatetz, Kulovits, Dag, Grünwald) der 30. Jetzt stand das Auswärtsspiel bei den übermächtigen Deutschen vor der Tür. Was folgte, waren zwei Partien mit einem 4-4-2, aus denen glücklich (Grünwald parierte gegen die Türken in Wien in Minute 90 einen Elfer) ein Punkt geholt wurde. Nach den ernüchternden Ergebnissen der letzten Monate wollte Didi nicht mehr. Nach der Erklärung, er würde die Qualifikation trotz seines auslaufenden und nicht verlängerten Vertrags noch zu Ende bringen, überlegte er es sich doch anders und erklärte seinen Rücktritt. Dass Willi Ruttensteiner Andi Ivanschitz sofort wieder in den Kader berief und mit von Didi ausgestoßenen Spielern wie Garics, oder Stranzl Gespräche führte, dürfte Didi nicht gefallen haben. Die kritischen Aussagen von Marc Janko, den Constantini höchstselbst zum Kapitän ernannte, um ihn Monate später zu demontieren, setzten dem Ganzen die Krone auf. Man könnte glauben, Didi hat in seiner Zeit als Teamchef den einen oder anderen Fehler gemacht.<br />
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Archimedes, abseits.at]]></description>
		<pubDate>Sun, 16 Oct 2011 23:44:34 +0000</pubDate>
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	</item>
	<item>
		<title>Nationalteams werden zu Vereinsmannschaften - Gefahren und Möglichkeiten der Nationenwechsel</title>
		<link>http://www.austriansoccerboard.at/index.php/page/index.html/_/fussball-national/oefb-nationalteam/nationalteams-werden-zu-vereinsmannschaften-gefahren-und-moeglichkeiten-der-nationenwechsel-r558</link>
		<description><![CDATA[<em class='bbc'>Düsseldorf, Minute 84. Deutschland führte 3:1 gegen Belgien und Teamchef Joachim Löw wechselte Ilkay Gündogan ein. Im Grunde genommen stimmt "wechseln" nicht, in Wahrheit bürgerte er den Deutsch-Türken fußballrechtlich ein.</em><br />
<br />
Europa ist eine beliebte Migrationsdestination und damit auch Österreich. Von den mehr als acht Millionen Österreichern, die derzeit hier leben, haben 1,5 Millionen Menschen oder 18 Prozent der Bevölkerung Migrationshintergrund. Das letzte Wort des vorangegangenen Satzes heißt, dass entweder sie direkt nach Österreich gekommen sind oder die Eltern zugewandert sind. Der Umstand, dass dies nicht selten geschieht, schlägt sich auch im Nationalteam nieder. Mit Ekrem Dag, Aleksandar Dragovic, David Alaba, Zlatko Junuzovic, Veli Kavlak und Marko Arnautovic hatten gleich sechs der vierzehn am Dienstag eingesetzten Akteure Migrationshintergrund. Fast die Hälfte der Kicker stammt also aus Familien, die erst in den letzten Jahren und Jahrzehnten gekommen sind. Ein möglicher Grund: Das Lohnniveau bei MigrantInnen bei der letzten Erhebung 2008 war um 15 Prozent niedriger, als bei Menschen ohne Migrationshintergrund. Und talentierte Kicker aus Zuwandererfamilien sehen wohl im Fußball mehr Chancen, Geld zu verdienen, investieren mehr in die Schulung ihrer individuellen Fähigkeiten.<br />
<br />
<strong class='bbc'>Leichter Weg zur Staatsbürgerschaft</strong><br />
<br />
Kinder erlangen im Heimatland der Eltern leicht die Staatsbürgerschaft. Ein Austro-Serbe wie Marko Arnautovic hätte aufgrund der familiären Wurzeln kein Problem gehabt, die serbische Staatsbürgerschaft zu erlangen und fortan für Serbien zu spielen. Bis 2009 musste sich ein Kicker bis zum Ablauf der Spielberechtigung für die U21-Mannschaft entscheiden, für welches Land er spielen wolle. Die FIFA kippte diese Regelung und so lange kein Bewerbsspiel für die A-Nationalmannschaft absolviert wurde, können Doppelstaatsbürger frei wählen, für welches Land sie auflaufen. Ein prominentes Beispiel ist Jermaine Jones, der zwar drei Freundschaftsspiele für Deutschland machte, sich aber nach 2009 dafür entschied, das Teamdress der USA anzuziehen. Ist dann in einem Bewerbsspiel auch nur ein Minütchen gespielt worden, gilt der jeweilige Spieler als eingebürgert.<br />
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<strong class='bbc'>Das türkische Modell</strong><br />
<br />
In Köln unterhält der türkische Verband ein eigenes Büro, welches Auslandstürken sucht, die eingebürgert werden können und dann für das Heimatland der Eltern spielen dürfen. Bereits Jugendliche der U15 werden zu Lehrgängen eingeladen, skurrilerweise führt das dazu, dass das Training türkischer Nachwuchsmannschaften sowohl  auf Deutsch als auch auf Türkisch abgehalten wird. Türkisch sprechen nämlich nicht alle Jungkicker. Das Modell "Deutsch-Türke" ist ein bekanntes, am Wochenende waren im Kader der Italiener zwei "Argentino-Italiener", in der französischen Nationalmannschaft spielen schon traditionell viele Spieler aus den ehemaligen Kolonien und dem Magreb.<br />
<br />
<strong class='bbc'>Grundlagen der FIFA</strong><br />
<br />
Das alles funktioniert deshalb gut, auch wenn der Spieler keine Staatsbürgerschaft besitzt, weil die FIFA-Bestimmungen sehr locker sind. Bereits ein Großelternteil reicht aus und der Verbandswechsel ist möglich. Das ist aber eben erst seit 2009 möglich, da wurde der Absatz 8 der FIFA-Ausführungsbestimmungen geändert. Bei Rapid-Kapitän Steffen Hofmann fiel das dem ÖFB vor der EM 2008 auf den Kopf. Der in Hochform agierende Deutsche hatte aber schon für die DFB-Jugend gespielt, dadurch war das damals nicht möglich. Heutzutage wäre das alles überhaupt kein Problem. Solange die Staatsbürgerschaft verliehen wird - und da sind die Ministerien bei Sportlern, Europa auf und ab, sehr schnell - dürfen Spieler den Verband wechseln. Der Wortlaut im Detail:<br />
<br />
<em class='bbc'>Besitzt ein Spieler mehrere Staatsbürgerschaften, erhält ein Spieler eine andere Staatsbürgerschaft oder ist er aufgrund seiner Staatsbürgerschaft für mehrere Verbände spielberechtigt, so steht diesem [...] das einmalige Recht zu, die Spielberechtigung für Länderspiele eines anderen Verbandes, dessen Staatsbürgerschaft er besitzt, zu erlangen.</em><br />
<br />
<strong class='bbc'>Kritik an der neuen Bestimmung</strong><br />
<br />
Diese Entwicklung ist kritisch zu beobachten. Zum Einen kann es sein, dass nun Einwanderungsländer Spieler verlieren, Stichwort Nuri Sahin. Zum Anderen suchen Verbände gezielt nach Spielern. Erdal Keser, Leiter des Büros des türkischen Verbandes in Köln, meinte wegen möglicher Spannungen mit dem deutschen Verband: "Die Spielertypen, die wir im türkischen Fußball brauchen, sind ganz andere, als die der DFB braucht. Wir brauchen Defensiv- oder Abwehrspieler. " Ganz im Stil eines Sportdirektors eines x-beliebigen Vereins sucht Keser also nach Spielertypen, die sein Verband braucht. Wird es nun in Zukunft so sein, dass Verbände alle großen Profiligen abgrasen, um die Großmutter aus dem Heimatland zu suchen? Kann beispielsweise Joachim Löw einen Rechtsverteidiger suchen lassen, der dem Nationalteam helfen kann? Werden vor Großereignissen Staatsbürgerschaften verschenkt wie Lutscher? Die neuen Bestimmungen lassen dies auf jeden Fall zu.<br />
<br />
<strong class='bbc'>Eine Verfälschung des Wettbewerbs?</strong><br />
<br />
Natürlich ist es so, dass die Nationalstaaten ein mehr oder weniger überholtes Modell sind, gesellschaftlich aber wichtig sind. Wie sehr freute sich beispielsweise Griechenland nach Wochen und Monaten der Negativschlagzeilen über die Wirtschaftlage über die Qualifikation zur Europameisterschaft! Wenn aber nun im nicht immer planbaren Fußballgeschäft Spieler gesucht werden, kann das passieren. Einerseits sind Geschichten, wie sie zum Beispiel Serdar Tasci noch vor 2009 geschahen nicht optimal. Der junge Mann aus Esslingen am Neckar, der nur über die deutsche Staatsbürgerschaft verfügt, spielte für die deutsche U21 und das in der Hoffnung, Innenverteidiger in der DFB-Elf zu sein. Im türkischen Nationalteam hätte er einen Stammplatz, in Deutschland gilt er bereits als "Ex-Nationalspieler". Andererseits widerspricht die großzügige Regelauslegung dem Prinzip "Nationalmannschaft".<br />
<br />
<strong class='bbc'>Chance für kleine Nationalteams?</strong><br />
<br />
Beispiel Moritz Leitner: Der begabte Jugendliche aus dem Nachwuchs des TSV 1860 München, der über Augsburg zum BVB kam, verlebte ähnlich wie Martin Harnik seine Jugend in Deutschland. Man darf gespannt sein, ob er nicht doch noch für Österreich spielen wird, wenn "unser" Team Erfolg haben sollte und ihm Götze, Müller, Özil und Co. vorgezogen werden. Trotzdem mutet es nicht gerade fair an, wenn Land A Spieler um Spieler in den Nachwuchsteams (mit-)ausbildet und sich dann ansehen muss, wie diese Kicker plötzlich gegen das Ausbildungsland spielen. Der Wert eines nationalmannschaftlichen Vergleichs wird dadurch gemindert.<br />
<br />
Die Bestimmungen der FIFA können gut und sinnvoll sein - ja. Ein Feilschen und Schachern um Teamspieler ist abzulehnen. Der Zusatz mit Eltern und Großmutter in den Ausführungsbestimmungen der FIFA ermöglichen das und es kann sein, dass damit die Büchse der Pandora geöffnet wurde, man möge nur einmal "Deutschland", "Ghana" und "Boateng" googlen.<br />
<br />
Georg Sander, abseits.at]]></description>
		<pubDate>Sun, 16 Oct 2011 12:03:54 +0000</pubDate>
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	</item>
	<item>
		<title>In der EM-Qualifikation wieder einmal gescheitert: Ein Rückblick (Teil 2/3)</title>
		<link>http://www.austriansoccerboard.at/index.php/page/index.html/_/fussball-national/oefb-nationalteam/in-der-em-qualifikation-wieder-einmal-gescheitert-ein-ruckblick-teil-23-r552</link>
		<description><![CDATA[<em class='bbc'>Wie bereits in Teil 1 unserer Reihe berichtet, war Christian Fuchs der einzige Spieler in der Verteidigung, der in allen zehn Qualifikationsspielen zum Einsatz kam. Leider lässt sich diese Einzigartigkeit des Schalke-Legionärs nicht nur auf die Abwehr beschränken, sondern auf die gesamte Mannschaft ausbreiten. Kein anderer Spieler kam in allen Partien der EM-Qualifikation zum Einsatz. Auch das ist ein Zeichen fehlender Kontinuität. </em><br />
<br />
Auch hier lohnt sich ein Blick auf unseren großen Nachbarn aus Deutschland. Hier haben Thomas Müller, Phillip Lahm und Manuel Neuer (alle vom FC Bayern) alle zehn Spiele bestritten. Im Mittelfeld fehlte Özil aus Selbstschutzgründen nur in Istanbul gegen die Türkei, Podolski verpasst ebenfalls nur eine Partie, Holger Badstuber kann ebenso neun Einsätze vorweisen. In diesen Genuss kam aus Österreichs Team kein einziger Akteur. Die fleißigsten in Rot-Weiß-Rot waren Martin Harnik, Ekrem Dag und David Alaba mit je acht Einsätzen. Manchmal wurde die Mannschaft aus taktischen Gründen verändert, manchmal machten Verletzungen Didi Constantini einen Strich durch die Rechnung.<br />
<br />
<strong class='bbc'>Verletzungspech und taktische Raffinessen</strong><br />
<br />
Was auffällt: regelmäßig fallen bei Österreich wichtige Leistungsträger aus. Besonders im Mittelfeld führt das zu einer sehr hohen Fluktuation. Gab es in der Abwehr in zehn Spielen sieben verschiedene Formationen, waren es derer im Mittelfeld sogar zehn! Österreich spielte kein einziges Mal in dieser Qualifikation zwei Mal hintereinander mit demselben Mittelfeld. Eine alarmierende Erkenntnis. Einmal fehlte Scharner verletzt, dann gesperrt. Einmal passte Daniel Royer ins taktische Konzept, dann wieder nicht. Einmal waren Kavlak und Junuzovic gut genug für die Startformation, dann wurden sie nicht mehr eingesetzt oder gar nicht erst einberufen. Erschwerend kam hinzu, dass Constantini die Spieler immer wieder auf verschiedenen Positionen aufstellte. So spielte beispielsweise Zlatko Junuzovic beim 3:0 über Aserbaidschan in Wien neben Scharner im Zentrum, vier Tage später in Brüssel am rechten Flügel, im Heimspiel gegen die Belgier bearbeitete der Kärntner die linke Seite. Drei Länderspiele, drei Positionen – selbst der beste Spieler hätte da wohl seine Probleme. Noch schlimmer traf es Jimmy Hoffer. Gegen Kasachstan (heim), Belgien (auswärts), Deutschland (auswärts) und die Türkei (heim) kam der pfeilschnelle Stürmer in der Schlussphase als rechter Mittelfeldspieler. Lediglich im Auswärtsspiel gegen die Türkei durfte der Frankfurt-Legionär im Sturm zeigen, was er kann.<br />
<br />
<strong class='bbc'>Die Zentrale: mal dies, mal das</strong><br />
<br />
Constantini war sich aber nicht nur bei Hoffer nicht über dessen beste Position sicher. Im zentralen Mittelfeld, Herzstück jeder Mannschaft, ließ der Tiroler seiner Fantasie regelmäßig freien Lauf. Man muss natürlich bedenken, dass es ein Unterschied ist, ob man gegen Aserbaidschan in Wien oder gegen Deutschland auf Schalke antritt – und demnach die Aufstellungen variieren. Die personellen Entscheidungen waren dennoch oft abenteuerlich. Am 7. September 2010 startete Österreich mit einem glücklichen 2:0 über Kasachstan in Salzburg in die Qualifikation. Die Startformation im Mittelfeld bildete die junge und hoffnungsvolle Kombination Jantscher – Kavlak – Schiemer – Harnik. Nur ein Monat später war Harnik der einzig verbleibende Spieler, alle anderen drei hatten ihren Platz verloren. Kavlak wurde zumindest in Minute 55 für Harnik ins Spiel gebracht.<br />
<br />
Warum gibt man einem jungen aufstrebenden Mittelfeld nicht länger als ein Spiel eine Chance? In der Folge hatte David Alaba einen Stammplatz, obwohl er bei Bayern von einem Stammplatz so weit entfernt war wie Österreich vom WM-Titel. Die Nicht-Berücksichtigung von Ümit Korkmaz wurde mit genau diesem Argument von Constantini erklärt. Im Zentrum durfte sich jedenfalls jeder mal austoben. Neben den üblichen Verdächtigen Baumgartlinger, Scharner und Schiemer durften sich auch Pehlivan, Dag (je 1 Mal) oder Kulovits (2 Mal) versuchen. In etwas offensiveren Varianten spielten Junuzovic oder Kavlak im Zentrum. Alaba musste zwischen Zentrum und linker Seite pendeln, die letzten beiden Partien musste Alaba rechts ran. Hier die Formationen:<br />
<br />
<em class='bbc'>Österreich – Kasachstan 2:0 Jantscher - Kavlak – Schiemer – Harnik<br />
Österreich – Aserbaidschan 3:0 Arnautovic – Scharner – Junuzovic – Harnik<br />
Belgien – Österreich 4:4 Kavlak – Baumgartlinger – Scharner . Junuzovic<br />
Österreich – Belgien 0:2 Junuzovic – Alaba – Baumgartlinger – Harnik<br />
Türkei – Österreich 2:0 Alaba – Pehlivan – Scharner – Baumgartlinger – Harnik<br />
Österreich – Deutschland 1:2 Alaba – Kulovits – Baumgartlinger – Dag<br />
Deutschland – Österreich 6:2 Alaba – Baumgartlinger – Dag – Royer<br />
Österreich – Türkei 0:0 Alaba – Baumgartlinger – Scharner – Royer<br />
Aserbaidschan – Österreich 1:4 Ivanschitz – Baumgartlinger – Scharner – Alaba<br />
Kasachstan – Österreich 0:0 Ivanschitz – Kulovits – Scharner – Alaba</em><br />
<br />
<strong class='bbc'>Fazit:</strong><br />
<br />
Dass sich im Mittelfeld im Laufe einer Qualifikation mehr ändert als in der Abwehr oder im Tor, liegt in der Natur der Sache. Trotzdem muss man sich bei vielen Formationen fragen, was Constantini damit bezwecken wollte. Spieler wie Kavlak oder Jantscher nach dem ersten etwas verunglückten Auftritt gegen Kasachstan fallen zu lassen wie eine heiße Kartoffel, ist nicht die feine englische Art. Warum sich in der Türkei plötzlich drei Sechser im Mittelfeld gegenseitig auf die Füße steigen, in Deutschland aber Außenverteidiger Dag die wichtige Rolle in der Zentrale übernehmen sollte, bleibt das Geheimnis des Ex-Teamchefs. Dass Willi Ruttensteiner Andi Ivanschitz einberufen und in beiden verbleibenden Spielen eingesetzt hat, muss für Constantini ein Stich ins Herz gewesen sein.<br />
<br />
Wie auch in der Abwehr kann man sich von Marcel Koller nur eines wünschen: mehr Kontinuität! Die Deutschen machen es vor und setzen konstant auf die gleichen Spieler, sogar wenn es um nichts mehr geht. Deutschland war als erstes Team fix qualifiziert, trotzdem wurden Spieler wie Podolski, Müller oder Özil nicht geschont. Respekt!<br />
<br />
<strong class='bbc'>Der Angriff: Persönliche Befindlichkeiten und ein Debütant</strong><br />
<br />
Man nehme einen extrovertierten Skandalstürmer, einen Reservisten aus der zweiten deutschen Liga, einen Verletzungsanfälligen und einen vereinslosen Riesen und garniere das Ganze mit einem aufstrebenden Legionär und einem Debütanten. So oder so ähnlich würde ein Rezept für die Angriffsabteilung in Österreichs Nationalteam wohl lauten. Sieht man sich die nackten Zahlen und Fakten an, gibt es eigentlich keine Diskussion. Marko Arnautovic, Marc Janko und Martin Harnik müssten eigentlich gesetzt sein, wenn nicht…ja, wenn da nicht die große Verletzungsanfälligkeit und die persönlichen Streitigkeiten von Marc Janko mit Constantini gewesen wären; wenn sich Marko Arnautovic nicht bei jedem Länderspiel einen Skandal geleistet hätte; wenn Martin Harniks Effizienz vor dem Tor nicht allzu sehr zu wünschen übrig ließe.<br />
<br />
So hatte Constantini immer wieder die Qual der Wahl – und das in doppelter Hinsicht. Die erste Herausforderung war, die Stürmer einzuberufen, die Österreich zu Siegen und Erfolgen schießen sollten. Zusätzlich musste immer darauf geachtet werden, dass das Klima innerhalb der Mannschaft passt, was Gerüchten zufolge vor Allem eine Einberufung von Janko und Arnautovic erschwerte.<br />
<strong class='bbc'><br />
Die Systemfrage</strong><br />
<br />
Das Hauptproblem, mit dem sich Didi Constantini während der EM-Qualifikation 2012 herumschlagen musste, war die große Veränderung zum jeweils letzten Kader. Beispiel gefällig? Nach dem 4:4 in Belgien war Paul Scharner für zwei Spiele gesperrt worden. Statt ihm wollte Constantini neben Baumgartlinger im zentralen Mittelfeld einen spielerisch starken Spieler haben. Alaba, der statt Kavlak links spielen sollte, rückte ins Zentrum, die leere linke Seite nahm Junuzovic ein, dafür war die rechte Flanke verwaist. Als beste Alternative bot sich Martin Harnik an, der dafür im Sturm schmerzlich vermisst wurde. Ein Domino-Effekt, durch den die gesamte Mannschaft durcheinander gewürfelt wurde. Janko und Arnautovic waren an vorderster Front zu unkreativ, Alaba in der Zentrale überfordert, Harnik am Flügel verschenkt. Im Sturm musste regelmäßig eine Entscheidung zwischen Janko, Arnautovic und Harnik fallen, so stellte Constantini Harnik häufig ins Mittelfeld, um Platz für die beiden anderen Stürmer zu haben. Da die Streitigkeiten mit Janko immer mehr die Überhand gewannen, bekam Stefan Maierhofer seine Chance. Jener Maierhofer, in 17 Spielen ein Tor erzielen konnte, und zwar im Heimspiel gegen die Färöer-Inseln während der Qualifikation für die WM 2010. In dieser Qualifikation gelang dem „Langen“ trotz sieben Einsätzen (davon allerdings drei Kurzeinsätze) kein Treffer. Bis auf Janko und Maierhofer wurde jeder Stürmer mindestens einmal auch im Mittelfeld eingesetzt (Arnautovic, Hoffer, Harnik). Auch im Sturm sieht man die fehlende Konsequenz von Constantini: Roland Linz, in den ersten beiden Partien noch fixer Bestandteil und Torschütze gegen Kasachstan, wurde in den verbleibenden acht Spielen kein einziges Mal berücksichtigt. Dafür durfte Admira – Striker Philip Hosiner im Spiel gegen Aserbaidschan sein Debüt in den letzten drei Minuten feiern. Die Übersicht:<br />
<br />
<em class='bbc'>Österreich – Kasachstan 2:0 Linz - Janko<br />
Österreich – Aserbaidschan 3:0 Linz - Maierhofer<br />
Belgien – Österreich 4:4 Maierhofer - Arnautovic<br />
Österreich – Belgien 0:2 Janko - Arnautovic<br />
Türkei – Österreich 2:0 Maierhofer<br />
Österreich – Deutschland 1:2 Harnik - Hoffer<br />
Deutschland – Österreich 6:2 Arnautovic - Harnik<br />
Österreich – Türkei 0:0 Arnautovic - Harnik<br />
Aserbaidschan – Österreich 1:4 Janko - Arnautovic<br />
Kasachstan – Österreich 0:0 Janko – Arnautovic</em><br />
<br />
Fazit: Einen Klasse-Stürmer wie Marc Janko kann man als kleines Land wie Österreich nicht freiwillig auf der Bank sitzen lassen. Bei allem Respekt vor Stefan Maierhofer, aber einen Spieler, der bei einem Spitzenklub in den Niederlanden Woche für Woche seine Tore macht, sollte Maierhofer nicht aus dem Team verdrängen dürfen. Janko selbst muss an seiner Verletzungsresistenz arbeiten, so gut es geht – auch Marcel Koller würde es wohl freuen, wenn er sich auf seinen Kapitän und dessen Fitness verlassen kann. Im Sturm herrscht kein Überangebot, weshalb zwangsläufig immer wieder dieselben Namen auftauchen. An Arnautovic, Harnik und Janko wird es im Normalfall kein Vorbeikommen geben, die Spielpraxis wird darüber entscheiden, wer den vierten Platz im Sturm belegen wird. Kandidaten dafür sind Stefan Maierhofer, Jimmy Hoffer und Philip Hosiner. Für Roland Linz ist der Nationalteam-Zug wohl bereits abgefahren.<br />
<br />
Archimedes, abseits.at]]></description>
		<pubDate>Fri, 14 Oct 2011 22:24:42 +0000</pubDate>
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	</item>
	<item>
		<title>In der EM-Qualifikation wieder einmal gescheitert: Ein Rückblick (Teil 1/3)</title>
		<link>http://www.austriansoccerboard.at/index.php/page/index.html/_/fussball-national/oefb-nationalteam/in-der-em-qualifikation-wieder-einmal-gescheitert-ein-ruckblick-teil-13-r546</link>
		<description><![CDATA[<em class='bbc'>Die Qualifikation für die EM 2012 in Polen und der Ukraine ging diese Woche zu Ende. Zwölf Teams haben einen Fixplatz für das Turnier ergattert, die verbleibenden Endrundentickets werden in vier Play-Off-Spielen unter den Zweitplatzierten der jeweiligen Gruppen ausgespielt. Für Österreich bleibt nur die Erkenntnis, den Sprung in das Play-Off knapp verpasst zu haben. Doch was wird von den letzten zwei Jahren wirklich in Erinnerung bleiben? abseits.at beleuchtet im ersten Teil des Qualifikationsrückblicks die Tormänner und Verteidiger Österreichs.</em><br />
<br />
<strong class='bbc'>Die Tormänner: Ein Hin und Her</strong><br />
<br />
Normalerweise gilt die Position des Torhüters als jene, auf der die Kontinuität im Vergleich zu anderen Positionen extrem hoch ist. Egal, ob im Verein oder im Nationalteam, hat sich ein Trainer einmal für eine Nummer Eins entschieden, bleibt derjenige für gewöhnlich auch in dieser Position. Nur im Falle von Verletzungen oder Sperren ist ein personeller Wechsel im Tor vorgesehen. Viele Trainer betonen auch immer wieder, wie wichtig es ist, dass der Tormann mit seiner Verteidigung eingespielt ist und führen diesen Umstand als Rechtfertigung für die niedrige Fluktuation auf der Position des Schlussmanns an. Soviel zur Theorie – die Praxis sah zumindest in Österreich anders aus.<br />
<br />
Während Gruppensieger Deutschland in allen zehn Spielen der Qualifikation auf Manuel Neuer vom FC Bayern vertrauen konnte, wechselte Österreich drei Mal den Tormann. Beim Auftaktsieg über Kasachstan (2:0), dem darauf folgenden 3:0 über Aserbaidschan in Wien und dem verrückten 4:4 in Belgien durfte Jürgen Macho von Panionios Athen das Tor hüten, nach seinen Fehlern beim 4:4 (Tor zum 2:2 von Fellaini) und dem 0:2 gegen die Flämen in Wien (Tor zum 0:1 durch Witsel) war der Wiener aber bereits angezählt. Trotzdem spielte Macho auch in Istanbul von Beginn an, bekam zwei Tore, bei denen er aber machtlos war und man ihm keinen Vorwurf machen konnte. <br />
<br />
<strong class='bbc'>Wechsel 1: Gratzei statt Macho</strong><br />
<br />
Durch einen Muskelfaserriss, der Macho wochenlang außer Gefecht setzte, war Didi Constantini erstmals zu einem Wechsel im Tor gezwungen. Ausgerechnet beim wichtigen Heimspiel gegen Deutschland sollte Christian Gratzei, der bis dahin erst fünf Länderspieleinsätze vorzuweisen hatte, das Team vor Gegentoren bewahren. Zwei Mal schlug es aber auch beim 30-Jährigen Keeper von Sturm Graz ein, zwei Mal hatte aber vor allem die Abwehr vor ihm geschlafen. Es folgte das 2:6 gegen die übermächtigen Deutschen in Gelsenkirchen. In diesem Spiel stellte sich zwar die gesamte Abwehr bei den Gegentoren alles andere als gut an, aber auch Gratzei unterliefen einige individuelle Fehler. Besonders in Erinnerung bleibt das 3:0 von Lukas Podolski, der aus spitzem Winkel Gratzei den Ball durch die Beine schoss.<br />
<br />
<strong class='bbc'>Wechsel 2: Grünwald statt Gratzei</strong><br />
<br />
Danach musste Constantini wieder einmal verletzungsbedingt wechseln. Gratzei musste am Meniskus operiert werden und fiel mindestens drei Monate aus. Die Chance auf eine erfolgreiche Qualifikation war sowieso nur noch theoretischer Natur, trotzdem wollte Österreich die Gruppe mit einem Heimsieg über die Türkei noch einmal spannend machen. Die ersten beiden Torhüter fielen aus, die Wahl fiel schlussendlich auf Pascal Grünwald. Der 28-Jährige hatte zuvor noch kein einziges Länderspiel absolviert und feierte in diesem richtungsweisenden Spiel sein Debüt. Auch nach dieser Entscheidung muss sich Constantini den Vorwurf gefallen lassen, sich nicht gerade das beste Spiel „ausgesucht“ zu haben, um einen neuen Tormann debütieren zu lassen. Grünwald hielt seinen Kasten jedoch sauber und parierte in Minute 91 sogar noch einen Elfmeter, den er allerdings auch selbst verschuldete.  Aus Mangel an Alternativen und, um spät aber doch Kontinuität reinzubringen, hütete Grünwald auch bei der „Ost-Tournee“ gegen Aserbaidschan und Kasachstan das rot-weiß-rote Tor. Aber auch hier gab es ein Kuriosum zu bestaunen: mit Grünwald (1 Einsatz), Robert Almer und Udo Siebenhandl (beide 0) konnte das gesamte Torhütertrio mit der geballten Erfahrung eines einzigen Länderspiels aufwarten. <br />
<br />
<strong class='bbc'>Fazit:</strong><br />
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Auch wenn Verletzungen Didi Constantini meist zu Änderungen auf der Torhüterposition zwangen: Kontinuität sieht anders aus. Drei verschiedene Torhüter in zehn Spielen, dazu ein Debüt in einem vorentscheidenden Spiel und drei absolute Grünschnäbel bei den beiden abschließenden Länderspielen. Die Serie an Verletzungen lässt die Rufe nach einem jüngeren Torhüter, der aufgebaut werden soll, lauter werden. Heinz Lindner wäre ein Kandidat, bekommt aber bei der Austria keine Spielpraxis und wird bei der U-21 gebraucht. Kasachstan setzte mit vier Torhütern als einziger Gruppengegner noch mehr Schlussmänner ein als Österreich. Bleibt nur zu hoffen, dass Marcel Koller sich schnell auf eine fixe Nummer 1 festlegt und diese auch von Verletzungen verschont bleibt.<br />
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<em class='bbc'>Übersicht:<br />
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Österreich – Kasachstan 2:0 Macho<br />
Österreich – Aserbaidschan 3:0 Macho<br />
Belgien – Österreich 4:4 Macho<br />
Österreich – Belgien 0:2 Macho<br />
Türkei – Österreich 2:0 Macho<br />
Österreich – Deutschland 1:2 Gratzei<br />
Deutschland – Österreich 6:2 Gratzei<br />
Österreich – Türkei 0:0 Grünwald<br />
Aserbaidschan – Österreich 1:4 Grünwald<br />
Kasachstan – Österreich 0:0 Grünwald</em><br />
<br />
<strong class='bbc'>Die Verteidigung:</strong><br />
<br />
Welcher Trainer wünscht sich nicht eine funktionierende Viererkette in der Abwehr? Dafür müssen diese vier Akteure aber auch so oft und so lange wie möglich zusammen auf dem Platz stehen, um perfekt aufeinander eingestimmt zu sein. Umso wichtiger ist dies beim Nationalteam, wo sich die Spieler nur alle paar Monate treffen und nur wenige Tage zur Vorbereitung auf das nächste Spiel bleiben. Zum Auftakt gegen Kasachstan in Salzburg durften Christian Fuchs, Emanuel Pogatetz, Sebastian Prödl und Ekrem Dag verteidigen. Eine nominell starke Legionärs-Viererkette, die auch ein „zu null“ schaffte. Ein Monat später sah das schon wieder ganz anders aus. Plötzlich spielte statt Dag Florian Klein, statt Pogatetz Schiemer. Pogatetz war verletzt (Muskelfaserriss), Dag fit. Nur vier Tage nach dem Heimsieg über die Aseris lief dieselbe Abwehr auf und fing sich vier Tore gegen Belgien ein. <br />
<br />
<strong class='bbc'>Keine Linie zu erkennen</strong><br />
<br />
Eigentlich ein Grund für einen Wechsel, doch im Freundschaftsspiel gegen Griechenland (1:2) durften wieder die gleichen Akteure spielen. Fast ein halbes Jahr nach dem defensiv desaströsen 4:4 in Brüssel war die Verteidigung im Heimspiel gegen die Belgier auf drei Positionen verändert. Hieß die Abwehr in Brüssel noch Fuchs-Schiemer-Prödl-Klein, so durften in Wien gegen den gleichen Gegner Fuchs-Pogatetz-Dragovic-Dag ihr Glück versuchen. Auch sie scheiterten und bekamen zwei Tore eingeschenkt. Vier Tage später spielte die gleiche Abwehr, mit dem gleichen Ergebnis. Daraus müsste man schließen, dass auch diese Konstellation nicht das Ei des Kolumbus ist – Constantini experimentierte fleißig weiter. Im Heimspiel gegen Deutschland (1:2) spielte vor Gratzei plötzlich Paul Scharner in der Innenverteidigung – obwohl der Purgstaller immer wieder betonte, sich im Mittelfeld zu sehen. Dragovic wurde auf die Tribüne verbannt. Auf der rechten Seite durfte statt Dag wieder einmal Flo Klein ran. Im Rückspiel bekam Pogatetz mit Schiemer einen Partner in der Innenverteidigung, der bis kurz vor der Partie monatelang verletzt war und diese Position vor fast genau einem Jahr im Nationalteam bekleidete. Sechs Gegentore später sah Constantini die entscheidende Schwäche aber nicht in der Innenverteidigung, sondern ließ lediglich Dag statt Klein auflaufen. In der Frage, welcher dieser beiden Spieler das Vertrauen bekam, gewinnt man im Laufe der Qualifikation den Eindruck, Constantini würde vor jedem Spiel würfeln. Nach der Nullnummer gegen die Türken und dem endgültigen Aus des Tirolers übernahm Willi Ruttensteiner die Experimentierfreudigkeit seines Vorgängers und veränderte die Abwehr im Vergleich zum Türkei-Spiel auf zwei Positionen. Dragovic und Prödl spielten statt Pogatetz und Schiemer. Beide sagten verletzt ab. Zumindest am Ende der Qualifikation, als es um nichts mehr ging, konnte die gleiche Formation zwei Mal hintereinander auflaufen.<br />
<br />
<strong class='bbc'>Fazit:</strong><br />
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In zehn Spielen liefen sieben verschiedene Abwehrformationen auf, Christian Fuchs war der einsame Wolf, der in allen zehn Partien zum Einsatz kam. Daneben wurde wild herumgewechselt. Im Zentrum einmal Prödl mit Pogatetz, dann Schiemer mit Prödl, dann Pogatetz mit Dragovic, dann Scharner mit Pogatetz, dann Dragovic mit Prödl. System war hier überhaupt keines zu erkennen. Kann man in der Innenverteidigung allerdings noch auf die teils langwierigen Verletzungen von Prödl oder Schiemer (der aber sowieso nur als Notnagel in der Innenverteidigung spielte) verweisen, stößt das ständige Wechselspiel auf der rechten Seite auf völliges Unverständnis. Ekrem Dag durfte sechs Mal ran, Florian Klein vier Mal. Öfter als drei Mal hintereinander (Dag in den letzten drei Spielen) bekam keiner der beiden das Vertrauen geschenkt. Dass diese Position die größte Baustelle im Nationalteam ist, lässt sich nicht bestreiten. Dass sie mit so einem Zick-Zack-Kurs nur noch größer wird, aber auch nicht.<br />
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<em class='bbc'>Übersicht:<br />
<br />
Österreich – Kasachstan 2:0 Fuchs – Prödl – Pogatetz – Dag<br />
Österreich – Aserbaidschan 3:0 Fuchs – Schiemer – Prödl – Klein<br />
Belgien – Österreich 4:4 Fuchs – Schiemer – Prödl - Klein<br />
Österreich – Belgien 0:2 Fuchs – Pogatetz – Dragovic - Dag<br />
Türkei – Österreich 2:0 Fuchs – Pogatetz – Dragovic - Dag<br />
Österreich – Deutschland 1:2 Fuchs – Pogatetz – Scharner - Klein<br />
Deutschland – Österreich 6:2 Fuchs – Schiemer – Pogatetz - Klein<br />
Österreich – Türkei 0:0 Fuchs – Pogatetz – Schiemer - Dag<br />
Aserbaidschan – Österreich 1:4 Fuchs – Dragovic – Prödl - Dag<br />
Kasachstan – Österreich 0:0 Fuchs – Dragovic – Prödl - Dag</em><br />
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Archimedes, abseits.at]]></description>
		<pubDate>Wed, 12 Oct 2011 23:05:55 +0000</pubDate>
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	</item>
	<item>
		<title>0:0 in Kasachstan - Fehler im technischen, taktischen und laufkoordinativen Bereich bremsen ÖFB-Elf</title>
		<link>http://www.austriansoccerboard.at/index.php/page/index.html/_/fussball-national/oefb-nationalteam/00-in-kasachstan-fehler-im-technischen-taktischen-und-laufkoordinativen-bereich-bremsen-oefb-elf-r543</link>
		<description><![CDATA[<em class='bbc'>Das 0:0 der österreichischen Nationalmannschaft in Kasachstan war keine Offenbarung. Vielmehr kann man das gestrige Spiel in Astana getrost als „Hundskick“ bezeichnen. Und so bildet das torlose Remis einen nicht untypischen Abschluss für eine allgemein verkorkste EM-Qualifikation, anstatt eine Aufbruchsstimmung für die nächsten Monate zu schaffen. Was war schuld daran, dass es gegen den abgeschlagenen Letzten der Qualifikationsgruppe nicht für einen Sieg reichte?</em><br />
<br />
Das Spiel in Aserbaidschan war für die ÖFB-Auswahl aus vielerlei Gründen leichter als das gestrige. Es war das erste Länderspiel der „Asientour“, die Spieler wirkten allgemein spritziger, der Gegner machte es den Spielern von Interimscoach Willi Ruttensteiner einerseits durch die frühe rote Karte leicht, andererseits zeigte sich Aserbaidschan kampfschwächer als Kasachstan. Tore waren in Baku eine Frage der Zeit. In Astana hatte man den Eindruck, dass die zahlreichen technischen Fehler und die markante Unentschlossenheit vor dem gegnerischen Tor, ein möglicherweise erlösendes Führungstor verhinderten. <br />
<br />
<strong class='bbc'>Kasachstan hätte Fehler gemacht...</strong><br />
<br />
Das Spiel der ÖFB-Auswahl war allgemein zu unflexibel. Einmal mehr, wie man es bereits aus der Ära Constantini kannte, bestand kaum Bindung zwischen Mittelfeld und Angriff. Einzig Freigeist Marko Arnautovic versuchte als „Verbindungsmann“ die Meter zu gehen, die die Hintermannschaft der Kasachen theoretisch auseinanderreißen könnten. Teilweise gelang es auch die taktisch indisponierte Mannschaft aus Kasachstan in Verlegenheit zu bringen: Vor allem in der ersten Halbzeit standen die Mannschaftsteile des Gruppenletzten oft zu weit auseinander, das Team ließ Kompaktheit vermissen. Kurios: Kasachstan stand im Spielaufbau sehr tief, ließ hohes Pressing der Österreicher zu. Bei offensivem Ballverlust stand die Abwehrkette Kasachstan hingegen wieder sehr hoch, was Österreichs Spielern nicht selten weite Bälle in die Spitze ermöglicht hätte. Leider ist Marc Janko aufgrund seines Mangels an Schnelligkeit am Ball nicht der Spieler, der diese Bälle verarbeiten oder verwerten kann. Die Grundausrichtung der Kasachen wäre prädestiniert gewesen für Spieler wie Erwin Hoffer oder Philipp Hosiner.<br />
<br />
<strong class='bbc'>Zweidimensionales Flügelspiel</strong><br />
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Die Unentschlossenheit der ÖFB-Kicker konnte man speziell auf den Flügeln beobachten: David Alaba hatte immer wieder Gelegenheiten sich durchzusetzen, ebenso wie Andreas Ivanschitz oder mit Abstrichen die Außenverteidiger Ekrem Dag und Christian Fuchs. Trotzdem kam es nie zu überraschenden Einzelaktionen, das Spielmuster an den Flanken blieb über 90 Minuten dasselbe. Ein kurzer Antritt um den Gegenspieler zu überwinden, danach wieder die Pirouette und der Pass zurück. Die darauffolgenden Flanken fanden im Grunde nie den gewünschten Abnehmer.<br />
<br />
<strong class='bbc'>Konstant gut im Klub, konstant schwach im Team</strong><br />
<br />
Weiterhin auffällig ist zudem die Diskrepanz der Leistungen der Teamspieler in ihren Klubs und im Nationalteam. Dies trifft vor allem auf Spieler wie Christian Fuchs, Marc Janko und Paul Scharner zu. Im Klub sind sie erfolgreiche Spieler der Kampfmannschaft, stehen Woche für Woche in großen Ligen ihren Mann – im Nationalteam folgt stets der Leistungsabfall. Dies kann entweder an den schwächeren Nebenleuten liegen (quasi ein „Spielkulturschock“) oder an einem zu schwammigen taktischen Konzept. Gerade ein Spieler wie Marc Janko muss samt seiner Mitspieler in ein strenges taktisches Korsett gepresst werden, wenn er <em class='bbc'>funktionieren</em> soll. Dies ist im Nationalteam zumindest noch nicht der Fall. Immerhin können zwei Spiele die schweren taktischen Verfehlungen der letzten Jahre nicht ausmerzen. Somit steht dem Nationalteam auf taktischer Ebene ein langwieriger Lernprozess bevor, den Neo-Teamchef Marcel Koller ab November leiten wird. <br />
<br />
<strong class='bbc'>Mängel bestehen weiterhin, Lernprozess beginnt im November</strong><br />
<br />
Trotz des überzeugenden und/oder beruhigenden 4:1-Auswärtssieges in Aserbaidschan muss sich jeder Fußballfan darüber im Klaren sein, dass die Spieler kurzfristig nicht besser kicken, nur weil die Ära des unliebsamen Ex-Teamchefs vorüber ist. Österreich hat weiterhin große Probleme im taktischen, laufkoordinativen und – wie man in Kasachstan an den zahlreichen Fehlpässen erkennen konnte – technischen Bereich. Das Spiel in Astana verdeutlichte einmal mehr, dass unser Nationalteam auf eine klare taktische Philosophie angewiesen ist. Obwohl der Gegner aus Kasachstan taktisch eine – vorsichtig formuliert – oberflächliche Darbietung auf den Kunstrasen brachte, fand eine österreichische Mannschaft, die nicht zu taktischer Flexibilität im Stande war, während des Spiels kein probates Mittel, um den kampfstarken aber technisch klar unterlegenen Gegner unter Dauerdruck zu setzen. Im Gegenteil: Aufgrund der hohen Positionsuntreue einiger Akteure (Scharner im Speziellen), zahlreicher technischer Fehler (Ivanschitz, Alaba, später Maierhofer) und der Teilnahmslosigkeit am Aufbau- und Angriffsspiel (Kulovits) wurde die ÖFB-Auswahl in der Schlussphase durch einen Lattenkopfball selbst an den Rand einer Niederlage gedrängt.<br />
<br />
<strong class='bbc'>Geduld ist angesagt</strong><br />
<br />
Die nächsten Monate und die Konzepte, die Marcel Koller mitbringen wird, werden entscheidend für die mittel- und langfristige Spielphilosophie im österreichischen Team sein. Und dennoch darf man gerade die Ergebnisse der nächsten Monate nicht überbewerten, so wie man auch das gestrige 0:0 in Kasachstan nicht überbewerten sollte. Gerade nach solchen Spielen sind Geduldsparolen berechtigt, denn mit der in Kürze beginnenden Ära Koller begeben sich zahlreiche vielversprechende Individualisten auf die Schulbank, um das nachzulernen, was der letzte Lehrer nicht voraussetzte.<br />
<br />
Daniel Mandl, abseits.at]]></description>
		<pubDate>Wed, 12 Oct 2011 11:29:14 +0000</pubDate>
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	</item>
	<item>
		<title><![CDATA[Die anderen sind schuld! - Diskussionsrunde Nummer zwei zum Thema "Trainer", diesmal auf ServusTV]]></title>
		<link>http://www.austriansoccerboard.at/index.php/page/index.html/_/fussball-national/oefb-nationalteam/die-anderen-sind-schuld-diskussionsrunde-nummer-zwei-zum-thema-trainer-diesmal-auf-servustv-r542</link>
		<description><![CDATA[<em class='bbc'>Die Diskussionsrunde auf ServusTV beim "Sport und Talk im Hangar 7" setzt sich aus den zwei Red-Bull-Trainern Ricardo Moniz und Peter Pacult, Wiener Neustadt-Trainer Peter Stöger und Toni Huemer von der Sportwoche zusammen. Das Thema heißt "Hat Österreich im Vergleich zu Deutschland die schlechteren Trainer?" abseits.at hat die wichtigsten Aussagen zusammengefasst, bewertet und mit dem Talk am Freitag zur Bestellung von Marcel Koller als Teamchef zusammengefasst.</em><br />
<br />
Anfangsrunde: Peter Stöger wurde umgehend auf die Trainerausbildung angesprochen. Diese hatte er in der letzten Woche bezweifelt, will wissen, ob diese tatsächlich so toll ist, wie der ÖFB suggerieren will. Ricardo Moniz warf ein, dass die Trainer nur so gut sind, wie die Spieler, die ihnen zur Verfügung stehen. Marcel Koller soll laut dem Salzburgcoach, beide arbeiteten bei Grasshoppers Club zusammen, eine "langfristige Inspiration" für den österreichischen Fußball sein. Leipzig-Trainer Peter Pacult bezeichnete die kolportierten Namen als "Kabarett". Hauptargument war, dass Österreich laut der Aussage von Günther Netzer fußballerisch uninteressant ist. "Marcel Koller ist 2 Zentimeter kleiner als Leopold Windter", diese Aussage löst Gelächter und Applaus aus. Einig waren sich alle drei Trainer, dass der Schweizer sehr gut zum ÖFB passt. Den Abschluss der Anfangsstatements gehörte Toni Huemer, der in den Chor des Lobens einstimmte. Wer sich nun ob der Aussagen ein bisschen wundert, tut dies zu Recht.<br />
<br />
<strong class='bbc'>Wieder platte Ansagen</strong><br />
<br />
Pacult unterbrach Huemer und bemäkelte dann doch die Entscheidung, dass es Koller wurde. Auch Stöger räumte dann ein, dass er es "schade" fände, keinen Österreicher genommen zu haben. Daraufhin merkte Moniz an, die modernen Trainer wären mehr Manager als Coach, müssten darüber hinaus auch "personal trainer" sein. Die Professionalisierung bringe mit sich, dass der Cheftrainer nicht nur Hütchen aufstellen muss, sondern dafür ein Team hat, das sich darum kümmert. Warum Holland so erfolgreich wurde, beantwortete er mit den Worten "Ernst Happel". Der Leipzig-Trainer kritisierte daraufhin "dieses" moderne Trainertum, da er mit den Spielern anders arbeiten müsse, und die Medien mühsam wären. Letztendlich sei es der Erfolg, der den Coach zu einem guten oder schlechten machen würde. Stöger meinte, es gäbe schließlich zu viele Schubladen, in die Trainer gesteckt werden würden. Dass die Anforderungen so umfassend sind, dass ein Übungsleiter im Laufe der Saison alle Aspekte des Trainertums gebraucht werden würde.<br />
<br />
<strong class='bbc'>Ausbildungsstruktur</strong><br />
<br />
Die Grundlage des nächsten Teils der Diskussion war eine Frage eines Facebook-Users. Dieser merkte an, dass die Trainerausbildung bisher Ex-Spieler bevorzugte und die Tuchels und Klopps, die als Spieler nicht übermäßig erfolgreich waren, verhindere. Die Gleichung "guter Spieler = guter Trainer" stimme nicht, Beispiele gibt es in der Weltmeistermannschaft der Deutschen 1990 zur Genüge, so Moderator Rudi Brückner. Laut Huemer passe sich Österreich schlicht an einen internationalen Trend an, dass Trainer keine guten Kicker gewesen sein müssen. Peter Pacult spielte den Ball den Präsidenten und Funktionären zu: "Welcher Präsident nimmt einen, der keinen Namen hatte?" Ein Besitzer des LKW-Führerscheins würde auch nicht sofort 40-Tonner fahren dürfen, hieß es weiter. Wieder kam die Sprache auf die Spartentrainer zu sprechen. Diese seien laut Moniz und Stöger das Rückgrat des Trainerstabs. Und abermals schaltete sich der Ex-Rapid-Coach ein und meinte, viele nehmen sich zu wichtig. „Die Wahrheit liegt auf dem Platz". Moniz assistierte ihm, "als Trainer musst du das Umfeld schaffen", den Spielern Selbstvertrauen geben.<br />
<br />
<strong class='bbc'>Die "gute, alte Zeit"</strong><br />
<br />
Den Spielern werde der Instinkt geraubt, dessen waren sich Moniz und Pacult in der Folge einig. Taktik, so Letzterer "lernen die Kinder eh von klein auf". Die Diskussion sollte sich dann dem Aspekt des Verbindens von Nachwuchsnationalteams und A-Nationalmannschaft zuwenden. Aber es kam anders. Toni Huemer merkte an, dass Gludovatz und Foda sehr starke Trainerpersönlichkeiten wären, mit einem Willi Ruttensteiner nicht zusammenarbeiten könnten. Nach einer weiteren Medienkritik vonseiten Pacults, stellte dieser fest, dass Koller keine Seilschaften vor allem mit den Zeitungen hätte, wie Foda mit der Kleinen Zeitung oder Constantini mit der Tiroler Tageszeitung. Danach bemängelte er des Weiteren die Sinnlosigkeit eine Vernetzung von Nachwuchsteams und erster Mannschaft, da diese ohnehin "sich nur einmal im Monat treffen". Pacult kokettierte mit seinen Aussagen immer wieder mit der "guten, alten Zeit“. Wie eine Vernetzung jetzt aussehen sollte, wollte keiner so richtig beantworten.<br />
<br />
<strong class='bbc'>Ein Nachwuchstrainer als Teamchef?</strong><br />
<br />
Die Schlussfrage beantwortete Stöger so, dass die einzelnen Spieler zunächst gut ausgebildet werden müssen, bevor Systeme eingeübt werden müssen. Moniz forderte genau diese individuelle Ballbeherrschung ein, meinte, dies müsse schon den Knirpsen vermittelt. Dass das Kreieren von Chancen wichtig ist, darüber waren sich alle einig. Die Trainer könnten durchaus auch wie Spieler aufgebaut werden, wie etwa Slomka oder Tuchel. Für einen Herzog allerdings könne es bereits zu spät sein.<br />
<br />
<strong class='bbc'>Viel Lärm um nichts</strong><br />
<br />
Auch die zweite Diskussionsrunde innerhalb von vier Tagen zum Thema "Marcel Koller" brachte kaum Neues. Peter Pacult nützte die Sendezeit für ein Lamento über die böse, moderne Zeit, Ricardo Moniz assistierte ihm. Journalist Toni Huemer schaffte es, sich Pacults Zorn zuzuziehen und Peter Stöger war der einzige, der wirklich einige Aussagen tätigte, die Widerhall finden könnten. Im Grunde genommen war die Diskussion dieselbe, wie sie schon am Freitag im ORF geführt wurde, nur ohne leicht gesprochene Falschaussagen. Der Blickwinkel war jedoch diesmal, dass die Cheftrainer eigentlich eh nichts dafür könnten, wenn die Spieler schlecht ausgebildet zu ihnen kommen und das eigentlich „eh alles“ wurscht sei, solange die Ergebnisse stimmen. Unter dieser Prämisse hätte auch ein Andi Herzog Nationaltrainer werden können. Am Freitag war es noch nur der Umstand gewesen, dass Koller kein Österreicher ist.<br />
<br />
<strong class='bbc'>Auffälligkeit</strong><br />
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Rudi Brückner räumte Pacult und Moniz darüber hinaus sehr viel Redezeit ein. Die Red-Bull-Trainer durften ihre Ansichten und persönlichen Erfolge lang und breit erklären, während die eigentliche Frage nach der Qualität der Trainerausbildung weitgehend unbeantwortet blieb. Warum keine als Spieler erfolglosen Trainer eingeladen wurden, weiß auch niemand. Martin Scherb hätte es sicherlich von St. Pölten nach Salzburg geschafft. Das illustriert auch das Problem: In der Bundesliga findet sich mit Franz Lederer nur ein Trainer, der quasi aus dem eigenen Nachwuchs kam. Dieser Umstand soll die Leistung der Anderen keineswegs schmälern, illustriert aber das Problem, welches Pacult dann doch richtigerweise angesprochen hatte: Kaum ein Präsident traut sich, einen unbekannten Mann als Trainer zu nehmen.<br />
<br />
Nach zwei Talkrunden zum Thema "Trainer" kann eines festgehalten werden: Österreich hat ein Kopfproblem. Es wird geglaubt, dass verdiente Teamspieler gleichzeitig gute Trainer sein müssen und, dass die Spieler viel mehr Verantwortung tragen müssen. Kurz gesagt: Man lebt im Gestern. Die Verantwortung wird weggeschoben, auf "die Präsidenten", "die Spieler", "die EU", "den Bosman". Keiner der Trainer wollte selbst daran schuld sein. Möglicherweise ist es genau diese Einstellung, die Österreich im Fußball hinter vergleichbare Länder wie Belgien oder die Schweiz zurückwirft. Darf man Gregoritsch, Moniz, Pacult und Stöger Glauben schenken - und diese trainieren und trainierten in den letzten Jahren Bundesligaclubs - so ist das ganze Umfeld schuld. Nur nicht man selbst.<br />
<br />
Georg Sander, abseits.at]]></description>
		<pubDate>Tue, 11 Oct 2011 13:38:52 +0000</pubDate>
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	</item>
	<item>
		<title>Analyse der ORF-Fußballarena-Analysten: Was waren die Fakten, was war Fiktion?</title>
		<link>http://www.austriansoccerboard.at/index.php/page/index.html/_/fussball-national/oefb-nationalteam/analyse-der-orf-fussballarena-analysten-was-waren-die-fakten-was-war-fiktion-r536</link>
		<description><![CDATA[<em class='bbc'>Was war das für eine emotional geführte Diskussion am Freitagabend? Da bliesen Werner Gregoritsch, Frenkie Schinkels, Herbert Prohaska, Roman Mählich, Helge Payer und Ricardo Moniz ihre Expertisen in den Äther. Die Analytiker stellten so manche These auf, die aber nicht unbedingt stimmt.</em><br />
<br />
Analysieren Prohaska und Co. diverse Fußballspiele, hängt Fußballösterreich an deren Lippen. Die Geschichte und Erinnerung an vergangene Heldentaten bürgt für Qualität in den Aussagen - zumindest ist das eine weit verbreitete Meinung. Dass aber nicht alles wahr ist, was gesagt wurde, wurde von Diskussionsführer Oliver Polzer nicht widerlegt. Das ist schade, denn diese <em class='bbc'>Opinion Leader</em> sind sich des Gewichtes ihrer Aussagen durchaus bewusst. Zu allem Überfluss wurde diese Diskussion nicht nur auf ORF Sport+, sondern auch auf ORF Europa übertragen, was die teils äußerst fragwürdigen "Wahrheiten" umso schlimmer macht. abseits.at hat sich die profundesten Aussagen heraus gesucht und prüft, ob diese Facts oder Fiction sind.<br />
<br />
<strong class='bbc'>Prohaska: Marcel Koller hat zwei Jahre lang nicht gearbeitet!</strong><br />
<br />
Das stimmt so gar nicht, denn Marcel Koller betreute seit der Trennung vom VfL Bochum im September 2009 kein Team. Wie der Kurier bereits am <a href='http://kurier.at/sport/fussball/4273559.php' class='bbc_url' title='Externer Link' rel='nofollow external'>Mittwoch</a> berichtete, arbeitete der neue Teamchef nach seinem letzten Engagement als Individualbetreuer und bildete sich weiter, hospitierte - ganz der Taktikfuchs - in Italien.<br />
<br />
<strong class='bbc'>Polster: Die Leute sind enttäuscht und frustriert!</strong><br />
<br />
"Was hältst du von dieser Entscheidung? Ist Koller der richtige Mann, um Österreich auf die Erfolgsspur zu führen?" - Österreichs auflagenstärkstes Blatt, die <a href='http://www.krone.at/Nachrichten/Ist_Marcel_Koller_der_Richtige_fuer_den_Teamchef-Posten-Stimm_ab!-Abstimmung-3459' class='bbc_url' title='Externer Link' rel='nofollow external'>Krone</a> befragte seine Leser und die stimmten mit 69,6 Prozent gegen Marcel Koller. Angaben über die Menge an Befragten fehlen. Das <a href='http://www.austriansoccerboard.at/index.php/topic/85468-wie-steht-das-asb-zu-marcel-koller/' class='bbc_url' title=''>Austrian Soccer Board</a> befragte ebenfalls die Menschen: "Wie steht das ASB zu Marcel Koller?". 344 User stimmten mit Stand Sonntag, 9. Oktober 2011, 10:23 ab, 95,27 Prozent klickten entweder "Guter Mann" (40,38 %) oder "Bin mir noch nicht sicher. Lassen wir ihn mal arbeiten" (54, 89 %) , lediglich 2,21 % klickten "Bin derzeit skeptisch" an. "Mir wäre ein anderer lieber gewesen" wurde von 2,52 % der User gewählt. Nachdem die Kronenzeitung keine Anzahl schreibt, soll an dieser Stelle Homer Simpson zitiert werden: "Es gibt immer Querulanten, die mit Statistiken irgendwas beweisen wollen, 14 Prozent der Leute wissen das!"<br />
<br />
<strong class='bbc'>Schinkels: Wir haben keine Kreativspieler!</strong><br />
<br />
<a href='http://blog.fanorakel.de/fussball/oliver-kahn-blog/' class='bbc_url' title='Externer Link' rel='nofollow external'>Oliver Kahn</a> weiß, was diese brauchen: "Heynckes lässt seinen Kreativspielern mehr Freiheiten." Doch was ist das eigentlich, was es in Österreich nicht geben soll? Die <a href='http://www.supercoach.de/taktik.pdf' class='bbc_url' title='Externer Link' rel='nofollow external'>Sportwissenschaft</a> definiert diesen Spielertypus als einen Kicker, der über <em class='bbc'>divergent taktische Fähigkeiten</em> verfügt. Taktik heißt im ursprünglichen Sinne die Kunst, ein Heer in Schlachtordnung zu stellen, divergent mehr oder weniger, dass etwas grundverschieden ist. Der Kreativspieler kreiert Situationen, die so nicht zu erwarten sind. Flanke, Kopfball, Tor - aus so einer Situation resultiert ein normaler Treffer. Ferserl, Gurkerl, No-Look-Pass gehören in das Repertoire des geforderten Typus. Das Erzeugen von Torgefahr durch Unerwartetes gehört also den ominösen Kreativspielern, die eine Eins-gegen-Eins-Situation lösen können oder tolle Pässe schlagen. David Alaba bewies diese Fähigkeiten erst Momente vor der Diskussion, Andi Ivanschitz ebenfalls, genauso wie es bekannt ist, dass Marko Arnautovic das kann. Daniel Royer zeigte uns solche Dinge gegen den PSV Eindhoven. Auch Jakob Jantscher oder Zlatko Junuzovic haben Tricks im Repertoire. All diese Spieler haben international bewiesen, dass sie kreativ sind.<br />
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<strong class='bbc'>Gregoritsch: Österreichs Trainer haben Außergewöhnliches erreicht!</strong><br />
<br />
Das Adjektiv "außergewöhnlich" beschreibt Dinge, die über die Norm hinaus gehen. Werner Gregoritsch möchte dies bei österreichischen Trainern orten, führt etwa Franco Foda oder Paul Gludovatz an. Nun ist aber der Gewinn eines Meistertitels oder eines Cups keine außergewöhnliche Leistung, weder das eine mit Sturm Graz, noch das andere mit der SV Ried. Der Gewinn eines Titels ist der fundamentale Sinn eines sportlichen Wettbewerbs. Dass Sturm Graz beispielsweise alle zehn Jahre Meister wird, ist statistisch bei zehn an der Meisterschaft teilnehmenden Mannschaften nicht etwas, was "über die Norm hinausgeht". Ein Heimremis gegen Eindhoven oder ein Heimsieg gegen Bröndby genauso wenig, da nur etwa ein Drittel der Auswärtsmannschaften als Sieger den Platz verlässt. Der letzte nennenswerte Erfolg eines Österreichers als Trainer war der Gewinn des DFB-Ligapokals des Hamburger SV 2003 unter Kurt Jara. Derzeit trainiert kein Österreicher in Europa einen Erstligaverein.<br />
<br />
<strong class='bbc'>Prohaska: Unsere Talente gehen mit 14, 15 ins Ausland!</strong><br />
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Hier muss differenziert vorgegangen werden. Von der ersten Elf am Freitag waren David Alaba, Marko Arnautovic und Julian Baumgartlinger die einzigen, auf die diese Aussage zutrifft. Marc Janko, Paul Scharner, Aleksandar Dragovic, Sebastian Prödl, Ekrem Dag, Christian Fuchs, Andreas Ivanschitz - alle waren zum Teil sehr erfolgreiche Bundesligaspieler in heimischen Gefilden, bevor sie den Sprung ins Ausland wagten. Natürlich wechseln aber viele Talente ins Ausland, die Statistik widerlegt aber die Aussage von Herbert Prohaska. 24,9 beträgt der <a href='http://www.transfermarkt.at/de/bundesliga/startseite/wettbewerb_A1.html' class='bbc_url' title='Externer Link' rel='nofollow external'>Altersdurchschnitt</a> der heimischen Bundesligateams. Dieser liegt also deutlich unter dem „besten Fußballeralter“. Noch dazu sind die Vereine - abgesehen von Red Bull, doch auch da laufen mit Teigl, Hinteregger oder Hierländer einige Talente regelmäßig auf - gezwungen, möglichst viele Österreicher einzusetzen. Der <a href='http://www.90minuten.at/index.php/90minutenfussball/25-oebundesliga/24401-oesterreicher-topf-meister-austria-vor-wr-neustadt-salzburg-abgeschlagen-letzter' class='bbc_url' title='Externer Link' rel='nofollow external'>Österreicher-Topf</a> bringt Bares und wird oft und gerne vorgewendet. Mindestens zwölf Spieler, die im Besitz der österreichischen Staatsbürgerschaft sind, müssen am Spielbericht stehen. Einsatzminuten von U22-Spielern werden verdoppelt, insgesamt geht es um rund fünf Millionen Euro. Und die Clubs setzen auch auf ihre Österreicher. Somit stimmt die Aussage eventuell für einige, eine allgemeine ist sie aber nicht.<br />
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<strong class='bbc'>Prohaska: Es fehlen drei, vier große Spieler!</strong><br />
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Andreas Herzog war so ein großer Spieler. Neun Jahre seiner aktiven Zeit verbrachte er in Deutschland, eines davon bei den Bayern, den Rest bei Werder Bremen. Aber im Nachhinein gesehen ist das Raunzen sehr leicht. Emanuel Pogatetz, Martin Stranzl, Paul Scharner, Alexander Manninger - diese verdienen seit Jahren in größeren Ligen ihr Geld. Mit Sebastian Prödl, Andreas Ivanschitz, Andreas Iberstberger, Denis Berger, Marko Arnautovic, Martin Harnik, Marc Janko oder Christian Fuchs verfügt Österreich über einige Kicker, die schon länger fern ab der Heimat ihre Leistung erbringen. David Alaba, Julian Baumgartlinger, Daniel Royer, Andreas Weimann oder Veli Kavlak sind Spieler, die noch am Anfang von durchaus viel versprechenden Auslandskarrieren stehen, dazu noch einige andere. Gegen Aserbaidschan begannen gleich 10 Spieler, die nicht in Österreich kicken und mit Harnik, Pogatetz, Stranzl, Ibertsberger, Manninger, Macho oder Berger fehlten gleich einmal sieben, die auch im Ausland ihren Mann stehen. Wie sagt man so schön mit wienerischem Touch: "Es warat angerichtet".<br />
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<strong class='bbc'>Schinkels: Alle Holländer lassen 4-3-3 spielen!</strong><br />
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Ganz so einfach ist es nicht. Bei der Weltmeisterschaft 2010 ließ Bondscoach <a href='http://www.transfermarkt.at/de/niederlande/spielplan/nationalmannschaft_3379.html' class='bbc_url' title='Externer Link' rel='nofollow external'>Bert van Marwijk</a> ein 4-2-3-1 spielen, mit Nigel de Jong und Mark van Bommel auf der Doppelsechs. Durchaus ein Bruch mit der Tradition, denn de Jong und van Bommel gelten sicherlich nicht als moderne Sechser a la Bastian Schweinsteiger und auch einen dezitierten Spielmacher wie Wesley Sneijder wird im klassischen 4-3-3 vergeblich gesucht. Die Zeit des strikten taktischen Denkmusters ist auch schon länger vorbei. Ajax Amsterdam beispielsweise sucht einen <a href='http://www.goal.com/de/news/854/niederlande/2011/04/18/2446677/ajax-amsterdam-nun-tritt-auch-direktor-rik-van-den-boog' class='bbc_url' title='Externer Link' rel='nofollow external'>neuen Weg</a> aus dem starren Muster auszubrechen und will eine neue Philosophie entwickeln.<br />
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Letztlich bleibt natürlich eine wahre Aussage über, derer sich alle bewusst sein müssen, getätigt wurde diese von Werner Gregoritsch: "Marcel Koller ist nicht David Copperfield"<br />
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Georg Sander, abseits.at]]></description>
		<pubDate>Sun, 09 Oct 2011 19:05:50 +0000</pubDate>
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	</item>
	<item>
		<title>Nationalteam: Wilder Hühnerhaufen oder strukturierte Arbeit?</title>
		<link>http://www.austriansoccerboard.at/index.php/page/index.html/_/fussball-national/oefb-nationalteam/nationalteam-wilder-huhnerhaufen-oder-strukturierte-arbeit-r534</link>
		<description><![CDATA[<em class='bbc'>Österreich gewann am Freitag das vorletzte Qualifikationsspiel in Baku gegen Aserbaidschan mit 4:1. Chance zur Qualifikation zur Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine gibt es für Rot-Weiß-Rot trotzdem keine mehr. Warum das so ist, wer in Kasachstan auflaufen wird und warum es wieder einmal Ärger im Team gibt.</em><br />
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Sie waren zu erwarten gewesen, wie das Amen im Gebet. Die Fragen an Andi Ivanschitz, Willi Ruttensteiner oder Marc Janko, mit denen die Hauptdarsteller des Spiels in Aserbaidschan aus der Reserve gelockt werden sollten. Wie er sich nach so einem Spiel bei seinem Comeback im Nationalteam fühle, wurde Ivanschitz da beispielsweise gefragt. Von Ruttensteiner wollten die ORF-Kommentatoren wissen, ob man bereits seine Handschrift im Spiel gegen Aserbaidschan sehen konnte. Und Marc Janko wurde zu seinen Gefühlen nach den ersten Toren seit zwei Jahren im Team interviewt. Auch wenn das Spiel durch Analysen zerpflückt wurde, merkte jeder, dass die Medien nach einer Abrechnung der erfolgreichen Mannschaft mit ihrem Ex-Teamchef lechzen. Man hatte das Gefühl, die Reporter wollen böse Worte über Didi Contantini hören. Ein „jetzt hammas dem sturen Tiroler aber gezeigt“ von Ruttensteiner, der im Gegensatz zu Constantini Ivanschitz sofort einberufen und ihm auch von Anfang an das Vertrauen geschenkt hatte,  oder ein „jetzt schaut er blöd, der Constantini“ von Ivanschitz hätte den Journalisten sicher gefallen. So müssen sie versuchen, die Seiten bis Dienstag mit den zurückhaltenden Aussagen von Janko & Co. zu füllen. <br />
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<strong class='bbc'>Stoff für die Medien</strong><br />
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Warum Dienstag? Weil am Dienstag die EM-Qualifikation mit dem Auswärtsspiel in Astana gegen Kasachstan zu Ende geht. Julian Baumgartlinger muss sich die Reise nach seiner gelben Karte in Baku nicht mehr antun und darf bereits frühzeitig nach Wien zurückfliegen. Ein Schelm, wer denkt, Baumgartlinger hätte sich die Verwarnungen absichtlich geholt, um sich den Trip nach Kasachstan zu ersparen und dafür ein paar Tage länger Pause zu haben, bevor es mit Mainz wieder mit der Bundesliga weiter geht. Bis Dienstag sind also die Sportjournalisten dieses Landes gefordert, ihre Seiten mit Geschichten über das Nationalteam zu füllen. Dankbar muss dabei jeder Schreiberling in Österreich für Marko Arnautovic sein. Der 22-Jährige hatte sich nach seiner (völlig berechtigten) Auswechslung extrem geärgert und Willi Ruttensteiner den Handschlag verweigert. Der Interimstrainer sah die Sache nicht so eng und vergab seinem Problemkind. Als Arnautovic aber dann um eine Aussprache mit Ruttensteiner bat, lehnte der 49-jährige Oberösterreicher ab. Die wievielte Aussprache das für Arnautovic gewesen wäre, kann niemand sagen – dass der Bremen-Legionär dadurch aber noch trotziger reagieren wird, kann man bereits jetzt erahnen. Ruttensteiner überlegt sogar, seinen Starkicker in Astana zu Beginn auf der Bank sitzen zu lassen und statt ihm Freitag-Torschütze Zlatko Junuzovic von Austria Wien zu bringen. <br />
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<strong class='bbc'>„Never change a winning team“</strong><br />
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Es hat sich zwar schon oft bewahrheitet, dass ein siegreiches Team erneut gewonnen hat, wenn man es unverändert ließ. Doch diese Möglichkeit hat Ruttensteiner gegen Kasachstan gar nicht. Neben den Disziplinlosigkeiten von Arnautovic vor Allem deswegen, weil auch Baumgartlinger in Astana ersetzt werden muss – die Kandidaten für den Job heißen Stefan Kulovits und Veli Kavlak. Als unwahrscheinlich, aber auch im Bereich des Möglichen liegenden gilt es, dass Ruttensteiner David Alaba in das zentrale defensive Mittelfeld zurückbeordert, auch wenn dadurch der Platz an der linken Flanke für Andi Ivanschitz frei werden würde. Gleich bleiben wird die Abwehr mit Grünwald im Tor, Fuchs auf der linken und Dag auf der rechten Seite sowie dem Innenverteidigerpaar Dragovic-Prödl.<br />
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<strong class='bbc'>Hätti-Wari</strong><br />
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Das abschließende Spiel in der EM-Qualifikation ist natürlich nicht völlig bedeutungslos. Für jeden geht es noch um etwas. Für die Spieler um den zweiten Teil einer gelungenen Bewerbung für den neuen Teamchef Marcel Koller. Für Willi Ruttensteiner, den „Zwei Spiele-Willi“ um die Erhaltung seiner weißen Weste während seiner zweiten Amtszeit als Interimsteamchef. Und für den ÖFB, nach einer wieder einmal verpatzten Qualifikation die Fans ein weiteres Mal zu versöhnen und Punkte für das FIFA-Ranking zu sammeln. Dabei hätte es in Astana für Österreich noch um viel mehr gehen können. Schon klar, hätti-wari ist typisch österreichisches Denken, und vergebenen Chancen sollte man nicht nachtrauern. Trotzdem lohnt sich ein Blick auf die Tabelle und die Ergebnisse dieser Qualifikation. Da belegt Österreich in Gruppe A mit elf Punkten Rang vier, davor sind die Türkei mit 14 Punkten auf Platz drei und Belgien mit 15 Punkten an der zweiten Stelle zu finden.<br />
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Hätte nun Österreich beim verrückten Spiel in Belgien nicht remisiert, sondern die drei Punkte nach Hause gebracht, stünde unser Team mit 13 Punkten, Belgien mit 14 da. Dass dies nicht so ist, kann man sicher zu einem großen Teil auch Paul Scharner anlasten, der durch seine völlig unnötige rote Karte beim Stand von 3:2 für Österreich einen Sieg schwer gefährdet hat. Die zweite bittere Erfahrung dieser Qualifikation war das 1:2 gegen Deutschland im Happel-Stadion. Hätte Österreich ein 1:1 erreicht, stünde Rot-Weiß-Rot nun mit 14 Punkten da, punktegleich mit Belgien und der Türkei. Vor dem letzten Spiel hätte Österreich also noch intakte Chancen auf das Play-Off. Eine dumme Aktion in Belgien und ein Gegentor in Minute 92 kosteten die Österreicher also das Finale. Da ist noch gar nicht die Rede vom Heimspiel gegen die Türkei, in dem ebenfalls mehr als nur ein 0:0 herausschauen hätte können. Wohl auch deshalb, weil das Stadion besser gefüllt und die Stimmung unter Fans und Medien eine andere gewesen wäre. Auch wenn die ganze Zahlenspielerei nichts bringt – man sieht, dass Österreich durchaus Chancen auf den zweiten Gruppenplatz gehabt hätte, wenn Konzentration und Disziplin konsequenter durchgesetzt worden wären.<br />
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Archimedes, abseits.at]]></description>
		<pubDate>Sun, 09 Oct 2011 12:59:18 +0000</pubDate>
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	</item>
	<item>
		<title>Ein doppelter Janko, dazu Ivanschitz und Junuzovic: Österreich gewinnt mit 4:1 in Aserbaidschan!</title>
		<link>http://www.austriansoccerboard.at/index.php/page/index.html/_/fussball-national/oefb-nationalteam/ein-doppelter-janko-dazu-ivanschitz-und-junuzovic-oesterreich-gewinnt-mit-41-in-aserbaidschan-r531</link>
		<description><![CDATA[<em class='bbc'>Nach dem Motto "Mit vollen Hosen ist gut stinken" besiegte Österreich die Aseri, die es durch die rote Karte für Sasa Yunisoglu in Minute 26 dem Gegner leicht machten. Die Spieler überzeugten zwar nicht immer spielerisch, die taktische Arbeit und die Reaktion auf veränderte Spielbedingungen - wohl ein Verdienst von Willi Ruttensteiner - waren bemerkbar. Was machte der Interimscoach anders als sein Vorgänger?</em><br />
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Österreich startete nominell im 4-4-2. Die Viererkette bildeten Christian Fuchs, Aleksandar Dragovic, Sebastian Prödl und Ekrem Dag vor Pascal Grünwald. Davor war es nominell eher experimentell. David Alaba rechts - nicht unbedingt seine Lieblingsposition - Rückkehrer Andreas Ivanschitz links, in der Mitte Paul Scharner und Julian Baumgartlnger mehr oder weniger gleichberechtigt als Achter. An vorderster Front agierte Marc Janko, um ihn herum sollte Marko Arnautovic spielen. Berti Vogts stellte diesem, durchaus offensivem, Spielsystem ein 4-2-3-1 entgegen, welches aber eher ein breit gefächertes 4-5-1 war. Wichtig dabei: Der flinke Rauf Aliyev sollte die Hintermannschaft bei Kontern beschäftigen, Elnur Allahverdiyev kümmerte sich um David Alaba.<br />
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<strong class='bbc'>Die Anfangsphase</strong><br />
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Österreich nahm sofort das Heft in die Hand. Die Aserbaidschaner zogen sich bis tief in die eigene Hälfte zurück, lauerten auf Konter und überließen den Gästen das Spielgerät. Nachdem sich anfangs fast alle Spieler des Teams Austria in des Gastgebers Hälfte tummeln durften, kam es zu wenig klaren Torchancen, gerade mal zwei Schüsse und eine doppelte Kopfballchance durch Paul Scharner schauten heraus. Obwohl Ruttensteiner seinen Mannen offensichtlich auch einen Plan B und C - rotieren, Positionen tauschen, kreuzen - mitgegeben hatte, schaute wenig Zählbares heraus. Vogts wusste, wie er dem Spiel die Würze rauben konnte, mehr als zu verteidigen blieb Aserbaidschan auch nicht übrig. Twente, Mainz mal zwei, West Brom, Bayern, Bremen - Mittelfeld und Sturm wiesen eine doch beeindruckende Visitenkarte auf. Dass aber zwei Jahre mangelnde Taktik und wenig Selbstvertrauen nicht von der einen auf die andere Sekunde umkehrbar sind, war klar. Und so war es Innenverteidiger Yunisoglu, der es Österreich vermeintlich leicht machte.<br />
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<strong class='bbc'>Fortuna sendet Grüße</strong><br />
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Natürlich nicht der Arbeitgeber von Ersatztorhüter Robert Almer, sondern die Glücksgöttin in Person des Schweizer Schiedsrichters Studer ermöglichten Österreich die Überhand. Nach einem Foul an Janko zückte der Schiedsrichter eine vertretbare, aber harte rote Karte für Yunisoglu, der als nicht allerletzter Mann den Kapitän foulte. Eine kurze Phase zeigten sich die defensiv gut stehenden und offensiv durchaus gefälligen Aserbaidschaner geschockt. In Minute 34 legte Alaba den Ball schön in den Sechzehner, ein Raum war frei geworden. Janko spitzelte den Ball in die Hand des Goalies, der konnte das Spielgerät nicht behaupten. So konnte der Bayern-Akteur das Runde zu Ivanschitz bringen, der halbrechts und überlegt und platziert von der Strafraumgrenze einschießen konnte. Schön für den Verschmähten, doch es sollte nicht die Letzte gute Aktion des Mainzers sein.<br />
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<strong class='bbc'>Überhebliche Verwirrung</strong><br />
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Wie so oft in der Geschichte des Fußballs in Rot-Weiß-Rot ließ die Konzentration in der Defensive nach einer Führung schlagartig nach. Plötzlich war die Ordnung in der Verteidigung trotz der numerischen Überlegenheit und der Führung weg und Europa-League-Fuchs und Champions-League-Dragovic gaben ihrem Hirn frei. Gegen Ende der ersten Halbzeit kamen die Aseri zu guten Chancen. In der ersten Halbzeit konnte eine taktisch gut eingestellte und kämpferisch überzeugende Mannschaft beobachtet werden - jene in den blau-weißen Dressen. Dennoch freute sich Trainer Ruttensteiner diebisch: Im noch folgenden Machtkampf innerhalb des ÖFBs würde ihm ein Sieg eine gute Ausgangsposition liefern, um Druck auf Neo-Coach Marcel Koller auszuüben. Der Schweizer hätte Ruttensteiner immer als Damoklesschwert mit einem oder vielleicht ab nächster Woche zwei Auswärtssiegen im Gepäck neben sich.<br />
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<strong class='bbc'>Versagt das Kollektiv, gewinnt das Individuum</strong><br />
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Auch in der Anfangszeit von Durchgang zwei rotierten die Österreicher, nun in einem tatsächlich optisch erkennbarem, 4-2-3-1 munter etwa 20 Meter vor dem Tor. Eine Sache blieb offensichtlich, nämlich dass die Aseri trotz technischer Unterlegenheit das Umschalten von Defensive auf Offensive besser beherrschten. Die individuelle Klasse war dennoch auf Seiten der ÖFB-Elf: Alaba fand in Minute 52 die Lücke im Beinewald, setzte Ivanschitz ein, der verlängerte kunstvoll auf Janko und schon stand es zwei zu null. Nachdem einstudierte Spielzüge von Vogts leicht zu durchschauen waren, musste Österreich wieder auf das Talent des 19-Jährigen zurückgreifen. Zehn Minuten später war das Spiel dann endgültig gelaufen, Arnautovic bediente seinen Kapitän, der schoss zum 3:0 ein, die Aktion war zu schnell für die mittlerweile eingeknickten Aseri, bei 0:0 wäre das nicht passiert. Doch auch wenn Berti Vogts' Elf im Kopf müde war und der letzte Biss fehlte - die taktische Ordnung sah besser aus, als das, was Österreichs Individualistenkabaret zeigte. Augenscheinlich war dies in Minute 74, als Vügar Nadirov nach einem Konter links in den freien Lauf lief und aus 20 Metern ein Traumtor erzielen konnte. Grünwald fehlten ein paar Zentimeter. Zlatko Junuzovic durfte später noch eins drauflegen.<br />
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<strong class='bbc'>Fazit: Eine Schwalbe macht noch keinen Frühling, schon gar nicht im Herbst</strong><br />
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Taktik gibt es auch bei Willibald Ruttensteiner nicht zum Frühstück. Die technisch limitierten Aseri konnten trotz der deutlichen 1:4-Heimniederlage die Bundesliga-Sternchen im Grunde genommen mit einfachen Mitteln gut kontrollieren. Die Tore waren doch schön anzusehen, aber gegen zehn Mann spielt es sich auch leichter als gegen elf. Gegen Deutschland, Irland und Schweden müssen die Österreicher taktisch klüger und flexibler werden. In Schwamendingen dürfen deshalb jetzt schon ein paar Kerzen angezündet werden, dass der österreichische Boulevard und der ÖFB Marcel Koller arbeiten lassen. <br />
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Georg Sander, abseits.at]]></description>
		<pubDate>Sat, 08 Oct 2011 15:54:44 +0000</pubDate>
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	</item>
	<item>
		<title>Fankurve | Fußball-Arena mit Prohaska und Co.: Die Heurigenrunde der Ahnungslosen/Beleidigten</title>
		<link>http://www.austriansoccerboard.at/index.php/page/index.html/_/fussball-national/oefb-nationalteam/fankurve-fussball-arena-mit-prohaska-und-co-die-heurigenrunde-der-ahnungslosenbeleidigten-r530</link>
		<description><![CDATA[<em class='bbc'>Nachdem sich mein Entsetzen über den dreistündigen Horror-Marathon des ORF ein wenig gesetzt hat, sich die Schweißausbrüche verflüchtigt haben und auch die Zornesröte im Gesicht wieder der normalen Alltagsfarbe gewichen ist, könnte man versuchen, an der heutigen Sendung etwas Positives zu finden. Und ja, es gab durchaus auch positive Seiten an der Fußball-Arena des ORF vom 7.Oktober 2011.</em><br />
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<strong class='bbc'>Mählich entzaubert eine Heldengeneration</strong><br />
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Da ist natürlich einmal Roman Mählichs heutiger Auftritt hervor zu streichen. Neben Ricardo Moniz, der sich im Laufe der Sendung wohl einige Male gefragt haben muss, wo er denn da rein geraten sei (zumindest deutete der verzweifelte Gesichtsausdruck darauf hin), bewies Mählich einmal mehr, dass er derzeit der wohl einzige ernstzunehmende Analytiker beim Staatsfunk ist.<br />
<br />
Denn der gebürtige Wiener Neustädter schaffte es nicht nur, die "Causa Koller" sachlich auf den Punkt zu bringen, sondern hielt auch über die gesamte Sendezeit seine Emotionen im Zaum, was eigentlich die größte Leistung des heutigen Abends war. Würden sich nämlich Prohaska und Co. trauen, diese heute in aller Öffentlichkeit zur Schau gestellte Selbstherrlichkeit zum Thema "Teamchef Marcel Koller" in einer Stammtischrunde zum Besten geben, wäre wohl eine zünftige Wirtshausrauferei die Folge.<br />
<br />
So aber rückte der zu Beginn seiner Analytiker-Karriere nervöse und nach Worten ringende Mählich quasi von der Ersatzbank zum Stammspieler in der Mannschaft der Fernseh-Analytiker auf. Und angesichts der gebotenen Darstellung darf man auch darüber hinweg sehen, dass diese Mannschaft speziell beim ORF eigentlich nur noch aus dem ehemaligen Sturm Graz-Spieler bestehen dürfte.<br />
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<strong class='bbc'>Prohaska und der Hang zur Sozialarbeit</strong><br />
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Ganz anders dagegen der bisherige Chefanalytiker des ORF, Herbert "Gute Nacht" Prohaska, der wohl seinen Job in Kürze aufgeben wird und sich der Tätigkeit als Sozialarbeiter widmen wird. Erste deutliche Signale in diese Richtung setzte Prohaska heute, als er seine ersten Gehversuche in dieser für ihn neuen Tätigkeit in gemütlicher Runde schilderte.<br />
<br />
Denn als solches "Outing" ist die Aussage über seine Verärgerung über Sportdirektor und Interims-Teamchef Willi Ruttensteiner wohl zu sehen. Als ernstzunehmender Beitrag zur Teamchef-Diskussion kann jedenfalls sein Versuch, für den armen arbeitslosen Dauerfreund Andreas Ogris eine Beschäftigung beim ÖFB zu finden, nicht gesehen werden.<br />
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<strong class='bbc'>Hungrig zur Heurigenrunde</strong><br />
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Wesentlich inhaltsvoller waren da schon die Beiträge der anderen Diskussionsteilnehmer. Man erfuhr, dass Anton "Doppelpack" Polster hungrig zur Sendung gereist war und deshalb immer gereizter wurde. Immerhin reichte seine Energie noch aus, um dem Fußball-Laien den Bananenschuss (nicht zu verwechseln mit der berühmten Bananenschnitte von Stefan Maierhofer) zu erklären. Zudem betätigte sich Polster für den ORF auch noch als Kriegsschauplatz-Reporter, als er schilderte, wie betroffen und traurig die Bevölkerung in Wien-Meidling auf die Bestellung von Marcel Koller zum Teamchef reagiert hat, er sich aber trotzdem mutig der zornigen Menge gestellt hat.<br />
<br />
Ebenfalls ein breites Spektrum an Information hatte Kapfenberg-Trainer Werner Gregoritsch für den staunenden Zuseher parat. Man durfte teilhaben an einem Monolog über die Verluderung der österreichischen und europäischen Politik - schließlich ist ja die EU daran schuld, dass unsere Jungkicker schon im zarten Alter von 9 oder 10 Jahren fluchtartig unser böses Land verlassen - und erfuhr von seinen Zukunftsplänen als gemeinschaftlicher Teamchef mit Didi Kühbauer, den er regelmäßig beim Tennis schlägt.<br />
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Als drittes Mitglied der Heurigenrunde präsentierte sich schließlich Frenkie Schinkels gewohnt mit spitzer Zunge. Schinkels hielt es mit dem Gros der österreichischen Politiker, redete viel, sagte nichts und schaffte es trotzdem, des Öfteren in Rage zu geraten (was er im Übrigen nur von seinem Sitznachbarn Gregoritsch gelernt haben kann, der dies heute einige Male perfekt vorführte).<br />
<br />
Einig waren sich die Herren Polster, Gregoritsch und Schinkels letztlich aber nicht nur bei ihrer - oft betont - rein sachlichen Kritik an Herrn Koller, sondern auch bei der Ansicht, dass es "langsam reicht". Denn Österreich sei als Land mittlerweile so übersozial geworden, dass man sogar die besten Jobs des Landes an Ausländer vergibt. Die unterschwellige Aussage, dass "das Boot voll sei", wurde aber rein zufällig getätigt, ist aus dem Zusammenhang gerissen und hat nichts mit politischen Ansichten der genannten Herren zu tun.<br />
Oder - anders ausgedrückt - es gilt die Unschuldsvermutung<br />
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<strong class='bbc'>Sport und Talk im ORF - ein gescheitertes Projekt?</strong><br />
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Wer die Freitag-Abend-Sendung der ORF-Sportredaktion selbst nicht verfolgen konnte und beim Lesen dieser Zeilen nun auf den Gedanken kommt, es handle sich hier um eine Satire, dem sei gesagt, dass dem leider nicht so ist.<br />
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Denn man darf zwar dem ORF keinen Vorwurf für die Bemühungen machen, sich nach jahrelanger Vorbereitung nun endlich doch ausführlich mit dem heimischen Fußball zu beschäftigen, muss die Herren der Sportredaktion aber trotzdem einer harschen Kritik unterziehen.<br />
Es wäre nämlich durchaus interessant, was man sich von der Zusammensetzung der schon geschilderten Diskussionsrunde eigentlich erwartet hat.<br />
Wollte man tatsächlich die Bestellung von Marcel Koller durch genannte Runde zu erklären versuchen, so ist man kläglich gescheitert.<br />
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Und wollte man für den zukünftigen 24-Stunden-Sportsender "Sport Plus" Werbung betreiben, so war dies ein Schuss, der nach hinten los ging. <br />
Bleibt also nur der zaghafte Erklärungsversuch, dass man auf ironische Weise den tristen Status Quo der österreichischen Fußball-Weisheit darstellen wollte. Da machte aber sogar das zuletzt verspottete Nationalteam mit dem 4:1-Sieg in Baku dem ORF einen Strich durch die Rechnung und zeigte mit einer braven Leistung, dass es Besseres verdient hätte.<br />
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Womit sich der Kreis schließt. Denn letztlich förderte man mit der heutigen Sendung nur das schon angesprochene Sozialprojekt von Herbert Prohaska und bot einem illustren Kreis trauriger Pseudoexperten eine Art letzten Auftritt.<br />
<br />
Oliver Polzer als Moderator der heutigen Sendung zeigte aber zumindest, dass er das Zeug zu mehr hätte. Denn in beinahe schon bewundernswerter Gleichmütigkeit ließ er ein dreistündiges Drama über sich ergehen, ohne die Sprache zu verlieren (was man ihm angesichts des Niveaus der heutigen Diskussion nicht verübeln hätte dürfen).<br />
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<strong class='bbc'>Fazit:</strong> Eine mehrstündige Sportsendung im Staatsfunk? Ja bitte, gerne. Aber bitte in Zukunft mit sorgfältiger ausgewählten Gästen. Denn selbst ein - laut einer von ihm selbst auf Facebook getätigten Aussage - völliger Fußball-Laie wie ZiB-Moderator Armin Wolf hätte heute fachlich mehr zum Thema beitragen können, als Prohaska, Gregoritsch, Schinkels und Polster gemeinsam.<br />
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(holybatman)]]></description>
		<pubDate>Sat, 08 Oct 2011 13:01:30 +0000</pubDate>
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	</item>
	<item>
		<title>Mit zwei Legionären ins Duell mit Österreich: Das ist die Mannschaft von Aserbaidschan!</title>
		<link>http://www.austriansoccerboard.at/index.php/page/index.html/_/fussball-national/oefb-nationalteam/mit-zwei-legionaeren-ins-duell-mit-oesterreich-das-ist-die-mannschaft-von-aserbaidschan-r527</link>
		<description><![CDATA[<em class='bbc'>Heute Abend trifft unser Nationalteam unter Übergangstrainer Willi Ruttensteiner in Baku auf Aserbaidschan. Die Mannschaft von Berti Vogts liegt im FIFA-Ranking derzeit auf Rang 97, ex aequo mit Saudi-Arabien und damit zwanzig Plätze hinter der ÖFB-Auswahl. Die letzten beiden Länderspiele bestritt das Team erfolgreich: Auf einen 3:2-Erfolg gegen Kasachstan folgte immerhin ein 1:1 gegen Belgien.</em><br />
<br />
Das Team aus Vorderasien ist jedoch weitestgehend unbekannt. Berti Vogts berief für das Länderspiel gegen Österreich zwei Legionäre ein und ließ in den letzten Monaten stets mit einem 4-2-3-1 oder Abwandlungen davon spielen. So praktizierte das Team gegen Deutschland (1:3-Heimniederlage) ein 4-1-4-1, in einem Testspiel gegen Mazedonien (0:1-Heimniederlage) ein 4-4-1-1. Die Chefrollen in der Mannschaft sind klar verteilt, ebenso wie die Grundausrichtung. Aserbaidschan setzt auf Laufstärke, taktische Disziplin und Kampf, wird auch heute gegen Österreich versuchen durch diese Tugenden ins Spiel zu finden.<br />
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<strong class='bbc'>Starker Torhüter</strong><br />
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Der Torhüter des Teams ist <strong class='bbc'>Kamran Agayev (25)</strong>, der mit 27 Länderspielen in den letzten drei Jahren als unumstrittene Nummer Eins zu bezeichnen ist. Der Keeper von Vizemeister Xazar-Lankaran gilt als starker Rückhalt, der bereits in Spielen wie dem 1:3 gegen Deutschland einen guten Job machte. Abwehrchef der Aserbaidschaner ist der 68-fache Teamspieler <strong class='bbc'>Rashad Sadigov (29)</strong>, der aufgrund seiner früheren Auslandsengagements bei den türkischen Vereinen Kayserispor, Kocaelispor und Eskisehirspor als einer der erfahrensten Spieler des Teams gilt. Der 29-Jährige ist zwar nur 177cm groß, gilt aber als guter Zweikämpfer und Organisator, der aber auch Probleme mit höherem Tempo bekommen kann. Neben ihm darf man <strong class='bbc'>Vurgun Hüseynov (23)</strong> erwarten, der sich erst vor kurzem im Nationalteam etablieren konnte, sich in seinen ersten Spielen allerdings sehr nervös und fehleranfällig präsentierte.<br />
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<strong class='bbc'>Freiburg-Legionär als Außenverteidiger</strong><br />
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Einer der großen Hoffnungsträger des Teams ist der in Deutschland geborene <strong class='bbc'>Ufuk Budak (21)</strong>, der für die zweite Mannschaft des SC Freiburg spielt und im August im Nationalteam debütierte. Auch gegen Österreich ist ein Einsatz des Linksverteidigers wahrscheinlich, auch wenn er auf dieser Position mit <strong class='bbc'>Elnur Allahverdiyev (27)</strong> einen durchaus etablierten Konkurrenten hat. Allahverdiyev spielte zuletzt in der Meisterschaft für Xazar-Lankaran stark, muss dafür aber auf eine sehr schwache EM-Qualifikation zurückblicken. Beim 1:1 gegen Belgien spielte Allahverdiyev links, beim 3:2 über Kasachstan war es Budak. Auf der rechten Abwehrseite ist <strong class='bbc'>Mahir Sükürov (28)</strong> gesetzt, der 53 Länderspiele auf dem Buckel hat und beim aserbaidschanischen Klub Qabala, der vom englischen Ex-Internationalen Tony Adams trainiert wird, gesetzt ist. Sükürov spielte im Vorjahr noch in Russland für den heutigen Mäzen-Klub Anzhi Makhachkhala, bei dem nach den jüngsten Investitionen in Superstars kein Platz mehr für den routinierten, offensiv starken Verteidiger war.<br />
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<strong class='bbc'>Sehr defensives Mittelfeld</strong><br />
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Der defensivste Mittelfeldspieler ist <strong class='bbc'>Rail Malikov (25)</strong>, der letzte Saison mit Neftchi Baku Meister in Aserbaidschan wurde und eigentlich ein gelernter Innenverteidiger ist. In Rückwärtsbewegung nimmt er quasi die Position eines altmodischen Vorstoppers ein. Der 37-fache Teamspieler ist allerdings kein Spieler, den man als alleinigen defensiven Mittelfeldspieler aufbieten sollte - er braucht auf der defensiven Position einen Nebenmann. Dieser Nebenmann könnte der dynamische, laufstarke <strong class='bbc'>Rahid Amirguliyev (22)</strong> sein – ein Spieler, den man schon mal öfter überspielen muss, um endgültig an ihm vorbeizukommen. Vor einigen Jahren halt Amirguliyev als Shootingstar des aserbaidschanischen Fußballs, im Alter von 17 Jahren wurde er in der Liga bei seinem Klub Xazar-Lankaran, übrigens aktueller Tabellenführer, Stammspieler, ein Jahr später debütierte er im Nationalteam. Sein Konkurrent auf dieser Position ist Neftchi-Baku-Mittelfeldspieler <strong class='bbc'>Ruslan Abisov (23)</strong>, der körperlich robuster ist als Amirguliyev, allerdings laufschwächer. <br />
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<strong class='bbc'>Cavadov als bester Fußballer des Teams</strong><br />
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Den beiden defensiven Mittelfeldspielern vorgelagert ist der routinierte <strong class='bbc'>Aleksandr Chertoganov (31)</strong>, ein 40-facher Teamspieler und Mittelfeldstratege, der in der Ukraine geboren wurde und aktuell für Qabala spielt. Er soll die Schnittstelle zwischen Defensive und Offensive herstellen, die früher Ex-Rekordnationalspieler Aslan Karimov herzustellen versuchte, allerdings ein wesentlich defensiverer, unmoderner zentraler Mittelfeldspieler war. Im rechten Mittelfeld ist seit neuestem <strong class='bbc'>Afran Ismayilov (22)</strong> gesetzt. Interessanterweise ist der Flügelspieler bei seinem Klub Qarabaq nicht gesetzt, im Nationalteam seit fünf Spielen schon. Allerdings war er dort aufgrund von schwachen Leistungen auch jeweils der erste „Auswechsler“. Mit Gefahr über die rechte Seite ist also kaum zu rechnen. Anders sieht dies auf der linken Seite aus: Dort spielt nämlich mit <strong class='bbc'>Vaqif Cavadov (22)</strong> der wohl beste Fußballer des Teams. Der mittlerweile 36-fache Teamspieler debütierte im Alter von 16 Jahren im Nationalteam, spielte damals für die Jugend von ZSKA Moskau. Nach einem dreijährigen Gastspiel in der aserbaidschanischen Liga für Qarabaq wechselte Cavadov (oft fälschlicherweise als <em class='bbc'>Javadov</em> bezeichnet) zum FC Twente, wo er allerdings kein Pflichtspiel absolvierte. Mittlerweile spielt er in der russischen Premier Liga mit Volga Nizhni Novgorod gegen den Abstieg, ist bei seinem Klub allerdings nur Ersatzspieler. Im Team ist Cavadov gesetzt…<br />
<br />
<strong class='bbc'>Aufstrebender Aliyev Solospitze</strong><br />
<br />
Die Solospitze im System von Berti Vogts ist <strong class='bbc'>Rauf Aliyev (22)</strong>, ein hart arbeitender Angreifer, der in den letzten Jahren zu viele Chancen vergab, mittlerweile allerdings ein regelmäßiger Torschütze für Klub und Nationalteam ist. In den letzten beiden Länderspielen gegen Belgien und Kasachstan traf Aliyev je einmal. Es waren seine ersten beiden Länderspieltore, mit Sicherheit aber nicht seine letzten, zumal man in letzter Zeit eine neu entdeckte Dominanz des 22-jährigen Offensivmannes im Strafraum beobachten konnte. Er sucht sehr schnell den Abschluss und gilt bei 183cm Körpergröße auch als kopfballstark. Sein Ersatzmann wäre der in Serbien geborene <strong class='bbc'>Branimir Subasic (29)</strong>, der jedoch aufgrund von Verletzungspech im Sommer noch nicht hundertprozentig auf der Höhe ist. Fußballerisch wäre der 24-fache Teamspieler mit Sicherheit eine Bereicherung für das Team, sein Einsatz von Beginn an ist jedoch unwahrscheinlich.<br />
<br />
<strong class='bbc'>Noch kein Treffer gegen Österreich</strong><br />
<br />
Das aserbaidschanische Nationalteam konnte gegen Österreich in bisher drei Aufeinandertreffen noch kein Tor erzielen. Bei zwei Niederlagen und einem Unentschieden lautet die Tordifferenz 0:5. Die heimische Liga konnte sich in den letzten Jahren durchaus weiterentwickeln und auch wenn die Klubs im Europacup keine nennenswerten Erfolge feiern konnten, war keiner der internationalen Teilnehmer Kanonenfutter für seine Gegner. Das Nationalteam bleibt in letzter Zeit dennoch stecken, zumal die Klubs immer mehr Legionäre kaufen, selbst stärker werden, dennoch zu wenige Aserbaidschaner einsetzen. Meister Neftchi Baku hat neun Legionäre angestellt, davon vier Brasilianer, die allesamt Stammspieler sind. Im Angriff hat das Team mit dem mittlerweile 33-jährigen Emile Mpenza auch einen ehemaligen Star von internationalem Format. Der Kader von Vizemeister Xazar-Lankaran zählt elf Legionäre, ebenso wie die Teams von Qabala und Kapaz Ganca. Die aserbaidschanischen Talente kommen zu wenigen Spielen, werden zudem (noch) nicht so professionell ausgebildet, dass sie schon in sehr jungen Jahren die Aufmerksamkeit größerer internationaler Klubs auf sich ziehen. Die Fußballexporte der 14- bis 18-Jährigen sind daher ebenfalls rar – vier junge Aserbaidschaner spielen in Deutschland, einer in England für die Reserveelf des FC Everton.<br />
<br />
<strong class='bbc'>Fast nur ausländische Torjäger in der Liga</strong><br />
<br />
Ein Sinnbild dafür wie schwierig es für aserbaidschanische Fußballer ist, in ihrer eigenen Liga Fuß zu fassen, ist ein Blick auf die Torschützenliste der vergangenen Saison 2010/11. Unter den 18 besten Torschützen (Spieler mit fünf Saisontoren oder mehr) sind nur zwei Einheimische. Torschützenkönig wurde der Georgier Giorgi Adamia vor dem Usbeken Bakhodyr Nasimov und dem Brasilianer Flavinho…<br />
<br />
Voraussichtliche Aufstellung von Aserbaidschan: Agayev - Sükürov, Sadigov, Hüseynov, Allahverdiyev - Malikov, Abisov - Ismaiylov, Chertoganov, Cavadov - Aliyev.<br />
<br />
Daniel Mandl, abseits.at]]></description>
		<pubDate>Fri, 07 Oct 2011 13:21:54 +0000</pubDate>
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	</item>
	<item>
		<title>Wer ist Marcel Koller? (3/3) - Spielweise und Philosophie</title>
		<link>http://www.austriansoccerboard.at/index.php/page/index.html/_/fussball-national/oefb-nationalteam/wer-ist-marcel-koller-33-spielweise-und-philosophie-r520</link>
		<description><![CDATA[<em class='bbc'>Als Spieler hatte Marcel Koller klingende Namen als Trainer - Ottmar Hitzfeld, Leo Beenhakker, Roy Hodgson. Getreu dem Motto "Von den Besten lernen" konnte aus dem Mittelfeldspieler fast nur ein guter Trainer werden, was er auch bewiesen hat. Wie wirkt sich Kollers Geschichte als Spieler und Co-Trainer auf seine Arbeit als Chefcoach aus?</em><br />
<br />
Nackte Statistiken und Namedropping von Spielern, die entwickelt wurden, reichen nicht aus, um wirklich das System eines Trainers zu erfassen. Wird vom "System" gesprochen, beschränkt sich das allerdings nicht nur auf drei Zahlen und zwei Bindestriche, sondern auf die grundsätzliche Ausrichtung einer Mannschaft. Dazu zählt auch der Umgang mit den Spielern und den Medien. All diese Informationen ergeben ein Bild, welches sich von den Trainern, die in den letzten Jahren das Nationalteam coachten, abhebt.<br />
<br />
<strong class='bbc'>Wie tickt er?</strong><br />
<br />
Wie bereits gestern bei der Pressekonferenz des ÖFB und später im ZIB2-Studio ersichtlich, ist Marcel Koller ruhig, zurückhaltend und wählt seine Worte beinahe vorsichtig. "Spröde", "wenig emotional", "arbeitsam" und "präzise" nannte dies die deutsche Journaillie während seiner Zeit bei Köln und Bochum. Vor allem der Start in Deutschland fiel ihm, dem in der Schweiz als Trainer alles wie von Zauberhand zu gelingen schien, schwer. In der chaotischen Domstadt wurde seine Art nicht begrüßt, erst der Pott ließ zu, dass das System Koller auch in Deutschland gelang. Hingen in der Schweiz nämlich alle an den Lippen der Choryphäe, so musste er sich in Deutschland erst Gehör verschaffen. Stundenlanges Videostudium, Besprechen taktischer Details, ausgedehnte Analysen, akribische Arbeit am Trainingsplatz - Marcel Koller lebte seine Akribie beinahe bis zur Pedanz aus, wie er auch selber zugab. "Ich gebe alles, von morgens früh bis abends spät. Ich stehe 24 Stunden parat für meinen Arbeitgeber, dann muss ich mir selbst gegenüber auch keinen Vorwurf machen", so der Zürcher im Gespräch mit einem deutschen Medienunternehmen vor ein paar Jahren. Doch allen Klischee-haften Schweizer Attributen zum Trotz ist sich Koller dem Faktor "Fan" bewusst, fasst die Begeisterungsfähigkeit des Publikums als wichtigen, aber nicht entscheidenden Faktor auf. Eine weitere entscheidende Facette der Trainerpersönlichkeit ist des Weiteren die Verbissenheit. Christoph Dabrowski formulierte es nach Kollers Abgang bei Bochum gegenüber <em class='bbc'>spox.com</em> so: "Marcel Koller hat mit den Mitteln, die ihm zur Verfügung standen, hervorragende Arbeit geleistet. Das muss man anerkennen und ihm dafür Respekt zollen. Durch die Misserfolge ist die Leichtigkeit abhanden gekommen."<br />
<br />
<strong class='bbc'>Wie sieht das System Koller auf dem Platz aus?</strong><br />
<br />
„Von einer Abwehrlinie mit vier Spielern ausgehend, lässt sich der gesamte Raum des Spielfelds am besten abdecken", wenig überraschend klingt dieses Statement von Marcel Koller im Rundmagazin aus seiner Zeit bei Bochum. Interessanter ist die Begründung: Bei einer Breite von rund 70 Metern können vier auf einer Linie stehende Verteidiger fast das gesamte Spielfeld wie eine Mauer blockieren. Spielereien mit einer defensiven Dreierkette sind nicht zu erwarten, dies tat er im Herbst 2006 gegen Werder Bremen schon einmal, beim Stand von 0:2 in Minute 60 - das Spiel endete 0:6. Die Fünferkette ließ er ab und an spielen, entweder aus Mangel an Qualität der Außenbahnspieler oder aufgrund der zu erwartenden Feldüberlegenheit des Gegners. Ansonsten ließ er die Außenbahnspieler betont offensiv agieren, wie etwa Christian Fuchs, der sich unter Koller zu einem der besseren linken Verteidiger der deutschen Bundesliga entwickelte. Im Mittelfeld setzte der Schweizer meist auf eine "Raute", sprich einen Sechser, zwei Außenbahnspieler und einen kreativen Spieleröffner, der zwei Stürmer vor sich hatte. Der Gegner hatte vor allem in der Schweiz und in der deutschen zweiten Liga oft wenig Zeit, den Ball zu verarbeiten, denn St. Gallen, die Grasshoppers und Bochum in Liga zwei traten dominant auf. Durch Pressing versuchten die Teams schnell in Ballbesitz zu kommen, dann rollten die Angriffe über die Flügel. Die Mannschaften erfreuten sich auch bester Fitness, viele Tore konnten in der Schlussphase der Spiele erzielt werden.<br />
<br />
<strong class='bbc'>Kritik am System</strong><br />
<br />
Natürlich mehrten sich vor allem in den Zeiten, als es schlecht lief, die kritischen Stimmen. Mauertaktik warf vor allem die Bildzeitung dem damaligen Bochum-Trainer vor und auch die Fans waren irgendwann nicht mehr mit dem unspektakulären Ergebnisfußball einverstanden. Koller trainierte - mit Ausnahme des FC Wil - in der Schweiz immer Clubs, die dominant auftraten, sich auch aufgrund der Mittel vorne positionieren konnten. Der Nimbus, Abstiegskampf nicht zu können, haftete ihm an, er wiederlegte die Annahme aber in Bochum. Dieser Spagat, zwischen Attraktivität und Destruktivität spielen zu müssen, kann zu einem Stolperstein werden. Das österreichische Publikum kennt, wie das Kölner, nur die zwei altbekannten Gemütszustände himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt. Daheim will "man" begeistert werden, auswärts müssen Punkte eingefahren werden, egal wie. Im Gegensatz zum wenig taktischen Hurrafußball, den das Team unter Dietmar Constantini zeitweise zeigte, muss das Publikum doch auch rechnen, in Schnittpartien Kost der Marke "Mattersburg auswärts" präsentiert zu bekommen. Eine Frage muss gestellt werden: Wie schnell kann der Vereinstrainer Koller zum Nationaltrainer werden? Die Lehrgänge beim Team sind kürzer, die Spieler gelten nicht überall als die taktisch bewandertsten, begingen trotz weniger Vorgaben doch recht viele Fehler, wie der Schweizer bei der Pressekonferenz anmerkte. Doch die Basis, die grundsätzliche Idee, durch Pressing und Ballbesitz zum Erfolg zu kommen, eint Constantini und Koller. Unter dem neuen Trainer wird zu dem überfallsartigen Konterkick der letzten Jahre noch der Faktor "taktische Reaktion" dazu kommen.<br />
<br />
Der Mensch Marcel Koller will den Erfolg, genauso sehr wie die österreichische Fußballöffentlichkeit nach diesem lechzt. Kollers Auffassung von Fußball als nie endende Arbeit und stetige Entwicklung passt vom Papier her gut zum ÖFB. Ob die erwähnte Öffentlichkeit ihm allerdings die Zeit gibt, seine Ideen umzusetzen, bleibt dahingestellt.<br />
<br />
Georg Sander, abseits.at]]></description>
		<pubDate>Thu, 06 Oct 2011 21:30:03 +0000</pubDate>
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	</item>
	<item>
		<title>Ein Teamchef aus dem Ausland? – Nicht nur hierzulande wird heiß diskutiert.</title>
		<link>http://www.austriansoccerboard.at/index.php/page/index.html/_/fussball-national/oefb-nationalteam/ein-teamchef-aus-dem-ausland-nicht-nur-hierzulande-wird-heiss-diskutiert-r523</link>
		<description><![CDATA[<em class='bbc'><a href='http://www.abseits.at/index.php/page/index.html/_/fussball-national/oefb-nationalteam/koller-teamchef-oesterreichs-lobbyisten-reden-frei-von-der-leber-weg-aber-koller-kennen-sie-offenbar-nicht-r514' class='bbc_url' title='Externer Link' rel='nofollow external'>In Österreich fühlten sich einige Trainer und Experten vor den Kopf gestoßen</a>, dass der ÖFB in der Trainerfrage keine österreichische Lösung fand und ließen sich zu unüberlegten und unprofessionellen Aussagen hinreißen. Es gibt allerdings nicht nur hierzulande die Diskussion, ob der Trainer der Nationalmannschaft aus dem Heimatland kommen soll.</em><br />
<br />
Kurze Zeit nachdem der Italiener Fabio Capello am 14. Dezember 2007 zum englischen Teamchef bestellt wurde, meldete sich FIFA-Präsident Sepp Blatter zu Wort. Der Schweizer Fußballfunktionär sagte, dass er überrascht sei, dass der englische Fußballverband sich gegen das eigentlich unantastbare Gesetz hinwegsetzt, dass ein Trainer der Nationalmannschaft aus dem gleichen Land kommen soll, wie seine Spieler. Im Gegensatz zu Marcel Koller wurde der Italiener von den meisten Zeitungen aber sehr freundlich empfangen, was auch daran lag, dass sich das ganze Land freute, dass Steve McClaren abgelöst wurde. <br />
<br />
<strong class='bbc'>WERDEN AUSLÄNDISCHE TRAINER ANDERS BEURTEILT?</strong><br />
<br />
Herbert Prohaska prophezeite in der Krone, dass es Marcel Koller als ausländischer Trainer sehr schwer haben werde. Der loyale Andi Herzog ärgert sich, dass er zum dritten Mal übergangen wurde. <a href='http://www.sueddeutsche.de/sport/koller-trainiert-oesterreich-der-anti-peppi-kaempft-gegen-den-schmaeh-der-cordoba-helden-1.1155157' class='bbc_url' title='Externer Link' rel='nofollow external'>Herzog glaubt, dass es wahrscheinlich ein Wettbewerbsnachteil war, dass er Österreicher ist.</a><br />
<br />
Einen großen Bonus wird Koller in Österreich garantiert nicht haben, denn sollten die ersten Spiele nicht nach Wunsch verlaufen, dann kann man sich ausmalen, wie sich einige Tageszeitungen auf den Schweizer einschießen werden. Auch in England hat Capello mittlerweile nicht nur Fans, obwohl er den besten Punkteschnitt aller englischen Nationaltrainer erreichte. Der Italiener gewann mit dem englischen Nationalteam 26 von 39 Länderspielen und verlor lediglich sechs Partien. Kein anderer englischer Nationaltrainer kam auf eine Gewinnquote von 66.7 Prozent!<br />
<br />
Sir Alf Ramsey, der 1966 mit England den einzigen Weltmeistertitel holte, gewann von seinen 113 Spielen 69 Partien (61.1%) und liegt somit abgeschlagen an zweiter Stelle. Glenn Hoddle liegt mit 17 Siegen aus 28 Partien (60.7%) auf dem dritten Platz. Die wenigsten Siege erzielte Kevin Keegen, der in nur sieben von 18 Partien (38.9%) als Sieger vom Platz ging. Capellos Vorgänger Steve McClaren gewann nur neun von 18 Spielen (50%).<br />
<br />
Viele Fußballfans werden angesichts dieser Statistiken überrascht sein, da sie sich in erster Linie an die schwache Vorstellung der Engländer bei der Weltmeisterschaft 2010 erinnern. Nach zwei wenig aufregenden Unentschieden in der Gruppenphase gegen die USA und Algerien setzte es eine bittere 4:1-Niederlage gegen Deutschland. Trotzdem muss man vor den Leistungen der Engländer in den Qualifikationsspielen den Hut ziehen. Insbesondere in den Auswärtsspielen erreichte Capello eine absolut fantastische Bilanz: In acht Auswärts-Qualifikationsspielen gab es unter dem Italiener sieben Siege. Das Torverhältnis von 21:3 spricht Bände. Die einzige Niederlage in einem Auswärts-Qualifikationsspiel setzte es gegen die Ukraine, als die Engländer bereits ihr WM-Ticket gelöst haben. Ein englischer Trainer würde mit dieser Bilanz wohl wesentlich mehr Zuspruch in den Medien genießen, als der Italiener.<br />
<br />
<strong class='bbc'>ÖSTERREICH BRAUCHT ERFAHRUNG AUS DEM AUSLAND</strong><br />
<br />
Liverpool-Spieler Jamie Carragher sagte heute in einem Interview, dass er es als Betrug ansieht, dass England nicht mit einem englischen Trainer zu den Länderspielen antritt. Er könne zwar verstehen, wenn etwa afrikanische Nationen Fachwissen aus dem Ausland importieren würden -  England hätte dies aber nicht nötig. Der englische FA-Funktionär Adrian Bevington meinte hingegen, dass alles davon abhänge, ob ein geeigneter englischer Kandidat zur Verfügung stehen würde. Das Land ist in dieser Frage noch immer gespalten.<br />
<br />
Egal wie man zu Carraghers Aussage steht - Österreich ist nicht England und kann es sich im Moment nicht leisten, auf Fachleute aus dem Ausland zu verzichten. Wären wir mit Trainerkalibern à la Ernst Happel gesegnet, dann würden wir diese Diskussion nicht führen müssen – so ist es aber eine <strong class='bbc'>PFLICHT</strong>, dass man für den wichtigsten Trainerposten des Landes den bestmöglichsten Mann holt. Und der befindet sich momentan garantiert nicht in Österreich! Ob es Marcel Koller ist, werden wir erst in einigen Monaten wissen.<br />
<br />
<a href='http://derstandard.at/1317019423595/Herbert-Prohaska-kann-nicht-alles-loben' class='bbc_url' title='Externer Link' rel='nofollow external'>In einem Standard-Interview sagte Chefanalytiker Herbert Prohaska</a>: <em class='bbc'>„…Koller ist hierzulande eher unbekannt, der Druck auf ihn wird groß sein. Ein in Österreich bekannter Name darf vielleicht ein, zwei Spiele mehr verlieren.“</em> Dieser Aussage ist ziemlich hinterfotzig, denn dieser Druck wird ja gerade durch die negativen Kommentare von Prohaska und Co. aufgebaut. Mal ganz abgesehen davon, dass es die österreichischen Fußballfans nicht besonders stören sollte, wenn Koller ein, zwei Spiele weniger verliert.<br />
<br />
Stefan Karger, www.abseits.at]]></description>
		<pubDate>Thu, 06 Oct 2011 11:39:18 +0000</pubDate>
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	</item>
	<item>
		<title>Die größten Reibungspunkte als Vor- oder Nachteile: Eine objektive Analyse zu Marcel Koller aus zwei Blickwinkeln</title>
		<link>http://www.austriansoccerboard.at/index.php/page/index.html/_/fussball-national/oefb-nationalteam/die-groessten-reibungspunkte-als-vor-oder-nachteile-eine-objektive-analyse-zu-marcel-koller-aus-zwei-blickwinkeln-r521</link>
		<description><![CDATA[<em class='bbc'>Nach einigen Wochen der Gerüchte und Spekulationen ist es nun keiner der Top-Kandidaten geworden, sondern mit dem Schweizer Marcel Koller ein Überraschungskandidat. In folgendem Text fassen wir nun ein paar Gedanken über ihn zusammen und versuchen daraus eine faire und objektive Analyse zu erstellen. Sehen wir uns die Pro und Contras von Marcel Koller an.</em><br />
<br />
<strong class='bbc'>Pro: Einer von außen.</strong><br />
<br />
Nach der österreichischen Lösung Didi Constantini muss man dem ÖFB zu Gute halten, dass er sich vom Beispiel Brückner nicht abschrecken ließ und mit dem Schweizer einen Mann von außerhalb des ÖFBs holte. Vorteil darin ist die unvoreingenommene Herangehensweise an seine neue Arbeit. Daher ist davon auszugehen, dass auch wirklich die besten Spieler unter ihm spielen werden – in Österreich keine Selbstverständlichkeit. Und vielleicht hilft ihm sein Blick von außen auch innerhalb des Verbandes Dinge zu verbessern.<br />
<br />
<strong class='bbc'>Contra: Einer von außen!</strong><br />
<br />
Ein Problem könnte die dadurch fehlende „Verhaberung“ mit Medienvertretern und „Experten“ in Österreich sein. Wie man bereits ersten Kommentaren <a href='http://www.krone.at/Nachrichten/Marcel_Koller_Ein_Schweizer_als_neuer_OeFB-Teamchef-Kompetenter_Mann-Story-298114' class='bbc_url' title='Externer Link' rel='nofollow external'>von Peter Linden (Kronen Zeitung)</a> sowie <a href='http://www.sportnet.at/de/oefbteam/102465546284/kasperltheater_wenns_nicht_foda_wird' class='bbc_url' title='Externer Link' rel='nofollow external'>Frenkie Schinkels (Interview auf sportnet.at)</a> entnehmen konnte, wird er in Österreichs Medienlandschaft bzw. bei den „Experten“ nicht auf Gegenliebe stoßen – wohl weil er keine österreichische Lösung ist. Es ist anzunehmen, dass ihm nach nicht eintretenden Erfolgen von medialer Seite ein sehr rauer Wind entgegenwehen wird.<br />
<br />
<strong class='bbc'>Pro: Erfahrung</strong><br />
<br />
Marcel Koller wird bald 51 und ist daher weder der klassischen jungen Trainer-Generation (Tuchel, Klopp, usw.) zuzuordnen, noch zählt er zum ganz alten Eisen. Dennoch verfügt er über einige Jahre Erfahrung im Trainergeschäft. Von 1997 bis 2003 trainierte er schweizerische Mannschaften, von 2003 bis 2009 war er in der 1. und 2. deutschen Bundesliga tätig.<br />
<br />
<strong class='bbc'>Contra: Erfahrung?</strong><br />
<br />
Er verfügt jedoch über keinerlei Erfahrung im Betreuen von Auswahlmannschaften. Man darf den Unterschied zwischen Vereins- und Nationaltrainer nicht unterschätzen. Auf der einen Seite das tägliche Arbeiten auf dem Trainingsplatz, auf der anderen Seite hat man als Auswahltrainer die Mannschaft nur wenige Tage beisammen und muss diese in dieser kurzen Zeit perfekt vorbereiten. Man wird erst in Monaten sehen ob Marcel Koller dies beherrscht.<br />
<br />
<strong class='bbc'>Pro: Erfolge</strong><br />
<br />
In der Saison 1999/2000 führte er St. Gallen zum ersten Mal seit 1904 zum Meistertitel in der Schweiz. Koller wurde 1999 Trainer des Jahres in seinem Heimatland. Das Kunststück seine Mannschaft zum Meistertitel zu führen schaffte er auch noch mit den Grasshoppers aus Zürich in der Saison 2002/2003. Nach der Station Köln schaffte er es in seinem nächsten Traineramt den VfL Bochum in die 1. deutsche Bundesliga zu führen und dort drei Spielzeiten lang die Klasse zu halten. Beste Tabellenplatzierung war dabei Platz acht.<br />
<br />
<strong class='bbc'>Contra: Erfolge?</strong><br />
<br />
Auf der Contra-Seite steht hier der Abstieg mit dem 1. FC Köln in der Saison 2003/2004 stehen. Der Klub aus der Domstadt wurde in dieser Spielzeit Tabellenletzter, Koller wurde vor dem letzten Spieltag beurlaubt. Im September 2009 wurde er beim VfL Bochum entlassen, als der Verein mitten im Abstiegskampf steckte. <br />
<br />
<strong class='bbc'>Pro: Auf dem neuesten Stand</strong><br />
<br />
Die renommierte „Süddeutsche Zeitung“ bezeichnete Koller mal wie folgt: <br />
<em class='bbc'>„Koller gilt als Taktiker auf dem neuesten Stand, wollte selbst den VfL Bochum spielen lassen, wie es der FC Barcelona vormacht.“</em><br />
<br />
Nach der Ära Constantini sehnen sich große Teile Fußball-Österreichs nach einem Trainer, der Taktik nicht für überbewertet hält und auf dem neuesten Stand des modernen Fußballs ist. Mit Koller dürfte ein solcher gefunden worden sein. <br />
<br />
<strong class='bbc'>Contra: Auf dem neuesten Stand?</strong><br />
<br />
Seit der Entlassung bei Bochum 2009 war er ohne Trainer-Beschäftigung. Im schnelllebigen Fußballsport können zwei Jahre eine lange Zeit sein. Es ist aber davon auszugehen, dass er weiterhin die Entwicklungen in der Fußballwelt beobachtet hat.<br />
<br />
<strong class='bbc'>Fazit:</strong><br />
<br />
Marcel Koller hat durchaus die Voraussetzungen das österreichische Nationalteam aus der momentanen Talsohle heraus- und in eine bessere Zukunft zu führen. Wichtig wäre vor allem ein fairer Umgang von Seiten der Medien mit ihm, so dass ihm seine bis dato fehlende „Integration“ nicht zum Verhängnis wird. Wenn man bedenkt wie geduldig man mit Constantini war (nach 2,5 Jahren großteils miserabler Leistungen, gab es kurz vor seiner Ablöse immer noch Stimmen, die meinten er sei der richtige für unser Team), sollte ein fairer Umgang mit Koller nicht zu viel verlangt sein.<br />
<br />
fußboller, abseits.at]]></description>
		<pubDate>Wed, 05 Oct 2011 13:47:41 +0000</pubDate>
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	</item>
	<item>
		<title>Wer ist Marcel Koller? (2/3) - Die Trainerkarriere des Marcel Koller</title>
		<link>http://www.austriansoccerboard.at/index.php/page/index.html/_/fussball-national/oefb-nationalteam/wer-ist-marcel-koller-23-die-trainerkarriere-des-marcel-koller-r516</link>
		<description><![CDATA[<em class='bbc'>Im zweiten Teil unseres ausführlichen Portraits von Marcel Koller liegt der Fokus auf der bisherigen Trainerkarriere des Zürchers. Dabei ist der Übergang fließend gewesen: In der Spielzeit 1996/97 spielte er im Dezember noch in der Champions League um nach einer Achillessehnen-Operation endgültig nur noch als Assistenztrainer zu arbeiten.</em><br />
<br />
Die reine Konzentration auf den Co-Trainerposten fiel Koller schwer. Als der damalige Zweitligist FC Wil anrief, entschied er sich, nach 25 Jahren seinen Herzensverein zu verlassen und das Kommando an der Outlinie zu übernehmen. Von Juli 1997 bis Dezember 1998 leitete er die Geschicke des Klubs aus der Ostschweiz. In der ersten Saison landete Wil auf dem Mittelfeldplatz sieben, nur drei Punkte hinter dem viertplatzierten FC Solothurn. Statt einem Einstand nach Maß nach 22 Spielen, 34 Punkten und einer Bilanz von acht Siegen, zehn Unentschieden und nur vier Niederlagen um den Aufstieg in die Nationalliga A mitzuspielen, musste Kollers Elf im Abstiegsplayoff antreten. Dort landeten die Wiler auf Platz vier und konnten die Klasse deutlich halten, auch wenn die Bilanz mit 4/5/5 nicht mehr ganz so positiv ausfiel. Elf Punkte waren aber doch ein deutlicher Vorsprung auf den FC Winterthur, der absteigen musste. Besser lief es in der nächsten Spielzeit. Obwohl Wil zu den Vereinen in der zweiten Spielklasse gehörte, die über ein geringes Budget verfügten, stand der Verein mit 43 Punkten nach 22 Spieltagen im Dezember 1998 auf Platz eins. Nur drei Niederlagen und sieben Unentschieden standen zu Buche, zwölf Mal verließ Kollers Team den Platz als Sieger. Aufgrund seiner Erfolge wurde er in der Winterpause vom FC St. Gallen eine Spielklasse höher verpflichtet.<br />
<br />
<strong class='bbc'>Zwei Jahre St. Gallen, dann rief die Heimat</strong><br />
<br />
Die St. Gallener wollten vom achten Tabellenplatz, der für die Teilnahme am Meisterplayoff berechtigte, weiter nach oben. In den vierzehn Begegnungen der Finalrunde verließen die Ostschweizer aber acht Mal als Verlierer den Platz, gewannen lediglich zwei Mal. Im Sommer 1999 begann Kollers Philosophie aber zu greifen. 42 geschossene Tore im Herbst 1999 und nur 25 kassierte, nur drei Niederlagen Unentschieden - Das System K funktionierte und tat dies auch in der Finalrunde. Nur eine Niederlage sollte im Frühjahr folgen und St. Gallen wurde Meister. Und das, obwohl damit gerechnet wurde, dass St. Gallen nicht an der Finalrunde teilnehmen würde. Der erste Meistertitel seit 1904 war die Konsequenz aus Kollers harter Arbeit - 10 006 Zuschauer kamen im Schnitt zu den Begegnungen in dieser Spielzeit, fast 3000 mehr als beim großen FC Zürich, dem Zweitplatzierten der Zuschauerstatistik. Nach dem Ausscheiden gegen Galatasaray Istanbul in der Qualifikation für die Champions League folgte im UEFA-Cup eine Riesenüberraschung: Der Chelsea FC wurde ausgeschalten. Trotz vieler Abgänge beendete der Verein aber auch die Vorrunde 2000/01 als Zweiter, nur zwei Punkte hinter dem FC Lugano. Nach zwei Jahren kam dann aber ein Anruf des Drittplatzierten - dem Herzensclub Grasshoppers.<br />
<br />
<strong class='bbc'>Nächster Titel, diesmal mit GC, dann kam Deutschland</strong><br />
<br />
Eine Mannschaft mit großer Qualität - so nennt Marcel Koller die Mannschaft, die er im Januar 2002 übernahm. Gleich in den 14 Spielen der Finalrunde konnte Koller Vizemeister werden. Die Saison 2002/03 war dann aber so richtig gut. An allen 36 Spieltagen hieß der Tabellenführer Grasshoppers Club - die Bilanz 24/9/3 spricht Bände. In der Finalrunde blieb man zudem ungeschlagen. Sommer und Herbst 2003 waren durchwachsen. Anfang Oktober trat der ehrgeizige Trainer zurück, beschreibt die Situation heutzutage auf seiner Homepage mit folgenden Worten: "Ich konnte die aktuelle Situation mit meinem Verständnis für den Grasshopper Club, immer bei den Besten zu sein, nicht vereinbaren." Nach zwei Meistertiteln in der Schweiz sollte daraufhin der Wechsel ins Ausland folgen und damit ein Schritt, den er als Spieler nie wagte. Die Erfolge des akribischen und verbissenen Übungsleiter hatten sich bis an den Rhein herumgesprochen und der 1. FC Köln war der Überzeugung, in Koller den richtigen Mann gefunden zu haben, um den Klassenerhalt zu schaffen. Dies gelang aber nicht, der FC musste als abgeschlagener Letzter den Gang in Liga zwei antreten. Entdeckt und gefördert hat der Schweizer aber damals ein heutiges deutsches Nationalheiligtum: 22.11.2003 debütierte Lukas Podolski. Er dankte es seinem Trainer mit zehn Saisontoren. Aufgrund des Abstiegs musste Koller aber den Trainerstuhl räumen. Im Mai 2005 trat er dann das Traineramt beim VfL Bochum an.<br />
<br />
<strong class='bbc'>Die Jahre im Revier</strong><br />
<br />
Bochum war gerade aus der Bundesliga abgestiegen und die Verantwortlichen sahen in Marcel Koller den richtigen Mann. Die Saison verlief sensationell, der Meistertitel konnte mit einem Punkt Vorsprung und zehn auf Platz vier eingefahren werden. 19 Siege, neun Unentschieden und nur sechs Niederlagen standen zu Buche. Wie schon in der Schweiz galt auch bei Kollers drittem Titel: Wenn es läuft, dann läuft es richtig gut. In der Folgesaison landeten die Bochumer auf dem nicht weniger tollen achten Platz, zur Freude der Fans vor dem BVB. Ein Riesenerfolg für den Club mit den bescheidenen finanziellen Mitteln. Mit Platz zwölf in der Spielzeit 2007/08 und zehn Punkten Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz bestätigten die vom Zürcher betreuten Bochumer ihre gute Platzierung aus der Vorsaison und schafften wiederum deutlich den Klassenerhalt. Knapp war es dann im Frühjahr 2009, lediglich zwei Punkte trennten den Revierklub vom ominösen Strich und im September kam es dann zur Trennung. Viele Gründe seien ausschlaggebend gewesen, aber den VfL über drei Saisonen im Oberhaus zu halten, gelang davor 16 Jahre keinem Trainer. Darüber hinaus entwickelte der Schweizer noch einige Spieler weiter: Zvjedzdan Misimovic, Theofanis Gekas, Jaroslav Drobny, Stanislav Sestak - sowie Christian Fuchs.<br />
<br />
<strong class='bbc'>Arbeitslose Jahre</strong><br />
<br />
Drei Meistertitel stehen auf Kollers Visitenkarte, dazu eine erfolgsorientierte Spielweise. Wie bereits erwähnt konnten die Spieler in den erfolgreichen Saisonen die Ideen des Trainers sehr gut umsetzen. In den vergangenen zwei Jahren blieb er ohne Job, aber nicht untätig, hospitierte in Deutschland und Italien, bildete sich sprachlich weiter. Ein Grund für die Arbeitslosigkeit ist, dass das Stigma des Abstiegs mit Köln und der unsaubere Abschied bei Bochum doch Spuren am Image des Trainers hinterlassen haben. Darüber hinaus gibt es Stimmen, die den „Ergebnisfußball“ als langweilig beschreiben.<br />
<br />
Im dritten Teil der Serie beschäftigen wir uns mit Spielweise und der Philosophie des neuen österreichischen Nationalteamtrainers.<br />
<br />
Georg Sander, abseits.at]]></description>
		<pubDate>Tue, 04 Oct 2011 16:35:40 +0000</pubDate>
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	</item>
	<item>
		<title>Wer ist Marcel Koller? (1/3) Die Spielerkarriere des neuen Teamchefs</title>
		<link>http://www.austriansoccerboard.at/index.php/page/index.html/_/fussball-national/oefb-nationalteam/wer-ist-marcel-koller-13-die-spielerkarriere-des-neuen-teamchefs-r515</link>
		<description><![CDATA[<em class='bbc'>Damit hat wohl niemand gerechnet - Marcel Koller ist neuer Teamchef des österreichischen Fußballnationalteams. Was für Namen wurden nicht kolportiert? Andreas Herzog, Lars Lagerbäck, Kurt Jara, Christoph Daum, sogar Otto Rehhagel kursierte durch die Gazetten. Nun ist es der Schweizer geworden. Doch wer ist der 50-Jährige? Im ersten Teil werfen wir einen Blick auf die Spielerkarriere von Marcel Koller.</em><br />
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Es ist der 31. Mai 1970. In einem beschaulichen Vorort Zürichs wird der Fernseher eingeschaltet. Das erste TV-Gerät, das nicht schwarz-weiße Bilder liefert, empfängt Bewegtes aus Mexiko-Stadt. Gastgeber Mexiko und die Sowjetunion trennen sich mit einem torlosen 0:0. Vier Tage später flimmert die Kiste wieder, die CSSR geht mit 1:4 gegen die furiosen Brasilianer unter, angeführt von Pele. Gebannt auf den Schirm starrend entschließt sich ein kleiner Junge, Fußballer zu werden. Der kleine Marcel, der am 11. November desselben Jahres zehn Jahre alt werden sollte, will so sein wie die Stars im Fernsehen. Mit seinem acht Jahre älteren Bruder war er schon früher immer mitgegangen, um Fußball zu spielen. Gewählt wurde er oft als Letzter, da er meistens der Jüngste war. In Marcel schlummerte aber ein unbändiger Ehrgeiz, besser zu werden. Nach kurzer Überlegung entschloss er sich, einem Verein beizutreten. Die erste Station sollte dabei der örtliche Verein FC Schwamendingen sein. Schon davor verbrachte er jede freie Minute beim Bolzen, die Tore wurden aus Ästen gezimmert. "Ich bin während jeder freien Zeit dem Ball hinterher gerannt", erinnerte sich Koller 2005 im Gespräch mit dem VfL Bochum.<br />
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<strong class='bbc'>Scouts wollen ihn - die Jugendjahre</strong><br />
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Bereits nach einem Jahr beim FC Schwamendingen sprachen ihn die ersten Scouts an. Bei den Schulhausmeisterschaften, ähnlich der Schülerliga, konnte der Mittelfeldspieler einen Spielerbeobachter des Grasshoppers Clubs überzeugen, auch der FC Zürich und die Young Fellows bekundeten kurz darauf Interesse. Doch Familie Koller sagte ab, der Knirps wollte sich noch ein weiteres Jahr im Ort entwickeln. 1972 war es dann aber so weit: Marcel rief den Scout an und wechselte zum GC, schlichtweg deshalb, weil sie die Ersten gewesen waren, die ihn angesprochen hatten. Als er das erste Mal mit der neuen Mannschaft trainierte, ahnte der 12-jährige wohl nicht, dass der Wechsel vom kleinen Verein Schwamendingen zu den großen Grasshoppers sein letzter Wechsel als Spieler sein sollte. Beim GC durchlief er alle Nachwuchsmannschaften und lernte dabei eines: Gegen die Grasshoppers waren alle anderen Teams gleich doppelt motiviert. Parallel dazu wurde er auch regelmäßig in die Nachwuchsteams der Schweizer Nationalmannschaft einberufen. Mit 18 bekam Koller seinen ersten Vertrag als Profispieler und beschreibt das auf seiner Homepage mit folgenden schönen Worten: "Ich erhielt 300 Franken im Monat und war richtig stolz! Ich hatte das Gefühl: Wow, jetzt hast Du es geschafft und kannst mit Fußball Geld verdienen!“ Zum 18. Geburtstag schenkte ihm der damalige Trainer Helmut Johannsen sein Profidebut. Gegen die Young Boys Bern durfte er erstmals für die erste Mannschaft spielen.<br />
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<strong class='bbc'>Eine Profikarriere - ein Verein</strong><br />
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In der Anfangszeit als Profi trainierte er einmal mit der ersten Mannschaft, saß bei ihnen auf der Bank und bestritt abwechselnd Spiele für die A-Junioren und die zweite Mannschaft. Das zweite Jahr als Jungprofi war durchwachsen: Ein Sehnenabriss im Oberschenkel, 17 Wochen Militärdienst - und trotzdem arbeitete Koller an seinem Traum. Er trainierte und arbeitete, wollte seinem Verein beweisen, dass er das Zeug zum Profi hat. 1981/82 war der Zürcher dann ein fixer Bestandteil der ersten Mannschaft und feierte seinen ersten Titel - Schweizer Meister. Im Jahr darauf toppte der GC diesen Erfolg und feierte das Double. Während der Saison 1986/87 bekam Koller einen Österreicher als Trainer. Der ehemalige Grasshoppers-Spieler Kurt Jara wurde Trainer, führte den Club auf den zweiten Platz. Der größte gemeinsame Erfolg war der Gewinn des Schweizer Cups im Jahr 1988. Jara musste gehen, Ottmar Hitzfeld wurde neuer Trainer. Vizemeister, Cupsieger, Doublegewinn - die Zeit unter Hitzfeld war erfolgreich und prägsam für den Mittelfeldspieler und seine spätere Trainerkarriere. Unter seinem Nachfolger Oldrich Svab spielte Koller aufgrund einer Verletzung so gut wie gar nicht, erst unter Leo Beenhacker 1993 spielte der damals schon 32-Jährige wieder eine Rolle. 18 Monate seiner Karriere kostete ihn ein brutales Foul, bis er im Winter 93 wieder ein Spiel bestreiten konnte. Bereits mit dem Trainerdiplom ausgestattet durfte er als Co-Trainer erste Erfahrungen sammeln. Im Sommer 1993 ersetzte Christian Gross schließlich den zwar attraktiven Fußball spielen lassenden, aber in der Meisterschaft glücklosen Beenhacker. Durch den Meistertitel 1995 konnte Koller seine Karriere mit der Teilnahme an der Champions League krönen und durfte im Herbst seiner Spielerkarriere noch gegen Real Madrid und Ajax Amsterdam spielen.<br />
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<strong class='bbc'>Schleichender Rückzug und Erfolge</strong><br />
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Stichwort Herbst: Weiter als Assistenztrainer und als Kapitän half der Zürcher Anfang der Spielzeit 1996/97 mit, ein neues Team aufzubauen. Eigentlich wollte er schon im Sommer gänzlich in der zweiten Reihe stehen, musste aber einspringen. Nach 13 Einsätzen bis Dezember und einem Kurzeinsatz gegen Sparta Prag in der Champions League, bei dem er seinen letzten Treffer erzielte, beendete Koller seine Karriere. Nach 25 Jahren, 570 Pflichtspielen in Liga, Cup und Europacup sowie Nationalmannschaft, 63 Toren, 7 Meistertiteln und 5 Cupsiegen sowie der Teilnahme an der Europameisterschaft 1996 beendete Marcel Koller seine Karriere als Spieler. Begleitet wurde er dabei auch immer wieder von schweren Verletzungen. Sprunggelenk, Oberschenkel, Schienbein, Wadenbein, Nase, Achillessehne - Marcel Koller schenkte weder sich noch seinen Gegenspielern etwas. Bemerkenswert ist auf jeden Fall, dass er den Verein nie wechselte. In der Schweiz immer vorne mitzuspielen war wichtiger, als ein Transfer. Nur einmal, 1984, stand ein Wechsel im Raum: "Schlussendlich blieb ich, weil der Reiz größer war, immer das Optimum rauszuholen."<br />
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<strong class='bbc'>Im zweiten Teil berichten wir darüber, welche Erfolge Marcel Koller als Trainer vorzuweisen hat und im dritten gibt’s alles über seine Philosophie als Trainer und wie er spielen lässt.</strong><br />
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Georg Sander, abseits.at]]></description>
		<pubDate>Tue, 04 Oct 2011 14:46:54 +0000</pubDate>
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		<title>Koller Teamchef: Österreichs Lobbyisten reden frei von der Leber weg - aber Koller kennen sie offenbar nicht...</title>
		<link>http://www.austriansoccerboard.at/index.php/page/index.html/_/fussball-national/oefb-nationalteam/koller-teamchef-oesterreichs-lobbyisten-reden-frei-von-der-leber-weg-aber-koller-kennen-sie-offenbar-nicht-r514</link>
		<description><![CDATA[<em class='bbc'>Der 50-jährige Schweizer Marcel Koller ist neuer Teamchef der österreichischen Nationalmannschaft. In Österreich ist Koller ein unbeschriebenes Blatt, in der Schweiz wurde er bereits im Alter von 38 Jahren zum Trainer des Jahres gewählt und wurde danach zu einem der zahlreichen Trainerexporte der Schweiz. Nachdem es keine „österreichische Lösung“ wurde, fühlt sich nun so mancher „Lobbyist“ vor den Kopf gestoßen und lässt sich zu unprofessionellen oder unüberlegten Aussagen hinreißen.</em> <br />
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Marcel Koller als Überbegriff: Ein akribischer Arbeiter, „smart“ las man heute bereits in verschiedenen Sportmedien, ein Sachverständiger, zudem einer, der den Puls der Zeit erkannte und etwa eine offizielle Facebook-Präsenz betreibt, was man von zahlreichen österreichischen Übungsleitern nicht behaupten kann. Viele heimische Trainer reagieren auf die Koller-Verpflichtung diplomatisch, geben ehrlich zu, dass sie seine Arbeit (noch) nicht einschätzen können und man ihn deshalb arbeiten lassen sollte. Andere, nämlich die, die im Zuge der Kandidatenselektion Partei für einen anderen Trainer ergriffen, antworten zum Teil patzig und wollen schon im Voraus eine „ich hab’s euch ja gesagt“-Stimmung für die Zukunft kreieren.<br />
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<strong class='bbc'>"Wir haben's immer schon gewusst"</strong><br />
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Eine solche Stimmung zu erzeugen ist immer leicht. Wenn Koller den Erwartungen des ÖFB nicht entspricht und vielleicht schon bald wieder Geschichte ist, können seine Gegner auf ihre Aussagen des heutigen Tages verweisen und sich somit selbst als Experten, „die’s immer schon wussten“, ins Rampenlicht rücken. Ist Koller erfolgreich ist ganz Fußball-Österreich happy und die Aussagen von Herbert Prohaska oder Frenkie Schinkels werden schnell vergessen sein.<br />
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<strong class='bbc'>"Koller kein Name!" - Foda aber auch nicht...</strong><br />
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Was haben die Herren also gesagt? Frenkie Schinkels forderte als Coach Franco Foda, bezeichnete Andreas Herzog als „mehr als eine Option“. In einem <a href='http://www.sportnet.at/de/oefbteam/102465546284/kasperltheater_wenns_nicht_foda_wird' class='bbc_url' title='Externer Link' rel='nofollow external'>Interview mit dem Onlineportal sportnet.at</a> erklärte der Austro-Niederländer allerdings auch: „Koller, das ist kein Name! Keiner mit großer Erfahrung!“ – rollen wir die Sache mit der Erfahrung am besten bei Schinkels‘ Kandidaten auf: Franco Foda, ehemals zweifacher DFB-Nationalspieler, coacht seit 2003 den SK Sturm, wurde in der Vorsaison erstmals österreichischer Meister, holte zuvor einmal den ÖFB-Cup. Andreas Herzog war lange Co-Trainer im österreichischen Team, trainiert seit 2009 die U21-Nationalmannschaft. Der „unerfahrene“ Koller hingegen ist nicht nur fünf Jahre älter als Foda, acht älter als Herzog, sondern wurde mit St. Gallen (zum ersten Mal seit 96 Jahren!) und den Grasshoppers Zürich je einmal Schweizer Meister, arbeitete sechs Jahre lang als Trainer in Deutschland und holte als aktiver Spieler genauso viele Titel wie Herzog und Foda zusammen. Seinen ersten Job als Trainer trat er übrigens 1997 an – zu einer Zeit als sowohl Herzog und Foda noch aktive Fußballer waren. <br />
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<strong class='bbc'>Prohaska reagiert unüberlegt</strong><br />
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Das Argument mit dem „Namen“ und der Erfahrung wäre damit entkräftet. Der Name Koller ist über Österreichs Grenzen hinaus trainerbezogen bekannter als die Namen Herzog oder Foda. ÖFB-Urgestein Herbert Prohaska teilt Schinkels‘ Meinung, präzisiert sie aber. Der Originalwortlaut zu Prohaskas Meinung zur Teamcheffrage:<br />
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<em class='bbc'>“Es war für alle überraschend. Ich habe ein zwiespältiges Gefühl. Man weiß, dass ich eine andere Lösung bevorzugt hätte. Man muss so fair sein und abwarten, aber es ist wahrscheinlich so, dass sich der Großteil im Land eine andere Entscheidung gewünscht hätte. Koller wird sich bisher nicht groß mit dem österreichischen Fußball beschäftigt haben. Seine Aufgabe ist viel schwerer, als für einen, der die anderen kennt. Das heißt, er fängt im Prinzip bei Null an. Koller war zwei Jahre nicht im Geschäft, das heißt, dass er keine Angebote bekommen oder angenommen hat. Von der Optik her ist das nicht optimal. Er hat hauptsächlich in der Schweiz gearbeitet, in Deutschland war es durchwachsen. Als Fußballer hat er eine gute Karriere hinter sich. Können wird er's schon. Aber es ist auch sehr, sehr wichtig, was du für eine Rückendeckung hast. Er wird ganz wenig haben und keinen Bonus, den etwa Andreas Herzog mitbringt. Herzog hat eine Riesenkarriere hinter sich und arbeitet schon sehr lange im ÖFB.“</em><br />
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Die Aussage <em class='bbc'>“Koller wird sich bisher nicht groß mit dem österreichischen Fußball beschäftigt haben“</em> ist einerseits eine Vermutung, andererseits im modernen Fußball kein treffliches Argument mehr. Viele Trainer, die ihr Land verließen, um ein fremdes Nationalteam zu betreuen, wussten vor ihrem Amtsantritt nichts über den Fußball, geschweige denn die Gepflogenheiten und die Kultur an ihrer neuen Wirkungsstätte. Dies gilt nicht nur für „gestandene“ Trainer wie Giovanni Trapattoni (Irland) oder Berti Vogts (Aserbaidschan), sondern auch für <em class='bbc'>verhältnismäßig</em> unbekannte Trainer wie Luiz Fernández (Israel), Holger Osieck (Australien), Bob Bradley (Ägypten) oder Goran Stevanovic (Ghana). Es geht nicht mehr nur darum, wie hoch das fußballerische Allgemeinwissen angesiedelt ist, sondern auch wie man eine neue Herausforderung annimmt. Marcel Koller wird in seiner Funktion als österreichischer Teamtrainer punktgenau daran arbeiten, dass er die Spieler schnell kennenlernt und ihm kein interessanter Akteur durch die Finger rutscht. Außerdem ist es nicht nur ein Nachteil, dass der Schweizer nicht jeden Kicker in und auswendig kennt – so fangen einige Spieler wieder bei Null an, was dem Konkurrenzkampf innerhalb des Teams förderlich ist. Eben wie Prohaska sagt: <em class='bbc'>“Seine Aufgabe ist viel schwerer, als für einen, der die anderen kennt. Das heißt, er fängt im Prinzip bei Null an.“</em> – schwer ist die Aufgabe natürlich, sie wäre auch für Herzog und Co. nicht leicht gewesen. Aber man darf jetzt nicht Fehler begehen und einen Trainer prophylaktisch anzählen, weil ER bei Null beginnt. Es sollte eher um die Spieler gehen – und dass die nach den Misserfolgen der letzten Monate und Jahre bei Null beginnen (zumindest was ihr Standing beim Teamchef betrifft) ist wahrlich kein Nachteil für unser Nationalteam.<br />
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<strong class='bbc'>"Durchwachsen" - aber fast sechs Jahre durchgehend in Deutschland...</strong><br />
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Weiter sagt Prohaska: <em class='bbc'>„Er hat hauptsächlich in der Schweiz gearbeitet, in Deutschland war es durchwachsen.“</em> ... was schlichtweg falsch ist. Koller arbeitete sechs Jahre in der Schweiz und nur ein paar Monate kürzer in Deutschland. Dabei wurde er zweimal Schweizer Meister, führte den VfL Bochum auf Anhieb von der zweiten in die erste deutsche Bundesliga, wurde eine Saison darauf mit ebendiesem Klub Achter, was der drittbesten Platzierung in der Vereinsgeschichte entsprach. Bevor er in Bochum anheuerte stieg Koller zwar mit dem 1. FC Köln ab, „entdeckte“ dafür aber einen gewissen Lukas Podolski. „Durchwachsen“ sieht dennoch definitiv anders aus. <br />
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<strong class='bbc'>"Riesenkarriere", aber als Trainer noch nirgends</strong><br />
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<em class='bbc'>“Herzog hat eine Riesenkarriere hinter sich und arbeitet schon sehr lange im ÖFB.“</em> – ja, Andreas Herzog kann auf eine erfolgreiche Karriere zurückblicken, wurde deutscher Meister und gewann den UEFA-Cup. Trotzdem dürfen deshalb Kollers Erfolge als Spieler, nämlich sieben Schweizer Meisterschaften und fünf Cup-Siege, nicht geringgeschätzt werden. Die „Riesenkarriere“ ist also kein Argument, denn die hatte Koller genauso – nur, dass er nicht in der deutschen Bundesliga spielte, sondern „nur“ über 500 Pflichtspiele für die Grasshoppers Zürich. Herzog arbeitet übrigens seit 2005 im ÖFB, hat erst seit zwei Jahren eine „eigene“ Mannschaft, ist seit insgesamt sechs Jahren im Verband beschäftigt. Koller hingegen trainierte über vier Jahre lang deutsche Bundesligaklubs, wurde nach seinem Amtsantritt auf Anhieb Zweitligameister. Das sollte man sich vor Augen halten, wenn Prohaska seine Skepsis zu Protokoll gibt: <em class='bbc'>“Koller war zwei Jahre nicht im Geschäft, das heißt, dass er keine Angebote bekommen oder angenommen hat. Von der Optik her ist das nicht optimal.“</em> – anders betrachtet: Herzog ist meilenweit von einem Deutschland-Engagement entfernt und Ex-Mitkandidat Franco Foda ist weiterhin Sturm-Trainer, obwohl er seit Jahren immer wieder gepusht wird, wenn es darum geht, einen neuen Trainer für einen Klub im Nachbarland zu finden. Von der Optik her ist das nicht optimal…<br />
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<strong class='bbc'>Zeit geben!</strong><br />
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Egal was Koller in den nächsten Wochen tun wird: Die festgefahrenen Trainermeinungen der einheimischen Lobbyisten und Meinungsmacher werden sich nicht ändern. Erfolgreich kann Marcel Koller aber nur sein, wenn man ihm dieselbe faire Chance gibt, die Didi Constantini viel zu lange zu verwerten versuchte. Wer schon jetzt auf den neuen Teamchef einschlägt, agiert entweder unüberlegt oder lässt den Neid aus seiner Seele sprechen.<br />
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Daniel Mandl, abseits.at]]></description>
		<pubDate>Tue, 04 Oct 2011 14:29:03 +0000</pubDate>
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	</item>
	<item>
		<title>Kommentar | Welche Anforderungen muss ein ÖFB-Teamchef erfüllen?</title>
		<link>http://www.austriansoccerboard.at/index.php/page/index.html/_/fussball-national/oefb-nationalteam/kommentar-welche-anforderungen-muss-ein-oefb-teamchef-erfullen-r446</link>
		<description><![CDATA[<em class='bbc'>Für jeden Trainer ist es heute schwieriger als noch in den 70er und 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts eine funktionierende Mannschaft zusammenzustellen. Zu viele Spieler spielen in verschiedenen Ländern oder wechseln die Clubmannschaft, und damit zumeist auch das Spielsystem. Daher ist bei aller Kritik – die noch folgen wird – auch ein mildes Auge nötig um in der Ausgewogenheit bleiben zu können. Denn das Fehlen dieser Ausgewogenheit macht manche Journalisten und private Kommentatoren und Blogger trotz einiger inhaltlich stimmiger Argumente zu reinen „Verdammer“ oder „Verniedlicher“ der Situation und der Person des Cheftrainers. </em><br />
<br />
So geschehen auch in der Diskussion in „Sport am Sonntag“ im ORF wo der Ruttensteiner den Fussballbund vehement gegen alle Argumente der restlichen Anwesenden verteidigen musste. Es herrscht also beim Fussballbund, sowie bei etlichen Journalisten und Sportkommentatoren eine Art Realitätsverweigerung, sie bringen keine nüchterne Betrachtungsweise zustande, weil das System- auch wenn es noch so unerfolgreich ist, verteidigt werden muss. <br />
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Ich habe manchmal den Eindruck die österreichischen Kommentatoren im Fernsehen sehen ein ganz anderes Spiel, als jenes das bei mir am Bildschirm im Gange ist. Da kommt es auch vor, dass ein Foul oder gar ein 11m-Verdacht auch nach mehrmaligen Abspielen in Zeitlupe weiterhin so beurteilt wird, wie beim ersten Hinsehen, obwohl jeder sehen kann (der Schiedsrichter ja leider nicht!), dass es ganz anders war – je nachdem auf welche Seite sich der Kommentator vorher geschlagen hat. Und interessanterweise werden oft ziemlich grässliche, oft versteckte Fouls an österreichischen Spielern verharmlost und Dutzendfouls von Österreichern schwerstens verurteilt. Wahrscheinlich um eine gewisse Objektivität vorzugeben(?). Die es ja in Tatsächlichkeit nicht gibt. Zumindest nicht im Fußball der jetzigen Ausformung.<br />
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Aber zurück zum Teamchef und „seine Buam“. So war‘s früher einmal, als die Cheftrainer gestandene Mannsbilder um die 50 und darüber waren. Da brauchte es keine extra Motivation anerkannt und geachtet zu werden. Das machten die „Buam“ gern von selbst, auch weil sie Vertrauen in den Trainer gehabt haben. Natürlich war es damals leichter, wie eingangs erwähnt, da die meisten Spieler im Inland aus der heimischen Meisterschaft rekrutiert werden konnten, zumeist das gleiche System spielten und ihre Form leicht vom Teamchef persönlich überprüfbar war. Auslandsengagements waren bis in die späten 60er Jahre eher die Ausnahme. Heute müsste der Teamchef, wenn er seine Auslands-Spieler alle selbst beobachten möchte, ständig weite Flüge über ganz Europa verstreut absolvieren. <br />
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Und die Sache mit den Spielsystemen. Die großen erfolgreichen Söldnervereine haben oft keinen einzigen Eigenbauspieler in ihren Reihen – nur Barcelona ist hier eine Ausnahme – aber zu den Vereinen im Speziellen kommen wir noch gesondert, - also, die spielen zumeist andere Systeme, als es in der Nationalmannschaft gefordert oder zumindest opportun wäre. Und wenn dann auch noch die Trainer wechseln, sitzen die Spieler auf der Bank oder gar auf der Tribüne weil er grad nicht ins Konzept passt. Auf diese Weise hat Österreich die letzten Jahre etliche erfolgversprechende Achsen verloren.<br />
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Denken Sie nur an die das Sturmduo Wallner – Linz, dem eine glorreiche Zukunft vorausgesagt wurde, der eine ging ins Ausland eher mit mäßigem Erfolg (Linz) der andere verkraftete die Vorschusslorbeeren nicht und versumperte in den Discos, bis ihn zwei Vereine wieder aufmagazinierten (das ausgerechnet der LASK und dann RB Salzburg!), aber so wirklich ist ihm der Durchbruch - genauso wie Linz bei der Austria - auch dort noch nicht gelungen. Zumindest nicht, wenn man es an den Voraussagen von z.B. Herrn Krankl misst. Was hätte dieses Sturmduo bei kontinuierlicherem Aufbau noch für Österreich leisten können? Aber nein, sofort ins Ausland zumeist des Geldes wegen. <br />
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Nehmen Sie das nächste potente Stürmerpaar: Maierhofer und Hoffer: was haben die zusammen geleistet und schwupps, der eine nach Italien auf die Tribüne, der andere ins gelobte Fußballland England mit geringem Erfolg. Oder Korkmaz, oder Säumel, oder als neueste Beispiele Royer und Beichler. Die werden‘s leider auch sehr schwer haben. <br />
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Und da liegt auch  ein Haken für unsere Nationalmannschaft: die in den Vereinen zusammengespielten „Hoffnungen“ werden auseinandergerissen und ins Ausland verkauft. Zum Beispiel spielten bei Sturm Graz Beichler, Kienzl und Jantscher fast schon so gut zusammen, wie weiland Reinmayr-Haas-Vastic das legendäre Sturm-Dreieck. Jetzt spielen sie bei ihren Vereinen kaum wichtige Rollen, leider!<br />
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Und dann gibt es in den letzten Jahren mit den Trainern keine wirklichen Respektpersonen mehr, die persönliche Scharmützel oder Profilierungen nicht nötig haben (Karel Brückner ausgenommen). Die undurchsichtige Situation bezüglich einiger Spieler mit dem Didi Constantini- Ivanschitz, Garic, Stranzl, aber auch Janko, und deren Nichtberücksichtigung erinnert mich frappant an die Situation Hickersbergers vor der WM in Italien 1990. Der hatte nämlich für die Öffentlichkeit – so wie mir – völlig unverständlich den damals wahrscheinlich besten Libero Europas - nämlich Heri Weber - kurz vor der Abreise aus dem Kader geschmissen. Ich weiß nicht, was da der tatsächliche Grund gewesen sein könnte, auf jeden Fall riecht es nach Autoritätskonflikt oder sonst irgendwelche persönlichen Gründe, denn an der Qualität des Spielers lässt sich nicht zweifeln. Und auf so einen Spieler bei der WM zu verzichten grenzt für Österreich an nicht zu überbietende Überheblichkeit. Das Ergebnis sprach ja dann auch eine deutliche Sprache: in der Vorrunde wegen Abwehrfehlern ausgeschieden. Nicht nur, dass er Weber die WM vermasselte, auch den als Ersatz nachnominierten Aigner hat er entwicklungstechnisch vermurkst, der hat ab da nie sein echtes Potential erbringen können und ist bald für die Nationalmannschaft verloren gewesen. <br />
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Und an das erinnerte ich mich, als der Didi den Ivanschitz aus möglicherwiese ähnlichen Gründen bis heute links liegen ließ.<br />
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Nicht dass ich den Ivanschitz für den Heilsbringer ansehe, ich bemerke nur, dass bei Hickersberger und bei Constantini die natürliche Autorität zu fehlen scheint. Jedenfalls stimmt es, dass bei Antritt von Constantini ein ziemlicher Erwartungsdruck aufgebaut wurde. Und die meisten - auch ich - gedacht hatten, der wird’s nun von Grund auf besser machen. Aber so haben wir uns eben getäuscht.<br />
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Noch ein Wort zu Ivanschitz: er war damals, als er von Didi aus der Nationalmannschaft ausgebootet wurde, gerade neu bei Mainz – nach mäßigen Gastspielen in Salzburg und Griechenland – und hat einen sensationellen Start hingelegt, war zeitweise Torschützen- und Assist-Führer in der Deutschen Bundesliga, voll Selbstvertrauen, spielte er die Bälle manchmal in Trance – und dieses Selbstvertrauen ist ihm offensichtlich von Trainer Tuchel (mit-) eingepflanzt worden. <br />
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Und Selbstvertrauen ist eine sehr unterschätzte Komponente die über Erfolg oder Misserfolg ganz maßgeblich entscheidet! Bei Hickersberger war er immer mit der Hypothek eingesetzt worden: „...jetzt mach den Spielmacher, der du vorgibst zu sein, zeig‘s allen, dass du’s drauf hast“ ...und schon versagte er, weil er wusste, dass der Trainer überhaupt nicht hinter ihm steht, sondern bei seiner Aufstellung nur dem Druck des Boulevard nachgab. Er ist aber ein Spieler, der die Unterstützung von der Bank, insbesondere vom Trainer, für seine Leistung braucht. Seht, als er bei Mainz der Rotation zum Opfer fiel und andere Spieler in der Gunst des Trainers weiter oben zu stehen schienen (aus der Sicht von Ivanschitz), der Holtby oder der Schürrle z.B., sackte seine Leistung, wenn er überhaupt einmal als Wechselspieler eingesetzt wurde, rapide ab. Heuer wird er zumindest öfter und von Beginn an eingesetzt und spielt wieder eine passablere Rolle. Ich wage zu behaupten, wenn der neue Teamtrainer das erkennen kann und ihm mit echter Unterstützung und vollem Vertrauen entgegenkommt, wird er plötzlich diese spielgestaltende Rolle im Nationalteam einnehmen, die er sich auch so sehr wünscht! <br />
<br />
Ich hab mich auch oft über seinen laschen Einsatz, das viel zu frühe „scheiß-doch-drauf“ und seinen Jähzorn aufgeregt, und daher gibt für ihn immer noch einiges am Charakter zu arbeiten, aber ich denke er ist am guten Weg. Wenn ihm geholfen wird. Mit Vertrauen und gewisser Zuneigung. Lacht nicht, auch Fußball ist ein Spiel mit Emotionen die oft nicht zu erkennen aber tief drin wirksam sind. Vor allem dann, wenn sie fehlen!<br />
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Eine weiter grundösterreichische Malaise ist, dass dann, wenn wir schon mal mehrere gute Spieler auf den gleichen Positionen haben, sofort eine Blockbildung in der Mannschaft beginnt, die dann Lobbying für den einen oder anderen Spieler machen. Das ist zwar bei Bayern München auch nicht anders- aber mit denen und vor allem mit einer Clubmannschaft können und dürfen wir uns nicht vergleichen. <br />
<br />
So geschehen unter einem der erfolgreichsten Teamtrainer der Neuzeit, nämlich Prohaska, bei der WM in Frankreich 1998. Da hatten wir mit Vastic, Reinmayr und Herzog gleich drei tolle Spielmacher. Aber anstatt diese schon im Vorfeld in einer gemeinsamen Anstrengung aufeinander abzustimmen, hatte der zaudernde Teamchef einmal den Giegl (den verletzten Herzog) und dann wieder den Gogl (Vastic in Höchstform) aufgeboten und gegen Chile und Kamerun je ein 1.1 erreicht, obschon in beiden Spielen ein Sieg möglich war. Als dann im letzten Gruppenspiel Italien wartete spielten endlich Reinmayr und Vastic und wenn ich mich recht erinnere auch Herzog zumindest einige Zeit, und was geschah?..wir spielten den Titelanwärter praktisch an die Wand, es wurde uns ein klarer Elfer vorenthalten und wir verloren sehr unglücklich 1:2, schieden aus. Aber warum erst im letzten Spiel das ganze Potential auspacken?<br />
<br />
Bei der EM vor drei Jahren war es ähnlich um das Team bestellt: Hickersberger wusste überhaupt nicht wie er aufstellen soll, die vielen Spiele im Vorfeld wurden vergeudet ohne eine Mannschaft zu finden. Immer wieder wurden die Spieler von Spiel zu Spiel scheinbar wahllos ausgetauscht, und so konnte sich kein Kern bilden. Bei der EM dann, hatte er in den drei Vorrundenspielen gleich drei völlig unterschiedliche Mannschaften mit unterschiedlichen Systemen aufs Feld geschickt, und den Vastic bei einem einzigen Spiel nur gnadenhalber gegen Ende auflaufen lassen, der dann aber das einzige (!) Tor, das Österreich bei dieser EM gelang, aus einem Elfmeter schoss! <br />
<br />
Es gäbe auch über das Deutschlandspiel 2008 einiges zu sagen, zum Beispiel, dass dieses  - wie in Frankreich 1998 gegen Italien – trotz der 0:1-Niederlage das beste Spiel der Österreicher bei der EM war. Und diese Niederlage wahrlich vermeidbar war... in der ersten Hälfte riss Mertesacker Hoffer eindeutig von hinten im Strafraum nieder, aber es gab hier keinen Elfer für Österreich - anders als nach drei Minuten des Auftaktspiels gegen Kroatien sofort Elfer gegen Österreich gegeben wurde, - sondern nach einem Dutzendfoul an Ballack (offensichtlich Majestätsbeleidigung-verzeiht mir die Emotionalität, denn da haben die Österreicher wirklich gut gespielt!), das man auch nicht geben hätte müssen (ich hab viel bösere Fouls der Deutschen gesehen, die nicht geahndet wurden) und der nachfolgende Freistoß von Ballack, zugegebenermaßen sehr scharf geschossen, überraschte Macho, der zu weit vor dem Tor stand – zum haltbaren 0:1 für Deutschland.<br />
<br />
Ich erzähle hier diese Dinge aus der Vergangenheit um ein wenig die Problematik zu erhellen. Hier möchte ich nun zu grundsätzlichen Überlegungen kommen, wie eine Nationalmannschaft aufgebaut werden sollte, um erfolgreich sein zu können. Dies gilt übrigens auch für Klubmannschaften, das erläutere ich aber in einer eigenen Kolumne.<br />
<br />
Eine Mannschaft ist - wie schon der Name sagt - ein eigenständiges Gebilde, das mehr ist als die Summe ihrer Einzelspieler. Klingt binsenweisheitig, ist es auch, aber es steckt noch eine geheime Botschaft darin: Wenn es dem Trainer gelingt, aus den Einzelspielern auch Mannschaftsspieler zu machen, ist ein großes Stück erledigt. Wie zuvor erläutert, gibt es immer wieder Blockbildungen in den Mannschaften: Rapid gegen Austria, beide gegen Salzburg usw. und diese schwächen Trainer wie Mannschaft gleichermaßen. Oder ein Spieler glaubt er sei der Größte und alle anderen müssen für ihn, den King, arbeiten... bei uns Arnautovic, Ronaldo bei Real, wie viele Möglichkeiten haben sie schon aus Eigensinn und Größenwahn vergeigt. Da ist der Messi ein anderes Beispiel, er versorgt unentwegt die Sturmspitzen mit idealen Vorlagen, da darf er dann schon auch mal selbst die Tore schießen wollen und auch mal danebenschießen.<br />
<br />
Wie baut man nun so eine Mannschaft auf: es müssen vier starke Spieler das Vertrauen des Trainers erhalten, um das Rückgrat zu bilden: ein exzeptioneller Torhüter, ein Verteidiger, ein Spielmacher mit allen Freiheiten und eine explosive Sturmspitze. <br />
<br />
Früher z.B. bei Deutschland: Sepp Maier im Tor, Beckenbauer als Libero, Netzer oder Overath (je nach Geschmack) und Gerd Müller,<br />
<br />
oder für Österreich: Koncilia, Pezzey, Prohaska und Krankl, - später : Konsel, Schöttel oder Feiersinger, Herzog oder Vastic, Polster<br />
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In Österreich wäre das heute:<br />
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Tormann – aus Ermangelung von Kalibern wie Konrad, Wohlfahrt oder dem jetzigen Tormann-Trainer Koncilia, vielleicht eine Kombination aus Manninger und einem der jungen Torhüter, der von ihm aufgebaut werden sollte und um eine Wachablöse möglich zu machen.<br />
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Abwehr: zur Zeit Fuchs, Stranzl oder Pogatetz.<br />
Spielmacher: Ivanschitz, oder Junuzovic könnten es mal werden<br />
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Stürmer: trotz allem der Arnautovic und Janko.<br />
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Das sind nun meine aus der Entfernung ausgewählten, ein Teamtrainer, der besser informiert ist - was ich sehr hoffe – kann ja dann die besten wählen, aber diese müssen dann auch sein vollstes Vertrauen genießen: vergleiche wie in Deutschland Klose bei den Bayern oft gar nicht gespielt hat, aber bei Löw in der Nationalmannschaft eine Bank war, und wie er dieses Vertrauen mit vielen wichtigen Toren dankte, die ihm bislang nahe an den Rekord des legendären Bomber Gerd Müller brachten. <br />
<br />
Die erwählten Spieler müssten sich also als das Gerippe der Mannschaft verstehen und Vorbild sein können. Am Platz wie außerhalb. <br />
<br />
Darum herum kann dann experimentiert werden...zumindest in den Vorbereitung und Freundschaftsspielen...(das geschah in den letzten Jahren ebenfalls nicht.)<br />
<br />
Wenn ich gefragt würde (und ich werde sicher nicht gefragt), was denn einen modernen Teamchef qualifiziert, so antworte ich:<br />
<br />
Ein Mann, der hungrig nach Erfolg durch Leistung ist, der sich für psychologische Gruppendynamik interessiert, der mentale Fähigkeiten in sich hat und in den Spielern wecken kann, der mitteljung ist, aber trotzdem so viel Selbstvertrauen und Selbstachtung besitzt um natürliche Autorität ausstrahlen zu können. Und der vor alle eine neue, eigene Spielphilosophie vertritt. Eine die die Spielfreude über die Taktik stellt, ohne taktiklos spielen zu lassen...<br />
<br />
…und einer, der sich nicht von der Schlangengrube ÖFB gängeln lässt und ausreichend Abstand zu Verbrüderungen mit Funktionären, Journalisten und Spielern halten kann.<br />
<br />
Bei aller Kameradschaft zu seinen Spielern müssen immer auch der nötige Respekt und die Hierarchie gewahrt bleiben.<br />
<br />
Ziemlich viel verlangt, findet ihr nicht auch?<br />
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Weiter vor allem Personen werde ich hier nicht nennen, da fehlt mir der europäische Überblick, aber ein ausländischer Trainer, der im ÖFB nicht verbandelt oder verhabert ist, ist möglicherwiese einem österreichischen Trainer vorzuziehen... es könnte ja auch das frühere Deutsche System der Kontinuierlichen Übergabe der Position versucht werden: dort wurde dem Bundestrainer sehr früh ein Assistent zur Seite gestellt, der dann die Arbeit weiterführen sollte, wenn der Alte geht; ist zumindest überlegenswert.<br />
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Über Taktik ohne Taktik, System ohne System und Spielphilosophie ohne dergleichen reden wir das nächste Mal...<br />
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FEUERVOGL, abseits.at]]></description>
		<pubDate>Fri, 16 Sep 2011 14:36:13 +0000</pubDate>
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	<item>
		<title>Deutschland gegen Österreich – 16 Spieler aus der deutschen Bundesliga im Einsatz</title>
		<link>http://www.austriansoccerboard.at/index.php/page/index.html/_/fussball-national/oefb-nationalteam/deutschland-gegen-oesterreich-16-spieler-aus-der-deutschen-bundesliga-im-einsatz-r383</link>
		<description><![CDATA[<em class='bbc'>Wenn die österreichische Nationalmannschaft morgen Abend in Gelsenkirchen auf Deutschland treffen wird, dann werden voraussichtlich 16 Spieler aus der deutschen Bundesliga von Beginn an auf dem Platz stehen! Beide Mannschaften werden vermutlich nur drei Spieler in der Startaufstellung haben, die nicht in Deutschland ihr Geld verdienen.</em><br />
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Vor etwa fünfeinhalb Jahren verlor das österreichische Nationalteam ein Länderspiel im Ernst-Happel-Stadion gegen die Fußballgroßmacht Kanada mit 0:2. In der Startaufstellung standen neun Spieler, die damals noch in der österreichischen Bundesliga beschäftigt waren. Lediglich Pogatetz (Middlesbrough F.C.) und Scharner (Wigan Athletic F.C.) standen zum damaligen Zeitpunkt im Ausland unter Vertrag.  <br />
<strong class='bbc'><br />
EIN QUANTENSPRUNG - ZUMINDEST AUF DEM PAPIER</strong><br />
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Teamchef Constantini kann nun im Gegensatz zu Hickersberger auf zahlreiche Legionäre zurückgreifen, die bei ihren Vereinen eine tragende Rolle spielen. Wenn die Trainingseinheiten im Teamcamp Bad Tatzmannsdorf Aufschluss auf die Startaufstellung geben, dann werden aller Voraussicht nach gleich acht Spieler aus der deutschen Bundesliga für Österreich auflaufen. Gratzei, Schiemer und Klein werden als einzige Spieler die österreichische Bundesliga vertreten. Alle weiteren Akteure, also die halbe Abwehr (Pogatetz, Fuchs), das Mittelfeld (Baumgartlinger, Alaba, Harnik, Arnautovic, Royer) und der Sturm (Hoffer), stehen in Deutschland unter Vertrag und zeigen dort großteils starke Leistungen. Mit Andreas Ivanschitz ist außerdem ein weiterer Spieler in Deutschland beschäftigt, der sich in letzter Zeit mit starken Leistungen aufdrängt. Janko, der für Twente Enschede in den ersten vier Meisterschaftsrunden fünf Treffer erzielte, wird wohl nur auf der Ersatzbank sitzen, da der Teamchef gegen Deutschland auf einen schnellen Konterstürmer setzen wird, der auch nach hinten arbeitet.<br />
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<strong class='bbc'>GERADE NOCH AUF ABRUF UND NUN FIX DABEI</strong><br />
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Es ist ein wenig verwunderlich, dass zwei Spieler, die zunächst nur auf Abruf nominiert waren, nun voraussichtlich in der Startaufstellung stehen werden. Sowohl Schiemer, als auch Arnautovic hatten keinen Platz im vorläufigen 22-Mann-Kader, dürfen sich nun aber die besten Chancen auf einen Einsatz von Beginn an ausrechnen. <a href='http://www.abseits.at/index.php/page/index.html/_/fussball-national/oefb-nationalteam/auch-mal-ein-auge-zudrucken-marko-arnautovic-ist-wieder-oefb-teamspieler-aber-wie-solls-jetzt-weitergehen-r368' class='bbc_url' title='Externer Link' rel='nofollow external'>Constantinis Umgang mit Arnautovic ist äußerst ungewöhnlich, denn entweder er verbannt den Werder-Bremen-Legionär aufgrund disziplinärer Probleme aus der Mannschaft, oder er beruft ihn von Anfang an in den 22-Mann-Kader</a>. Rein von der Klasse kann es schließlich keine Diskussionen geben, ob Österreich Arnautovic gebrauchen kann. Auch über den Einsatz von Schiemer lässt sich streiten, da der Red-Bull-Salzburg-Spieler seit dem 20. März aufgrund einer Verletzung nur 275 Minuten auf dem Platz stand. <br />
<strong class='bbc'><br />
DIE DEUTSCHEN HABEN ANDERE SORGEN</strong><br />
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Die Fragen der deutschen Journalisten drehen sich weniger um die Taktik und die Startaufstellung gegen Österreich, sondern mehr um das Buch „<em class='bbc'>Der feine Unterschied</em>“ von Phillip Lahm, in dem der deutsche Kapitän Mannschaftsinterna ausplaudert. Der DFB war über diese Publikation alles andere als erfreut, sah aber nach einer Entschuldigung von Konsequenzen ab. Die Rückkehr von Manuel Neuer an seine alte Wirkungsstätte ist ein weiteres großes Thema in den Medien, da die Reaktionen der Fans, die ihm seinen Wechsel zu den Bayern übel genommen haben, mit Spannung erwartet werden. Torhüter Neuer ist davon überzeugt, dass ihm die Fans verziehen haben und ihn unterstützen werden. In deutschen Diskussionsforen sind sich die Fans in dieser Sache jedoch weit nicht so sicher. Für die österreichische Nationalmannschaft wäre es sicherlich kein Nachteil, wenn der gegnerische Torhüter von den eigenen Fans nicht unterstützt wird.<br />
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<strong class='bbc'>NEUES SYSTEM GEGEN ÖSTERREICH?</strong><br />
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Jogi Löw überlegt, ob er gegen Österreich von seinem üblichen 4-2-3-1-System abweichen soll. Die Alternative wäre ein 4-1-4-1-System, das die deutsche Nationalmannschaft erst einmal praktizierte, aber in den letzten Tagen intensiv trainierte. Grund dafür ist einerseits der Ausfall von Real-Madrid-Star Khedira, der an einer Adduktorenverletzung laboriert, andererseits die Überlegung, dass in einem Heimspiel gegen Österreich zwei Mann im defensiven Mittelfeld eine Verschwendung sein könnten. Vor etwa drei Wochen setzten die Deutschen gegen eine stark ersatzgeschwächte brasilianische Nationalmannschaft zum ersten Mal diese Formation ein und gewannen mit 3:2. <br />
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Egal ob 4-2-3-1 oder 4-1-4-1 – die deutsche Nationalmannschaft hat sich in den letzten Jahren einen exzellenten Ruf erarbeitet und ist gegen Österreich haushoher Favorit. Es sind nicht mehr die ehemaligen typisch deutschen Tugenden wie Kampf und Leidenschaft, die diese Mannschaft so gefährlich machen. Löws Truppe spielt einen technisch anspruchsvollen Fußball, dessen größte Stärke das blitzschnelle Umschalten bei Ballgewinn ist.   <br />
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Stefan Karger, www.abseits.at]]></description>
		<pubDate>Wed, 14 Sep 2011 06:00:42 +0000</pubDate>
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	</item>
	<item>
		<title>Identitätssuche - Was muss der ÖFB machen, um im 21. Jahrhundert anzukommen?</title>
		<link>http://www.austriansoccerboard.at/index.php/page/index.html/_/fussball-national/oefb-nationalteam/identitaetssuche-was-muss-der-oefb-machen-um-im-21-jahrhundert-anzukommen-r426</link>
		<description><![CDATA[<em class='bbc'>Der DFB hat es vorgemacht - mit einer klaren Linie, mit einem Konzept, einer Philosophie kann im modernen Fußball viel gewonnen werden. Natürlich braucht diese Arbeit Zeit, Geduld, es wird Rückschläge geben. Ob die honorigen Herren in den Gremien allerdings die richtigen Entscheidungen treffen werden oder können, bleibt dahin gestellt.</em><br />
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Ein erster Schritt muss sein, bei der Cheftrainersuche auch die Philosophie zu beachten. Diese ergibt sich schon aus dem Spielermaterial. Die österreichischen Topspieler, die es im Ausland geschafft haben, entsprechen am ehesten zwei Klischees: Die Einen, oft Defensivspieler, gelten als akribische Arbeiter. Pogatetz, Scharner, Fuchs, Stranzl und Co. - sie alle sind unter dem Label "Arbeiter" vereinigt, einige mit einem leichten Einschlag des Wahnsinns. Daraus leitet sich eine Ansage an den Gegner ab, dass die Verteidigung zwar überspielt werden kann, es aber mitunter etwas weh tun kann. Es ist eine Reminiszenz an die 90er, denn da wussten die Gegner auch, dass ein Anton Pfeffer vielleicht überspielt werden kann, der eine oder andere blaue Fleck aber dabei sein wird. Dass eine gesicherte Defensive aber mehr verlangt, als das Aufstellen von Verteidigern, ist im Fußball auch klar. Wer doppelt wen? Spiele ich auf Abseits? Gibt es eine Raumdeckung? Wird jemand persönlich gedeckt? Wir verhalte ich mich bei Ballgewinn? Ein Trainer moderner Prägung wird hier anhand der zur Verfügung stehenden Akteure eine Defensivtaktik entwickeln, die funktioniert. Dieser Coach weiß dann aber auch, dass ein Christian Fuchs einen starken Mittelfeldspieler vor sich braucht, der ihm seine offensiven Freiheiten garantiert. Korkmaz vor Fuchs kann nur schief gehen. Nur ein kleines Beispiel.<br />
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<strong class='bbc'>Die Überraschung</strong><br />
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In der Offensive wiederum geben die Spieler an und für sich auch die Marschroute vor. Alaba und Ivanschitz mit dem guten Auge für den Stürmer, Harnik und Arnautovic mit dem chaotischen Hang zur Überraschung, Dag und Junuzovic mit einem guten Schuss - die Kreativität im Mittelfeld in Kombination mit verschiedenen Stürmertypen ist gegeben, um ein schnelles, überraschendes Spiel nach vorne aufzuziehen. Wiederum kommt die beim ÖFB gering geschätzte Taktik dazu: Die Spielzüge müssen durchdacht sein. Arnautovics Ferserl oder ein irrer Laufweg von Harnik kann ja durchaus geübt werden, muss geübt werden. Hinzu müssen endlich die Stärken bei Standards genutzt werden. Es gibt genug gute Freistoßschützen, dieses Potential muss ausgeschöpft werden. Eine Sache des Trainings während der Lehrgänge vor den Spielen. Die grundsätzliche Spielausrichtung hinsichtlich System kann nicht zur Gänze geübt werden, darum muss ein System her, welches die Spieler schnell verinnerlichen, beziehungsweise schon verinnerlicht haben. <br />
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<strong class='bbc'>Grundproblematik Systematik</strong><br />
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Das sogenannte "deutsche WM-System" im 4-2-3-1 scheint auch für Österreich naheliegend. Zum Einen spielen die meisten Leistungsträger im Land unserer Lieblingsnachbarn, zum Anderen stimmen Spielermaterial und die Vorgabe einer massierten Defensive. Das nutzt aber alles nichts, wenn der Unterbau nicht stimmt. Von der U16 aufwärts muss das gleiche System gespielt werden, welches der A-Teamtrainer will. Eine Stringenz muss gegeben sein, ansonsten bekommen die Spieler Probleme, da die Grundsätze eines Systems, einer Taktik, eben nicht in den kurzen Teamlagern eingeübt werden können. Spielt ein Kicker aber das System "Österreich" in allen - dann auch bitte tatsächlich jahrgangsgerechten - Nachwuchsteams, ergibt sich eine gewisse Sicherheit. Freistoßtrick A, B, C, Angriffszug D, E und F - von der U16 bis ins A-Team Stringenz. Mit Willi Ruttensteiner gibt es auch ein Hirn, welches diese Dinge ordnen kann, das Potential muss nur genutzt werden.<br />
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<strong class='bbc'>Potential ausschöpfen - letzte Zäsur</strong><br />
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Denis Berger, Sebastian Prödl, Alexander Manninger, Gyuri Garics, Andreas Ivanschitz, Martin Stranzl, Andreas Ibertsberger - Der ÖFB kann es sich nicht leisten, auf diese Leute zu verzichten, manche müssen auf Knien angebettelt werden, wieder für das Team zu spielen. Ein Fehler darf nicht gemacht werden: Zu denken, dass Österreich dann Weltklasse wäre. Es wird nicht alles gut, nur weil der eine oder andere Spieler wieder mit dem "Pleitegeier" auf der Brust aufläuft. Aber es muss nicht ein rekonvaleszenter Schiemer im "wichtigsten Spiel des Jahres" spielen. Ein letztes Mal gehört ein Schnitt her, die Besten sollen vereinigt werden und ein realistisches Ziel ausgegeben werden: Ein sicherer dritter Platz bei der Quali für die WM 2014, ein zweiter Platz bei jener für die EM 2016 und spätestens 2018 die Teilnahme an einem Turnier. Um das zu erreichen, müssen die angesprochenen Punkte mit Konsequenz und Geduld durchgezogen werden, sonst bleibt der stolze rotweißrote Adler ein Pleitegeier.<br />
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Der ÖFB muss endgültig aufwachen und einen kompetenten Fachmann und Kapitän engagieren, der aus der alten Nussschale eine stolze Yacht macht, die Respekt und Erfolg hat. Platz für Eitelkeiten ist da nicht. Punkt.<br />
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Georg Sander, abseits.at]]></description>
		<pubDate>Sun, 11 Sep 2011 23:09:46 +0000</pubDate>
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